Stansbury's Stories

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
13.04.2017
13.04.2017
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„Ich bin enttäuscht von dir.“
Lord Ascot musterte seinen Sohn, dessen Aufmerksamkeit sich momentan auf seine Brille beschränkte, die er versuchte, an seinem verdreckten Jackett zu putzen. Drei Dienstmädchen standen als stumme Prozession hinter Lord Ascot, trotz der späten Stunde hatte er den halben Dienststand aus dem Bett geholt, als er von der Abwesenheit seines Sohnes erfahren musste. „Hm?“ Randall sah auf, nachdem er aufgegeben hatte, die Klargläser zu polieren, und setzte seine Brille wieder auf. „Was wolltest du von mir?“, fragte er dann und lächelte. Lord Ascot lehnte sich in seinem Sessel zurück und grub seine Finger in der aufkommenden Wut in die Armlehnen.
„Wie oft in der Welt muss ich dir noch sagen, dass du nicht einfach kommen und gehen darfst, wie es dir lieb ist?!“ Randall zuckte kurz zusammen, als sein Vater so plötzlich die Stimme erhob, fasste sich dann aber wieder. „Komm schon, ich bin sechzehn, glaubst du nicht, dass ich—“ „Wir haben einen Ruf zu verlieren. Ich habe mir das alles nicht erarbeitet, damit du mich mit deiner…“ Er wies mit einer losen Geste auf Randall. Auf dessen schmutzige, beschädigte Kleider, den Dreck in seinem Gesicht. „...Obsession in Verruf bringst.“ „Vater, was du Obsession nennst ist—“ Der Blick des Vaters brachte ihn zum Verstummen. „Es ist eine Obsession, die zu nichts führt. Du kannst so nichts erreichen, und wenn du so weitermachst wirst du es nie zu etwas bringen.“ „Aber sieh doch, ich habe es schon weit gebracht, nur noch ein bisschen, dann—“ „Schluss mit diesen Märchen, werde doch endlich erwachsen, Sohn!“ „Ich habe Hinweise auf die Aslant-Zivilisation an der Wand von Norwell gefunden, ich habe es fast gesch—“ „RUHE JETZT!“ Die Dienstmädchen bissen sich auf ihre Lippen.
Es war natürlich nicht genug, dass Lord Ascot seinen Sohn vor Schlamm triefend in den Salon bestellt hatte. „Bis auf weiteres wirst du das Haus nicht verlassen.“ „Aber Ange—“ „Keine Angela. Keine wahnwitzigen Expeditionen.“ „Das kannst du nicht ernst meinen!“ „Randall Ascot, auf dein Zimmer, jetzt.“ „Ich würde davor gerne noch etwas Essen, wenn es genehm ist!“ Die Wut in Randalls Stimme war kaum zu überhören. „Es ist nicht genehm. Geh.“

„Norwell. Norwell.“ Randall griff sich einen roten Stift vom Schreibtisch und zog ihn in einer schnellen Bewegung über die Wand, die normalerweise von einem weißen Vorhang bedeckt wurde, und verband seine neusten Erkenntnisse, die er sich durch die heutige Tour erworben hatte, mit denen der letzten Expedition mit Hershel. Er grübelte. Es schien zwar recht logisch, aber irgendetwas schien zu fehlen. Irgend ein kleines Detail, dass er übersehen hatte— es klopfte.
„Was willst du?“ Randall hatte keine Lust auf eine weitere Standpauke seines Vaters, bis aufs erste wollte er sich nur mit seinen Entdeckungen befassen, und sonst seine Ruhe haben.
„Herr Randall, ich bin es.“ Randall entspannte sich, als die Tür sich langsam öffnete. „Ach, Henry, du.“ Randall ließ sich in seinen Denksessel vor der beschriebenen Wand fallen. „Tut mir furchtbar leid dich da mit reingezogen zu haben. Ich hätte dich nicht bitten sollen mich zu decken, bestimmt hast du jetzt eine Menge Ärger am Hals.“ Henry schüttelte den Kopf und stellte einen Teller mit kalten Resten des Abendessens auf Randalls Schreibtisch. „Er ist nicht dahinter gekommen.“ Randall seufzte erleichtert. „Herr Randall, vielleicht sollten Sie ihre nassen Sachen ausziehen…“ Randall ignorierte diesen Vorschlag, nachdem der Duft des Essens zu ihm herübergeweht war und kniete sich stattdessen auf die Sitzfläche des Sessels, um über dessen Lehne spähen zu können. „Ist das das Abendessen?!“ Er schwang sich über die Lehne und ging zum Schreibtisch um Henry über die Schulter zu sehen, der dort gerade für ihn deckte. Er legte eine Hand auf dessen Schulter.
„Ich bin am Verhungern. Und ich habe deinen Proviant nicht eingepackt, ich hatte nicht mehr genug Platz im Rucksack.“ Henry dankte dem Himmel stumm dafür, dass Randall es überhaupt heil nach Hause geschafft hatte. „Das nächste Mal dann.“ Randall hatte schon begonnen, sich über das verspätete Abendessen herzumachen. „Vermuwbtlich.“ Murmelte er mit vollem Mund, noch halb in seinen Gedanken versunken. „Dawnke Henwy jedenfwalls.“


(ok wow das ist das erste mal dass ich was mit randall schreibe...ach ja sorry wegen des titels, das musste sein xD)
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