Mein wahres Leben

von Feandil
GeschichteAbenteuer, Familie / P18
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lucius Malfoy OC (Own Character) Severus Snape
15.04.2017
06.12.2019
49
199097
40
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Dieses Kapitel
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So hier das neue Kapitel. Es ist mehr ein kleines Zwischenkapitel, aber das nächste wird dann wieder mehr Handlung besitzen :D

Danke für alle Reviews und Favo-Einträge! Ich freu mich auf jedes einzelne immer tierisch!

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Ein Brief

So viele Gedanken wirbelten in meinen Kopf umher und doch konnte ich keinen davon wirklich fassen. Konnte mich nicht auf etwas konzentrieren. Es war wie ein Strudel, aus dem Geschehenen, dem Gesagten und dem Unausgesprochenen. Mein Blick war starr auf die Decke meines Zimmers gerichtet. An Schlaf war nicht zu denken, alles was ich tat war da liegen und die Decke anzustarren. Ab und zu verzerrte sich diese, wirbelte vor meinen Augen umher. Wurde zu einem Strudel, der mich drohte einzusaugen, bevor er anfing Blut auf mich runter zutropfen und alles in diesem zu tränken. Ich schreckte aus dem Schlaf und führte meine Tätigkeit die Decke anzustarren fort.
Wie lange ich das schon tat wusste ich nicht, doch irgendwann ging die Tür auf, oder bildete ich mir das jetzt auch schon ein? Egal. Mir war gerade alles egal… Die Worte, die mir gesagt wurden, ergaben in meinen Ohren keinen Sinn. Ich reagierte auch nicht darauf, sondern starrte weiterhin die Decke an, die sich wieder begann zu drehen.

Überall war Blut. In meinen Augenwinkel sah ich jemanden auf mich zukommen. Meinen Blick wollte ich dennoch nicht von der Decke nehmen. Doch etwas war anders. Ich konnte nicht erfassen was es war, doch etwas war anders. Ich versuchte mich zu bewegen, doch konnte ich mich nicht rühren, alles was ich bewegen konnte waren meine Augen und diese waren unwillentlich auf die Gestalt gehuscht und ich wollte schreien, aber kein Laut kam über meine Lippen. Es fühlte sich eher so an als ob mir dadurch nur die Luft zum Atmen genommen wurde und ich zu ersticken drohte.
Die Gestalt war der Mann aus dem Krankenhaus… Aus seinem Mund sprudelten das Blut und die Geräusche, die er dabei machte. Dieses gequälte Gurgeln und Keuchen, der Geruch von Eisen traf mich und wir wurde übel… Je näher er kam, desto mehr wehrte ich mich gegen meine unsichtbaren Fesseln. Es brachte nichts! Ich konnte mich keinen Millimeter bewegen und nun stand er direkt vor mir.

Mein Atem ging immer schneller, ich versuchte alles um weg zu kommen, aber es war einfach zwecklos. Ein Schwall Blut aus seinem Mund landete auf mir und nun schaffte ich es endlich zu schreien. Der Mann beugte sich über mich und ich kniff die Augen zu. Er sollte verschwinden! Was er jedoch nicht tat! Er packte mich an den Schultern. Von irgendwoher hörte ich eine Stimme meinen Namen murmeln. Wer auch immer das war sollte mir helfen! Den Mann von mir runternehmen und ihn dazu bringen zu verschwinden!
Immer noch schrie ich wie am Spieß und konnte mich nun auch wieder bewegen. „Feandil, beruhige dich!“, drang eine Stimme an mein Ohr. Ich öffnete die Augen und sah den blutigen Mann vor mir sitzen. Mit all meiner Kraft schubste ich diesen von mir und krabbelte nach hinten weg, bis ich das Kopfende meines Bettes im Rücken hatte. Panisch erkannte ich, dass da wo vor wenigen Sekunden noch der blutige Mann gewesen war, nun Dad stand.

Mein Herz schlug mir immer noch bis zum Hals. Hastig sah ich mich um und erwartete überall Blut, doch nichts. Ein Alptraum. Es war nur ein Alptraum. Plötzlich zuckte ich zusammen, als ich Dads Hand auf meiner Stirn spürte. Ich wich nach hinten weg und sah ihn mit angsterweiterten Augen an. Das Bild des Mannes flackerte kurz über seine Gestalt. Was war nur los mit mir? „Du hast Fieber.“, sagte Dad und … war das Sorge in seiner Stimme? Nein, das musste ich mir einbilden…
Er verschwand aus meinen Zimmer und langsam beruhigte ich mich wieder. Ich zog meine Beine an und umschlang diese mit meinen Armen, ehe ich meinen Kopf auf meine Knie bettete. Die Übelkeit ist geblieben und ich kam nicht umhin die Szene vom Tod des Mannes vor meinen inneren Auge zu sehen. Ein Schaudern ließ meinen Körper erzittern. Was war ich für ein Todesphönix, der es nicht einmal verträgt jemanden sterben zu sehen? Da war so viel Blut und der Mann hatte bestimmt panische Angst in den letzten Sekunden seines Leben… Er wusste ja nicht einmal was mit ihm geschah…

Die Tür ging wieder auf und ich erschrak unwillkürlich. Der kleine Luftzug ließ mich wieder zittern. Dad trat auf mich zu und hielt mir eine Phiole vor die Nase, doch ich wandte mein Gesicht ab. „Trink das.“, sagte er streng zu mir, aber ich schüttelte leicht meinen Kopf und sah ihn nicht an. Sicher, es wäre einfacher den nun zu trinken und dann wäre wieder alles in Ordnung mit mir, aber ich wollte einfach nicht. Gerade wollte ich einfach das trotzige Kind sein, welches sich von seinem Vater verraten und verletzt fühlt und nicht der Erwachsene, der alles mit Logik sah, der sich irgendwo einen Gedankengang erschuf, um sein Verhalten zu verstehen und sich nicht so unerwünscht zu fühlen. Vielleicht war es kindisch, vielleicht machte ich mir damit gerade alles selber schwerer, aber es war mir einfach egal… Ich war körperlich ein Kind und das wollte ich gerade auch einfach nur sein.
Sein Seufzen holte mich aus meinen Gedanken, aber zu ihm sah ich immer noch nicht. Ein dumpfes Geräusch sagte mir, dass er die Phiole auf meinen Nachttisch gestellt hatte und das Rascheln seines Umhangs, dass er sich umdrehte und ging. „Warum willst du mich nicht. Ich dachte…“, unterbrach ich mich selbst. Eigentlich wollte ich das nicht laut aussprechen, wollte diese Fragen mich nur selbst stellen und nun waren sie doch über meine Lippen gekommen.

Nun sah ich erstrecht nicht auf. Es war mir einfach zu peinlich. So gesehen bettelte ich gerade um väterliche Liebe, wobei ich langsam wirklich bezweifelte, dass jemand wie er sowas überhaupt wirklich empfinden konnte. Es schien eher so als ob er nach einem Prinzip handelte, von welchen er dachte, dass es für einen Vater passend war. Stille legte sich über den Raum und ich linste nun doch kurz in seine Richtung. Er stand mit seinem Rücken zu mir gewandt mitten im Raum. Was ging in ihm vor? Ich wusste so viel mehr als die meisten hier über ihn Bescheid und doch war er ein verdammtes Rätsel.
Er seufzte und Anspannung fiel von seinen Schultern. Nun drehte er sich doch noch zu mir um und kam wieder zu meinem Bett. Seinen Gesichtsausdruck konnte ich nicht deuten, aber er war nicht abweisend. Er setzte sich auf die Bettkante und starrte die gegenüberliegende Wand an. Er war so weit, wie das Bett es zuließ, von mir weg. Wusste anscheinend genau so wenig wie ich, wie er mit der Situation umgehen sollte.

Mein Blick lag auf seinen Rücken und ich wartete was nun kommen würde. „Hattest du gestern Angst vor mir?“ Okay, diese Frage war das letzte was ich erwartet hatte und ich schluckte, beschloss aber ehrlich zu sein. „Ja, schon.“, antwortete ich etwas unsicher. Auf was wollte er hinaus? Er griff sich an die Nasenwurzel und ich schluckte. „A-Alle anderen Erwachsenen schreien, wenn man was macht was man nicht darf. Aber du… du wirst gruselig und dunkel… und das was du sagst… tut weh.“, stockte ich über meinen eigenen Satz und wurde dabei immer leiser. Ich wusste nicht was er mit seiner Frage bezwecken wollte…
Seine Beweggründe verstehen zu wollen war genau so schwer wie alle Lottozahlen richtig zu erraten. Er drehte sich nun zu mir um und ich sah schnell auf meine Bettdecke, welche ich auch gleich anfing von imaginären Fusseln zu befreien. Eigentlich wollte ich wütend auf ihn sein, aber irgendwie fehlte mir die Kraft dazu. „Ich wollte dir nie wehtun und ich würde dich auch nie in ein Waisenhaus geben.“, er seufzte. „Warum sagst du dann sowas? Du hast Harry eh schon lieber als mich und dann sagst du sowas zu mir…“

Das wollte ich ihn eigentlich nicht vorwerfen, aber es war schneller über meine Lippen gerutscht, als ich es hätte stoppen können. „Ich habe Harry nicht lieber als dich. Er ist einfach nicht so… energiegeladen wie du.“ Wow, nette Umschreibung… „Ich wollte nie Vater sein und ich weiß, dass ich manchmal falsch reagiere… doch das bedeutet nicht, dass du mir egal bist, oder dass ich dich wegschicken würde.“, erklärte er und rieb sich wieder seine Nasenwurzel. „Du schaffst es immer etwas anzustellen, was mich kurzzeitig vergessen lässt wer du bist.“, gestand er dann.
„Gestern als ich dich beim Lauschen erwischt hatte, erinnerte ich mich daran wie ich selbst einmal ein Gespräch belauscht hatte und dadurch einige schlimme Dinge zum Rollen gebracht habe, die ich bis heute bereue…“ Mein Blick war wieder auf seinen Rücken und ich musste schlucken. Ich wusste genau von was er sprach und nun konnte ich seinen Wutausbruch auch etwas besser verstehen… was seine Worte trotzdem nicht rechtfertigte.

„Nimm mir meine Worte bitte nicht zu Herzen. Ich habe nichts davon wirklich gemeint.“, fügte er dann leise hinzu. Da ich nicht wusste was ich nun darauf sagen sollte, änderte ich ein wenig das Thema. „Ich hab also kein Hausarrest?“ Nun drehte er sich mit erhobener Augenbraue zu mir um. „Den Hausarrest hast du trotzdem, denn man darf keine Gespräche belauschen.“, kam es streng, aber mit amüsierten Unterton von ihm. Ein Versuch war es wert gewesen. „Trink bitte den Trank, dann sollte es dir bald wieder besser gehen.“, bat er mich und stand auf und wollte das Zimmer verlassen. „Hast du mich lieb?“, fragte ich jedoch noch schnell und wunderte mich schon gar nicht mehr über meine eigemen Worte. Er blieb stehen und drehte sich noch einmal zu mir um. „Ja. Das habe ich dir doch schon gesagt.“, man sah ihn an, dass ihm diese Worte nicht gerade leicht über die Lippen kamen.
„Warum umarmst du mich dann nicht?“, spann ich das ganze Weiter. Ein wenig leiden durfte er nach der Aktion schon etwas, außerdem wollte ich gerade etwas Halt nach den Alptraum... Er sah auch ein wenig überfordert mit der Situation aus, kam aber dann wieder zu meinem Bett und umarmte mich ein wenig ungeschickt.

Lange dauerte die Umarmung nicht an. „Trink nun und schlaf noch ein wenig. Ich komme dich dann zum Mittagessen holen.“, sagte er nun endgültig und verließ dann mein Zimmer. Was ich jedoch von dem ganzen wirklich halten sollte wusste ich nicht. Er war wirklich leicht zu triggern, wenn man es so sah. Doch war ihm in seinem Leben schon so einiges passiert… Seufzend nahm ich mir die Phiole zur Hand und trank diese dann auch gleich leer und verzog gleich darauf mein Gesicht. Das die wirklich gesund sein sollen, bezweifelte ich bei diesem Geschmäckern langsam sehr! War ich froh, dass ich nicht wusste was da drin war…
Dann überkam mich eine bleierne Müdigkeit und ich konnte Dad gerade noch in meinen Kopf dafür verfluchen mir einen Traumlostrank untergejubelt zu haben, bevor alles schwarz und wohlig warm um mich herum wurde.

Das nächste an was ich mich erinnerte war wie Dad mich wecken kam. Verschlafen blinzelte ich ihn an. „Geht es dir besser?“, fragte er mich und fühlte wieder meine Stirn. „Ich glaub schon.“, nuschelte ich und gähnte. „Gut, dann kommt runter, dass essen ist schon fertig.“, sagte er knapp und stand auf und ging aus dem Raum. Wirklich Lust aufzustehen hatte ich nicht, war ich immer noch müde von diesem verdammten Trank. Hunger hatte ich auch nicht wirklich einen. Zwar hatte ich jetzt nichts geträumt, aber der Alptraum von vorhin saß immer noch tief.
Müde stemmte ich mich aus meinem Bett raus und ging zu meinem Schrank. Ich hatte immer noch die Sachen von gestern an. Bis mir mein Tattoo siedend heiß einfiel! Mein Blick flog auf meinen linken Unterarm, wo mir die filigranen Linien entgegenlachten. Was hatte ich für ein Glück, dass Dad das gerade nicht bemerkt hatte!

Schnell holte ich die Salbe und ließ damit das Tattoo wieder verschwinden, ehe ich mich noch umzog und dann nach unten ins Wohnzimmer ging. Wenigstens war ich durch den Schock nun wacher geworden, auch wenn es nicht die beste Art war munter zu werden! Mein Herzschlag hatte sich immer noch nicht richtig beruhigt. Da passte man einmal nicht auf und dann passiert beinahe eine Katastrophe und nach gestern hatte ich für die nächsten Jahre genug davon! Auch wenn ich die Befürchtung habe, dass Peter und sein Kumpane nicht so schnell aufgeben werden.
Ich betrat das Wohnzimmer, wo Dad mit Harry schon saßen. Von den beiden Rumtreibern war keine Spur. Vielleicht im Ministerium wegen der Adoption… innerlich zuckte ich mich meinen Schultern und setzte mich neben Harry. Dieser sah etwas käsig aus und stocherte eher lustlos auf seinen Teller herum, als etwas zu essen.

„Hallo.“, murmelte ich ihm zu. Er sah mich kurz an, erwiderte jedoch nichts. Er starrte einfach wieder zurück auf seinen Teller. Mein Blick huschte zu Dad und unsere Blicke trafen sich kurz, ehe er sich wieder seinen Essen zuwandte. Heute gab es Reisfleisch und nachdem ich den Geruch in meiner Nase hatte meldete sich mein Magen. Langsam begann ich zu essen, warf aber Harry immer wieder Blicke zu und überlegte wie ich ihn etwas aufheitern konnte. Doch ich wurde aus meinen Überlegungen gerissen, als aus der Eingangshalle Schritte zu vernehmen waren.
Remus gefolgt von Sirius traten ins Wohnzimmer. Beide sahen zufrieden mit sich aus, also schien alles gut zu laufen, was die Adoption anging. „Hallo allerseits.“, grüßte Sirius auch gleich und ließ sich auf seinen Stuhl plumpsen. Remus nickte uns allen einmal zu und setzte sich auf seinen Platz. Dad sah kurz auf, ehe er sich wieder seinen Essen widmete. Harry hatte nicht einmal aufgesehen und das schienen die beiden nun auch zu bemerken.

„Hey, Großer. Was ist denn los?“, kam die besorgte Frage von Sirius, aber Harry schüttelte nur seinen Kopf. Sirius tauschte mit Remus einen Blick aus. „Wir haben eine Überraschung für dich.“, meinte nach kurzer Überlegung dann Remus zu ihm. Nun sah Harry doch auf, sagte aber immer noch nichts. Da keine Antwort kam führte Remus einfach fort. „Ihr beide bekommt bald eine Schwester.“ Harry sah Remus groß an. Gespannt wartete ich nun was Harry dazu sagen würde. „Bringst du das Mädchen aus dem Krankenhaus her?“
Die Erwachsenen und mich einbezogen, waren baff. Ich hätte nicht gedacht, dass er in seinem Alter schon so viel mitbekommt und kombinieren kann, aber was wusste ich schon wirklich von Kleinkindern? Nur ab und zu hatte ich mal was davon gehört, dass Kinder mehr mitbekommen als sich Erwachsene denken und das gerade unterstrich das ganze nochmal.

„Ja, genau. Wir holen sie in unsere Familie.“, bestätigte Remus und lächelte Harry an. „Sie muss nicht allein sein?“ Remus schüttelte sofort seinen Kopf. „Wenn alles gut geht, wird sie in einer Woche hier einziehen.“ Da lächelte Harry sogar ein klein wenig. „Okay.“ Er hatte sich anscheinend wirklich Sorgen um das Mädchen gemacht, denn nach dieser kleinen Aussprache sah ich ihn sogar ein paar Bissen essen. Etwas erleichterter aß ich auch weiter. „Das erinnert mich!“, meinte Sirius, wurde aber von einem Klopfen an der Scheibe unterbrochen.
Am Fenster saß eine Schleiereule und wartete auf einlas. Remus stand auf und öffnete ihr das Fenster und diese flog direkt zu Dad hin und streckte ihm ihren Fuß entgegen. Sofort bildete sich eine Falte zwischen seinen Augenbrauen und er nahm der Eule den Brief ab. Schnell war der Umschlag geöffnet und sein Augen huschte über die Zeilen, dabei verdunkelte sich sein Blick immer weiter.

„Von wem ist der Brief?“, fragte Sirius skeptisch nach. „Dumbledore.“, knurrte Dad. „Was…“, begann Remus, aber Dad ließ ihn nicht wirklich zu Wort kommen. „Er will mich sehen. Er habe die Befürchtung, dass die Kinder nicht sicher genug in unserer Obhut sind.“, knurrte dieser und zerknüllte den Brief in seiner Hand. Die Eule sah darüber nicht wirklich erfreut aus. Sie pickte sich etwas Fleisch von Dads Teller und flog dann aus dem Fenster. „Was? Das kann nicht sein Ernst sein!“, kam es von Sirius.
Dad stand auf. „Sein Goldjunge war in Gefahr. Es sollte mich eigentlich nicht verwundern, dass ich ihm nun Rede und Antwort stehen muss.“, kam es genervt von ihm. „Ihr müsst auf die Kinder aufpassen, während ich den alten Mann beruhigen gehe.“

„Das geht nicht Severus.“, warf Remus vorsichtig ein. „Wir müssen wieder ins Ministerium. Da das Mädchen ein Muggle ist, geht das Ganze über die Mugglebehörden und diese haben gerade Mittagspause. In einer halben Stunde steht ein Treffen mit ihnen an.“, erklärte sich Remus schnell. Dad knurrte und sah von Harry zu mir. „Tixi könnte doch auf die beiden aufpassen.“, schlug Sirius vor. „So gut wie Fea Dobby im Griff hat, traue ich nicht einmal meiner eigenen Hauselfe sie unter Kontrolle zu halten! Fea hat immer noch Hausarrest.“, sagte er mit einem Seitenblick auf mich und ich verschränkte die Arme.
„Die Malfoys? Oder tanzt sie dir Lucius auch schon zu sehr auf der Nase rum?“, kam der nächste Vorschlag von Sirius, nur das er sich diesmal auch über Lucius lustig machte. „Tut sie, aber nicht bei Narzissa.“, kam es nachdenklich von ihm. „Ich werde sie kurz anflohen.“ Er stand auf und ging zum Kamin. „Severus, wir müssen wieder los. Bis später.“, meinte Remus mit einem Blick auf die Uhr. Dad hob nur die Hand und die beiden Rumtreiber verließen den Raum. Warte hatten die jetzt überhaupt was gegessen? Warum verschwanden die denn jetzt so schnell wieder? Fiel das nur mir auf, oder war es Dad einfach egal?

Dieser steckte gerade seinen Kopf in die grüne Flammen, was sehr komisch aussah, aber man bekam vom Gespräch leider nichts mit. Darum wandte ich mich nun wieder Harry zu, der nachdenklich auf die Wohnzimmertür sah. „Was hältst du von einer neuen Schwester?“, fragte ich ihm. Er hatte vorhin wenigstens geredet, als dieses Thema aufkam. Er zuckte mit den Schultern. Nicht das was ich mir erwartet hatte. „Ich freu mich irgendwie darauf.“, sprach ich deshalb einfach weiter „Und sie ist nicht allein und hat wieder eine Familie.“ Doch mein Versuch ihm zum Reden zu bringen zeigte keinerlei Wirkung. Alles was er tat war, dass er sich wieder seinem Teller zuwandte und darin herumstocherte. Seufzend legte ich meine Gabel hin.
So hatte das keinen Sinn. Vielleicht braucht er auch einfach Zeit für sich, um mit dem Ganzen klar zu kommen. Jeder verarbeitete sowas ja anders. „Seid ihr fertig?“, fragte Dad plötzlich neben mir. Schnell nickte ich, auch wenn mein Teller noch beinahe voll war bekam ich einfach keinen weiteren Bissen runter. Bei Harry schien es nicht viel anders zu sein.

„Ich will nicht.“, kam es leise von Harry. „Ich will bei dir bleiben.“ Dad trat auf Harry zu und hockze sich zu ihm hin. Ich sah wie das Feuer grün aufflammte und Narzissa aus dem Kamin stieg. „Harry, ich bin nur kurz bei Opa Albus. Es wird nicht lange dauern und dann hole ich euch wieder ab.“, erklärte Dad so einfühlsam wie er eben konnte. Narzissa kam zu uns. Harry schüttelte vehement seinen Kopf und hatte nun schon Tränen in die Augen. Dad seufzte und griff sich an die Nasenwurzel, da legte Narzissa ihm eine Hand auf die Schultern und er sah zu ihr auf. Sie nickte kurz und er stand auf und machte ihr Platz.
„Hallo Harry.“, sie hockte sich zu ihm und nahm seine Hände in die ihren. „Wie wäre es, wenn ich einfach hierbleibe und wir gemeinsam auf deinen Papa warten?“, fragte sie und lächelte ihn sanft an. Harry nickte etwas zaghaft. „Wir werden schon etwas finden, damit die Zeit ganz schnell vergeht und ehe du dich versiehst ist dein Papa wieder da, versprochen.“, sagte sie und umarmte ihn kurz.

Dad nickte ihr zur und verschwand dann aus dem Raum. Hoffentlich konnte er das mit Dumbledore klären! Nicht, dass wir am Ende irgendwo anders hinkamen, oder besser gesagt Harry. Anscheinend hatte es Dumbledore ja wirklich auf ihn abgesehen… „So was wollt ihr beiden machen?“, fragte Narzissa. Harry zuckte mit den Schultern und ich tat es ihm gleich. Narzissa schien kurz zu überlegen und sah sich dann im Raum um. „Wie wäre es, wenn wir alles für deine Geburtstagsparty dekorieren?“, fragte sie dann an Harry gewandt und ich wurde hellhörig. Darauf hatte ich ganz vergessen.
Harrys Augen wurden groß. „Nein!“, kam es beinahe schon panisch von ihm und ich war komplett verwirrt was nun los war. Er hatte sich doch auch auf den Ausflug total gefreut. Narzissa nahm ihn sofort in eine beruhigende Umarmung. Sie murmelte ihn etwas ins Ohr, was ich jedoch nicht verstehen konnte. „Dann kommen wieder böse Menschen.“, murmelte Harry zurück.

Jetzt verstand ich was los war! Darauf hätte ich auch selbst kommen können. Er hatte Angst das wieder etwas schreckliches passierte. Wieso konnte niemanden den Jungen etwas gönnen? Zuerst die Dursleys und nun Peter! Vielleicht sollte ich einmal das Todesfeuer von Napoleon ausprobieren… Narzissa redete weiter beruhigend auf ihn ein und ich saß da und wusste nichts mit mir anzufangen. Etwas einwerfen wollte ich dann auch nicht, nicht dass ich etwas Falsches sagte und Harry sich wieder zurückzog. Er hatte ein Trauma und damit konnte ich nun wirklich nicht umgehen.
Doch Narzissa konnte mit ihrer mütterlichen Worten, Zuneigung und Liebe Harry langsam beruhigen und sogar dazu überreden nun doch noch Sachen für die morgige Feier vorzubereiten. Ich war wirklich froh, dass Dad sie hergeholt hatte. Sie schien genau zu wissen welchen Zuspruch Harry benötigte, damit er sich wieder besser fühlte.

Narzissa setzte sich nun auch an den Tisch und die nächste Zeit wurde darüber geredet welche Torte es geben würde und welche Deko sich Harry wünschte. Am Ende kamen wir zum Entschluss, dass es eine Erdbeer-Schokotorte werden soll und die Deko in Orangetönen gehalten werden soll. „Draco wird sich freuen. Er liebt Schokotorte.“, bestärkte ihm Narzissa und langsam kam wieder ein Lächeln auf Harrys Lippen. Er wandte sich zu mir. „Glaubst du das Mädchen kann auch vorbeikommen?“, fragte er mich. Ich bekam mit wie Narzissa ihre Augen leicht zukniff. „Weiß nicht, dass müssen wir Onkel Remus und Onkel Siri fragen.“
„Von welchem Mädchen redet ihr?“, fragte Narzissa nach. Harry sah mich mit großen Augen an und ich begann zu erzählen. „Gestern im Krankenhaus war noch ein anderes Mädchen. Ihre Mama und ihr Papa sind jetzt tot und Onkel Remus meinte sie wird unsere neue Schwester.“ Sie sah und kurz abwechselnd ungläubig an, doch als Harry nickte kam ein „Oh.“, von ihr. „Er will sie adoptieren?“ Wir beide nickten.

Sie schien von der Idee nicht wirklich begeistert zu sein. War anscheinend Dads Meinung, dass ein Muggle nichts in einem magischen Haushalt zu tun hatte. Doch ich fand, dass beide übertrieben! Es gab doch auch Hexen und Zauberer die einen Muggle heirateten und damit keine Probleme hatten und es ging hier ja auch um das Wohl des Mädchens! Das war viel wichtiger als dieses blöde magische Blut und ob man es besitzen oder nicht! Narzissa seufzte kurz. „Vielleicht kann sie ja kommen, aber das müsstest du deine beiden Onkel fragen.“, lächelt sie ihn an.
„Was ich jedoch weiß ist, dass Blaise kommen will und wenn du nichts dagegen hast, werden wir ihn mit hierhernehmen.“, änderte sie geschickt das Thema und Harry nickte. „Und wenn das Wetter schön ist, könnt ihr dann bestimmt in euren neuen Pool etwas planschen gehen.“ Was der Pool war fertig?

Tatsache! Sogar Wasser war schon drin und glitzerte in der Sonne verführerisch. Am liebsten wäre ich da gleich reingesprungen… wäre da nicht mein Gips. Ich verzog mein Gesicht. „Was ist den nun los, Fea.“, kam es leicht amüsiert von Narzissa. „Ich kann nichts ins Wasser, wegen dem Gips.“, kam es leicht grantig von mir. Dad wollte ihn mir ja nicht runternehmen, auch wenn mein Knochen sicherlich schon wieder heil war! „Vielleicht kann ich deinen Papa ja überreden ihn dir runterzunehmen.“, zwinkerte sie mir zu.
Na, wenn sie das schafft, dann Hut ab! Denn ich war mir da nicht so sicher. Hatte ich ja Hausarrest und das wäre ja die perfekte Strafe für mich. Alle haben Spaß im Wasser, außer ich! Klang sehr nach Dad, aber ich musste auch zugeben das Narzissa so einiges geschafft hatte, wovon ich nicht einmal geträumt hätte, also würde ich abwarten. „Danke.“

Die nächste Zeit alberten wir ein wenig herum und es tat gut zu sehen wie Harry langsam wieder auftaute und auch wieder lachen konnte. Narzissa war wirklich eine gute Mutter. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass sie sich mit Molly wirklich gut verstehen würde, wenn es nicht diese Familienfehde gäben würde. Man konnte eben nicht alles haben!
Irgendwann ging dann die Tür auf und Harry sah sofort hoch, aber als nur die Rumtreiber eintraten seufzte er traurig. „Er wird schon wiederkommen.“, munterte Narzissa ihn auf. Harry nickte zwar, aber sah sehr unglücklich aus. „Hallo Cousinchen.“, meinte Sirius. Angesprochene nickte und Remus hob die Hand zum Gruß. „Wie läuft es mit der Adoption?“, fragte Narzissa beiläufig und stellte den Origami Hasen ab, der sofort über die Tischplatte hoppelte.

Das ließ Remus stocken. „Fea hat mir davon erzählt.“, erklärte Narzissa sich auch gleich. Sie schien keinen Streit vom Zaun brechen zu wollen, sah die beiden aber mit einen stechenden Blick an. „Es ist das mindeste was wir für sie tun können. Sie hat keine weiteren Verwandten mehr und da der Angriff von Peter ausging, fühlen wir uns dafür auch verantwortlich.“, verteidigte Remus sofort seinen Standpunkt. „Nicht streiten.“, wimmerte Harry und hielt sich die Ohren zu. Narzissa war sofort für ihn da. „Keiner streitet hier Harry, okay? Wir reden nur miteinander.“ Sie drückte ihn kurz an sich.
„Ich hoffe wirklich, dass ihr wisst was ihr tut. Ein Kind aufzunehmen bedeutet mehr als nur seine eigenen Schuldgefühle zu befriedigen.“, kam es streng von ihr. „Das wissen wir.“, kam es sofort von Remus. „Dann vergesst ihr das hoffentlich auch nicht.“, kam eine andere Stimme dazu. Sofort war Harry auf seinen Beinen und sprang Dad förmlich in die Arme. Dieser fing ihn auf und hob ihn anständig hoch.

„Ich bin es leid mich rechtfertigen zu müssen! Die Kleine kommt zu uns! Ich habe sie nicht aus reinen Schuldgefühlen aufgenommen, sie spielen zwar auch eine Rolle, aber ich weiß sehr wohl was es bedeutet ein Kind großzuziehen! Ich dachte wir seien eine Familie und würden uns gegenseitig unterstützen, aber alles was ich derzeit von Dir Severus und nun auch von Dir Narzissa erfahre ist Ablehnung, weil ich einem kleinen Kind ein schönes Leben bieten will, nach einem traumatischen Erlebnis wo sie beide Elternteile verloren hat.“, regte sich nun Remus auf, seine Stimme blieb jedoch ruhig.
Narzissa hob ihre Augenbrauen. „Natürlich werde ich dich unterstützen! Ich habe nie etwas gegen dieses Kind gesagt, ich habe nur meine Bedenken geäußert ein Kind aus reinem Schuldgefühl zu adoptieren. Solange dies nicht zutrifft stehe ich hinter deiner Entscheidung!“, kam es in bester Malfoymanier von ihr. „Danke.“, nickte Remus ihr zu. Narzissa stand auf. „Ich werde nun wieder gehen und Lucius darauf vorbereiten, dass wir bald einen Muggle in unserer Familie haben werden.“, sie sah nicht wirklich froh darüber aus ihm diese Kunde zu überbringen.

„Danke, Narzissa. Wegen den Kindern.“, sagte Dad. „Immer wieder gerne.“, lächelte sie ihm zu und verabschiedete sich dann auch gleich von allen. Kurz wurde es still im Raum, ehe mir etwas einfiel. „Onkel Remus?“ Angesprochener gab ein fragendes Geräusch von sich. „Harry hat vorhin gefragt ob das Mädchen auch zur Geburtstagsfeier kommen kann.“ Remus sah von mir zu Harry, welcher nun auch neugierig zu Remus linste. „Ich vermute nicht, aber ich kann einmal nachfragen.“ Harry nickte leicht und versteckte sein Gesicht dann wieder an der Brust von Dad.
„Ich werde mich in mein Labor zurückziehen. Feandil geh auf dein Zimmer und denk ja nicht daran wo anders hinzugehen. Ich werde Tixi vorbeischicken, um zu sehen ob du dich wohl dort aufhältst.“, kam es streng von ihm und unter seinen strengen Blick nickte ich und machte einen Schmollmund. Stand aber dann auf und ging an ihm vorbei nach oben in mein Zimmer. Heute war mir definitiv nicht nach Diskussion zumute! Auch wenn ich gern wissen wollte, was Dumbledore mit Dad beredet hatte…
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