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The greater Good

von Thira
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Gellert Grindelwald Newt Scamander Percival Graves Porpentina "Tina" Goldstein Queenie Goldstein Seraphina Picquery
11.04.2017
19.07.2017
36
118.797
7
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11.04.2017 774
 
Seine Finger krallten sich um den brüchigen Stein und mit Mühe stemmte er sich in die Höhe. Er musste hier raus! Wie lange war er schon hier? Tage? Wochen? Monate? Warum hatten seine eigenen Leute ihn noch nicht gefunden? Sie waren fähig, sie sollten nicht so lange brauchen, um festzustellen, dass sein Platz verwaist war, schließlich lebte er fast in seinem Büro. Grindelwalds Stimmte klang wieder in seinen Gedanken wie süßes Gift, aber er wischte sie beiseite. Seine Leute suchten ihn! Vielleicht gab es gerade Wichtigeres. Er war nicht die erste Priorität, solang sie die Stadt sicher hielten, so lange sie ihre Arbeit taten. Dennoch, wie konnten sie einen Ort so umwoben mit Zaubern, mit schwarzer Magie übersehen? Wieso hatte ihn hier noch keiner entdeckt?
Die Frage nagte an ihm, wie ein langsamer Cruciatus Fluch, der immer tiefer sank, immer stärker wurde. Er war ein Meister dieser Steigerung. Percival zitterte unbewusst und wäre fast wieder hingeschlagen. Konzentration! Das sagte er den jungen Auroren immer, Konzentration und Schutz, sonst würden sie nicht einmal die Ausbildung überleben. Ein Husten entrang sich seiner Kehle, das einmal ein Lachen gewesen sein könnte. Und das kam ausgerechnet von ihm. Er war schließlich der, der am meisten von allen versagt hatte. Er hatte die Präsidentin beschützen sollen, die Zauberer, die Nicht- Magier. Er hatte Grindelwald durch halb Europa gejagt und hatte dann an einem Abend alles verloren. Mangelnde Konzentration.
Weiter, immer weiter. Langsam tastete er sich an der Wand entlang. Wo war die verdammte Tür? Es war dunkel in dem Raum, stockdunkel. Nicht einmal durch die Risse im Mauerwerk drang Licht. Diese Dunkelheit war nicht natürlich, er spürte die Zauber auf der Haut, doch es war kein angenehmes Gefühl, sondern ölig und schmierig, etwas was man intuitiv abwaschen wollte. Die Zauber waren dunkel und böse, voller Hass. Hätte Percival Graves noch etwas im Magen gehabt, er hätte es erbrochen.
Langsam stolperte er weiter. Er musste es schaffen aus dem Gefängnis ohne Magie zu entkommen. Das erste Mal, als Grindelwald ihn allein gelassen hatte, hatte er den Fehler gemacht Apparieren zu wollen. An manchen Orten war das nicht möglich: MACUSA, Ilvermorny und auch die anderen Magierschulen, so weit er gehört hatte, aber nirgends war das Ergebnis ein solches gewesen, sollte man es dennoch versuchen. Es war ein Gefühl gewesen, als hätte er sich gespleißt, immer und immer wieder, bis er nur noch aus Atomen bestand. Ein Schmerz, der ihn wimmernd auf dem Boden zurückgelassen hatte, schlimmer als jeder Cruciatus. Ein Gefühl, dass er immer erlebte hatte, sobald er versucht hatte zu zaubern, wobei er zudem  nur ohne den Zauberstab Magie einsetzen konnte. Grindelwald hatte ihm seinen Zauberstab abgenommen, sobald er ihn überwältigt hatte. Dass er ihn nicht zerbrochen hatte, sondern eingesteckt, hatte Percival verwirrt- jedenfalls am Anfang.
Er krallte sich am nächsten Vorsprung fest und zog sich weiter. Er war weiter gekommen, als sonst. Das erste Mal, als Grindelwald ihn dabei erwischt hatte, wie er fliehen wollte, hatte er ihn zurückgezerrt und dafür gesorgt, dass Flucht das Letzte war, woran er denken konnte. Er hatte an gar nichts mehr denken können, atmen war bereits schwierig genug gewesen. Atmen und überleben.
Weiter! Nicht denken, nur weiter. Er musste fort, bevor er zurückkam. Er musste fort! Bitte, lass mich fort sein, bevor er wiederkommt.
Seine Hände brannten. Blutig waren sie längst, Percival spürte den Schmerz schon nicht mehr, wenn er mit ihnen über das raue Gestein strich.  Als er endlich eine Klinke tastete, hätte er vor Erleichterung am liebsten geweint. Egal welcher Zauber sie verschloss, egal was er würde erdulden müssen, er musste es versuchen. Er musste es versuchen. Lieber starb er bei dem Versuch zu fliehen, als ihm noch einmal gegenüber zu treten. Würde, Graves, dachte er bitter. Sein Vater würde ihm zu Würde raten. Er riet sich dazu nicht bewusstlos zu werden, bevor er aus diesem Kerker endlich draußen war. Er wollte ein letztes Mal den Himmel sehen. Ob wohl noch Schnee lag?
Mit letzter Kraft drückte er die Klinke herunter und brach durch die Zauber, die ihn von der Außenwelt trennten. Heiße Nadeln stachen in seine Haut, ein Gefühl, als würde man bei lebendigem Leibe in ein Heer aus magischen Flammen geworfen, die einem das Fleisch von den Knochen leckten.  Percival schrie nicht einmal mehr, er hatte keine Kraft mehr. Keuchend fiel er auf das Pflaster, die Arme schützend  um sich geschlungen und kniff die Augen zusammen, als das Licht ihn attackierte wie ein Patronus den Dementor. Wie lange hatte er keine Sonne mehr gesehen?
Zitternd sog er die frische Luft ein und nun konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten, die ihm über die Wangen rannen. Frei!
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