Elfen Lied - A New Time

von Harakuma
GeschichteDrama, Sci-Fi / P16
Kohta Mayu Nana (Nr.7) Nyu/Lucy OC (Own Character) Yuka
04.04.2017
04.04.2017
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Elfen Lied A new Time, Kapitel 2
„Spiegelbild“

Eigentlich hätte ich es doch wissen müssen oder? Kaum war ich aus dem Labor raus, rannte ich voller Übereifer über die Straße starb fast, als mich ein Auto anfuhr. Was wohl aus dem Autofahrer geworden ist.
Die Macht der Gewohnheit hatte mich gestern geritten, als ich mir von Mayu und Nana mein Zimmer zeigen ließ. Besonders groß war es ja nicht, aber gemütlich. Die Futongmatte hatte das Muster von blau-umrandeten Kirschblüten, das Kissen war dunkelblau. Alles hier war leicht verstaubt und der Kleiderschrank war leer. Trotzalledem beschwerte ich mich nicht, so wie ich es sonst tun würde. Ich war einfach nur froh endlich ein sauberes Bett zu haben und keine nervige Krankenschwester die morgens früh ins Zimmer gestürmt kam wie ein Wirbelwind und mich brutal aus meinen Träumen riss. Yuka war so nett gewesen, meinen Verband zu wechseln und mir sogar eine neue Augenklappe zu geben. Die hatte sie nämlich kurzer Hand schnell, selbst gebastelt. Zu erst ist sie leicht zurückgeschreckt, als sie die Narbe sah die quer über mein Auge verlief, doch ich konnte noch ohne Probleme alles sehen, mein Auge war also unversehrt gewesen,....naja, bis auf die Narbe versteht sich.
Ich konnte schlafen wie ein Weltmeister, nichts konnte mich aufwecken, noch nicht einmal Mayu die mich wachrütteln wollte und mir die Decke wegzog. Doch Yuka hatte ihre eigenen Methoden. Sie drohte mir damit, einen Eimer mit eiskaltem Wasser über mir auszukippen und das sagte mir eindeutig, das es Zeit war aufzustehen.
Es war Wochenende und gleich nach meinen etwas holprigen Gang nach unten, roch ich auch schon den süßen Tee, die frischgebackenen Brötchen. Frühstück. Ich war halbverhungert und der Fraß aus dem Krankenhaus, war so schlecht gewesen, das ich es höchstens geschafft hatte, einen schon eiskalten Tee herunter zu würgen. Doch hier im Haus Kaede war das anders. Alles war frisch und ich ertappte mich dabei, wie ich die kochend heiße Tasse Tee in die Hand nahm und mich verbrannte. Umso vorsichtiger musste ich mit dem Tee selber sein, denn der war noch mal genau so heiß.
„Au!“, fluchte ich und stellte den Tee wieder weg,“Ich hab mir die Zunge verbrannt!“
Mayu:“Dann musst du nicht so hastig trinken. Immer langsam.“
Langsam. Das war ein Wort, das ich überhaupt nicht leiden konnte. Schnell, war immer mein zweiter Name gewesen.
Ich wollte mir gerade mein Brot schmieren, also griff ich nach der Butter, doch Nana, die genau wie ich Hörner hatte, streckte ebenfalls ihre Hand nach der Butter aus. Für einen kurzen Moment sahen wir uns nur an. Doch ich kniff die Augen zusammen. „Denk nicht mal dran. Ich hatte die Butter zu erst!“, murmelte ich.
Doch aus irgendeinen Grund, lies ich zu erst los.
Nana:“Tut mir leid.“, sagte sie.
„Was tut dir leid?“, fragte ich.
Nana:“Na, du wolltest doch gerade die Butter nehmen und ich.....“
„Ach was, nimm ruhig. Ich habe alle Zeit der Welt.“
Ich lächelte nur matt und nahm dann die Butter, dankend von ihr an.
Yuka:“Rayo, könntest du, Mayu und Nana gleich ein wenig bei der Hausarbeit unter die Arme greifen?“
Ich nickte nur stumm. Eine Sache war mir seid gestern schon Schleierhaft gewesen. Sie hatten mich erst gestern aufgenommen und doch kam es mir so vor, als wäre ich schon ewig hier gewesen. Doch Nyu, die direkt neben mir saß, kam mir auch so bekannt vor, als hätten wir uns jeden Tag in unserem Leben gesehen, aber dem war ja nicht so. War sie es etwa, die ich in meinen Träumen gesehen habe? Ich sollte es eigentlich wissen, doch irgendwie, waren all meine Erinnerungen weg. Hatte ich etwa durch diesen Autounfall einen Teil meines Gedächtnisses verloren? Möglich wäre es ja.

Die Hausarbeit rief und ich wusste sofort, das dies nicht so einfach war, wie ich zunächst vermutet hatte. Als Mayu mich in die Küche führte, bat sie mich höflich darum für sie Karotten zu schneiden. Das ging anfangs eigentlich recht gut von statten, doch leider musste ich einmal kurz niesen und schnitt mir dabei versehntlich in den Finger.
„Verfluchter Mist!“, raunte ich und fuchtelte wild mit der Hand herum.
Schon dieser kleine Schnitt brannte wie Feuer.
Mayu:“Nicht so schlimm. Nicht jeder kann gut schneiden. Hier, werf die hier erst mal in die Pfanne.“
Sie gab mir eine Schüssel mit klein gewürfelten Zwiebeln. Das sollte doch nicht so schwer sein. Also warf ich sie hinein, doch ich kam dabei etwas zu nah an den Rand der Pfanne und sofort, spritzte das Fett über. Einen Spritzer bekam ich auf den Arm. „Was ist nur mit mir los?!“ . Wieder fluchte ich laut und wich dabei zurück. Dabei stieß ich allerdings das Salat-Dressing um, das auf den Tisch stand und wie es der Zufall so wollte, kippte die Flasche über den Rand des Tisches und zersprang mit einem lauten Scheppern auf den Boden. Mit großen Augen starrte ich auf die Sauerei die ich da angerichtet hatte.
„Was zum Teufel ist bloß los mit mir?! Immer mach ich alles falsch!“, rief ich und raufte mir die Haare.
Mayu:“Oh nein! Das gute Dressing!“
„Hör zu Mayu, .....es....es tut mir leid....“
Mayu:“Ach...das ist doch nicht so schlimm. Aber jetzt muss einer von uns wieder zum Supermarkt gehen und neues Dressing holen!“
„Lass mich das machen! Ich schwöre dir, dieses mal werde ich nichts falsch machen!“
Mayu:“Aber nein, du bist doch erst seid gestern bei uns. Ich werde gleich losgehen und neues holen.“
„Aber...aber Mayu.....ich hab das doch eh....“
Mayu:“Ist schon gut. Wisch das einfach schnell auf. Wenn ich wieder da bin, suchen wir die was anderes was du machen kannst.“
Mist! Ich bin mir noch nie so blöd vorgekommen. Warum machte ich ständig diese dummen Fehler, die man eigentlich vermeiden könnte? Vor allem, war ich noch nie so hilflos wie jetzt.

Wenig später, als die Arbeit in der Küche getan war, hatte mich Mayu erneut darum gebeten, etwas zu erledigen. Dieses mal, sollte ich den Müll rausbringen. Jetzt, sollte es mir doch endlich gelingen, das zu meistern. Manch einer wird jetzt denken, das man bei den Dingen, die ich bis jetzt verbockt hatte, eigentlich nichts falsch machen konnte. Also nahm ich mir den Müllsack, ging zur Mülltonne und warf ihn hinein. Geschafft! Ich grinste breit und ging wieder hinein, als ich neben mir plötzlich, ein kleines Vieh erblickte und es war nicht Wanta. Es hatte strahlend weißes Fell, blauschimmernde Augen und einen langen violetten Schwanz. Seltsam. Gab es solche Tiere überhaupt, vorallem solche mit einem violetten Schwanz? Es neigte den Kopf zur Seite und starrte mich neugierig an und ich starrte zurück.
Mayu:“Rayo! Wo bleibst du denn? Bist du eingeschlafen?“
„Oh, Verzeihung! Ich komme!“, rief ich.
Doch plötzlich war das Tier verschwunden. Merkwürdig. Ich rannte wieder nach drinnen, doch als ich um die Ecke bog, krachte ich mit Nyu zusammen und sofort fielen wir zu Boden. Laut fluchend, rieb ich mir die Stirn. Aber Nyu, lag immer noch da. Mist! Hatte ich sie verletzt? Das wollte ich doch nicht. Ich kroch zu ihr hin und rüttelte an ihrer Schulter. Plötzlich, riss sie die Augen auf und starrte mich mit einem finsteren Blick an. Langsam, richtete sie sich auf und starrte mich an. Irgendwie, sah sie jetzt nicht mehr so nett und unschuldig aus, als wir uns gestern begegnet sind.
Lucy:“Kannst du nicht aufpassen wo du hin läufst?!“, knirschte sie und stieß mich mit der Schulter weg, als sie davon ging.
„Ähm....es....es tut mir leid! Wird nicht wieder vorkommen!“, versuchte ich noch zu sagen, doch sie war schon weg.
Komisch. Was war denn mit ihr los? Ich hatte mich doch entschuldigt. Ich zuckte die Schultern und ging wieder zurück in die Küche. Dort war Nana gerade dabei Würstchen in einer Pfanne zu braten.
Mayu:“Hast du den Herd auch nicht zu hoch eingestellt? Sonst verbrennen sie nachher wieder.“
Nana:“Nein, alles normal.“
Es roch hier so gut. Ich beugte mich über die Pfanne und mir lief das Wasser im Mund zusammen, als ich die Würste sah.
„Das riecht so gut!“, sagte ich.
Mayu:“Ja, nicht wahr? Nana ist schon richtig gut darin.“
„Kann ich sonst noch was machen?“
Sie überlegte.
Mayu:“Eigentlich schon. Nana und Nyu werden gleich die Böden wischen. Wir beide gehen dann erst mal mit Wanta, damit du auch siehst wohin du mit ihm gehen musst, falls mal der Fall eintreffen soll.“
„Ist gut! Apropos Nyu, ähm....“
Mayu:“Was denn?“, fragte sie.
„Wir sind vorhin kurz zusammengekracht und, dann ist sie ganz beleidigt weggegangen.“
Nana erstarrte plötzlich zur Salszäule, während die Würstchen noch vor sich hin brutzelten.
Mayu:“Was? Nyu und beleidigt? Seltsam.“
Nana:“Das war bestimmt Lucy!“, sagte sie aufgeregt und stellte die Pfanne auf eine andere Herdplatte.
„Wie bitte, Lucy?“
Irgendwo, hatte ich diesen Namen doch schon mal gehört. Er kam mir so bekannt vor, aber woher? Ich wusste, das er etwas zu bedeuten hatte. Entweder hatte ich den Namen früher schon einmal gehört, oder ihr Name klang für mich so ungewöhnlich. Da war eine große Lücke in meinem Gedächtnis und ich bekam es einfach nicht auf die Reihe sie zu füllen. Könnte ich nur die Zeit zurück drehen. Dann würde ich mich sicher nicht von diesem Auto anfahren lassen.
Nana:“Ja! Das muss ganz bestimmt sie gewesen sein!“
Mayu:“Aber Nana, hattest du dich nicht mit dieser Lucy vertragen?“, fragte sie.
Nana lies den Kopf hängen und nickte nur.
Nana:“Ja, stimmt du hast recht. Ich sollte mich lieber wieder um die Würstchen kümmern.“
Enttäuscht, wendete sie die Würste in der Pfanne und ich zuckte die Schultern. Ich beschloss mich hinzusetzen und meinen Kopf auf den Tisch zu legen. Mir war langweilig. Das war das zeite große Problem in meinem Leben. Langeweile! Ich hasste es einfach, rumzusitzen und nichts zu tun.
„Braucht ihr mich hier noch?“, fragte gähnend.
Mayu:“Nun ja, eigentlich nicht.“
„Gut!“, grinste ich,“Dann vertret ich mir mal die Beine!“
Ich stand auf und ging in Richtung Haustüre, bis Yuka aus dem Wohnzimmer kam.
Yuka:“Na nu, wo willst du denn hin?“
„Ich brauch ein bisschen Bewegung! Ich vertret mir die Beine!“
Yuka:“Sei aber zum essen wieder zurück, ja? Um 15 Uhr fangen wir an.“
Ich nickte und rannte los, doch ich war noch nicht mal aus der Haustüre, als ich schon rückwärts wieder zurücklief.
„Und woher weiß ich wann 15 Uhr ist?“, fragte ich kleinlaut.
Diese Frage sollte wohl genau erklären, wieso ich von der Welt außerhalb des Labors, kaum eine Ahnung hatte. Ich wusste gerade mal das nötigste und wer weiß denn bitte schön über alles Bescheid? Ich ganz bestimmt nicht.
Yuka:“Nun ja ähm......warte. Ich geb dir die hier.“, sie reichte mir eine Armbanduhr,“Weißt du wie man eine Uhr liest?“
Klar wusste ich das, also nickte ich.
„Natürlich weiß ich das.“
Yuka:“Alles klar. Verliere sie nicht und sei vorsichtig.“
„Ist gut, bis gleich!“
Ich stürmte die lange Treppe hinunter und lies eine dichte Staubwolke hinter mich. Wo genau ich hin wollte, wusste ich nicht. Jedenfalls, führte mich meine Unwissenheit an den Strand. Irgendwie, fühlte ich mich hier wohl. Doch kaum hatte ich einen Fuß auf den Sand gesetzt, hörte ich ein metallisches Klicken. Langsam drehte ich mich zur Seite und erblickte gleich einen Mann, mit einer ordentlichen Knarre in der Hand. Irgendwie, kam er mir bekannt vor. Sein Name war übrigens Bandou, ein in meinen Augen, mieser Drecksack der gerne andere Quälte, ganz besonders kleine Kinder. An ihm klebte der Geruch von Blut und von Tot. Ich mochte ihn nicht, und das wird hoffentlich der einzige sein, den ich demnächst vermeiden werde.
Bandou:“Verrate mir sofort, was das da für Dinger sind die da aus deinen Kopf kommen.“
Ich sagte nichts. Was sollte dieser Bastard von mir?Ich hielt es keines Wegs für nötig, mit diesem Idioten meine Zeit zu verschwenden.
„War das eine retorische Frage?“, sagte ich tonlos.
Bandou:“Werd hier ja nicht frech. Sag mal, wo ist deine Komplizin? Wo hast du sie versteckt?“
„Komplizin? Da müssen sie mich mit jemanden verwechseln.“
Bandou:“Ahahahahahaha, ja natürlich, ich und dich verwechseln. Du bist doch auch von der Sorte mit diesem Virus, bei dem einem Hörner aus dem Kopf kommen und diese komischen Arme hast du ganz sicher auch, das kann ich bis hier her riechen.“
Mein linkes Auge zuckte. Langsam ging mir dieser Typ auf die Nerven.
„Hören sie, ich hab keine Ahnung, wer sie sind, und was sie von mir wollen. Also, würde es ihnen etwas ausmachen sich umzudrehen und einfach wieder zu gehe?“
Er entsicherte die Waffe und kam einen Schritt näher.
Bandou:“Ich weiß genau wie man euch kleine Monster reizen kann. Na los, oder willst du gleich aufgeben, in dem ich dir einfach so eine Kugel in den Schädel jage?“
Ohne ein weiteres Wort, drehte ich mich um und ging. Doch kaum hatte ich mich ein paar Meter entfernt, gab der Kerl auch schon den ersten Schuss ab. Die Kugel traf genau neben mir in den Sand und ich blieb stehen.
„Wer zielen kann ist klar im Vorteil.“, sagte ich.
Bandou:“Na los, lauf ruhig. Ich werd euch alle verfolgen, euch jagen, bis ihr alle ausgelöscht seid, bevor ihr mit eurem Virus noch die ganze Welt verseucht.  Das hab ich dieser kleinen verzogenen Göre auch schon gesagt.“
Mir stellten sich die Nackenhaare auf und langsam verlor ich dir Geduld.
„Von wem sprechen sie da?! Raus mit der Sprache?!“
Bandou:“Na also, du steckst mit diesem dummen Miststück also doch unter einer Decke! Also los, wo ist sie?“
Meine Augen begannen zu glühen, die Pupillen verkleinerten sich bis auf den kleinsten Punkt. Es machte mich wütend, wie er so über meine Artgenossen sprach. Und ich ahnte schon wen er meinte. In mir kochte es, alles in mir begann zu beben, der Wind frischte auf.
„Sie sollten das lieber zurück nehmen, sonst wird es ihnen noch leid tun.“, knurrte ich.
Der Kerl ginste auch noch so dämlich mit seiner dummen Sonnenbrille.
Bandou:“Sieh an. Ihr kleinen Ungeheuer habt also immer die selbe Taktik. Zu erst wiegt ihr uns in Sicherheit und dann schlagt ihr zu. Zu erst diese verdammte Hexe, die auch zu erst immer nur „Nyu, Nyu“ gestammelt hat um mich hinters Licht zu führen!“
Die nächste Kugel schoss auf mich zu doch die blieb genau einen Millimeter vor meiner Nasenspitze stehen. Wieder zuckte mein Auge kaum merklich und die Kugel, verbog sich und fiel zu Boden. Ich hatte die Nase voll, der Hass und die Wut keimten in mir auf und plöztlich, sah ich mich in einen Raum, voller Spiegel wieder und jeder einzelne von ihnen, zeigte mich. Diese Reißzähne und dieser Wahnsinnige Ausdruck in den Augen, kannte ich nur zu gut.
„Hast du dich schon wieder nicht unter Kontrolle, du Dummkopf?!“, lachte mein Spiegelbild.
„Musst du mir immer hinterher schnüffeln?!“, fluchte ich,“Lass mich in Ruhe und zieh Leine!“
„Na los, ich sehe doch wie dir die alte Freude des Tötens wieder näher kommt! Lass deine Hemmungen fallen, gib deinen freien Willen endlich Preis und töte!“
„Nein!“, schrie ich und schlug auf den Spiegel ein, doch nichts geschah.
Ich sackte weinend zusammen und schlug auf den Boden.
„Müssen wir das etwa schon wieder durchkauen?“, sagte mein Spiegelbild und setzte sich neben mich,“Hast du etwa unseren Pakt vergessen?“
„Welcher Pakt? Was redest du da?“
„Oh bitte, hast du Alzheimer oder was?! Von Geburt an, stecken wir zusammen in dieser Scheiße! Du und ich, wir sind eins.“
„Nein! Verdammt noch mal! Lass mich in Ruhe, geh weg!“
„So leicht mach ich es dir nicht. Der Pakt war, dass wenn du von Wut und Trauer  übermannt wirst, übernehme ich deinen Körper. Jetzt mach keine Zicken und töte diesen Waschlappen! Er hat unsere Rasse beleidigt, unsere Artgenossen! Deine Familie, du Idiot!“
Ich blickte auf und starrte in den Spiegel vor mir.
„Eine Frage, bevor ich dich wieder in mein Unterbewusstsein verbanne.“
„Dann stell sie ruhig.“
„Wer bist du? Warum siehst du so aus wie ich?!“
„Hey, das waren zwei Fragen auf einmal! Aber na gut.“
Er verschwand kurz und tauchte dann kopfüber wieder vor mir auf.
„Lass den Blödsinn!“, fauchte ich ihn an.
„Mein Name ist Slicer. Ich bin du. Deine ganzen Negativen gefühle, dein ganzer Hass, der sich im laufe der Jahre in dir angesammelt hat.“
„Und warum, hast du dir gerade mich ausgesucht?“
Slicer:„Weil du armselig und ein Weichei bist! Früher warst du richtig wild und gefährlich. Aber sieh dich jetzt an. Ein Haufen Elend. Du hast die Wahl, kleiner Rayo. Entweder tötest du ihn und bist ihn für immer los, oder du lässt dich von ihm erschießen. Deine Entscheidung. Aber warte nicht zu lange, sonst bist du dran.“
Ich nickte nur stumm. Gab es überhaupt noch einen Ausweg aus dieser Misere?

Bandou:“Hey du, antworte mir gefälligst du, Hosenscheißer!“

Gab es so etwas wie Hoffnung? Ich ertrank in einem Meer der Schwärze, die Dunkelheit verschlang mich und da reichte mir Slicer die Hand. Sollte ich sie greifen und endlich loslassen von meinen Zweifeln?
Slicer:“Ich kann dir bei der Entscheidung weiter helfen, Bruderherz.“
Meine Augen weiteten sich. Bruderherz, war er das wirklich? Sollte ich ihm trauen? Das schwarze Meer hatte mich schon verschlungen und nur mein Kopf und mein Arm waren noch frei. In einem der Spiegel sah ich mich, an eine Wand gekettet, völlig Nack, überall waren Löcher in der Wand und eine schwere Eisenkugel die auf mich zu raste. Und da wurde es mir klar. Nur Slicer, konnte mir die Fragen auf meine Vergangenheit beantworten, also, griff ich zu.

Ich kam also wieder zurück und da war dieser brennende Schmerz wieder, der sich immer dann in meinen Schädel einbrannte, wenn ich an meine Vergangenheit dachte! Laut schreiend, bedeckte ich meine Augen und sah nur noch Blut auf meiner Handfläche, anscheinend hatte mich dieser Idiot angeschossen, dieser Feigling. Ich krümmte und wand mich im Sand herum, dieses laute Fauchen bohrte sich tief in meine Gedankengänge herein, ich drehte mich auf den Bauch und stützte mich auf den Boden ab, spuckte nur noch, bis es plötzlich aufhörte. Ich sah das Wasser, so klar und dennoch verschmutzt, wie es meine Hände und meine Knie umspielte. Irgendwo hatte ich dieses Bild doch schon mal gesehen, aber wo nur? Und wann? Ich blickte auf meine rechte Handfläche und da war auf einmal eine kleine Muschel. Dieses kleine unscheinbare Ding, hatte auf mich plötzlich eine seltsame Wirkung, eine Bedeutung die ich noch nicht ganz in meinen Schädel bekam. Ich steckte sie mir in die Hosentasche und stand auf.
Bandou:“Jetzt, sprich dein letztes Gebet du kleines Arschloch!“, raunte er und drückte erneut ab.
Mit einem gekonnten Schritt nach rechts, wich ich aus und rauchte auf ihn zu, schlug wild auf ihn ein, drückte ihn zu Boden und presste dann seine Arme und Beine in den Sand. Das ging schnell. Ich hörte wie mein Herz unaufhörlich raste.
„Sieh an, jetzt bist du es, der sein letztes Gebet sprechen sollte hm? Na los, versuch dich zu befreien, mal sehen wie schnell du bist.“
Da war wieder diese fremde Stimme die aus meinen Mund kam und ich spürte auch diesen fremden saddistischen Unterton. Ich kam zu ihm runter, begann auf sein Gesicht einzuprügeln und ich merkte gar nicht was ich da tat. Doch, als ich die Muschel plötzlich in der Hand hielt und sie fallen ließ, sodass sie plötzlich zerbrach, machte mich traurig. Ich schaute auf meine Fäuste und erkannte dann endlich, was für einen Fehler ich begannen hab. Ich sprang von ihm runter, rannte davon, versuchte mich durch diese kalte Luft wieder zu besinnen und hämmerte mir gegen den Schädel. Ich riss mir die Augenklappe und den Verband ab und rannte in Richtung Treppe. Mir war jetzt furchtbar schlecht.

Wie lange ich zur Treppe brauchte, wusste ich nicht. Alles was ich noch mitbekam war, das ich oben, beim letzten Treppenabsatz stolperte und mich der länge nach hinlegte. Weinend, kauerte ich mich an der Mauer neben der Haustüre zusammen. Was war nur los mit mir?! Wer oder was war ich?!
Ich blickte auf die Uhr und  seufzte niedergeschlagen. 
"15:10 Uhr.", murmelte ich enttäuscht,"Ich hab das Mittagessen verpasst."
Gegen 15:50 uhr, begann sich der Himmel zu verdunkeln und es wurde kalt. Doch ich machte mir keine Mühe, mich irgendwie bemerkbar zu machen, während sie da drinnen saßen.
 
Sie saßen alle am Tisch und irgendwo dazwischen war mein Platz, der immer noch leer war. 
Yuka:"Komisch. wo bleibt er denn?"
Kota:"Er hätte vor einer halben Stunde schon da sein müssen."
Nyu starrte enttäuscht auf meinen leeren Platz und legte ihr Besteck weg.
Nyu:"Rrrra-yo.", murmelte sie.
Mayu:"Wahrscheinlich hat er sich verlaufen."
Kota und Yuka starrten sich in die weißen Gesichter.
Yuka:"Du glaubst aber nicht das die Polizei ihn erwischt hat, oder?"
Kota:"Ich will es nicht hoffen."
 
Und zehn Minuten später, begann es zu regnen und es war mir völlig egal. Ich hatte Angst, Angst vor mir selbst und ganz besonders vor Slicer. Was ist, wenn ich Kota und die anderen plötzlich so anfalle wie Bandou gerade eben? Ich könnte es nicht ertragen wenn ihnen etwas wegen mir zustieß, wenn sie wegen mir zu Schaden kommen würden. 
Ich fing an zu schlottern, während sich der Boden unter mir, in einen Ozean verwandelte. 
 
Als ich immer noch nicht zur Türe rein kam, standen Kota und Yuka auf und schnappten sich den Regenschirm. 
Kota:"Mayu, du wartest hier mit den beiden."
Mayu:"Glaubt ihr das ihm was zugestoßen ist?
Nana und Nyu sahen sich an und schauten genauso besorgt drein wie Mayu.
Yuka:"Mach dir keine Sorgen. Wir finden ihn."
Sie marschierten nach draußen und schritten zur Haustüre raus, wo ich immer noch saß und mich nicht rührte. Kota, war der erste der mich bemerkte.
Kota:"Whaa! Meine Güte hab ich mich erschreckt."
Über uns, donnerte es und ein Blitz, erhellte den kleinen Platz auf dem wir uns befanden. 
Yuka:"Rayo. Was machst du denn hier? Wo warst du?", sie beugte sich zu mir runter.
"Geht weg.", sagte ich weinend,"Ich mache euch nur Ärger. Geht und lasst mich allein."
Kota:"Aber was redest du denn da? Du hast doch bis jetzt nur ein paar kleine Fehler gemacht, ja und?"
Yuka:"Weißt du, Kota kann genau so wenig kochen wie du. Du musst dich doch nicht schämen, nur weil du ein Glas kaputt gemacht hast."
Kota:"Beim ersten mal, macht man immer Fehler. Aber der größte Fehler ist es hier zu sitzen und trübsal zu blasen. Na komm, nachher erkälten wir uns noch."
"Nein.", sagte ich steif.
Verwirrt starrten sie sich an.
Yuka:"Hey, was ist denn los? Warum weinst du denn?"
"Ich....ich.....ich weiß einfach nicht was ich machen soll! In meinen Kopf ist alles so durcheinander, alles kreuz und quer verstreut! Ich habe einfach Angst, versteht ihr!"
Kota:"Angst? Aber vor was denn?"
"Vor mir selbst!", Gott, verstand dieser Mensch überhaupt irgendwas?
Kota:“Nun sei nicht so stur und komm.“
Sie hoben mich hoch und führten mich zurück ins Haus.
Kaum hatten wir die Türschwelle überquert, erschreckte mich ein Blitz und ich kauerte mich vor Angst zusammen.
Yuka:“Hast du etwa Angst vor einem Gewitter?“
„Ja!“, fluchte ich und zitterte.
Sie schoben mich weiter rein und sofort kamen Mayu, Nyu und Nana in den Gang.
Mayu:“Rayo! Da bist du ja wieder.“
Nana:“Was ist denn passiert? Warum ist er so nass?“
Yuka:“Wir erklären es euch gleich.“, sie wandte sich nun wieder an mich,“Na komm, du musst zu erst mal aus diesen nassen klamotten raus.“
Ich dankte ihr, als sie mir aus meinen Klamotten raus half. Es fühlte sich einfach grauenvoll an, wie dieses nasse Zeug an mir klebte. Sie legte mir noch ein Handtuch um und bat mich dann da zu warten.
Ganz gleich was man über die Menschen sagte, ich mochte Yuka und auch Kota und Mayu und das waren die ersten Menschen die ich überhaupt gut leiden konnte, in meinen gesamten bisherigen Leben.
Ich überlegte noch etwas, wie ich mich hier nützlich machen konnte, aber davon tat mir der Kopf weh. Meine Nase fing an zu tropfen und in meinen Hals begann es fürchterlich zu kratzen.
„Na toll. Schon hab ich eine Erkältung!“, dachte ich.
Doch meine positiven Gedanken hielten nicht lange an. Denn kaum hatte ich mich umgedreht, hing da auch schon der Spiegel. Mir lief es eiskalt den Rücken runter und ich begann zu schwitzen. Hastig, wusch ich mir durchs Gesicht und kam wieder ganz langsam hoch. Ich war nicht froh mich im Spiegel zu sehen, denn mein Spiegelbild grinste mich verschlagen an, mit seinen stechenden Augen. Die schwarzen Adern die überall auf seinen Gesicht pulsierten und die langen Reißzähne, machten mich wahnsinnig.
Slicer:“Eieieiei, du siehst ja richtig übel aus.“
„Nein.....geh weg......“, fluchte ich,“Hau ab, verschwinde!“
Slicer:“Aber, aber Rayo, behandelt man etwa so einen Bruder?“
„Du bist nicht mein Bruder!“, schrie ich,“Lass mich einfach in Ruhe!“
Er aber wedelte mit dem Finger herum und grinste mich an.
Slicer:“Das geht aber nicht du Idiot.“, lachte er,“Wir sind untrennbar miteinander verbunden. Wir sind Herz und Seele, Vektoren und Hörner, Leben und........Tod.“
Er zeigte zu erst immer auf mich, dann auf sich.
„Wie zum Teufel werde ich dich los?!“, weinend, stützte ich mich auf dem Becken ab und langsam kam mir ein Brechreiz hoch.
Slicer:“Komm mal kurz näher, ich verrate dir ein kleines Geheimnis.“, er kam mir ganz bedrohlich nahe und flüsterte mir etwas ins Ohr,“Ich.....bin....DU!“
Er lachte wie ein Wahnsinniger und das Lachen wurde immer schrecklicher, immer lauter und verstörender bis es sich so anhörte, als ob er mehrfach um mich herum stand. Laut schreiend, holte ich mit meiner Faust aus und zertrümmerte den Spiegel mit nur einem Schlag. Laut scheppernd, fielen die Scherben zu Boden und ich sackte weinend und mit blutender Faust, in mich zusammen.
Konnte mich denn gar nichts aus dieser Misere befreien?
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