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Wenn du fällst kannst du fliegen

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Andreas Wank Andreas Wellinger Karl Geiger Markus Eisenbichler
03.04.2017
10.07.2018
31
53.534
16
Alle Kapitel
116 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
03.04.2017 1.753
 
Hach ja.
Die Saison ist vorbei und ich finde es immer noch schade. Ich stalke nach wie vor jeden Tag die Instagramaccounts von Andi, Stefan und Co.
Obwohl ja erfahrungsgemäß die Fanfictionsfülle und das Interesse immer nach der Saison ein bisschen abfällt, muss ich diese FF trotzdem veröffentlichen.
Die Idee kam mir mit diesem zauberhaften Projekt:
https://forum.fanfiktion.de/t/21518/1

35 Redewendungen, die irgendwie verarbeitet werden solle.
Erst wollte ich wie üblich im HP Fandom ansetzen, aber dann habe ich mir Redewendungen genauer angesehen und irgendwie passt das so schön zu Markus und Andi und all den Momenten während der Saison.
Die Kapitel setzen sich aus einzelnen Situationen zusammen, die es teilweise während der Saison wirklich gab, teilweise aber auch fiktiv und frei erfunden sind.
Es sind Momentaufnahmen, die aber chronologisch zusammenpassen. Den Anfang darf man ungefähr irgendwo um Willingen diese Saison setzen :)
Hauptplot sind Andi und Markus, wie man der Kurzbeschreibung unschwer entnehmen kann.
Und dann geht es auch schon los mit der ersten Redewendung:

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft

Wie ein Flummi hopste Andi vor seinem älteren Freund herum und grinste dabei wie ein Honigkuchenpferd.
„Andi, du nervst“, sagte Markus trocken. Er war nicht so begeistert wie sein jüngerer Freund. Andis Tag war perfekt gelaufen, mega Sprung, zweiter Platz am Ende, alles perfekt.
Markus war zwar gerade noch in die Top 10 gerutscht, aber mit seinen Sprüngen war er ganz und gar nicht zufrieden.
Andi hielt das für völlig übertrieben und versuchte Markus aus der Reserve zu  locken, allerdings vergeblich.
„Hey, Welli!“
Andi drehte sich um und grinste noch breiter. Andreas Wank war aufgetaucht, der das Springen heute nur von der Bande aus beobachten konnte, weil er es nicht in den Kader geschafft hatte. Trotzdem grinste der genauso breit, wie sein Gegenüber, das jetzt wie ein Känguru auf ihn zuhüpfte. Andi sprang Andreas in die Arme und der wirbelte den Jüngeren herum.
Markus verzog das Gesicht. Das hatte ihm gerade noch gefehlt.
Wortlos pfefferte er Brille und Helm in die Tasche, schulterte sie und stapfte davon.
Andi, der gerade wieder von Andreas heruntergelassen wurde, sah sich nach seinem anderen Freund um.
„Wo ist er denn jetzt hin?“, fragte er leicht verwirrt und seufzte. Markus konnte wirklich anstrengend sein. Andi liebte den Bayer mit seiner lustigen Art  und mochte ihn gerade deswegen so gerne, weil er seine Gedanken und Gefühle nie hinter dem Berg hielt.
Aber wenn Markus angefressen war, dann ging man ihm besser aus dem Weg, selbst wenn man Andreas Wellinger hieß.
Er zuckte die Schultern. Heute Abend war eine kleine Feier zum Abschluss des Weltcup- Wochenende angesetzt, da würde sich Markus schon wieder beruhigt haben.
Gemeinsam mit Andreas kletterte er in eines der Autos, die sie zum Hotel bringen würden. Der Gedanke an Markus ließ ihn nicht los. Eigentlich war er nicht so, dass er einfach davonlief, wenn er schlechte Laune hatte.
Andi kannte ihn nun schon eine ganze Weile ganz gut. Sie hatten sich während der Saison schon hin und wieder ein Zimmer geteilt und Andi hatte festgestellt, dass Markus wirklich ein völlig anderer Mensch geworden war als noch vor zwei oder drei Jahren.
Sie verstanden sich richtig gut, hatten viel zu lachen und lagen voll auf einer Wellenlänge.
Obwohl Andi sich auch gerne ein Zimmer mit Andreas teilte und es schade fand, dass sein langjähriger Freund nur so selten bei den Weltcups dabei war, ertappt Andi sich sogar hin und wieder dabei, wie er Markus als Zimmerkollegen vermisste, wenn er sich das Hotelzimmer mit Andreas teilte.
Der schien die Nachdenklichkeit seines Freundes nicht zu bemerken und plapperte munter über das Springen. Schließlich schaffte Andi es, seine Sorge um den Freund abzuschütteln und sich auf Andreas zu konzentrieren.
Er würde sich sein gutes Ergebnis nicht vom launischen Markus kaputt machen lassen. Bis heute Abend hatte der sich sicher wieder beruhigt.

Da lag Andi aber ausnahmsweise falsch.  Nachdem Markus genervt zurück ins Hotel gegangen war und sich geduscht und umgezogen hatte, hatte er sich eigentlich wieder beruhigt.
Es war okay. Andreas war nun einmal Andis bester Freund und das schon seit Jahren. Markus war nur an die Stelle des Zimmerkollegens gerückt, weil Andreas und Marinus, mit denen Andi sich sonst das Zimmer teilte, diese Saison beide leistungs- und verletzungsbedingt nicht dabei waren.
Sie verstanden sich gut und mehr nicht. Punkt.
Dummerweise konnte Markus nicht verhindern, dass er begonnen hatte, Andi zu mögen und zwar ein bisschen mehr als gut für ihn war. Andi schaffte es immer, Markus aufzuheitern, wenn dieser zu selbstkritisch war oder sich über einen Sprung ärgerte.
Es brauchte nur ein Lächeln, eine Umarmung oder einen dummen Spruch von Andi und Markus‘ Welt war wieder in Ordnung.
Nur heute war Andi selber so euphorisch gewesen, dass er vermutlich gar nicht auf Markus geachtet hatte.
Außerdem war Andreas da und dann war Markus abgeschrieben.
„Was ist, bist du immer noch nicht fertig?“ Markus sah auf. Karl lehnte im Türrahmen und legte den Kopf schief.
„Was?“, fragte Markus verwirrt und Karl grinste.
„Die Party, hast du vergessen? Wir müssen los, wenn wir nicht zu spät kommen wollen“, sagte er und tippte demonstrativ auf seine Armbanduhr.
„Keine Lust“, brummte Markus. Karl schnaubte.
„Man Eisi, du bist neunter geworden, nicht im ersten Durchgang ausgeschieden, das ist doch wohl kein Weltuntergang, hör auf zu schmollen und freu dich über deine guten Ergebnisse diese Saison. Außerdem hat Andi mich vorhin schon gefragt, ob du kommst“, sagte er dann.
Markus sah auf. „Andi hat nach mir gefragt?“, fragte er ein bisschen zu euphorisch.
Karl zog die Augenbraue hoch und grinste, für Markus‘ Geschmack viel zu süffisant.
„Hat er. Meinte, du hast dich ganz komisch verhalten nach dem Sprung, aber er hat dich dann nicht mehr erwischt.“
„Klar, war ja mit Andreas beschäftigt“, brummte Markus.
Nun lachte Karl. Markus sah ihn finster an.
„Sag mal, Eisi, bist du eifersüchtig?“, fragte er dann und Markus merkte, wie seine Wangen heiß wurden.
„Spinnst du?“, fragte er bissig aber Karl sah darin offensichtlich nur eine Bestätigung seiner Vermutung.
„Mensch, unser Nesthäkchen hat wirklich eine unglaubliche Wirkung auf andere, egal ob weibliche Fans, Presse oder Kollegen“, grinste er dann. Markus warf sein Kopfkissen.
„Eifersucht hin oder her, hör auf in Selbstmitleid zu schwimmen, zieh dir was Gescheites an und komm.“
Widerwillig stand Markus auf. Er hatte immer noch keine Lust auf die Party, aber wenn er nicht ging musste er sich nur dummen Fragen stellen und darauf hatte er noch weniger Lust.
Zehn Minuten später marschierte Karl voran auf den Aufzug zu.
Man hörte Stimmen und als sie um die Ecke bogen sahen sie Andi, Stefan und Michael, die beiden Österreicher, die mit ihnen im gleichen Hotel wohnten.
„Irgendwann schlage ich dich, versprochen“, erklärte Andi gerade und boxte Stefan spielerisch in die Schulter. Der lachte und packte den Jüngeren dann um die Hüften.
Andi quietschte vor Lachen als Stefan ihn zu Kitzeln begann.
Michael, der Markus und Karl entdeckt hatte, kam zu ihnen hinüber.
„Wie die kleinen Kinder, oder?“, fragte er und Karl nickte grinsend. Markus sagte gar nichts sondern beobachtete die Szenerie miesgelaunt.
Stefan war Andi so nah. Einfach so. Ohne dass es komisch wirkte, oder Andi ein Problem damit zu haben schien. Sie fielen beinahe ineinander verkeilt in den Aufzug als dieser seine Türen öffnete und lachten dabei immer noch beide.
Markus spürte wieder diesen Stich in der Brust. Er wünschte sich, mit Stefan tauschen zu können, aber das blieb nur ein Wunschtraum.
Unten war die Party schon in vollem Gange. Andi und Stefan, die ihre Kabbeleien beendet hatten grinsten sich breit an.
„Also Jungs, auf einen schönen Abend“, meinte Michael und schnappte sich Gläser mit alkoholfreiem Sekt für alle.
Andi stieß als erstes mit Markus an.
„Alles gut?“, formten seine Lippen und Markus zuckte nur die Schultern und zwang sich zu einem Lächeln.
In einer ruhigen Situation merkte Andi, wenn Markus log, so gut kannten sie sich mittlerweile, aber nicht heute.
Stattdessen nickte Andi nur und schnappte dann Andreas bei der Hand, der neben ihnen aufgetaucht war.
„Auf geht’s, wer spielt mit Karaoke?“, fragte er und die beiden Österreicher waren sofort dabei.
Karl, der noch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte lehnte dankend ab, bewaffnete sich aber mit einer Kamera zum Filmen und folgte den anderen zur Leinwand hinüber. Markus ging notgedrungen mit.
Er hockte neben Karl auf dem Sofa, immer noch mäßig gut gelaunt und beobachtete, wie die anderen ihren Spaß hatten.
Andi kabbelte sich immer wieder mit Stefan und Andreas und saß zeitweise sogar auf Andreas Schoß als auf dem Sofa kein Platz mehr war, denn inzwischen hatten sich noch mehr Springer zur Abendunterhaltung eingefunden.
Andi suchte Markus Blick, sogar mehrmals, aber Markus bemühte sich, ihm auszuweichen. Andi schien davon auszugehen, dass Markus immer noch missmutig wegen den nicht so perfekten Sprüngen war und gab irgendwann auf.
Markus dagegen beobachtete Andi in jeder Minute, die er sich ungesehen fühlte. Andi, wie er auf Michaels Schultern saß, Andi, wie er lachend den Kopf nach hinten warf, Andis typische Handbewegung, wie er sich durch die Haare fuhr.
Andi, Andi, Andi. Immer nur Andi.
Verdammt, was war nur falsch mit ihm?
„Sag mal, hast du was?“ Richard setzte sich auf einmal neben Markus und folgte dessen Blick, der nach wie vor auf Andi gerichtet war, der inzwischen ausgelassen mit den anderen zu Partymusik aus der Anlage tanzte.
„Passt scho“, brummte er, aber Richard täuschte man leider auch nicht so einfach.
„Bist du eifersüchtig auf Andi?“, fragte Richard unumwunden und Markus seufzte. Zum zweiten Mal fragte ihn heute jemand, ob er eifersüchtig war.
Dabei war Markus durchaus der Ansicht, dass er kein eifersüchtiger Mensch war. Zumindest in seinen bisherigen Beziehungen war er das nie gewesen.
„Wieso sollte ich?“, fragte er bissig und Richard zuckte die Schultern. „Keine Ahnung, weil er momentan halt unser Überflieger ist und du super Leistungen zeigst, was halt leider in der Öffentlichkeit ein bisschen untergeht.“
Da verstand Markus erst, dass Richard nicht Andi Wank, sondern seinen Andi gemeint hatte und lachte.
„Unsinn, ich gönn ihm jede Platzierung“, sagte Markus und meinte das auch so.
Dann sah er wieder zu der ausgelassenen Bande im Raum.
Die Eifersucht ballte sich wie ein Feuerball in seinem Magen als er sah, wieviel Spaß Andi ohne ihn hatte, wie nah ihm Stefan oder Andreas immer wieder waren.
„Ich hab Kopfschmerzen, ich geh mal ins Bett“, sagte er zu Richard, der ihn überrascht ansah, aber Markus gab ihm keine Gelegenheit zur Nachfrage, er war schon aufgestanden.
Hier hielt er es hier und jetzt nicht mehr aus.
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