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Das vergessene Kind

von Xhexania
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Lucian OC (Own Character) Selene Sonja
10.04.2017
29.05.2019
11
13.213
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13.07.2017 919
 
"Lucian..." haucht sie und dreht ihr Gesicht zu ihm, nun stechen die kristallblauen Augen den Lykaneranführer an, der nur knurrt und sie zu sich pfeift, nachdem er ihr seinen Mantel über die Schulter geworfen hat und sie diesen geschlossen hat. Dieser kleine Nachteil wenn man sich verwandelt. Dann klopft sie ihre Klamotten ab und geht auf den Mann mit den fordernden Blick zu. "Du Idiotin! Was sollte das! Du solltest warten!" knurrt er sie an und packt sie an den Haaren und zerrt sie hinter sich her, da erblickt sie das er nicht allein ist.
Hinter ihm steht Raze und ein anderer Gefolgsmann. Raze hat den entflohenen und nun bewusstlosen Vampir über der Schulter, was ihr Herz erleichtert aufschlagen lässt und sie sich die Tortur des Kerles ertragen lässt, bis sie wieder in der Kanalisation verschwunden sind. Nach dem sie einige Meter gelaufen sind biegen sie in das Versteck der Lykaner ab, in dem sie sich schon wieder prügeln wie Hunde und ihrem Alltag auch nach gehen. Lucian zischt die anderen an, dann gibt er seinen Leuten wegen dem Vampir noch Anweisungen, bevor er das Mädchen in einen anderen Tunnel zieht, zu einem Laborraum.

"Was hast du dir dabei nur gedacht?!" herrscht er sie an und gestikuliert wild mit seinen Armen, dabei wirft er ihr immer wieder vernichtende Blicke zu. "Da erlaube ich dir schon oft genug, dass du mit auf die Jagd kannst und dann machst du fast alles kaputt! Du sollst dich im Schatten halten! Überleg dir was passiert wäre wenn du verletzt worden wärst oder noch schlimmeres!" er kann seine Wut fast garnicht mehr zügeln und keucht stark, um sich unter Kontrolle zu behalten und das Mädchen nicht in seiner Lykanergestalt anzugreifen.

"Ich weiß... es tut mir leid Vater.." meint sie und ist sich nun der Konsequenzen bewusst geworden. Er drückt seine Stirn gegen ihre und flüstert:"Ich habe auf mein Leben geschwört dich zu beschützen."
Lucian seufzt und wirft ihr dann ein Bündel Klamotten zu:"Zieh dir was an und verschwinde dann. Ich will dich Heute nicht mehr sehen. Hoch mit dir!" er stützt seine Arme auf dem Labortisch ab und starrt darauf nieder, bis sie sich umgezogen hat und aufsteht. "Pass auf dich auf." meint er dann und sie nickt stummt, bevor sie den Raum und den Tunnel verlässt und durch die Gänge der Kanalisation wieder an die Oberfläche gelangt. Langsam bricht der Tag herein und sie steigt in eine der leeren U-Bahn. Ihr Kopf brummt und ihr Magen knurrt. Dieses junge Mädchen, gerade Mal 15 Jahren - zumindest wirkt sie so alt, ist jemand sehr ungewöhnliches. Sie ist weder Vampir, noch Werewolf. Dieses Mädchen ist etwas noch viel mächtigeres. Als die Bahn ruckartig hält zuckt das Mädchen auf, sie wurde aus ihrem leichten Schlaf gerissen und gähnend streckt sie sich, doch hält mit einem Schlag inne, als sie einen seltsamen Geruch wahrnimmt, sie dreht den Kopf und erblickt vor dem Eingang einen blonden, jungen Mann.

Sein geruch ist so vertraut und angenehm, doch sie muss aussteigen und starrt ihn durch das Fenster noch lange an, bis er ganz aus ihrem Sichtfeld verschwunden ist. Wer war das? Warum hat er so eine vertraute und familiäre Auswirkung auf sie?
Kopfschütelnd setzt sie ihren Weg fort und versucht das zu verdrängen, wohl nur ein dummer Zufall wie sie annimmt und freut sich eher darauf endlich wieder zu schlafen. Sie war nun tage bei ihrem Vater und unterhalb der Erde, da hat sie es gestrichen voll. Nun läuft sie flink durch ein etwas netteres Viertel, mit vielen hübschen Wohnblöcken, für Leute mit etwas mehr Geld oder angeseheneren Berufen und sie rennt schnur stracks die Treppe einem dieser nobleren Blöcke hinauf und öffnet dann die Tür mit der Schulter, wenn die Bewohnerin zu Hause ist schließt sie nie ab, wegen ihrem streunenden kleinen Hund, der jetzt eintritt.

"Ich bin zu Hause." meint sie müde und wirft die Tür hinter sich ins Schloss, bevor sie dann die Schuhe abstreift und die Wohnung betritt. Aus der Küche dringt schon die Radiomusik zu ihr vor und sie tappst sich über das Gesicht reibend zu der Frau, die dort summend am Herd steht.
"AH! Serenity! Da bist du ja endlich! Es gibt gleich Frühstück." meint die Frau mit den blonden, zurück gemachten Haaren und der rundglasigen brille auf der Nase, während sie dem Mädchen einen Teller auf den Tisch stellt, an den sie sich niedergelassen hat. "Morgen Megan..." meint sie gähnend und beginnt dann ihr Essen runter zu schlingen. Megan lächelt amüsiert und meint:"Ich gehe gleich zur Uni, bin am Nachmittag zurück, du schläfst bestimmt bis nach dem Mittag oder? Du weißt wie man kocht, also überlasse ich das dir, aber heute Abend frage ich dich wegen Deutsch und Russisch ab!" meint die junge Frau an das Mädchen gerichtet. Megan ist eine Menschenfrau, die das Mädchen bei sich beherbergt und ihr zusätzlich Unterricht gibt. Sie ist eine alte Freundin ihres Vaters.
Als diese sich dann verabschiedet macht sie noch ihre Hausarbeit und wirft sich dann auf die Couch um zu entspannen, kurz darauf ist sie bei irgendeiner Serie eingeschlafen und hat sich die Energie der letzten Nächte zurückgeholt, ein bad wäre auch noch eine Idee.

Das Blut und die Erinnerungen lassen sich leider nicht so schnell fortwaschen, in ihren Träumen wird sie von all dem geplagt und hat oft genug ihre sterbende Mutter vor Augen.
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