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Ich glaub', ich bin verliebt...

OneshotAllgemein / P12 Slash
Olli Peter
14.04.2017
14.04.2017
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Hallo ihr Leute^^
Ich habe neulich mit meinen Eltern mal wieder die Vorstadtkrokodile-Filmreihe durchgeguckt und musste wieder feststellen, dass ich wirklich gerne etwas zu dem Pair Olli x Peter schreiben würde.
Nun, hier ist das, was dabei rausgekommen ist^^
Vielen lieben Dank hier an meine Beta-Leserin Juliet Karana. Ich bin ihr wirklich dankbar, dass sie sich immer Zeit nimmt, mein Geschreibsel noch einmal durchzulesen und zu korrigieren <3
Ich hoffe euch gefällt der One Shot^^

PS: Über Reviews freu‘ ich mich immer :3

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Verdammter Mist! Ich will das nicht! Warum können wir denn nichts dagegen machen?
„Oliver, bist du fertig?“, rief meine Mutter von unten. „Gleich!“, schrie ich zurück. Vermutlich zum letzten Mal sah ich mich in dem leeren Raum um. Es sah so falsch aus ohne Marias Fotos an den Wänden, unser Aquarium und überhaupt ohne Einrichtung. Widerwillig ging ich zur Tür, schloss die Augen und zog an der Klinke, bis ich ein leises Klicken hörte.
Langsam führten mich meine Füße die Treppe hinunter und aus dem Haus hinaus. Schwermütig packte ich meine Reisetasche ins Auto und wollte gerade selber einsteigen, als ich unsere Freunde wahrnahm, die eine große Kiste dabeihatten.
„Ich werde mit eurer Mutter noch einmal durchs Haus gehen“, sagte Papa und ich war ihnen dankbar, dass sie uns alleine ließen. Wie es aussah wollten uns die anderen nicht gehen lassen, bevor sie sich nicht verabschiedet hatten. Als ich so vor ihnen stand wurde mir erst richtig bewusst, was ich dabei war, zu verlieren. Nacheinander traten sie vor und gaben mir ihre Anhänger zurück. Hannes tauschte seinen mit dem meiner Schwester, während der letzte der Jungs mir seinen in die Hand drückte. Lange sah ich ihn an. Ich weiß nicht mehr, wann mir dieser Gedanke das erste Mal kam, aber auch in Regencape sah er verdammt niedlich aus.
Auch, wenn ich mir ziemlich sicher war, dass meine Aktion alles zerstören würde, ich konnte einfach nicht widerstehen. Am Arm zog ich ihn vorsichtig zur Seite, hängte ihm meine Kette um und umarmte ihn. Ich spürte, dass er recht überfordert war, doch ich dachte nicht im Traum daran, jetzt loszulassen.
Nach einigen Sekunden spürte ich schließlich dünne Arme auf meinem Rücken und ein Kinn auf meine Schulter. „Wir lassen euch nicht hängen“, flüsterte er leise und ich schaute ihn überrascht an. Nicht, weil ich über das, was er gesagt hatte, überrascht war, sondern weil es mich wunderte, wie er es gesagt hatte. Sein Lächeln, was er mir daraufhin schenkte, ließ mich aufgeben. Wie einen Teddy drückte ich ihn an mich und ließ der Träne, die schon die ganze Zeit an die Luft wollte, freien Lauf.
Traurig musste ich lächeln, als ich bemerkte, wie sich die anderen Krokodile unserer Umarmung anschlossen. Zu allem Überfluss fing es auch noch an, zu regnen. In einer leicht abgehackten Bewegung auf Grund der Enge zog ich meinem Gegenüber die Kapuze über den Kopf. Wenn man Verbrecher fangen wollte, durfte man schließlich nicht krank werden. Am liebsten wollte ich ihn nie mehr loslassen, aber unsere Eltern kamen gerade aus dem Gebäude und bedeuteten meiner Schwester und mir, endlich einzusteigen.
Im Auto sah ich wehmütig zu den bunten Gestalten auf dem Gehweg. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass später trotzdem alles gut werden würde.


„Mensch, Olli, was ist denn mit dir?“, rief meine Mutter mir nach, als ich während eines Gespräches über Maria und ihren Hannes einfach auf das für uns vorgesehene Zimmer lief. Mit einem kurzen Blick an den Schrank wandelte sich meine Eifersucht in Trauer um. An dem metallenen Griff der Tür hingen nämlich die Anhänger unserer Freunde. Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass ich sie vielleicht nie wiedersehen würde. Und ja, ich war eifersüchtig auf meine Schwester. Weil sie einen Freund hatte und ich zu feige war, mich zu outen.
„Verdammt!“, brüllte ich frustriert und warf mich auf mein Bett. Ich hörte, wie leise die Zimmertür geöffnet und nach Betreten des Raumes geschlossen wurde.
„Olli?“, flüsterte meine Schwester, „Alles okay?“
Sie meinte es nur gut, das wusste ich, und doch … störte ihre Anwesenheit irgendwie.
„Hey…“, sanft spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, „Reden hilft manchmal…“
„Ich… Ich weiß nicht, ob ich das kann…“, ergab ich mich schließlich und erschrak, denn meine Stimme zitterte unfassbar stark.
„Lass dir Zeit“, meinte sie leise. Nach ein paar Minuten absoluter Stille atmete ich tief ein und aus; entschlossen, es ihr anzuvertrauen.
„Maria… Ich bin verliebt.“
„Aber das ist doch schön“, hauchte sie verwundert.
„In Peter.“
Jetzt war es endlich raus. Irgendwie war es auch ein erleichterndes Gefühl, aber ich hatte Angst vor den Reaktionen. Vor allem vor denen meiner Eltern, aber auch der von Peter.
„Olli…“, wisperte Maria neben mir. Kam jetzt die erste Hasstirade? Eigentlich traute ich ihr das nicht zu, aber man konnte sich auch ganz schnell in Menschen täuschen. Leider.
„Sieh mich an.“
Damit du mich brechen siehst? Trotzdem tat ich es und sah ihr in die Augen.
„Ich bin stolz auf dich.“
„Du hasst mich nicht?“
„Wofür denn? Für Gefühle kann man nichts“, lächelte sie mich an, „Und ich bin mir sicher, Mama und Papa verstehen das auch. Und Oma… Nun… Wir werden hier eh nicht lange wohnen, also braucht dich ihre Meinung nicht interessieren, sollte sie negativ ausfallen.“
Ich musste schmunzeln. Eins zu null für dich, Schwesterchen. Sie stand auf, hielt mir die Hand hin und sagte: „Ich steh hinter dir.“
„Danke“, murmelte ich, zog mich an ihrer Hand hoch und ging zu den Erwachsenen in die Wohnstube.
„Oliver“, meinte Mama besorgt und eilte sofort auf mich zu.
„Mama“, nuschelte ich. Das war echt peinlich. Ich war doch keine Zehn mehr.
„Ich will euch was sagen“, setzte ich an.
„Schieß los, Pupsie“, forderte Papa mich auf.
„Das ist mir ernst!“, fuhr ich ihn an und fuhr dann stockend fort, „Ich… hoffe, ihr versteht das… Ich… bin schwul. Oder zumindest bi…“
Ich hielt den Kopf gesenkt. Ich wollte nicht in ihre enttäuschten Gesichter sehen. Sie sagten nichts.
Wahrscheinlich schicken sie mich gleich weg. Oder schlagen mich.
Jedoch passierte nichts dergleichen. Stattdessen nahm mich unsere Mutter fest in den Arm und Papa klopfte mir auf den Rücken. Über Mamas Schulter sah ich Oma an, welche mich über den Rand ihrer Brille anlächelte. Erleichtert ließ ich mich gegen Mama fallen.
„Wir freuen uns darauf, ihn kennenzulernen.“


Endlich war der Tag der Demo da. Im Auto war ich schon richtig hibbelig und freute mich sehr darauf, zu sehen, wie weit die anderen gekommen waren.

Okay, ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie unser Hauptquartier abgefackelt hatten. Ich schaute mich um, konnte Peter aber nirgends entdecken. Erst sein alarmierender Ausruf ließ mich wissen, dass er hier war: „Hier fliegt gleich alles in die Luft!“
Und am liebsten hätte ich Jorgo für seinen Kommentar eine rein gehauen, aber ich war zu erleichtert, dass es Peter gut ging, dass ich diese Idee ganz schnell wieder vergaß.


Wir hatten es erneut geschafft. Die Boller-Brüder und ihr Boss saßen im Knast, wir hatten unser Haus und unsere Freunde wieder und durften legal in die Disco. Und ich wusste, ich musste es ihm sagen. Sonst würde ich ihn an Jenny verlieren und das war das Letzte, was ich wollte.
Gefühlt den ganzen Abend tanzten wir nebeneinander. Das war meine Chance.
Am Arm drehte ich ihn zu mir um und schrie gegen die Musik an: „Peter, ich muss dir was sagen!“
Er schaute mich überrascht und unsicher an. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und brüllte: „Ich liebe dich!“
Dumm nur, dass genau in diesem Moment das Lied aufhörte und mich alle im Raum hören konnten. Entsetzt starrte ich ihn an. So war das garantiert nicht geplant gewesen! Jetzt musste ich aufpassen, dass ich nicht hyperventilierte. Alle sahen zu uns. Wenn ich jetzt eine Abfuhr bekäme… Ich will es mir nicht vorstellen. Das Schlimmste war aber, dass der DJ es nicht für nötig hielt, das nächste Lied abzuspielen. Wie lange dachte ich eigentlich schon nach? War er überhaupt noch da?
Ich wurde jäh aus meinen Gedanken gerissen, als ich gegen einen schmalen Körper gedrückt wurde.
„Ich hab dich vermisst…“, murmelte er in mein Ohr. Ich lächelte. Wie ich es liebte, wenn er stotterte. Klingt zwar eigenartig, aber ich find’s süß. Glücklich schlang ich meine Arme ebenfalls um ihn. Nie wieder würde ich ihn alleine lassen. Nie. Wieder.
Sanft schob ich ihn von mir weg, sah ihm in die Augen und küsste ihn. Auf den Mund. Zuerst war er noch etwas überfordert, glaube ich, aber dann erwiderte er meinen Kuss.
In meinem Bauch explodierte ein Schwarm Schmetterlinge. Endlich. Ich konnte endlich glücklich sein, ohne mir Sorgen zu machen, dass er mich vielleicht für meine Gefühle hasst.
 
 
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