Toranis

GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P12
06.04.2017
18.06.2017
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Parzival und Jonathan


Es war sehr warm, und nahezu alle Kinder in der Klasse hörten ihrem Lehrer schon lange nicht mehr zu, sondern warteten nur noch auf das erlösende Läuten der Schulglocke, das nicht nur den Schultag, sondern das ganze Schuljahr beenden und die lang ersehnten Ferien eröffnen würde. Auch Parzival Perigonus konnte es kaum erwarten, endlich aus dem Klassenzimmer entlassen zu werden. Immer wieder blickte er sehnsüchtig aus dem Fenster und schaute in den klaren, blau-violetten Himmel hinein, wobei er froh war, daß sein Platz zumindest im Schatten lag.
Endlich ertönte die Schulglocke und befreite alle Mädchen und Jungen - zumindest für 51 Tage. Die meisten Schüler sprangen nun von ihren Plätzen auf und rannten hinaus, lediglich diejenigen, die schlechte Abschlußnoten bekommen hatten, erhoben sich nur langsam - vermutlich, da ihre Vorfreude auf die freien Tage von der Furcht vor elterlichen Bestrafungen übertönt wurde. Solche Sorgen mußte Parzival sich nicht machen, da er in fast allen Fächern gut abgeschnitten hatte, und so hatte auch er es eilig, das Schulgebäude zu verlassen und stürmte förmlich hinaus.
Sobald er ins Freie trat, verlangsamten sich seine Schritte merklich, denn es war viel zu warm, um nach Hause zu rennen. Der Ortensus stand hoch am Himmel, und obwohl er nur als winzige bläuliche Scheibe, die kaum mehr als ein Punkt zu sein schien, zu sehen war, leuchtete er dermaßen hell, daß Parzival zunächst seine Augen mit der Hand ein wenig beschattete, bis er sich an das blendende Licht gewöhnt hatte. Doch auch, nachdem er seine Hand wieder zurückgezogen hatte, vermied er es sorgfältig, direkt in den Ortensus zu schauen – nur ein Verrückter hätte dies ohne eine spezielle Schutzbrille getan.
Während er durch die Gassen der Stadt Prigotia lief, dachte er noch ein wenig über seinen Heimatplaneten Toranis und den blau-weißen Stern, der diesen beleuchtete, nach, denn Parzival interessierte sich für alles, was mit den Sternen und dem Weltraum zu tun hatte, und so wußte er auch, daß Toranis von allen 48 Planeten, die vor Jahrtausenden von Menschen besiedelt worden waren, derjenige war, der den hellsten Stern umlief; außerdem brauchte Toranis auch besonders lange, um den Ortensus zu umrunden: ein Zyklus dauerte ziemlich genau vierzig Erdjahre (das Erdjahr diente auf allen Planeten als eine gemeinsame Zeiteinheit, und wenn jemand von einem „Jahr“ sprach, so meinte er das Erdjahr, während dagegen die Umlaufzeiten der einzelnen Planeten allgemein als „Zyklen“ bezeichnet wurden), so daß jede Jahreszeit auf dem Toranis zehn Jahre dauerte. Parzival, der vor einer Woche zwölf Jahre alt geworden war, war am Ende eines astronomischen Winters geboren worden und hatte bislang nur den Frühling in voller Länge erlebt, während der Sommer gerade erst vor anderthalb Jahren begonnen hatte und noch am Anfang stand.
Parzival war froh, daß wenigstens eine leichte Brise aufgekommen war, denn er empfand den Wind, der kühlend um seine bloßen Oberschenkel strich, als sehr angenehm. So lange er in den Nebenstraßen unterwegs war, begegnete er nur wenigen Menschen; das änderte sich, als er in die Hauptstraße einbog. Hier kamen ihm zahlreiche Passanten entgegen, die vermutlich auf dem Weg zum Bahnhof waren, der in der Nähe lag; Parzival nahm an, daß viele unter ihnen waren, die zum Weltentor in der Mitte der Stadt fahren wollten. Seine Eltern hatten schon öfters das Weltentor benutzt, um andere Sternensysteme zu besuchen; er selbst dagegen hatte Toranis noch nie verlassen. Die Weltentore faszinierten ihn; sie waren Monumente des ungeheuren Erfindungsreichtums der Urahnen, die einst die Erde verlassen und ferne Planeten zunächst bewohnbar gemacht und dann besiedelt hatten; auch Toranis war noch vor einigen Jahrtausenden eine unbelebte Welt gewesen. Heutzutage wäre niemand mehr in der Lage gewesen, ein neues Weltentor zu bauen, nicht einmal die Torwächter, die aus den Reihen der Elektromagier stammten; sie waren zwar in der Lage, die Tore in Betrieb zu halten und zu warten, doch das Wissen, das für den Bau eines Tors erforderlich gewesen wäre, besaßen nicht einmal sie – es war im Verlauf des großen Kriegs gegen die Maschinen, oder vielleicht auch kurz danach, verlorengegangen. Es kam Parzival sonderbar vor, daß man zwar ganz bequem Planeten, die etliche Lichtjahre entfernt waren, besuchen konnte, daß aber die beiden Monde von Toranis zumindest gegenwärtig in unerreichbarer Ferne lagen; und doch war es so, denn es gab keine Weltentorverbindung zu einem der beiden Monde, und die modernsten Transportmittel, die für Reisen auf Toranis selbst benutzt wurden, waren die Eisenbahn und das Luftschiff.
Sein Weg führte ihn jedoch vom Bahnhof weg und zum Marktplatz hin. Dort herrschte momentan ein großes Gedränge, obwohl kein Markttag war; als Parzival den Platz erreicht hatte, erkannte er, was der Grund für das allgemeine Interesse war – eine Politikerin, die für die anstehenden Senatswahlen kandidierte, hielt gerade eine flammende Rede, in der sie den amtierenden Senator als vollkommen unfähig bezeichnete. Solche Veranstaltungen gab es nur auf wenigen Planeten, denn auf den 41 Planeten, die zum interstellaren Kaiserreich gehörten, fanden keine Wahlen statt; einen Senat gab es zwar auch im Kaiserreich, doch die Senatoren wurden vom Kaiser ernannt. Die Bewohner von Toranis dagegen waren sehr stolz auf ihre Republik, in der alle freien Erwachsenen an den Wahlen teilnehmen durften (während Sklaven natürlich kein Wahlrecht besaßen).
Die Politikerin sprach vor allem von Steuersätzen und ähnlichen Dingen, die Parzival nicht besonders interessierten. Er ging in einem recht weiten Bogen um die zahlreich versammelten Zuhörer herum, da er vermeiden wollte, daß ihm jemand aus der Menschenmenge versehentlich auf die nackten Zehen trat - wie nahezu alle Kinder und auch die meisten Jugendlichen auf Toranis (von einigen kühleren, allerdings ohnehin nur sehr dünn besiedelten Landstrichen einmal abgesehen) lief auch Parzival während des Frühlings und des Sommers fast immer barfuß – Schuhe trug er ebenso selten wie widerwillig.
Er war froh, als er den Marktplatz hinter sich gelassen hatte, denn sein weiterer Weg führte ihn wieder durch wenig belebte Seitenstraßen. Ungefähr eine Viertelstunde später erblickte er das hellgrün gestrichene Haus mit dem ockerfarbenen Dach, in dem er zusammen mit seinen Eltern und Jonathan lebte, und als er die Pforte des von einem weißen Zaun abgegrenzten Gartens öffnete, bemerkte er im Garten Jonathan. Jonathan war nur geringfügig jünger als Parzival (in zehn Tagen würde auch er zwölf werden) und lebte seit ungefähr einem Jahr mit Parzival und seinen Eltern zusammen. Herr und Frau Perigonus hatten sich schon lange gewünscht, einen Sklaven zu besitzen, der ihnen ein wenig von der oftmals lästigen Haus- und Gartenarbeit abnahm; außerdem galt es auf Toranis (wie auch auf den Planeten, die zum Kaiserreich gehörten) als vornehm und ein Zeichen von Wohlstand, einen Haussklaven zu halten. Als Parzivals Großmutter im vorigen Jahr gestorben war, hatte Herr Perigonus ein wenig Geld geerbt und umgehend beschlossen, seinen langgehegten Wunsch in die Tat umzusetzen; so war er bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zum Sklavenmarkt gezogen und hatte Jonathan mitgebracht. Parzival war froh, daß Jonathan im Haus war, und dies durchaus nicht nur aus dem Grund, daß Jonathan jetzt viele Aufgaben übernommen hatte, für die früher Parzival zuständig gewesen war; vielmehr verstand er sich sehr gut mit Jonathan und betrachtete ihn insgeheim gar nicht so sehr als Sklaven, sondern eher als den Bruder, den er zu seinem Bedauern nie gehabt hatte. Jonathan war immer freundlich, wenn auch recht zurückhaltend und hatte sich noch nie über sein Schicksal beklagt. Wenn sie einmal beide nichts zu tun hatten (was leider nicht so oft vorkam), spielte Parzival gern mit ihm im Freien, wobei Jonathan sich im Verlauf des letzten Jahres als hervorragender Spielgefährte erwiesen hatte. Zugleich war er aber auch ein interessanter Gesprächspartner, denn Jonathan war ausgesprochen wißbegierig: er hatte früher einem Gelehrten gehört und sich vor allem um dessen private Bibliothek gekümmert, wobei er im Laufe der Jahre etliche Bücher seines damaligen Herren gelesen hatte; doch auch in seiner neuen Umgebung nutzte er jede Möglichkeit zum Lesen, und er interessierte sich immer brennend dafür, was Parzival in der Schule gelernt hatte. Dies kam auch Parzival zugute, denn oft merkte er erst dann, wenn Jonathan ihn mit seinen Fragen löcherte, ob er irgendwelche Dinge, die in der Schule durchgenommen worden waren, auch wirklich verstanden hatte. Als wirklich bewundernswert empfand Parzival aber, wie gut Jonathan sich im Dritten Testament, der heiligen Schrift des Neochristentums, auskannte; wenn sie einmal über das Dritte Testament sprachen, dann war in aller Regel Parzival derjenige, der Fragen stellte, während es Jonathan war, der die Antworten wußte.
Parzival ging in den Garten hinein, schloß die Pforte und näherte sich Jonathan. Im Gegensatz zu Parzival, der blondes Haar und blaue Augen hatte, war Jonathans Haar nußbraun, und seine Augen waren grün. Jonathan war etwas kleiner als Parzival, dafür aber ein wenig muskulöser als dieser. Die Kleidung der beiden Jungen ähnelte sich: genau wie Parzival trug auch Jonathan ein Hemd mit kurzen Ärmeln und kurze Hosen, wobei seine Kleider allerdings aus etwas gröberen Stoffen gefertigt waren als die Parzivals, und natürlich lief auch Jonathan barfuß.
Im Augenblick war Jonathan damit beschäftigt, auf einem breiten Streifen vor dem Westzaun die Erde umzugraben, denn Frau Perigonus wollte - nicht zum ersten Mal - ihren Garten ein wenig umgestalten. Parzival bemerkte, wie Jonathan schwitzte, und er beschloß im Stillen, ihm demnächst mal wieder etwas von seinem Taschengeld abzugeben. Er tat dies öfters; selbst die gelegentlichen Ermahnungen seiner Eltern, Jonathan nicht zu sehr zu verwöhnen, konnten ihn auf Dauer davon abhalten, denn zum einen war er der Ansicht, daß Jonathan solche kleinen Zuwendungen mehr als verdient hatte, und außerdem war er immer neugierig, wofür Jonathan das Geld, das er ihm bisweilen zusteckte, wohl ausgeben würde: in den meisten Fällen suchte Jonathan dann, sobald er die Zeit dafür hatte, ein Antiquariat auf und kehrte mit einem Buch zurück. Einige Male hatte er Jonathan auch schon kleine Geschenke gemacht: so hatte er ihm vor einigen Monaten eine dünne Decke geschenkt, damit Jonathan sich des Nachts zudecken konnte.
Jonathan war so mit seinem Tun beschäftigt, daß er Parzivals Kommen noch gar nicht bemerkt hatte. An seinem linken Arm glitzerte im grellen Licht des Ortensus ein metallenes Armband; ein solches Armband trugen alle Sklaven auf Toranis. Es diente zum einen als allgemeines Erkennungsmerkmal, hatte aber noch weitere Funktionen, die Parzival jedoch nicht im einzelnen bekannt waren.
„Hallo Jonathan“, sprach er endlich Jonathan an.
„Seid gegrüßt, Herr Parzival“, erwiderte dieser. Als Jonathan noch neu im Haus der Familie Perigonus gewesen war, hatte er Parzival immer als „Herr“ anreden wollen, während Parzival es vorgezogen hätte, schlicht mit seinem Vornamen angesprochen zu werden. Sie hatten sich schließlich als Kompromiß auf die Anrede „Herr Parzival“ geeinigt, mit der sie beide gut leben konnten.
„Wie lange arbeitest du denn heute schon im Garten?“
„Seit dem frühen Vormittag, Herr Parzival. Erst einmal war ich damit beschäftigt, alle Pflanzen ausgiebig zu wässern, und seit ich damit fertig bin, bin ich am Umgraben.“
„Ich hoffe, du hast dich wenigstens ab und zu ausgeruht und mal in den Schatten gesetzt?“
„Zweimal.“
„Das ist ja nun nicht gerade oft. Aber eigentlich wollte ich dich noch etwas anderes fragen: hättest du Lust, nachher mit mir ins Planetarium zu gehen? Da gibt es am späten Nachmittag wohl einen recht interessanten Vortrag, den ich mir anhören wollte.“
„Ich käme schon gern mit“, meinte Jonathan ein wenig traurig, „aber ich glaube kaum, daß ich bis dahin mit dem Umgraben fertig bin.“
Parzival war verstimmt. Mußte Jonathan unbedingt heute damit fertig werden? Vielleicht hatte seine Mutter ein Einsehen und ließ sich umstimmen. Daher fragte er: „Ist meine Mutter zu Hause?“
„Nein, Herr Parzival, nur euer Vater, und der ist gerade in seinem Arbeitszimmer beschäftigt und untersucht irgendwelche Roboterteile. Eure Mutter ist in der Stadt unterwegs und wird wohl erst am Abend nach Hause kommen.“
„Das nützt uns nichts“, stellte Parzival ernüchtert fest. Sein Vater war Archäologe und beschäftigte sich besonders mit dem Krieg gegen die Maschinen, und es wäre nicht nur vergeblich, sondern sogar höchst unklug gewesen, ihn zu stören, während er gerade in seinem Arbeitszimmer irgendwelche Überreste von Robotern erforschte, denn dann war er praktisch nicht ansprechbar. Das Arbeitszimmer seines Vaters war auch der einzige Raum im Haus, den Parzival nicht betreten durfte, es sei denn, er wurde ausdrücklich dazu aufgefordert – doch selbst wenn dies geschah (und es geschah äußerst selten), durfte er nichts darin berühren.
Parzival bedachte die Lage. Es gab offenbar keine Möglichkeit, seine Eltern dazu zu bringen, Jonathan von seiner momentanen Arbeit zu befreien, und es war andererseits nicht ratsam, daß sie nun einfach loszogen, ohne sich um die Anordnungen von Parzivals Mutter zu kümmern – Jonathan würde dann bestimmt bestraft werden, und vermutlich auch Parzival. Plötzlich hatte er eine Idee, und sie war so naheliegend, daß er sich fragte, warum er nicht gleich darauf gekommen war. So sagte Parzival nun begeistert: „Ich weiß, was wir machen. Ich helfe dir beim Umgraben. Dann sind wir rechtzeitig fertig und können anschließend ins Planetarium gehen.“
„Aber Herr Parzival, das ist doch keine Arbeit für euch“, widersprach Jonathan.
„Unsinn!“ sagte Parzival entschieden, und mit einem breiten Grinsen fügte er hinzu: „Was meinst du wohl, wie oft ich im Garten geholfen habe, bevor du zu uns gekommen bist? Es wird mir ganz gut tun, wenn ich auch mal wieder ein wenig hier tätig werde.“
„Na gut, wenn ihr meint...“, erwiderte Jonathan, der immer noch nicht so recht überzeugt zu sein schien.
„Ich gehe nur mal kurz ins Haus“, erklärte Parzival, „lege meine Schulsachen ab und ziehe mir ein anderes Hemd an; dieses ist zu gut, um es womöglich im Garten zu beschmutzen.“
Ohne weitere Zeit zu verlieren, lief Parzival in das Haus hinein, stürmte die Treppe hinauf, wobei die Stufen entsetzlich knarrten, und begab sich in sein Zimmer; dort angekommen, feuerte er seine Schultasche in die Ecke, streifte dann das silbrig-grüne Hemd, das er trug, ab und suchte sich stattdessen ein bräunliches, etwas robusteres heraus, das dem Hemd, das Jonathan gerade trug, ähnelte. Anschließend eilte er in gleicher Geschwindigkeit zurück zu Jonathan, holte sich im Schuppen einen Spaten und begann sofort mit der Arbeit. Parzival ging mit großem Eifer vor, den er bei früheren Gelegenheiten, wenn seine Eltern ihn mit Tätigkeiten im Garten beauftragt hatten, kaum einmal gezeigt hatte; aber diesmal hatte er es eilig, fertig zu werden. Schon bald schwitzte er nicht weniger als Jonathan, und da sie beide so fleißig zu Werke gingen, waren sie erfreulich schnell fertig.
„So, dann können wir ja los“, sagte Parzival, der es eilig hatte, aufzubrechen, da er vermeiden wollte, daß womöglich sein Vater aus seinem Arbeitszimmer herauskam und sich noch einen neuen Auftrag für Jonathan einfallen ließ.
„Aber wir sollten uns noch ein wenig säubern, Herr Parzival“, wandte Jonathan ein, „und vielleicht auch nochmals umziehen...“
„Da hast du allerdings völlig recht“, gab Parzival zu. „Zunächst einmal sollten wir unsere Füße ein wenig abspülen, bevor wir ins Haus gehen. Meine Mutter sähe es bestimmt nicht gern, wenn wir jetzt ins Haus hineingingen und unsere Abdrücke hinterließen...“
Er hatte kaum ausgesprochen, als Jonathan auch schon mit dem Gartenschlauch ankam und zunächst seine eigenen Füße mit dem reinigenden Wasser besprengte; dann kam Parzival an die Reihe. Anschließend gingen sie ins Haus, wuschen auch ihre Oberkörper ein wenig und zogen sich anschließend frische Hemden an; Parzival entschied sich für ein gelbes, Jonathan wählte ein hellblaues, das gut zu der kurzen blauen Hose paßte, die er anhatte.
Sie standen schon an der Gartenpforte, als Jonathan besorgt fragte: „Sollten wir nicht doch lieber eurem Vater Bescheid sagen? Ich habe irgendwie kein gutes Gefühl dabei, einfach so das Haus zu verlassen...“
„Was spricht dagegen?“ entgegnete Parzival. „Die Arbeiten, die du machen solltest, hast du gemacht. Aber wenn es dir lieber ist, schreibe ich noch einen Zettel und lege den für meine Eltern ihn. Ich werde einfach schreiben, daß ich dir befohlen habe, mit mir ins Planetarium zu gehen – wenn sie dann doch nicht einverstanden sind, bin wenigstens ich schuld und nicht du.“
„Und dieses Risiko wollt ihr auf euch nehmen?“
„Für dich immer!“
Parzival kehrte noch einmal ins Haus zurück, bekritzelte dort ein Stück Papier mit einer kurzen erklärenden Mitteilung an seine Eltern und begab sich dann wieder ins Freie, wo Jonathan ihn schon erwartete.
„Dann kann's losgehen“, sagte Parzival vergnügt, und die beiden Jungen machten sich auf den Weg.
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