May the Dread Wolf take you

GeschichteRomanze, Angst / P16
Inquisitor (weiblich) Solas
27.03.2017
27.03.2017
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Die Nacht in den Bergen der Himmelsfeste war zumeist sehr ruhig. Obgleich bereits viele Pilger, Soldaten und andere Kundschafter dort lebten, konnte man Abends ruhig schlafen. Kein Lärm weckte einen, und kein Mensch bat dich um dieses und jenes, was Inquisitor Eleanor sehr begrüßte, denn dies war die einzige Zeit, in der sie etwas Ruhe fand und ihre Gedanken sammeln konnte.

Jedoch war es in dieser Nacht anders.

Der Kriegsrat war einberufen worden. Cullen, Cassandra und Leliana standen mit der Inquisitorin um den hölzernen Tisch und schwiegen nachdenklich. Hinter jenen Türen versuchte Josephine die tobende Menge zu beruhigen, doch gemeinsam mit Cole schaffte sie es nicht.

,,Wir sollten ihn töten! Ihn umbringen!"
,,Wer weiß wie viele Spione denn noch hier sind! Jeder hier könnte einer sein!"
,,Wir haben ihn endlich gefunden und ihr sagt uns nicht wo er ist? Ich sage: töten wir ihn bevor er unsere Welt zerstört!"

Jeder dieser Sätze fand jubelnde Zustimmung der restlichen Menge, und Josephines zarte Stimme reichte nicht aus, um alle zu übertönen. Cole konnte nur schwer aufrecht stehen; er stand gekrümmt da und hielt sich die Ohren zu. So viele gemischte Gefühle konnte er nicht verarbeiten, vorallem nicht, weil er jeden Gedanken jedes einzelnen Kriegers hören konnte.
Schließlich trat der eiserne Bulle zu Josephine, holte kräftig Luft und stieß einen lauten, zornigen Schrei aus.

Die Menge verstummte.

Josephine nickte dem Bullen zu, und began zu reden:

,,Mitglieder der Inquisition! Ich verstehe eure Wut nur zu gut, und ich weiß das jeder einzelne auf Rache aus ist. Ihr wollt diese Welt vor Solas beschützen so wie wir sie vor Corypheus beschützt haben, und das werden wir auch. Jedoch wird sich Inquisitorin Eleanor noch mit den restlichen Ratsmitgliedern treffen, um genau zu sein tut sie das jetzt..."
"Für welchen Zweck? Töten wir ihn!", kam es wieder aus der Menge. Die angespannte Lage war nicht zu übersehen.
,,So einfach ist das nicht", sagte Josephine, ,,wir haben es hier mit jemandem zu tun, der klüger und mächtiger ist als Coripheus es jemals war. Wir könnten eine Arme zu Solas entsenden, um ihn zu töten, aber niemand von euch würde lebend wiederkommen. Ihr würdet alle enden wie die Krieger der Q'nari. Ein offensiver Krieg gegen einen Gott ist keine Option."

,,Was sollen wir denn dann machen? Tatenlos zusehen wie unsere Welt im Chaos versinkt?"

Der Ruf kam von einem von Cullens Krieger, welcher ungeduldig hin und her blickte, als würde die Lösung sich im Raum verstecken.

,,Das wird derzeit noch besprochen, hinter diesen Toren. Ich bitte euch, uns noch ein paar Tage zu geben bevor wir unsere Pläne veröffentlichen."

Die Menge murmelte mürrisch, entfernte sich jedoch langsam von dem großen Tor, das zum Raum des Kriegsrats führte.

In diesem standen noch immer die Mitglieder der Inquisition, ratlos und schweigend. Schließlich brach Eleanor dieses:

,,Also noch einmal. Du sagst, du und deine Spione habt Solas in den Wäldern nördlich der erhabenen Ebenen gesehen."

Der Spion, der zu Leliana gehörte nickte langsam. Er redete langsam, denn er stand noch immer unter Schock. Sein ganzer Körper war zerschunden, er zitterte und seine Kleidung (oder das, was noch da war) triefte noch immer in Blut, obwohl er bereits verbunden worden war.

,,J-ja. Sehen..gesehen haben wir ihn...es war er, keine Frage. Wir..waren so leise und haben gedacht er..er sieht uns nicht und dann, dann hat er, er hat..ich.."
Der Mann zuckte zusammen und began zu schluchzen.
Leliana legte ihm die Hand auf den Arm:
,,Erzähl weiter, mein Freund."
Das tat er.
,,Er..hat sich irgendwie verwandelt. Zuerst hat er grün zu leuchten begonnen, dann stand da dieses große Monster...ein wolfartiges Ding, aber es war kein Wolf...e-es hatte an jeder Seite 3 Augen, die so rot leuchteten wie Lyrium und es war so verdammt groß Leliana, ihr werdet es nicht glauben, nicht mal wenn ihr es s-selbst seht.
Und dann roch er uns..und wir rannten aber er hat jeden einzelnen meiner Männer geschnappt und..."
Der Mann verstummte im Schluchzen.
,,Schon gut", sagte Eleanor, ,,Das war seine zweite Gestalt. Er ist Fen'Harel. Der Wolf der die Elfen in den alten Sagen alles Unheil gebracht hat. Ich vermute das war es, was du gesehen hast. Weißt du, wieso er sich verwandelt hat oder was er in den Wäldern gesucht hat?"
Der Zerschundene schüttelte nur den Kopf und weinte.

,,Neinneinnein ich weiß gar nichts! Meine Männer..hatten alle Frauen..sie sind tot und ich muss..es ihnen sagen.."
,,Das werde ich übernehmen", sagte Cullen ruhig. ,,Sucht die Heilsmagierin auf. Sie wird euch helfen. Ihr habt gut gedient."

Dankend verschwand der Mann aus dem Saal.

,,Nun, mehr als seinen Standort haben wir nicht herausgefunden. Selbst wenn wir wüssten was er vorhätte oder wo er gerade wäre - was können wir tun?", sagte Cassandra ruhig.

,,Das ist ja das Problem", murmelte Cullen.
,,Meine Männer können gegen Solas nichts ausrichten. Er wird sie nur zu Stein verwandeln und töten. Somit ist praktisch jeder Kämpfer nutzlos."
Cullen seufzte verärgert. Die Hilflosigkeit machte ihm zu schaffen.

,,Somit auch alle Magier.", stellte Cassandra verärgert fest.
,,Inquisitorin, ihr seid die stärkste Magierin in ganz Thedas. Doch ich vermute, selbst wenn ihr das Mal des Risses noch hättet, könnten nicht einmal eure Magier, geschweige den ihr, etwas gegen diesen Elfen ausrichten. Er ist zu stark."

Eleanor blickte auf ihre Protese, dort wo sich einst ihr Arm befand. Das Mal war ihr zusammen mit diesem entrissen worden, was den Glauben der Menge an sie deutlich geschwächt hatte. Fragen wie: hatte der Erbauer ihr die Kraft wieder genommen? und: war sie denn jetzt noch die Auserwählte? waren deutlich öfters als ein mal aufgekommen.
,,Ich weiß die Lage erscheint ausichtslos", sagte sie, ,,wir wissen nicht viel mehr als vorher, und gegen Solas sind wir praktisch machtlos. Ich würde dich jedoch bitten, Leliana, weitere Spione in die Erhabenen Ebenen zu schicken."

Leliana schien protestieren zu wollen, doch dann änderte sie ihre Meinung:
,,Ich denke ihr wisst, dass das deren sicherer Tod ist."

,,Das ist mir durchaus bewusst. Aber haben wir eine andere Wahl?"

Alle sahen bestürzt zur Seite. Als niemand etwas sagte, versuchte die Inquisitorin ihre Meinung zu bekräftigen:

,,Wir haben keine. Ich finde es genauso schrecklich wie ihr, Männer für vielleicht nichts opfern zu müssen, doch wenn auch nur einer von ihnen zu uns zurückkehrt, ist das ein Erfolg."

Cassandra nickte langsam, verzog aber dennoch den Mund.
,,Ich sehe im Moment auch keine andere Lösung. Wir müssen so viel über Solas wie möglich erfahren."

Plötzlich schlug Cullen auf den Tisch. Sein verärgertes Gesicht hatte sich zu einer hasserfüllten Grimasse geformt:
,,Verdammtes Schwein! Er hat alles von Anfang an geplant! Er weiß so gut wie alles über die Inquisition...unsere Stärken und Schwächen und wie wir agieren. Ich habe mich IMMER gewundert, wieso er gerade euch, Inquisitorin, das meiste von sich erzählt hat!"
Er wurde etwas rot, als er bemerkte, wie sich das anhörte.
,,N-nicht das ich romantisches Intere-- ich will nur sagen das Solas absichtlich nichts von sich preisgegeben hat."
,,Danke für diese Bemerkung, Cullen", lächelte Leliana.

Als niemand mehr etwas zu sagen hatte, bot Cassandra das Wort:
,,Also ist es beschlossen. Je mehr wir über Solas herausfinden, desto mehr Opfer müssen wir bringen. Er kennt jeden unserer Schritte, also wäre es gut Verbündete zu suchen die er nicht kennt. Und wir brauchen eine Lösung, um ihn aufzuhalten."

,,Eins nach dem anderen", murmelte Eleanor ruhig. ,,Ich werde Verbündete suchen, mit denen wir uns in Kontakt stellen können. Bis dahin sollten wir herausfinden, was Solas genau unternehmen wird."

Alle nickten. Schließlich verloren sich alle in der kommenden Stille. Seit sie Solas zuletzt gesehen hatten, waren wieder 2 Jahre vergangen. Wie sehr konnte er sich den schon verändert haben?
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