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Die Ultra-Smash Akademie

von L3mmi05
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Master Hand OC (Own Character)
06.04.2017
12.07.2017
4
3.677
 
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4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
12.07.2017 1.215
 
Die erste Theoriestunde:

Swords Sicht (verfasst von TMW):

 Langsam fuhr ich mit dem Stift über das Papier. Mit jedem Strich, den ich hinzufügte, begann die Skizze dem Bild an der Tafel zu ähneln. Entspannt atmete ich aus. Gerade erfuhr ich eine ganz andere Art von Unterricht; und ich kann bereits jetzt nach einer Stunde sagen, dass dieser hundert, ach, sogar unendlich Mal besser war als der von Herrn Ganondorf. Wir hatten Theoriestunde bei einem meiner Meinung nach besten Lehrer, nämlich bei Herr Luigi.

Ich grinste leicht, während ich meinen Blick durch die Klasse schweifen ließ. Die Leute vom Schlägertrupp, die mich gleich am Tag meiner Anreise vermöbelt hatten, hatten wohl blau gemacht. Jedenfalls waren sie nicht anwesend, was ich weniger bedauerte, sondern auch zukünftig begrüßte. Vor allem auf Gelbkappe war ich nicht scharf. Schließlich könnte ich bei einem nächsten Zusammentreffen nicht mehr so glimpflich davonkommen wie letztens. Aber ich war allein, ein perfektes Opfer also. Ja, ich hatte es bis jetzt wirklich noch nicht geschafft, einen Freund für mich zu gewinnen. Im Gegenteil glaubte ich sogar, dass ich der Einzige ohne war. Obwohl es da schon eine Person gab, die ich gerne näher kennengelernt hätte. Ich spreche hierbei von der Person, die mich vor dem Schlägertrupp bewahrte. Aber ich weiß ja nicht einmal seinen Namen… Mein Zimmerkollege war auch nicht einer von der gesprächigen Sorte. Er schien zwar nicht schüchtern, aber er war ständig mit irgendeinem Mädchen unterwegs – wunderschöne blonde Haare, große, attraktive Augen… sie war schon ganz niedlich. Das Einzige, was ich über ihn herausfinden konnte war, dass er Link hieß und sich im Schlaf hin und her wälzte – und das kann schon nerven, wenn man unter dieser Person schlafen musste.

Ich blickte zur Seite und musterte den freien Platz neben mir, bevor ich kaum hörbar seufzte. Ich musste mir bald Freunde suchen, damit mich sowohl der Schlägertrupp als auch meine eigene Frustration in Ruhe lassen würden. Mit dem Bleistift tippte ich auf der Tischplatte herum; ganz leise natürlich, denn Herr Luigi mochte größere Lautstärke nicht. Dann wurde er nervös, verlor sein Lächeln allerdings nie. Es gab ja immer verschiedene Arten von Lehrern. Herr Ganondorf war klar einer von denen, der seinen Frust an den Schülern ausließ, um sich selbst Befriedigung zu beschaffen und sich machtvoll zu fühlen. Herr Luigi wiederum mochte das Unterrichten und wagte sich deshalb in eine Klasse voller Schüler. Offensichtlich war er es nicht gewohnt, vor so vielen frei zu sprechen, weshalb die Ruhe der anwesenden Kinder notwendig war, um unserem Lehrer die nötige Sicherheit zu geben. Wenn diese Dummschädel von Schlägern hier wären, würde daher wohl der ganze Unterricht eskalieren.

 

„Nun, kann mir jemand erklären, wie er in einer solchen Situation handeln würde“, hörte ich Herr Luigi die Klasse fragen. Dabei wies er auf das Tafelbild. Unter meinen Mitschülern blieb es still. Ich hatte die vorherigen Minuten mit einem inneren Monolog verbracht, weshalb ich nicht genau wusste, was der Lehrer von mir wollte. Daher beobachtete ich die Reaktion der anderen; der beste Moment, um euch – liebe Leser – meine Klassenkameraden vorzustellen. Also, verbleiben wir mal bei denen, die ich kenne. Da wären zuerst Link und seine Freundin. Sie hatten sich gemeinsam in die erste Reihe an die Türseite gesetzt und schienen sich gerade etwas Witziges zuzuflüstern. Zumindest versuchte sich das Mädchen ein lautes Lachen zu verkneifen. Schräg gegenüber auf der Fensterseite zweite Reihe hatten sich zwei blauhaarige Jungen einen Tisch gebunkert. Der größere von beiden, der mit seinen Füßen weder stillhalten noch es vermeiden konnte aus dem Fenster zu schauen, anstelle dem Unterricht zu folgen, hieß Ike. Zumindest vermutete ich das mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, denn wen sollte der Lehrer sonst höflich auffordern, dem Unterricht etwas mehr Beachtung zu schenken. Ikes Nebensitzer schien im Gegensatz zu diesem eher schmächtig und besaß eine hohe Konzentrationsfähigkeit, die er wohl auch wegen seines Banknachbarn brauchte. Außerdem war er auch derjenige, der die heutige Theoriestunde zum Laufen brachte; er meldete sich ständig und gab präzise und vor allem richtige Antworten. Sein Name war… verdammt, den habe ich vergessen. Aber bestimmt beantwortete er gleich Herrn Luigis Frage, dann konnte ich seinen Namen in Erfahrung bringen. Die restlichen Schüler kannte ich nicht. Tut mir wirklich leid, aber wie gesagt, habe ich bis jetzt keine wirklichen Banden geschlossen.

 

Herr Luigi schaute durch die Reihe, bis er schließlich eine erhobene Hand erblickte. Ein erleichtertes Lächeln ließ seine Lippen zucken. „Ja, Marth.“

 

Marth, so hieß dieser Blauhaarige! Aber nun weiter im Text. Der Junge stand auf und schritt zur Tafel vor. Dann wies er auf die Skizze.

„Wie man auf der Zeichnung bereits erkennen kann ist das Kampffeld in zwei Ebenen unterschiedlicher Höhe eingeteilt“, erklärte der Blauhaarige sachlich, „Wenn wir annehmen, dass die zu Angreifenden sich auf der tieferen Ebene befinden bietet die Höhere uns einen Angriffsvorteil. Die Umgebung, in unserem Fall eine neu renovierte Villa, bietet hierbei auch verschiedenen Gegenstände, die genutzt werden können. Je nach Waffenart, die man führt, wäre der Kronleuchter bei den meisten Begebenheiten eine gute Option. Durch einen präzisen Sprung wäre es von der höheren Ebene möglich, diesen zu erreichen und von dort einen Angriff zu starten. Die Folge wäre, dass die Gegner von der plötzlichen Überraschung erstarrten oder Verwirrtheit unter jenen ausbräche.“

Herr Luigi nickte zustimmend, was den Jungen an der Tafel schon fast verlegen lächeln ließ. Aber ich meine, dass so jemand nicht verlegen werden kann. Er schien irgendwie alles aus der heutigen Theoriestunde zu kennen, was ihm wohl den Status des Strebers verleihen wird. Na, ich hätte schon gerne gewusst, woher er das alles wusste. Ob ich ihn fragen sollte? Wohl eher nicht. Schließlich war ich weniger der gesprächige Typ.

Als es endlich zur Mittagspause klingelte war ich schneller aus dem Klassenzimmer, als sonst wer. Zumindest war dies mein Plan gewesen. Denn Ike, dieser Wirbelwind, war bereits mit Marth im Schlepptau herausgestürmt; verständlich, schließlich hatte die Mensa nun offen und deren Essen war GÖTTLICH. Ich eilte sofort hinterher, kopflos wie immer natürlich. Irgendwie habe ich nach mehreren Stunden Herumsitzen einfach so ein Problem im Hier und Jetzt zu sein. Versteht mich da bitte nicht falsch, es ist lediglich so, dass ich in Gedanken schon plante, was ich in meiner freien Zeit anstellen wollte. Und dann achte ich halt nicht auf meine Umgebung; und renne gelegentlich in jemanden rein, so wie jetzt…

 

„Oh, das tut mir wirklich leid“, entschuldigte ich mich, während ich auf das Chaos sah, welches ich angerichtet hatte. Lose Blätter und Bücher lagen über den Flurboden verteilt – meinetwegen. Das Mädchen, welches ich versehentlich gerempelt hatte und dem daraufhin ihre Schulutensilien aus den Händen gerutscht waren, hatte sich bereits hingekniet und mit dem Aufsammeln begonnen. Ich tat es ihr gleich und gemeinsam war es uns in Windeseile gelungen, alles wieder aufzuheben.

„Sorry, das wollte ich wirklich nicht“, sprach ich abermals eine Entschuldigung. Ich reichte dem Mädchen die Blätter, die ich aufgehoben hatte.

„Ja, nicht schlimm“, erwiderte sie leise und nahm die Papiere entgegen. Als ich sie näher betrachtete fiel mir ein, dass ich sie ebenfalls in meiner Klasse gesehen hatte. Außer ihr hatte schließlich niemand solche Engelsflügel, deren Federn im hereinscheinenden Licht in einem gleißenden Weiß leuchteten. Ich wollte sie gerade fragen wie sie hieß - ich musste doch irgendwie Freunde gewinnen -, doch sie hatte sich im nächsten Moment bereits umgewandt und war hinter der nächsten Ecke verschwunden.
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