Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wenn du fällst kannst du fliegen

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Andreas Wank Andreas Wellinger Karl Geiger Markus Eisenbichler
03.04.2017
10.07.2018
31
53.534
16
Alle Kapitel
116 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
23.11.2017 1.732
 
über 100 Reviews !
Ich freue mich so darüber, das glaubt ihr gar nicht :)
Vielen, vielen Dank, dass ihr trotz der langen Pause dabei geblieben seit und auch noch so tolle Reviews schreibt.
Vielen, vielen Dank dafür und viel Spaß mit dem nächsten Kapitel :)
Liebe Grüße

*******************************
Markus lehnte an der Bande der Laufbahn und beobachtete seine Teamkollegen bei ihrem Training.
Obwohl er nicht hätte kommen müssen, hatte er es doch getan. Werner hatte dem zugestimmt, nachdem Markus es mit Teamspirit und Langeweile zu Hause argumentiert hatte.
Sein Rücken schmerzte noch immer, vor allem wenn er lange stand oder schnelle Bewegungen machte und obwohl er wusste, dass er großes Glück gehabt hatte und auch die Ärztin, bei der er vor seiner Abreise ins Trainingswochenende gewesen war, ihm bescheinigt hatte, dass die Schwellung fast abgeklungen war und er in spätestens einer Woche keine Schmerzen mehr haben sollte.
Es nervte ihn, dass er nur untätig herumsitzen konnte, während die anderen für den Sommer Grand Prix trainierten und Spaß miteinander hatten.
Stephan und Andi spielten Fußball gegen Richard und Marinus, Karl machte Sprungübungen mit Werner und er konnte nur herumsitzen.
Kurz gab es da wieder einen altbekannten Stich der Eifersucht als Andreas Stephan auf den Rücken sprang und der lachend versuchte, seinen Freund abzuschütteln.
Als Werner sie schließlich alle zusammenrief, schwang Markus sich unter dem Geländer hindurch und bereute es gleich wieder. Seine gesamte Rückenmuskulatur war verspannt und schmerzte und Karl, der in der Nähe gestanden hatte, warf ihm einen besorgten Blick zu, Markus winkte allerdings schnell ab, bevor jemand anderes darauf aufmerksam wurde.

Nicht einmal die Zimmeraufteilung im Hotel war ein wirklicher Lichtblick, weil Andreas mit Stephan ein Zimmer teilte und Markus ein Einzelzimmer bekommen hatte, weil er sich erst nachträglich entschieden hatte, doch zum Trainingslager zu kommen.
„Was machen wir heute Abend?“, fragte Andreas unternehmungslustig, als die Sprache auf die Pläne für den Rest des Tages kamen. Andi war wieder voll und ganz in seinem Element, das konnte Markus genau sehen und er musste unwillkürlich darüber lächeln.
Seit Markus Unfall vor zwei Tagen, hatte der Jüngere ihn quasi mit Anrufen und Nachrichten bombardiert und eigentlich konnte Markus sein Glück immer noch nicht fassen, dass Andi offensichtlich wirklich etwas an ihm lag.
Jetzt aber, wo sie alle wieder zusammen waren, wurde Markus klar, dass Andreas sehr wohl auch ohne hin Spaß im Team hatte. Was an sich nichts Schlimmes war, immerhin verstand auch Markus sich blendend mit Karl oder Stephan, doch momentan nervte es ihn, weil er einfach nicht wirklich Teil davon sein konnte.
Zwar kam immer wieder einer der Jungs zu ihm, wenn sie gerade eine Pause einlegten, trotzdem hätte Markus ziemlich viel dafür gegeben, einfach mit dem Team trainieren zu können.
„Wir könnten in den Hotelpool und eine Runde Wasserball spielen“, schlug Richard vor und der Vorschlag stieß auf allgemeine Zustimmung.
„Da kannst du doch auch mitmachen, zumindest ein bisschen, du alter Invalider“, setzte Richard hinzu und stieß Markus in die Seite, der direkt doch ein bisschen grinsen musste und nickte.
„Ich kanns versuchen“, sagte er zu und Andreas zwinkerte ihm kurz zu, bevor er sich gemeinsam mit den anderen auf den Weg ins Hotel zum Duschen machte.
Nur Severin, der auf Grund seiner Knieverletzung auch noch nicht hundertprozentig ins Training eingestiegen war  blieb neben Markus stehen.
„Hey, Kopf hoch, du bist nächste Saison auf jeden Fall dabei, die paar Wochen Trainingspause die hältst du locker durch“, meinte Severin und klopfte Markus auf die Schulter.
„Bin halt kein Geduldsmensch“, murmelte dieser und Severin lachte auf.
„Ich weiß. Aber abgesehen von dem kleinen Rückschlag sieht doch bei dir alles gut aus.“ Markus hatte keine Ahnung, ob es eine  Anspielung auf Andreas und ihn war, doch es brachte ihn trotzdem zum Grinsen.
„Lass und gehen, bevor der Rest der Chaoten das Schwimmbad flutet“, sagte Severin dann noch und gemeinsam machten sie sich auf den Weg.
In seinem Zimmer suchte Markus seine Schwimmsachen zusammen und schlüpfte in ein T- Shirt und eine kurze Jogginghose. Seine Gedanken huschten immer wieder zu Andreas, seinem Lachen, wie er mit den anderen umging und wie einfach alles bei ihm aussah. Markus seufzte und wünschte sich einen Moment lang sehr intensiv, Andreas wäre jetzt hier bei ihm und er könnte sich durch einen Kuss, eine Umarmung oder einfach einen Blick versichern, dass sich nichts zwischen ihnen verändert hatte.
Obwohl Markus wusste, dass es ziemlich unsinnig und dumm war, zweifelte er noch so oft daran, dass Andreas ihn wirklich mochte, sogar in ihn verliebt war.

Er schüttelte die Gedanken ab und machte sich auf den Weg hinunter in Richtung Pool. Im Aufzug traf er auf Karl und Richard und zu dritt betraten sie die große Terrasse, auf der die Poollandschaft untergebracht war. Werner hatte den Pool für den  frühen Abend für sie reserviert, sodass sie bis zum späten Abendessen nun Zeit hatten.
Andreas machte vor seiner Nase mit einem breiten Grinsen einen eleganten Kopfsprung ins Wasser und spritze Markus damit von oben bis unten nass.
„Hey, spinnst du, oder was?“, meckerte Markus lachend und ließ sich ins Wasser gleiten. Für einen Kopfsprung fühlte er sich mit seinem Rücken momentan nicht in der Lage.
„Sicher, dass du mitspielen kannst. Nicht dass du dir wehtust.“ Andi war neben ihm wieder aus dem Wasser aufgetaucht und sah ihn mit einem treuherzigen Blick an, der Markus ein leichtes Bauchkribbeln bescherte. Er winkte ab und lächelte.
„Auf geht’s, Karl, Markus,Stephan und ich gegen Marinus, Richard, Werner und Severin“, teilte Andi dann gut gelaunt die Teams ein und dann ging es auch schon los.
So richtig ernsthaftes Wasserball wurde es allerdings nicht. Da sie alle einen disziplinierten Trainingstag hinter sich hatten, wurde es eher eine Mischung aus Untertauchen, Nassspritzen und hin und wieder mal nach dem Ball fischen, wenn er außer Reichweite geflogen war.
Nach einer halben Stunde schwamm Markus zum Beckenrand und kletterte aus dem Becken. Inzwischen machte sich sein Rücken deutlich bemerkbar und er bekam Kopfschmerzen von der verspannten Nackenmuskulatur.
„Jungs, ich geh schon mal Duschen, wir sehen uns beim Abendessen“, rief er den anderen zu und verschwand, ehe jemand merkte, dass er wirklich Schmerzen hatte.
Zurück im Zimmer und eine heiße Dusche später, die zumindest ein bisschen geholfen hatte, ließ Markus sich auf sein Bett fallen und angelte nach seinem Tablet, um seine Emails zu checken. Wenn er schon dazu verdammt war, nichts machen zu können, konnte er wenigstens ein bisschen sinnvolle Arbeit tun und sich den Emails und Nachrichten widmen.
Nachdem er das Meiste beantwortet hatte und es Zeit fürs Abendessen wurde, klappte Markus das Tablet zu und erhob sich. Die ungesunde Sitzhaltung auf dem Bett mit dem Tablet auf dem Schoß hatten seinen Rückenschmerzen nicht unbedingt eine Verbesserung gebracht, im Gegenteil.
„Du schaust irgendwie nicht gut aus“, kommentierte Stephan als er gemeinsam mit Markus vor den Getränkespendern stand.
Der knurrte nur. „Meinst du?“, fragte er finster. „Vielleicht solltest du nochmal zum Arzt, wenn der Rücken schlimmer ist.“
Stephans Freundlichkeit nahm dem schlecht gelaunten Markus den Wind aus den Segeln und er schüttelte den Kopf. „Nee passt schon, ist bloß alles verspannt weil ich ja nix anderes machen kann als herumsitzen“, brummte er.
Stephan stieß ihn in die Seite.
„Man Markus, du bist aber auch schon ungeduldig“, wiederholte er damit, was Severin ihm schon vorher gesagt hatte und er seufzte. „Mag sein. Sag mal hast du eine Kopfschmerztablette da?“, fragte er dann. Stephan, der hin und wieder unter recht heftigen Migräneanfällen litt, war immer eine gute Quelle, wenn man spontan eine Schmerztablette benötigte.

„Ich schau gleich“, sicherte Stephan ihm zu. Als sie zurück an den Tisch kamen und Stephan Markus eine Tablette über den Tisch schob, fing der sich einen besorgten Blick von Andreas ein, den er dieses Mal nur mit einem halbherzigen Lächeln erwidern konnte. Er fühlte sich müde und ausgelaugt und außerdem tat alles weh.
Vermutlich wäre das alles gar nicht so schlimm, wenn er nicht so viel darüber nachdenken würde, aber es half alles nichts.
Hunger hatte Markus auch nicht wirklich und so stand er nach einer halben Stunde auf und entschuldigte sich mit der Ausrede, Kopfschmerzen zu haben nach oben.
Im Zimmer angekommen öffnete Markus die Balkontür weit und ließ die halbwegs kühle Abendluft hinein. Fast bereute er es dass er mit ins Trainingswochenende gefahren war, bisher war das alles nicht wirklich so gelaufen, wie er es sich vorgestellt hatte.

Markus hörte das leise Klopfen erst beim zweiten Mal, weil er so in Gedanken versunken gewesen war.
Er ging zur Tür, rieb sich dabei über den schmerzenden Nacken und fand sich als er die Klinke hinuntergedrückt hatte, Andreas gegenüber.
„Wolltest ihr nicht Kicker spielen?“, fragte Markus überrascht, aber Andreas winkte ab. „Das schaffen die auch ohne mich“, grinste er und sah Markus dann prüfend an.
„Dir geht’s nicht so besonders, oder? Wieso sagst du mir nichts?“, fragte er dann, allerdings klang seine Stimme dabei nicht wirklich vorwurfsvoll, sondern sanft fast schon liebevoll.
Markus zuckte die Schultern. Er konnte Andi sowieso nichts vorspielen.
„Mein ganzer Rücken fühlt sich katastrophal an, ich bin das ewige Herumsitzen und Liegen nicht gewohnt und die Reizung im Rückenmark merke ich auch noch. Aber es wird schon“, versuchte er das Ganze herunterzuspielen, doch Andreas ließ sich nicht täuschen.
„Lüg mich nicht an, du hast Schmerzen, ich hab doch gesehen, wie Stephan seine Wundermittelchen verteilt hat. Haben sie wenigstens geholfen?“
Markus grinste ertappt. „Ein bisschen“, gab er zu.
Andreas lächelte ihn an und legte ihm dann sanft die Arme um den Hals. Nur ganz flüchtig hauchte er Markus einen Kuss auf den Mund, dann fasste er nach seiner Hand.
„Ich hätte da eine Idee, was dir vielleicht helfen könnte“, sagte er dann mit einem frechen Grinsen und bei Markus stellte sich das gewohnte, kribbelige Gefühl ein, wenn er Andreas so nahe war.
„Und was?“, fragte Markus, der dank  der Nacken- und Rückenschmerzen die Situation nicht ganz so genießen konnte, wie sonst.
„Leg dich mal hin“, sagte Andreas und zog an Markus‘ Hand. „Ich bin zwar kein Physiotherapeut, aber eine Massage könnte ich dir trotzdem anbieten. Mit ein paar Extras dazu“, sagte er.
Markus sah Andreas einen Augenblick lang ein bisschen ungläubig an. Allein die Vorstellung, sich von Andreas massieren zu lassen, jagte ihm einen kleinen Schauer über den Rücken.

„Also, was ist?“, fragte Andi grinsend und zupfte an Markus T- Shirt als Aufforderung, dieses auszuziehen und zu ihm aufs Bett zu kommen.
Markus kam der Aufforderung nur zu gerne nach.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast