Zwischen den Zeilen von Mittelerde

KurzgeschichteHumor, Parodie / P6
Boromir Elrond Frodo Gimli Legolas OC (Own Character)
30.03.2017
15.06.2020
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30.03.2017 1.068
 
Wir befinden uns im Jahre 3018 D.Z. Ganz Mittelerde...ach, das steht ja schon in der Kurzbeschreibung. Und damit herzlich wilkommen hier beim ersten Kapitel meiner kleinen Kurzgeschichtensammlung...wie auch immer du hierher gekommen bist. Ist ja auch egal. Die Kapitel haben keinerlei Zusammenhänge.
Bitte fragt mich einfach nicht, wie ich auf so eine Idee komme...vielleicht kann ich euch ja hiermit wenigstens ein bisschen unterhalten :D
Viel Spaß!
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"Wir sind hier zusammengekommen, um eine hochwichtige Angelegenheit zu besprechen", eröffnete Elrond feierlich den Ringrat. "Aber ich sehe viele neue Gesichter und da es bei einer Beratung eventuell hilfreich sein kann, den Namen seines Gegenübers zu kennen, schlage ich vor, wir machen vor der Beratung erstmal ein kleines Kennenlernspiel..." Boromir stöhnte auf. "Was ist das denn für ein Kinderkram? Da mach ich nicht mit!" "Spielverderber!", maulte Legolas. "Ich bin kein Spielverderber!" "Bist du wohl!", riefen nun auch die Hobbits (Historiker sind sich bis heute nicht einig, wo Sam, Merry und Pippin plötzlich herkamen, aber jedenfalls saßen sie mit dort). "Bin ich nicht!", schrie Boromir. "Ich bin..." "RUHE!", brüllte Elrond. Alle erstarrten. "Das ist kein Kinderkram und wenn du uns jetzt schon sagst, Boromir, dass du der Sohn des Truchsess von Gondor bist, können wir uns das Kennenlernspiel sparen. Ich hab hier schließlich auch nen Bildungsauftrag zu erfüllen!" Elrond machte eine kurze Pause, um sich zu beruhigen und fuhr dann fort: "Ich meine, das Ergebnis unserer Beratung hat ja lediglich Auswirkungen auf das Schicksal aller freien Völker Mittelerdes, das kann ruhig warten. Ich erklär euch jetzt das Spiel: Wir nehmen einen Tischtennisball und werfen ihn uns zu, dabei rufen wir jeweils den Namen der Person. Einer steht in der Mitte und versucht den Ball zu fangen. Legolas, kannst du bitte den Ball von der Tischtennisplatte holen?"
Legolas lief los und war eine halbe Minute später wieder da. "Elladan und Elrohir spielen grade. Sie wollten mir den Ball nicht geben!" "Darf ich sie verhauen, Elrond?", fragte Aragorn. "Nein", sagte Elrond streng. "Das werde ich später selbst erledigen", ergänzte er noch, damit die anderen nicht glaubten, dass er die Erziehung seiner Söhne vernachlässigte. Es wurde langsam Zeit, dass die beiden erwachsen wurden! "Wir werfen einfach Gloins Axt!", schlug Legolas plötzlich vor. "Niemand außer mir fasst meine Axt an!", knurrte dieser sofort und sein Sohn Gimli fügte hinzu: "Dasselbe gilt für meine Axt!" Ratlos schauten sich die Ratsmitglieder an, bis schließlich Gandalf das Wort ergriff. "Frodo hat den Einen Ring dabei. Ob er ihn uns jetzt zeigt oder später, hat keine Bedeutung... Wir können den Ring sicher gut als Ballersatz benutzen!" Frodo starrte Gandalf entsetzt an, nickte dann langsam und legte den Ring auf den Tisch. Sofort stürzte sich Boromir darauf. "Mein Schatz!", rief er freudig aus. Alle schauten ihn erschrocken an und peinlich berührt legte er den Ring wieder hin. Elrond nahm ihn nun und sprach feierlich: "Ich werde beginnen. Ich bin Elrond, Fürst von Imladris. In meiner Freizeit spiele ich gern mit meinen Söhnen Tischtennis, aber entweder darf ich nicht mitspielen oder ich verliere. Außerdem..." Boromir knurrte: "Das reicht. Wirf endlich!" Elrond zuckte mit den Schultern und setzte zum Wurf an. "Zu mir!", rief Legolas. "Legolas", rief Elrond, um die Spielregeln einzuhalten, und warf dem blonden Elb den Ring zu. Dieser griff ihn locker mit einer Hand aus der Luft, atmete tief ein und sagte: "Also, ich bin Legolas aus dem Waldlandreich, Thranduils Sohn, bin der beliebteste Elb ever, hab einen Unendlichkeitsbogen und kann über abstürzende Steinbrocken laufen*." Die Hobbits sahen den Elb voll Bewunderung an, doch der Rest verdrehte nur genervt die Augen. "Angeber", knurrte Gimli, doch Legolas ignorierte ihn gekonnt.
Elrond wollte sich in die Mitte stellen, was aber nicht ging, weil da ein Steintisch stand. Deshalb kletterte er kurzerhand drauf und sagte: "Ich werde jetzt versuchen, den Ring abzufangen." Legolas setzte zum Wurf an und rief dabei: "Grummeliger Zwerg, Achtung Ring!" Natürlich fühlten sich weder Gloin noch Gimli angesprochen, Elrond verfehlte, weil Legolas flach geschossen hatte, und der Ring flog ins Gebüsch. "Nicht mal fangen können diese Zwerge!" Gloin unterdrückte den aufkommenden Zorn und erwiderte: "Wenn der Herr Elb einen Namen gerufen hätte, wäre der Ring auch angekommen." Elrond meinte beschwichtigend: "Stellt euch einfach beide vor." "Ich bin Gloin." "Ich bin Gimli, Sohn von Gloin. Wo ist der Ring?" "Hinter dir", grinste Legolas spöttisch. Es raschelte und aus dem Busch hinter den Zwergen krabbelte Sam. "Ich hab ihn!" Er setzte sich wieder auf seinen Platz und sagte: "Ich heiß Sam. Ich bin-oder war-der Gärtner von Herrn Frodo." Ebendiesem wollte er den Ball nun zuwerfen, aber weil Frodo neben ihm saß, reichte er ihn einfach weiter. Frodo übergab an Merry und Merry an Pippin. Boromir meckerte: "Werfen, nicht geben!" "Wie du willst, Spielverderber!", erwiderte Peregrin und schmiss den Ring in hohem Bogen Richtung Boromir. Wieder fing niemand und der Ring landete irgendwo im Gebüsch. "Närrischer Tuk!", schimpfte Gandalf. Doch bevor er weiterreden konnte, ertönte aus dem Gebüsch ein langgezogenes, freudiges "Mein Schaaaatz!" und alle schauten erschrocken drein. "Was war das?", fragte Elrond. "Dieses Gollum-Vieh...es ist uns übrigens entkommen", erklärte Legolas. Gandalf stöhnte auf."Dann müssen wir Smeagol sofort wieder einfangen." Er schaute in fragende Gesichter. "Was hat es denn mit diesem Wesen und dem Ring auf sich?", wollte Gloin wissen. Auf diese Frage hin folgte ein mehrstündiger Unterricht im Fach "Geschichte des Einen Rings", und als endlich alle Bescheid wussten, wurde es bereits dunkel und man verschob die Suche nach Gollum auf den nächsten Tag. Doch wie sich bald herausstellte, war das keine so gute Idee...

Anm. d. Autorin:
Gollum wurde nicht gefunden, er brachte den Ring nach Mordor, Sauron schlug sämtlichen Widerstand nieder und Mittelerde versank für immer im Schatten.
Ein dramatisches Beispiel dafür, was ein simples Kennenlernspiel alles anrichten kann.
Und die Moral von der Geschicht: Benutzt den Einen Ring zum Ballspielen nicht!

*Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere (Film)
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