Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Zwei Geheimnisse, ein Mädchen

von IsiLupin
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Caboose Dinah Greaseball Hip Hopper OC (Own Character) Rusty
07.04.2017
23.05.2017
32
65.588
6
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.04.2017 1.606
 
-Im Voraus tut es mir Leidt (:D), wenn irgendwelche Rechtschreibfehler, ... auftauchen. Es schleichen sich einfach immer wieder welche ein, egal wie viel man Korrektur liest.-

Verschlafen drehte ich mich in meinem Bett um, so dass die Sonnenstrahlen mich nun Erbarmungslos im Gesicht troffen. Vorsichtig öffnete ich mein eines Auge nur einen Spaltbreit, um einen kurzen Blick auf den Digitalwecker zu werfen. Sechs Uhr dreißig. Die Sonne hatte mich eine halbe Stunde zu früh geweckt, aber schlafen konnte ich jetzt auch nicht mehr. Ich drehte mich zurück auf den Rücken und öffnete nun die Augen ganz, der Blick führte an die kahle Decke. In meinem Kopf ging ich den Tag durch. Schule bis drei, danach nach Hause, Hausaufgaben und später, wenn es etwas kühler sein würde, dann ein bisschen Rollschuhfahren. Ich hörte Geräusche von unten, meine Mutter musste schon wach sein und da ich eh nicht mehr schlaf stand ich auf. Ich streckte mich wodurch sich mein Diesel-Lok T-Shirt hoch schob und meinen Bauch frei gab. Nicht das es mich störte, ich war alleine und war auch schlank, dass T-Shirt hatte ich mir vor Jahren beim Bahnhofsfestival gekauft.
Mit schlürfenden Schritten verließ ich mein Zimmer und ging die Treppe runter. Ich wohnte mit meiner Mutter in einem kleinen älteren Einfamilienhaus in einer Mittelgroßen Stadt. Unsere Stadt war berühmt für ihre Eisenbahngeschichte. Unser Bahnhof war einer der ersten im Lande gewesen und war gut ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Tourismus kam wegen der Eisenbahn, kein Wunder denn wir hatten unsere eigenen Loks und Waggons und manchmal bekamen wir auch Neue. Manche waren für Touristenfahrten gedacht, andere waren normal in den Eisenbahnverkehr in der Region eingebunden.
In der alten Landhausküche war meine Mutter im gang das Frühstück zu machen und war leicht verwundert, als ich den Raum betrat. „Du bist schon wach?,“ fragte meine Mutter verwirrt und drehte ihren Kopf vom Herd einen Moment weg. Müde setzte ich mich an den Tisch und stemmte den Kopf auf meine Arme. Mit einem Gähnen antwortete ich:“ Die Sonne hat mich geweckt.“
Mit einem aufmunternden Lächeln drehte sich meine Mutter wieder um, sie machte Rühreier.
Keine fünf Minuten später stand ein Teller mit den Eiern und Toast vor mir und ich aß es auf.
Meine Mutter setzte sich mich gegenüber, sie musterte mich von oben bis unten. Schließlich war ich verdammt müde und projektierte das auch nach außen hin.
„Willst du das alte T-Shirt nicht mal weggeben?,” fragte sie plötzlich zwischen zwei Bissen. Ich schaute sie einen Moment entgeistert an, bis ich erwiderte:“ Nein, es passt noch und es stört mich beim schlafen nicht, wenn es meinen Oberkörper frei gibt. Im Sommer ist es sehr praktisch.“ Sofort machte meine Mutter eine beschwichtigende Handbewegung. „Es ist alles in Ordnung, Hannah,“
Als ich aufgegessen hatte, stelle ich den Teller in die Spüle und ging wieder hoch in mein Zimmer. Aus meinem Schrank kramte ich eine lockere Hemdbluse und eine Jeansshorts, ehe ich im Badezimmer verschwand.
Haare zum Dutt und unten zog ich meine Sandalen an. Meinen Rucksack holte ich aus dem Wohnzimmer und bevor ich aus dem Haus ging, reichte mir meine Mutter vom Küchentürrahmen meine Brotdose und Trinkflasche für die Schule.
Dadurch dass ich früher aufgestanden war, war es eigentlich noch zu früh zur Schule zu gehen. Langsam schlurfte ich durch die Straßen und statt den kürzesten Weg durch den Stadtpark zu nehmen, bog ich Richtung Bahnhof ab. Der Bahnhof war mein Lieblingsort, vielleicht deswegen, weil meine Mom dort den Lokführer kennenlernte der mein Vater wurde oder, weil ich mich dort meinem Vater sehr nahe fühlte, nach dem er schon recht früh bei einem Unfall verstorben war, als ich gerade mal zwei Jahre alt war. Doch heute Morgen ging ich dort ausschließlich hin, weil es am Kiosk den besten fruchtigsten Kaugummi gab den die Welt kannte.
Ich kaufte mir gleich drei Schachteln und als ich bezahlte fiel mir eine komische Gestalt auf.
Es war ein junger Mann, er trug eine schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt über das er eine rot-schwarz gestreifte Weste trug. Auf seinem Kopf hatte er eine rot-schwarze Kappe. Es ähnelte stark einem alten Schaffner. Was mich total verwirrte war, dass der junge Mann verschwörerisch um die Ecke zu den Gleisen lukte.
Ich dachte mir es war nur ein üblicher Spinner und verließ ohne einen weiteren Gedanken das Bahnhofsgebäude.
Sofort steckte ich mir einen Streifen des Kaugummis in den Mund und ging weiter. Das alte Schulgebäude des Gymnasiums was ich besuchte, kam immer näher und langsam verschlechterte sich meine Laune. ‚Nur noch drei Wochen, dann sind Ferien, dann musst du Herrn. Lloyd nicht mehr sehen, ‘ redete ich mir ein. Herr Lloyd war mein Englischlehrer und war gleichzeitig auch der Strengste der ganzen Lehrerschaft, bei ihm durfte man nicht mal ernsthaft erwähnen, dass sein Nachname ein Vorname war.
Ich war immer noch sehr früh da, weswegen ich mich draußen auf die Bemauerung um einen alten Eichenbaum setzte. Warum man ein Blumenbeet mit einer Steinbegrenzung rund um einen Baum baute verstand ich seit acht Jahren nicht.
Zum Glück waren auch schon andere Schüler da, nur vereinzelt.
Langsam jedoch trudelten die Massen ein. Ich schaute zum Schultor, ob meine Freunde auch schon kam und da sah ich erneut eine komische Gestalt. Er war etwas älter, als der Mann im Bahnhof und trug dunkle Jeans mit einem weißen T-Shirt und einer Lederjacke. Durch seine Haare ähnelte er Elvis und wäre Paulina jetzt hier, dann hätte sie etwas gerufen wie: Der King! Er lebt! Elvis trug eine Sonnenbrille und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er mich beobachten würde. Mit jeder Sekunde fühlte ich mich ein weniger unwohl, so dass ich versuchte ihn nicht mehr zu beachten. Um so glücklicher war ich als Paulina und Jess durch das Tor gingen. Euphorisch stand ich auf und schwang den Rucksack über meine Schultern. Ich ging meinen Freundeinnen entgegen und als wir uns gegenüberstanden umarmten wir uns kurz. Mit einem Blick über Jess Schulter schaute ich in Richtung Elvis doch er war nicht mehr da. Mit einem komischen Gefühl fragte ich meine Freunde:“ Habt ihr gerade dieses Typen am Schulzaun gesehen?“ Paulina und Jess sahen mich an, ehe sie mit verwirrten Blicken ihre Köpfe schütelten. Paulina drehte sich auch um Richtung Eingang, aber Typ war ja nicht mehr da. „Er sah aus wie Elvis,“ erklärte ich und versuchte das Thema mit einem kurzen Lacher zu wechseln.
„Und was habt ihr am Wochenende vor?,“ fragte Jess als wir die Treppen zur Schule hochstiegen. „Ich werde Sauerstoff und Glukose umwandeln in Kohlenstoffdioxid und Wasser,“ meinte Paulina und ich schaute meine Freundin leicht verstört an, doch Jess ging auf diesen biologischen Kommentar nicht weiter ein und drehte ihren Kopf zu mir. Mit einem Schulterzucken sagte ich:“ Ich werde im Shop meiner Mutter arbeiten, denk ich.“
„Du verbringst zu viel Zeit auf diesem Bahnhof,“ erklärte Paulina doch ich meinte nur:“ Wir sind eine Eisenbahn verrückte Stadt, außerdem ist es besser als zu Atmen.“
Paulina sah mich gespielt beleidigt an, doch bevor sie kontern konnte zog uns Jess an den Händen in den Raum.
Wir nahmen unsere Plätze ein und räumten unsere Sachen auf den Tisch. „Mit diesem Diesellok-Schlüsselanhänger bekommst du nie einen Freund,“ kommentierte Jess als ich die Federtasche an der das Ding baumelte auf den Tisch packte. „Als würde dieser Schlüsselanhänger es ausmachen,“ meinte ich desinteressiert. „Der Schlüsselanhänger erinnert mich an die Zug Art, die mein Vater gefahren hat.“ „Du kennst deinen Vater nicht mal,“ erwiderte Jess und wurde prompt von Paulina geschlagen, welche aufgebracht zischte:“ Das kannst du nicht sagen.“
Ich sagte nichts weiter, sondern verschränkte nur die Arme vor meinem Oberkörper und wartete, dass die Uhr den Stundenbeginn anzeigte.
Während des Unterrichts hörte ich mal zu oder redete mit meinen Freunden innen. Vor allem der Musikunterricht bei Herrn. Bergenkallen lud förmlich ein abzuschalten. ‚Noten haben Gefühle, ja klar und Züge werden lebendig!’ dachte ich mir meinen Beitrag zum Unterricht.
Als das drei Uhr klingeln uns zeigte, dass der Schultag zu Ende war sprangen gefühlt alle Schüler gleichzeitig auf und verließen die Schule. Während sich Jess schon am Eingang von uns verabschiedete, weil sie in einer ganz anderen Richtung wohnte, gingen Paulina und ich noch einige Straßen zusammen. Dieses Mal nahm ich den kürzesten Weg nach Hause, dazu spendeten mir die Bäume Schatten. Am liebsten wäre ich eine Ente im Parkteich gewesen, aber Wärme war besser als Kälte.
Als ich an einer Parkbank vorbeikam, sah ich ein Mädchen mit blonden kurzen Haaren und einem hellblauen Petticoat-Kleid. Die Fünfziger waren zurück. Das Mädchen knutschte mit ihrem Freund und als ich sah wer der Kerl war, wäre ich fast stehen geblieben. Es war Elvis von heute morgen und in dem Moment wo ich ihn anstarrte öffnete der Kerl seine Augen. Erst sah ich einen verwirrten Blick, dann einen ‚Geh weiter lass uns in Ruhe-Blick’ und dann einen schockierten. Der Typ brachte mich aus der Fassung und deswegen ging ich ganz schnell weiter. Ich drehte mich kurz um, als ich aus dem Park raus war, nur um sicher zu gehen, dass er mir nicht gefolgt war.

Zu Hause war ich alleine, meine Mutter war noch in ihrer Touristenfalle im Bahnhof, wie ich ihren Shop nannte, was mir Zeit für mich gab. Bei den komischen Leuten heute, dem Wetter und der Schule war das auch dringend notwendig.
Am Abend überlegte ich kurz, ob ich wirklich noch raus wollte, nicht das mir Elvis noch einmal begegnete und mich dieses mal vielleicht auch noch ansprach. Zuletzt gab ich mir einen Ruck und zog mir Sportklamotten, die Schoner und meine Skates an und verließ das Haus. Eine Runde zum Bahnhof und Park würde mir guttun.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast