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Wenn du fällst kannst du fliegen

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Andreas Wank Andreas Wellinger Karl Geiger Markus Eisenbichler
03.04.2017
10.07.2018
31
53.534
16
Alle Kapitel
116 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
18.11.2017 1.717
 
Ehm... hallo.
Ich traue mich gar nicht, es laut zu sagen, aber ich habe diese FF tatsächlich vergessen... in meinem Sommer ist viel passiert, in meinem Herbst noch mehr und das Schreiben ist mehr und mehr in den Hintergrund gerückt, das Skispringen sowieso.
Furchtbar schade, vor allem wenn man bedenkt, dass ja nach wie vor fast alle Kapitel vorgeschrieben sind und ich sie nur hätte posten müssen....

Wie auch immer, das hole ich jetzt nach. Ich will dass hinter dieser Geschichte ein beendet steht und kein "in Arbeit" oder "abgebrochen".

Kapitel 26, here we go.
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„Ich will zu ihm, bitte“, sagte er dann leise aber doch laut genug, dass alle es hörten und in diesem Moment war es ihm völlig egal. Johannes ging vor ihm in die Hocke und sah ihn eindringlich an.
„Es wird schon nicht so dramatisch sein, Welli“, sagte er, mit dem Versuch, positiv zu klingen doch ein Blick von Andreas genügte und er verstummte. Andreas wusste genau, dass Johannes und Werner ebenfalls besorgt waren.
„Es spricht nichts dagegen, dass Andreas zu ihm geht“, mischte Werner sich bei dieser Gelegenheit ein. „Die zwei verstehen sich gut, der Andi kann da sicher mehr Beistand leisten, als irgendjemand anderes von uns“, setzte er hinzu und Andreas musste sehr aufpassen, dass er nicht vor Erleichterung wirklich anfing zu heulen.
„Ich fahr ihn, er ist ja mit Markus gekommen“, bot Stephan sich an und Andi nickte erleichtert. Mit Stephan im Auto musste er sich wenigstens nicht verstellen, der kannte ja die ganze Geschichte.
„Komm, Andi“, meinte Stephan sanft und zog Andreas von seinem Stuhl hoch, der ganz weiche Knie hatte.
„Sagt uns Bescheid, wir sind sicher noch ne Weile hier“, rief Richard ihnen nach als sie schon fast zur Tür draußen waren.
Andreas sagte auf der ganzen Autofahrt kein Wort und Stephan drängte ihn nicht.
„Hoffentlich ist da nichts Schlimmes“, meinte er nur leise als sie am Krankenhaus auf den Besucherparkplatz fuhren.
„Sag sowas nicht“, murmelte Andreas leise und Stephan legte ihm einen Arm um die Schultern als sie aussteigen.
„Ich fahre ins Trainingszentrum zurück und wir warten dort auf Neuigkeiten, okay?“, fragte er leise und freundlich und Andi nickte ein bisschen zittrig.
„Ich kann auch mitkommen, wenn du magst“, schlug er vor, aber Andreas winkte ab und stieg aus. Als er aufs Krankenhaus zuging fühlte er sich ein bisschen wie an dem Tag als Julia dort eingeliefert worden war, nur dieses Mal hatte er keinen Andi dabei, der ihn unterstützte.
Am Empfang erfuhr Andreas dass Markus stationär aufgenommen worden war und Röntgenaufnahmen und ein CT vom Rücken gemacht wurden, um die genaue Ursache der Schmerzen zu erklären.
Eine Schwester tauchte auf, die Andi mitteilte, dass Markus noch bei den Untersuchungen war, sie ihn aber auf sein Zimmer bringen würde, sobald er fertig war.
Sie war sehr nett und freundlich. „Er kann Arme und Beine einwandfrei bewegen, also gehen Sie mal nicht vom Schlimmsten aus“, meinte sie und wiederholte das, was Johannes auch schon gesagt hatte, aber Andreas konnte sich nicht wirklich darüber freuen, zu groß war die Angst um seinen Freund.

Eine Viertelstunde später, die sich für Andi wie ein halbes Leben angefühlt hatte, führte die Schwester ihn zu einem Zimmer und Andreas klopfte an.
Als niemand antwortete, öffnete er vorsichtig die Tür. Ein bisschen erleichtert stellte er fest, dass Markus nicht im Bett lag und womöglich mit Schläuchen oder ähnlichem verkabelt war, sondern normal angezogen auf der Bettkante saß. Unter dem Tshirt zeichnete sich eine Art Korsett ab, das wohl den Rücken stabilisieren sollte.

Markus hatte auf sein Eintreten nicht reagiert, doch Andreas konnte auch nicht abwarten. Er ging zum Bett und kniete sich hinter Markus, die Hände legte er vorsichtig auf seine Schultern.
„Hey, ich bins“, sagte Andreas leise und setzte ein unsicheres „Ich will dir nicht wehtun“, hinzu und nahm die Hände wieder weg.
Markus antwortete ihm nicht. Doch seine Hände, die bis gerade noch so verkrampft um das Laken des Bettes gekrallt gewesen war, dass die Fingerknöchel weiß hervorgetreten waren, lösten sich.
Markus lehnte sich gegen Andreas Oberkörper und der schlang ganz vorsichtig die Arme um ihn.
„Du kannst mir nicht wehtun, ich bin vollgepumpt mit Schmerzmittel“, murmelte Markus und seine Stimme klang leicht verwaschen.
„Markus, was ist passiert?“, fragte Andreas sanft und musste ein paar Mal schlucken, damit der Kloß in seinem Hals verschwand.
Er hatte Markus schon verärgert, genervt, wütend, traurig, alles gesehen, aber noch nie so. So verletzlich, so schwach, so irgendwie zerbrochen.
Markus atmete ein paar Mal tief ein und aus und schloss die Augen. Sein Kopf lehnte an Andreas Schulter und Andi vergrub die Nase in Markus Haaren.
„Keine Ahnung, ich hab das Gleichgewicht verloren und dann hat es mich verrissen. Ich hab gemerkt, dass es sich ganz seltsam anfühlt, so eine stechende Wärme und dann hat es wahnsinnig wehgetan. Ich wusste sofort dass was nicht stimmt.“ Er stockte und richtete sich ein Stück auf, offensichtlich hatte er doch Schmerzen.
„Solltest du dich nicht hinlegen?“, fragte Andi besorgt, aber Markus schüttelte den Kopf.
„Ich hatte die Wahl zwischen diesem scheiß Korsett hier und völlig flachem Liegen, ich hab das Korsett bevorzugt, damit fühle ich mich zumindest noch nicht wie völlig invalide“, sagte Markus trocken.
„Ich bin da, okay?“, sagte Andreas dann leise und Markus sah ihn mit einem seltsam verschleierten Blick an.
„Wenn jetzt irgendwas ist, dann verpasse ich Olympia, noch schlimmer, am Ende ist meine ganze Karriere vorbei“, seufzte er und Andreas umfasste sein Gesicht mit beiden Händen und zwang Markus so, ihn anzusehen.
„Hör auf den Teufel an die Wand zu malen, Markus. Du weißt doch noch gar nicht, was ist“, sagte Andreas sanft und als Markus sich abwenden wollte, beugte er sich nach vorne und küsste ihn.
Ganz vorsichtig, aus Angst, ihm wirklich wieder wehzutun.
Markus gab seinen Widerstand auf, als Andreas ihn noch einmal, zweimal küsste und als sie sich voneinander lösten sah Markus ihn aus halboffenen Augen an.
„Wie machst du das?“, fragte er und lehnte seine Stirn gegen Andis. Sie war heiß, wahrscheinlich hatten die Schmerzmittel gewaltige Nebenwirkungen. „Wie mache ich was?“, fragte Andreas und strich Markus mit den Fingerspitzen über die empfindliche Haut an Hals und Schulterblatt.
„Wenn es scheiße läuft und wieder etwas gebrochen ist, kostet mich das vielleicht meine Karriere und Skispringen bedeutet mir alles. Dann kommst du und küsst mich und für den Moment vergesse ich alles andere“, seufzte Markus und trotz der ernsten Situation musste Andreas lachen.
„Sehr süß von dir“, sagte er und Markus brachte ein schwaches Grinsen zustande.
„Versuch zu schlafen, ich kann dir doch ansehen, dass du müde bist“, meinte Andreas schließlich und strich Markus mit dem Daumen über die Wange.
„Als ob ich schlafen könnte, wenn meine Karriere auf dem Spiel steht“, seufzte Markus, doch als Andreas sich nach hinten aufs Bett setzte und die Hand nach Markus ausstreckte, rutschte er zu ihm und ließ sich in seine Arme ziehen.
Sein Kopf lag wieder auf Andis Schulter und er schloss die Augen als Andreas ihm sehr vorsichtig über den oberen Rücken strich. Als Markus‘ Kopf schwerer wurde, merkte Andi, dass er sehr wohl schlafen konnte.
Er schickte Werner und Stephan eine Nachricht, dass es noch nichts Neues gab und beobachtete Markus schließlich, wie er da lag, an ihn gekuschelt und schlafend. Es war das Beste, was ihm passieren konnte.
Andi konnte die Angst seines Freundes absolut nachvollziehen. Als er damals den schweren Unfall gehabt hatte und an der Schulter operiert worden war, war eigentlich nie wirklich zur Debatte gestanden, ob er wieder anfangen konnte, es war eine Verletzung gewesen, die zwar langwierig und anstrengend, aber nicht wirklich Karrierebedrohend war. Bei Markus war das anders. Ein gebrochener Wirbel konnte eine Karriere beenden, dafür gab es mehr als genug Beispiele in der ganzen Sportwelt.
„Alles wird gut“, flüsterte Andreas Markus ins Ohr, auch wenn er nicht sicher war, ob sein Freund das überhaupt hörte.
Eine Weile später, Andi hatte  keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war, öffnete sich die Tür und eine Ärztin betrat den Raum. Sie mochte Ende dreißig sein und lächelte Andreas freundlich zu.
„Wie gut, dass er etwas schlafen konnte, das verkürzt die Wartezeit“, sagte sie immer noch lächelnd und Andreas weckte Markus.
„Die Ärztin ist da“, meinte er leise und Markus blinzelte. Andreas zog seinen Arm unter Markus hervor und stand auf. „Ich warte draußen, okay?“, fragte er und Markus nickte. Andreas wäre am Liebsten geblieben, es fiel ihm wahnsinnig schwer, Markus alleine zu lassen, dem die Angst ins Gesicht geschrieben stand.
Draußen vor der Tür musste Andreas ein paar Mal tief ein und aus atmen, damit er nicht die Beherrschung verlor und ging dann hinüber zu einem Wasserspender um sich einen Becher zu nehmen.
Wieder fühlten sich die wenigen Minuten, die er wartete an, wie Ewigkeiten, dann kam die Ärztin wieder heraus.
„Sie können wieder zu ihrem Freund, wenn Sie möchten“, sagte sie mit einem Kopfnicken und eilte davon, ohne dass Andi noch fragen konnte, was denn jetzt war.

Markus stand am Fenster und blickte nach draußen. Andreas legte ihm von hinten die Arme um die Mitte und drückte ihm einen Kuss auf den Hals, ehe er überhaupt etwas sagte. Markus drehte sich zu ihm um, mit Tränen in den Augen, wie Andi erschrocken feststellte.
„So schlimm?“, fragte er erschrocken und zog Markus etwas enger an sich. Der sah Andreas erst mit einem ganz seltsamen Ausdruck im Gesicht an, dann schüttelte er den Kopf. „Nein, nein ist es nicht“, brachte er dann hervor und ehe Andi es sich versah, küsste Markus ihn so heftig und leidenschaftlich dass Andreas wortwörtlich fast die Luft wegblieb, obwohl er den Kuss ziemlich gut fand.
„Das Gewebe um den Wirbel ist angeschwollen, daher die Schmerzen, wahrscheinlich eine Zerrung, aber mit dem Wirbel selbst ist alles in Ordnung. Ich soll nicht trainieren, bis ich wieder völlig schmerzfrei bin und dann langsam anfangen, aber es ist nichts wirklich Schlimmes.“
Andreas strahlte Markus an und schlang ihm die Arme um den Hals. Markus erwiderte die Umarmung und dann, als sie sich wieder voneinander lösten, hatte Andi seine übliche, lockere Art wiedergefunden und stieß Markus in die Seite.
„Ich hab doch gesagt, nicht gleich den Teufel an die Wand malen“, grinste er breit und Markus zwickte ihn so heftig in die Seite, dass Andi vor Schmerz aufschrie, bevor er doch wieder lachen musste.
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