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Sehnsucht und Verdacht

von Vokaya
OneshotAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
John Porter
26.03.2017
26.03.2017
1
10.112
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26.03.2017 10.112
 
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Longing and Suspicion Sehnsucht und Verdacht

Autor:

Lady_Angel_Fanwriter

Disclaimer:

Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine autorisierte Übersetzung von Lady_Angel_Fanwriters englischer Originalstory Longing and Suspicion. Alle bekannten Charaktere gehören mir selbstverständlich nicht und der Inhalt ist frei erfunden. Ich verdiene mit dieser Story bzw. Übersetzung kein Geld, sondern schreibe nur aus Spaß an der Freude.

Link zur Originalstory:


Anmerkung:

Wie einige von euch vielleicht bemerken werden, habe ich mich bei der Übersetzung dieser Story ausdruckstechnisch etwas vom Original entfernt, was in diesem Fall aber beabsichtigt war. Zwar bemühe ich mich, wenn ich Geschichten übersetze, so nah wie möglich am Original zu bleiben, aber mir ist auch und vor allem wichtig, einen flüssigen und sinnvollen deutschen Text zu schreiben und die erwähnten Abweichungen habe ich in diesem Fall vorgenommen, weil ich hoffe, dass die

Geschichte für euch dann „flüssiger“ ist und ihr mehr Spaß beim Lesen habt.


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Schwungvoll zog Elaine Gadarn ihre Dienstmarke über den Scanner, worauf die kugelsichere Tür entriegelt wurde. Dies war lediglich das letzte Sicherheitssystem, das sie überwinden musste, um das Hauptquartier von Sektion 20, einer Spezialeinheit des britischen Geheimdienstes, betreten zu können. Inzwischen arbeitete sie dort bereits ungefähr sechs Monate als Analytikerin, die auf mehrere Sprachen spezialisiert war, darunter Arabisch, Koreanisch und Russisch und darüber hinaus war sie eine Spezialistin für geheime Codes.

Niemand wusste jedoch, dass sie in Wahrheit für das Verteidigungsministerium arbeitete und in Sektion 20 eingeschleust worden war, um einen Maulwurf ausfindig zu machen. Vor vierzehn Monaten hatte Barbara Townsend, die Verteidigungsministerin, bemerkt, dass in dieser Einheit besorgniserregend viele Informationen durchsickerten und Elaine deshalb dort mit dem Auftrag eingeschleust, herauszufinden, wer der Betrüger war. Nur Mrs. Townsend wusste von Elaines Mission und nun, nach Monaten intensiver Arbeit, hatte sie den Kreis der Verdächtigen auf drei Personen eingegrenzt: Layla Thompson, James Middleton und Clarence Holfield – drei Personen, die eine Schlüsselrolle in Sektion 20 einnahmen. Nun musste sie nur noch unumstößliche Beweise finden, um den Schuldigen festzunageln, wer immer von diesen dreien es auch sein mochte.

Auf dem Weg zu ihrem Büro lief sie SAS-Sergeant John Porter über den Weg. Der hochgewachsene Mann mit dem kurzen, dunklen Haar und den graublauen Augen, deren Blick eine Stahlplatte hätte durchbohren können, beeindruckte die junge Frau schon seit ihrer ersten Begegnung. Als er ihr vorgestellt worden war, hatte er sie mit festem Blick angesehen und sie hatte sich gefühlt, als wäre sie buchstäblich an ihren Stuhl genagelt worden.

An diesem Morgen trug er einen Kampfanzug, der ihr verriet, dass er sich auf eine Trainingseinheit mit den Rekruten vorbereitete.

„Guten Morgen, Elaine“, grüßte er sie so freundlich wie immer, mit seiner tiefen Stimme, die ihr Herz jedes Mal schneller schlagen ließ. „Du siehst heute besonders bezaubernd aus“, fügte er augenzwinkernd hinzu, womit er auf den frechen Pferdeschwanz anspielte, zu dem sie ihre langen Haare zusammengebunden hatte. Elaine erwiderte das Lächeln und täuschte eine Lässigkeit vor, von der sie weit entfernt war, denn dieser Mann konnte sie mit nur einem Blick oder einem einzigen Wort vollkommen durcheinanderbringen.

„Danke, John“, antwortete sie fröhlich. „Aber ich hatte gehofft, dass du eher meine Beine bemerken würdest“, fügte sie nun ihrerseits augenzwinkernd hinzu und meinte damit den kiltförmigen Minirock, den sie trug. Sofort senkte Porter den Blick und sein Lächeln wurde noch verschmitzter.

„Die bemerke ich ständig“, entgegnete er in neckendem Tonfall, doch sein Blick jagte ihr trotzdem einen warmen Schauer über den Rücken.

„Bis bald“, beendete der Soldat das Gespräch, der sich nicht im Geringsten bewusst war, welche Wirkung er auf sie hatte und setzte seinen Weg, wo immer er ihn auch hinführen mochte, fort. Elaine nickte zum Abschied und ging frustriert weiter zu ihrem Büro. So hatten sie fast von Anfang an miteinander gescherzt. Einmal war er es, der ihr ein Kompliment machte, beim nächsten Mal sie, aber kein einziges Mal hatte sich diese Situation in irgendeiner Weise weiterentwickelt, was sie sich nach ein paar Wochen eigentlich gewünscht hätte.

Seit sechs Jahren war John Porter nun ein geschiedener Mann, seine Exfrau war vor ein paar Monaten gestorben und hatte ihre noch nicht ganz achtzehnjährige Tochter Alexandra als Waise zurückgelassen. Aus diesem Grund hatte er um seine Entlassung aus dem aktiven Dienst gebeten, die ihm nach einer letzten, überaus gefährlichen Mission, die beinah in einer Katastrophe geendet hätte, gewährt worden war. Sergeant Porter war ein hochqualifizierter Soldat des britischen Special Air Service gewesen - oder SAS -, der mit den amerikanischen Seals oder den russischen Spetsnaz vergleichbar war. Als früherer Soldat und späterer Agent in Sektion 20 war er an alles gewöhnt, er war widerstandsfähig und wenn nötig manchmal sogar gnadenlos, wie Elaine bereits herausgefunden hatte, da sie seine letzte Mission vor fünf Monaten genau verfolgt hatte. Doch als Mensch war Porter hingegen zu unglaublicher Zärtlichkeit fähig. Elaine hatte ihn zusammen mit seiner Tochter gesehen und im Stillen gedacht, dass ihr ein so liebevoller Vater kaum jemals zuvor begegnet war. Außerdem war John Porter auch ein Mann mit einem sehr stark ausgeprägten Ehrgefühl. Als er  geglaubt hatte, dass er die Schuld am Tod einiger seiner Männer während einer gefährlichen Mission im Irak vor einigen Jahren trug, hatte er den SAS sofort verlassen. Als er für Sektion 20 zurück in den Dienst beordert worden war, war endlich herausgekommen, dass Hugh Collinson, der Leiter dieser Sektion, der wahre Schuldige war, der sich dadurch rehabilitiert hatte, dass er in Afghanistan Porters Leben gerettet und dafür sein eigenes geopfert hatte. Vollkommen rehabilitiert war Porter wieder im SAS eingesetzt worden und war zum obersten Sergeant aufgestiegen. Nun, da er sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte, kümmerte er sich um das Training der neuen Agenten.

In den vergangenen sechs Monaten hatte Elaine begonnen, in aufrichtig zu respektieren und zu bewundern. Nicht nur das, denn nach einer Weile hatte sich die junge Frau eingestehen müssen, dass sie wahnsinnig in ihn verliebt war, doch sie hatte sich nie getraut, ihm gegenüber einen Annäherungsversuch zu wagen, denn allen zweideutigen Scherzen zum Trotz hatte Porter ihr nie zu verstehen gegeben, dass er an ihr als Frau interessiert war. Außerdem hatte er gerade erst eine Beziehung mit Danni Prendiville hinter sich, einer Kollegin aus Sektion 20, die sich kurz nach seiner Rückkehr aus Afghanistan von ihm getrennt hatte, als ihr ein Posten in einem gemeinsamen Einsatzkommando mit den Amerikanern angeboten wurde und deshalb hatte er in  nächster Zeit vielleicht überhaupt nicht den Wunsch, sich an irgendjemand anderen zu binden – und das auch nur für den Fall, dass er sie, Elaine, mochte, was nicht sicher war…

Mit einem entmutigten Seufzen setzte sich die junge Frau auf ihren Stuhl und schaltete ihren Computer ein. Nachdem sie ihr Passwort eingegeben hatte und während sie darauf wartete, dass das System hochfuhr, stand sie auf, um sich einen Tee zu kochen. In jedem Büro von Sektion 20 es eine Minibar, natürlich ohne Alkohol, mit von der Regierung zur Verfügung gestellten heißen und kalten Getränken. Ihren Morgentee hatte sie schon  beim Frühstück getrunken, aber ein aromatischer Früchtetee würde ihre Stimmung, die von dem Gefühl der Frustration etwas getrübt worden war, wieder bessern. Sie entschied sich für einen Tee aus Zitrusfrüchten, dessen mediterraner Geschmack sie an Sizilien, die Heimat ihrer Großmutter mütterlicherseits erinnerte. Von dieser Großmutter hatte sie ihr braunes Haar und ihren hellbraunen Teint geerbt, ihre Augen hingegen waren graugrün, wie die ihres walisischen Vaters.

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Ein paar Stunden später, als sie gerade mit der Übersetzung eines auf Russisch aufgezeichneten Telefongespräches war, in dem mehrere recht anzügliche Redensarten vorkamen, bei denen sie mehr als einmal lachen musste, wurde die Tür ihres Büros abrupt aufgestoßen. Durch den plötzlichen Lärm aufgeschreckt fuhr Elaine herum. Auf der Schwelle stand Colonel Eleanor Grant, die Major Hugh Collinson ersetzt hatte und nun Sektion 20 leitete. Sie hielt ihre übliche Glock, eine halbautomatische Pistole mit siebzehn 9 x 19 Parabellum-Patronen, in der Hand und zielte auf sie. Ihr Gesichtsausdruck war eisig, doch in ihren hellen Augen funkelte Zorn.

„Keine Bewegung!“ befahl sie ihr in scharfem Tonfall und trat zwei Schritte vor. Hinter ihr erschien Sergeant Michael Stonebridge, ein hochgewachsener Mann, der ebenso groß war wie Porter, aber muskulöser gebaut und nun ebenfalls seine Waffe auf sie richtete.

Elaine starrte die beiden vollkommen fassungslos an.

„Was geht hier vor, Colonel?!“ fragte sie in entsetztem Tonfall.

„Wir wissen alles.“ Colonel Grants Empörung war so groß, dass sie diese Worte regelrecht auszuspucken schien. „Wir haben schon seit einiger Zeit vermutet, dass es unter uns einen Maulwurf gibt und nun haben wir ihn endlich entlarvt“ Machen Sie schon, treten sie von ihrem Arbeitsplatz zurück!“

Elaine gehorchte automatisch, denn sie war von allem, was geschah, zu überwältigt, um auch nur ein Wort des Protests hervorzubringen. Stonebridge steckte seine Waffe ein, ging zu dem Computer hinüber und zog den Stecker aus der Steckdose.

„Hey, was machen Sie da?“ begehrte Elaine unwillkürlich auf. „Sie riskieren damit, dass wichtige Daten verloren gehen…“

„Halten Sie den Mund!“ brachte Grant sie zum Schweigen, während Stonebridge den Computer nahm, alle Stecker  und Verbindungskabel herauszog und ihn anschließend hinaustrug. „Sie werden hier bleiben, bis die Militärpolizei kommt, um sie mitzunehmen. Dann werden sie ins Gefängnis überführt, den einzigen Ort, an den Menschen wie Sie gehören!“

„Das ist ein Irrtum!“ protestierte Elaine heftig, sobald sie ihre Lebensgeister wiedergefunden hatte. „Ich bin nicht der Maulwurf! Ich wurde verleumdet! Man hat mir etwas angehängt!“

„Ja, natürlich“, spottete Grant. Als Stonebridge erneut hereinkam, deutete sie auf Elaines Handtasche, die der Sergeant durchsuchte und sowohl ihr Handy als auch ihre Dienstmarke beschlagnahmte. Anschließend durchwühlte er die Schreibtischschubladen und überprüfte dann die Regale und die Aktenschränke.

„Keine Waffen“, stellte er kurz angebunden fest. „Noch nicht einmal eine Nagelfeile.“

Grant nickte und wandte sich dann erneut an Elaine.

„Gut. Schon bald, spätestens in einer Stunde, werden sie hier sein. Wenn Sie klug sind, legen Sie ein umfassendes Geständnis ab und vielleicht, ich betone vielleicht, sind die Behörden dann nachsichtig.“

Sie und Stonebridge verließen das Büro und gleich darauf hörte Elaine das Knacken des Schlosses. Sie selbst blieb, wo sie war und starrte die Tür wie versteinert an.

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„Was geht hier vor?“ fragte John Porter, als er Stonebridge über den Weg lief, der mit einem grimmigen Gesichtsausdruck auf ihn zukam.

„Wir haben herausgefunden, dass Gadarn eine Spionin ist“, informierte dieser ihn in unüberhörbar wütendem Tonfall. „Was für ein Miststück. Wir haben sie erwischt und in ihrem Büro eingesperrt und nun warten wir darauf, dass sie von der Militärpolizei verhaftet und ins Gefängnis überführt wird.“

„Elaine… eine Spionin? Das kann ich nicht glauben!“ rief Porter verwirrt aus. Sein gegenüber zuckte mit den Schultern.

„Ich würde es selbst nicht glauben, aber Colonel Grant hat mir die Beweise gezeigt: angezapfte Telefone, Emails, SMS… Natürlich war alles verschlüsselt, doch es ist uns gelungen, die Nachrichten zu entschlüsseln. Außerdem begannen die Informationen sofort nach ihrer Ankunft durchzusickern. Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie die Täterin ist.“

„Ich will mit ihr sprechen“, verkündete Porter entschlossen, doch Stonebridge schüttelte den Kopf.

„Auf Befehl des Colonels darf niemand zu ihr. Lass sie gehen, Porter. Ich weiß, dass sie für dich ein netter Mensch ist und das war sie für mich auch, aber glaube mir, sie ist schuldig.“

Herausfordernd starrten die beiden einander an: zwei Leitwölfe, zwei Männer, so hart wie Stein, die einander gegenüberstanden und keiner von ihnen war bereit, nachzugeben.

„Die Beweise, die ihr habt…sind absolut eindeutig?“ hakte Porter nach.

„Erdrückend“, bestätigte der andere. Porter schüttelte den Kopf und spürte, wie seine Überzeugung ins Wanken geriet.

„Ich kann es nicht glauben…“

Er hatte Elaine von Anfang an gemocht und das nicht nur als Frau, obwohl sie eine sehr schöne Vertreterin des weiblichen Geschlechtes war, sondern auch als Menschen, denn sie war intelligent, witzig, kultiviert, temperamentvoll und gleichzeitig auf eine bezaubernde Weise unscheinbar. Die bloße Vorstellung, dass sie eine Verräterin war, ließ Übelkeit in ihm aufsteigen.

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Langsam gelang es Elaine, die dumpfe Benommenheit abzuschütteln, in die sie verfallen war. Sie wurde verdächtigt, der Maulwurf zu sein, den sie auf Befehl der Verteidigungsministerin enttarnen sollte! Das allein wäre kein allzu großes Problem, wenn es für sie nur eine Möglichkeit gäbe, Kontakt zu Ministerin Townsend aufzunehmen, aber nicht genug damit, dass ihr Handy beschlagnahmt worden war, die Lady befand sich zurzeit auf einer diplomatischen Reise am anderen Ende der Welt, wo sie mit ihren australischen und kanadischen Kollegen eine gemeinsame Übung der drei Kriegsflotten beaufsichtigte. Aus den Nachrichten des vorherigen Tages wusste Elaine, dass die Ministerin sich gerade an Bord des kanadischen Flaggschiffes aufhielt und es deshalb sehr umständlich wäre, sie zu erreichen – und das auch nur vorausgesetzt, dass sie ihr glauben und es deshalb in Betracht ziehen würden, die hochrangigen Politiker zweier Länder zu stören, um Townsend zu fragen, ob sie die Wahrheit sagte.

Alles andere als einfach…

Der wahre Spion hatte mit Sicherheit herausgefunden, wer Elaine wirklich war und warum sie wirklich in die Sektion 20 gekommen war und ihr all das angehängt. Doch er kannte sein Opfer schlecht, wenn er glaubte, dass sie einfach aufgeben würde, ohne sich zu wehren. Elaine hatte noch ein Ass im Ärmel, denn sie kannte sogar geheime Besonderheiten des Gebäudes  von Sektion 20, wie zum Beispiel  die Geheimgänge, die sich in verschiedenen Räumen befanden. Zu diesen Räumen zählte auch ihr Büro und aus diesem Grund hatte sie gesorgt, dass sie es bekam. Immerhin war dies nicht ihre erste geheime Mission und sie hielt sich gerne einen Fluchtweg offen, der allen anderen unbekannt war. Bislang hatte sie ihn zwar nie gebraucht, aber es gab immer ein erstes Mal…

Sie ging zur Tür, um daran zu lauschen und auf diese Weise sicherzugehen, dass niemand draußen vorbeiging. Dann nahm sie ihre Handtasche, bevor sie zu ihrem Schreibtisch hinüberging und die Schublade nach der Taschenlampe durchsuchte, die sie dort aufbewahrte. Anschließend ging sie zu dem Aktenschrank hinüber, der neben dem Schreibtisch stand, löste die Bremse an dessen Rädern und schob ihn zur Seite. Dahinter befand sich eine bewegliche Holzplatte, die sich öffnen ließ, wenn man eine Lampe an der Wand drehte. „Genau wie in den besten Gangsterfilmen aus den dreißiger Jahren“, dachte Elaine mit einem Anflug von sarkastischem Humor.

Sie zwängte sich in den Tunnel hinter der Holzplatte, schaltete die Taschenlampe ein und stellte den Schrank wieder an seinen Platz. Es war ein Jammer, dass sie die Bremse nicht wieder feststellen konnte, denn auf diese Weise hätte sie eine Spur weniger hinterlassen, aber von ihrem derzeitigen Standpunkt aus war es ihr unmöglich. Zuletzt schloss sie die Holzplatte, während sich die Wandlampe automatisch an ihren ursprünglichen Platz zurückdrehte und so alle Beweise dafür beseitigte, dass in dem Raum etwas Unnatürliches vorgegangen war. Elaine verzog den Mund zu einem grimmigen Lächeln, denn sie hätte buchstäblich mit Gold bezahlt, um Grants Gesicht zu sehen, wenn sie entdeckte, dass die junge Frau sich in Luft aufgelöst hatte…

Gleich darauf schob sie diese Gedanken, die ihr im Augenblick überhaupt nicht weiterhalfen, beiseite und überlegte stattdessen, wo sie Zuflucht suchen konnte. In den nächsten paar Stunden gab es für sie keine Hoffnung, das Gebäude verlassen zu können, denn schon bald würde irgendjemand bemerken, dass sie nicht mehr in ihrem Büro war und dann würden sie jeden Winkel des Gebäudes durchsuchen, um sie zu finden. Sie musste an einem sicheren Ort warten, bis sich die Wogen geglättet hatten und das würde wahrscheinlich bis zum Einbruch der Nacht dauern, wenn die Wachsamkeit des Menschen für gewöhnlich nachließ und stattdessen auf die elektronische Wachsamkeit vertraut wurde. Ihr nächstes Problem würde es sein, dass sie vermeiden musste, beim Verlassen des Gebäudes gesehen zu werden. Ohne ihre Dienstmarke konnte Elaine nur hinausgelangen, wenn sie eine Tür oder ein Fenster aufbrach und damit würde sie zweifellos den Alarm auslösen, aber darüber würde sie sich Gedanken machen, wenn es soweit war.

Sie folgte dem Tunnel, der nur ungefähr fünfundzwanzig Zentimeter breit war, weshalb sie gezwungen war, seitwärts hindurchzugehen. Außerdem war er voller Spinnweben, von denen sie normalerweise angewidert gewesen wäre, doch für solche Dinge hatte sie nun keine Zeit.

Sie erreichte die enge, gewundene Treppe und machte auf den Weg nach unten. In jedem Stockwerk gab es weitere Tunnel, die sie jedoch nicht beachtete, denn sie war fest entschlossen, in den Keller zu gelangen. Dort befand sich eine alte Wäscherei, die nicht mehr in Betrieb war und deshalb in einen Lagerraum umgewandelt worden war, der inzwischen ebenfalls nicht mehr genutzt wurde, in dem aber noch allerlei Zeug aufbewahrt wurde, wie alte Feldbetten, Matratzen und Decken. Es gab dort sogar Wasser, also konnte sie es sich bis zum Einbruch der Nacht bequem machen und dann versuchen zu fliehen.

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Porter war inzwischen in sein Büro zurückgekehrt, doch er fühlte sich dort wie ein Löwe in einem Käfig. Elaine, eine Verräterin? Wie er bereits zu Stonebridge gesagt hatte, er konnte es nicht glauben, doch er kannte Colonel Grant gut genug, um zu wissen, dass sie nicht ohne unanfechtbare Beweise handeln würde.

Genau in diesem Moment ertönte der Alarm und gerade, als Porter einen Blick zur Tür hinaus auf den Flur warf, sah er, wie Grant aus Elaines Büro stürmte und rief:

„Verschließt alle Ausgänge! Gadarn ist entkommen! Wir müssen sie sofort finden!“

Schnell trat Porter einen Schritt zurück, als eine Truppe der Militärpolizei, die offensichtlich gekommen war, um Elaine abzuholen, den Flur entlangstürmte. Im Stillen dachte er, dass diese Flucht nicht zugunsten der Analytikerin sprach, denn sie konnte wie ein Schuldeingeständnis wirken. Andererseits würde er, wenn er in Elaines Haut stecken würde und unschuldig wäre, ebenfalls verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen und dann im Verborgenen arbeiten, um den wahren Täter zu finden. Es war einfach eine Frage des Charakters. Auf der einen Seite gab es Menschen, die das Handeln anderen überließen und auf der anderen Seite gab es Menschen, die eine Angelegenheit selbst in die Hand nahmen und eine Lösung für das Problem fanden. Vielleicht galt das ebenso für Elaine. Selbstverständlich angenommen, dass sie unschuldig war, aber dafür gab es keinen Beweis – im Gegenteil. Unsicher schüttelte Porter den Kopf, denn sein Verstand sagte ihm das eine, sein Instinkt hingegen etwas anderes. Er hasste dieses Gefühl. Er war ein Mann, der es eher gewohnt war, zu handeln, als sich über etwas lange Gedanken zu machen, obwohl er natürlich nicht handeln konnte, ohne nachzudenken, denn sonst wäre er auf seinen Missionen als Soldat und später als Geheimagent bereits für Sektion 20 bereits tausende Male ums Leben gekommen.

Schließlich fasste er einen Entschluss: er wurde Elaine suchen, mit ihr reden und so seine Zweifel aus der Welt schaffen. Wenn er sie für schuldig befand, würde er sie den Behörden übergeben, doch wenn sie ihn von ihrer Unschuld überzeugte, was er tief im Innersten hoffte, würde er ihr helfen.

Er holte seine Pistole, eine halbautomatische Beretta mit einem Kaliber von 9 mm aus der Schublade, überprüfte sie kurz und steckte sie in das Halfter, das sich hinter seinem Rücken an seinem Gürtel befand, bevor er seine Kacke anzog und die Waffe darunter verbarg.  aus der Schublade, überprüfte sie kurz und steckte sie in das Halfter, das sich hinter seinem Rücken an seinem Gürtel befand, bevor er seine Kacke anzog und die Waffe darunter verbarg. Als er jedoch gerade das Büro verlassen wollte, blieb er noch einmal stehen, um nachzudenken. Sicherlich durchkämmten gerade sehr viele Leute das Gebäude Raum für Raum und Gang für Gang, deshalb musste er sich auf die Bereiche konzentrieren, die die anderen vielleicht übersahen. Aber welche nur? Er runzelte die Stirn und bemühte sich, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Wohin würde er gehen? Zuerst fiel ihm das Dach ein, doch ohne einen Helikopter kam sie von dort aus nirgendwo hin und Elaine konnte sicher keine Unterstützung aus der Luft herbeirufen, denn ihr Handy und ihr Computer waren, wie er erfahren hatte, beschlagnahmt worden. Wo konnte sie dann sein? Wenn man nicht nach oben gehen konnte, dann ging man nach unten… Aber natürlich – der Keller! Dort gab es einige verschlossene Räume, die nicht mehr genutzt wurden und wenn die Suchtrupps, die diese Räume überprüften, dort verschlossene Türen vorfanden, würden sie sich nicht die Mühe machen, hineinzusehen. Elaine hingegen war durch das Innere des Gebäudes verschwunden, deshalb war es durchaus möglich, dass sie sich von innen Zugang zu diesen Räumen verschaffen konnte, doch Porter wusste nicht, auf welchem Weg. Geheimgänge? fragte er sich im Stillen selbst. Diese Möglichkeit erschien ihm unmöglich, den das Hauptquartier von Sektion 20 befand sich in einem Gebäude, das vor nicht allzu langer Zeit erbaut worden war, weder in einer mittelalterlichen Burg noch in einem modernen Regierungsgebäude, in dem es gesicherte Räume für die Beamten gab, die sie im Notfall über in den Wänden verborgene Tunnel erreichen konnten. Auch auf den Bauplänen des Gebäudes war nichts dergleichen zu erkennen. Sofern nicht Doctor Who persönlich Elaine in seiner merkwürdigen, zeitreisenden Telefonzelle fortgebracht hatte, musste die junge Frau demnach irgendwo sein. Laut Sherlock Holmes musste deshalb, wenn man das Unmögliche ausschloss, das was übrig blieb, selbst wenn es unwahrscheinlich war, die einzig mögliche Antwort sein.

Entschlossen marschierte Porter aus seinem Büro und nahm den Aufzug.

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Elaine erreichte die ehemalige Wäscherei ohne Zwischenfälle. Sie fand die verborgene Wandplatte, die von einem glücklicherweise leerstehenden Regal verdeckt wurde, das leicht genug war, um sich soweit bewegen zu lassen, dass sie sich in den Raum zwängen konnte, den sie sogleich erkundete. Der Ausgang, eine schwere Feuertür aus Metall, war von außen verschlossen, sodass keine Möglichkeit hatte, auf diesem Weg zu fliehen. Außerdem fand sie einen kleinen Aufenthaltsraum, an den sie sich nicht erinnern konnte, da er vielleicht später erst gebaut worden war und deshalb nicht in dem ursprünglichen geheimen Grundriss verzeichnet war, den sie sich vor dem Beginn ihrer Mission eingeprägt hatte. Dann überprüfte sie, ob es fließend Wasser gab und konnte sich zu ihrer Erleichterung davon überzeugen, dass aus den Wasserhähnen über den beiden Waschbecken sauberes Wasser kam. Sogar die Spülungen funktionierten, was eine erfreuliche Annehmlichkeit war, da sie vorhatte, einige Stunden dort zu verbringen.

Sie fuhr mit ihrer Erkundung fort und fand in einer Ecke eine Matratze, die zwar abgenutzt, aber immer noch brauchbar war und in einem Wandschrank entdeckte sie mehrere Armeedecken aus rauer Wolle. Zwei dieser Decken nahm sie an sich und nachdem sie die Matratze auf den Boden gelegt hatte, benutzte sie eine Decke als Laken und die andere, die sie zusammenfaltete, diente ihr als Kissen.

Elaine sah zu dem Kellerfenster hinüber, das sich genau gegenüber der Wand befand, durch die sie über den Geheimgang hereingekommen war. Sie hatte keine Ahnung, wie spät es war, da sie normalerweise keine Armbanduhr trug und nun auch kein Handy mehr hatte. Wenn sie bedachte, wann sie ungefähr in ihrem Büro eingesperrt worden war und wie lange sie gebraucht hatte, um in diesen Raum zu gelangen, konnte es inzwischen ungefähr Mittag sein und ihr leerer Magen, den sie deutlich spürte, bestätigte diese Vermutung. Nun, heute hatte sie sicher keine andere Wahl, als das Mittagessen ausfallen zu lassen, da sie es sich, im Gegensatz zu manch anderen ihrer Kollegen, nicht zur Gewohnheit gemacht hatte, sich einen Imbiss zur Arbeit mitzubringen. Sie hatte noch nicht einmal etwas zu lesen, was neben Facebook ihr liebstes Hobby war, also legte sie sich mit einem resignierten Seufzen auf die Matratze. Es würde ein langer Tag werden.

Ungefähr zwanzig Minuten später wurde sie plötzlich durch das Geräusch eines Schlüssels aufgeschreckt, der im Schloss herumgedreht wurde. Eilig sprang sie auf, um zurück zu dem Geheimgang zu laufen, wo sie sich verstecken konnte, indem sie das Regal zurück an seinen Platz schob, doch sie war nicht schnell genug. Nur einen Moment später wurde die Tür weit aufgestoßen und sie erstarrte, während ihr das Herz bis zum Hals schlug.

Porter kam um die Ecke und zielte mit seiner Pistole auf sie.

„Rühr dich nicht vom Fleck“, befahl er barsch. Sofort hob sie ihre Arme, um ihm zu zeigen, dass sie sich ergab.

„Ich habe keine Waffe“, verkündete sie mit zitternder Stimme. Er kam langsam auf sie zu, ohne sie aus den Augen zu lassen oder seine Waffe zu senken. Entschlossen, ungestört mit ihr zu reden, und für sich selbst eine Entscheidung zu treffen, schloss er die Tür hinter sich, schloss sie zweimal ab und ließ den Schlüssel danach im Schloss stecken. Wenn nun jemand die Tür öffnen wollte, würde ihm dies nur gelingen, indem er sie aufbrach und das war nicht einfach, da sie aus beinah anderthalb Zentimeter dickem Stahl bestand. Er sah Elaines überraschten Gesichtsausdruck, gab für sein Verhalten jedoch keine Erklärung ab.

„Die anderen sagen, dass du eine Verräterin bist“, informierte er sie in noch immer strengem Tonfall.

„Das ist nicht wahr!“ entfuhr es ihr und in diesem Moment war sie der Verzweiflung nah. Es kümmerte sie nicht im Geringsten, dass Grant oder Stonebridge sie als Verräterin betrachteten, aber nicht Porter, das konnte sie nicht ertragen.

„Die Informationen begannen bald nach deiner Ankunft durchzusickern und es heißt, es gäbe unanfechtbare Beweise“, entgegnete er unnachgiebig.

„Irgendjemand hat mir das angehängt!“ verteidigte Elaine sich. „John, glaubst du wirklich, ich wäre so dumm, mich erwischen zu lassen, wenn ich der Spion wäre?“

Damit bezog sie sich auf die Tatsache, dass sie mehr als einmal bewiesen hatte, was für eine exzellente Hackerin sie war, der es gelang, in geheime Datenbanken einzudringen, um vertrauliche Dokumente zu kopieren und anschließend jegliche Spuren ihrer Anwesenheit zu beseitigen. Niemand hatte jemals bemerkt, dass die elektronischen Sicherheitssysteme überwunden worden waren.

Porter dachte einen Augenblick über ihre Worte nach, denn immerhin hatte er sie bereits mehr als einmal bei der Arbeit gesehen.

„Nein“, gab er schließlich zu und entspannte sich kaum merklich, obwohl er sie weiterhin in seiner Schusslinie hielt. „Aber du hast mich trotzdem noch nicht ganz überzeugt.“

„Der wahre  Spion ist irgendjemand anders“, verriet Elaine ihm. „Ich habe zwar einige Vermutungen, aber ich kann dir nicht sagen, wer es ist, noch nicht, nicht ohne Beweise. Ich bin hier auf Befehl von Ministerin Townsend persönlich. Seit über einem Jahr gibt es nun undichte Stellen in Sektion 20, nicht erst seit ein paar Monaten und sie hat mich hier eingeschleust, um herauszufinden, wer der Maulwurf ist. Offensichtlich hat dieser Maulwurf mich enttarnt oder er verdächtigt mich ernsthaft genug, um mich loswerden zu wollen…“

Porter, der von ihrer Schuld ohnehin nicht sonderlich überzeugt war, zögerte. Ihre Geschichte war glaubwürdig, denn es war bekannt, dass sie, wenn auch nicht von der Ministerin selbst, doch vom Verteidigungsministerium empfohlen worden war. Darüber hinaus trafen ihn ihr verlorener Blick und der Hauch von Verzweiflung in ihrer Stimme direkt ins Herz.

Elaine sah die Verwirrung in Porters hellen Augen und hoffte, dass es ihr gelingen würde, ihn zu überzeugen, aber außer der Wahrheit hatte sie kein weiteres Argument zu ihrer Verteidigung vorzubringen und die hatte sie ihm bereits erzählt. Wenn das nicht genug war, was konnte sie sonst tun?

Plötzlich erinnerte sie sich an die klassische Vorgehensweise in den meisten Spionagegeschichten: Verführung. Was hatte sie für eine Wahl? Ein anderer Ausweg fiel ihr nicht ein.

Sie ging ein paar Schritte auf Porter zu und wiegte ihre Hüften dabei etwas stärker, als es auf ihren nicht allzu hohen Absätzen nötig gewesen wäre.

„Bitte, hilf mir“, flehte sie ihn mit tiefer Stimme an, wobei sie ihm in die Augen sah und versuchte, verängstigt und begehrenswert zugleich auszusehen. Ersteres war recht einfach, da sie tatsächlich Angst hatte, letzteres hingegen weniger, denn sie war nie eine Verführerin gewesen. „Mit Townsend Kontakt aufzunehmen wird ausreichen, um meine Unschuld zu beweisen.“

Porter ließ sie näher herankommen. Kaum jemals zuvor hatte ihn eine Frau so intensiv angesehen und nicht irgendeine Frau, sondern eine, die er mochte, die er wirklich gern hatte. Sein gesamtes SAS-Training konnte ihn nicht vor der Aufwallung von Gefühlen schützen, die in diesem Moment in ihm aufstieg. Er senkte seine Pistole ein wenig.

Elaine war ihm nun sehr nah. Sie sah, wie er nachgab und öffnete den obersten Knopf ihres Hemdes, bevor sie langsam ihre Hand ausstreckte, um den Lauf der Pistole wegzuziehen.

„Ich tue, was immer du willst“, flüsterte sie, sah ihm tief in die Augen und öffnete einen weiteren Knopf. „Alles, John,…wenn du mir nur hilfst.“

Sie wusste nicht, woher diese plötzliche Dreistigkeit kam. Sicher hätte sie nicht einmal im Traum daran gedacht, sich derart schamlos zu benehmen, wenn es nicht Porter gewesen wäre.

Porter sah ihren schwarzen BH, der aus dem Ausschnitt ihres Hemdes hervorschaute und spürte, wie seine Kehle trocken wurde.

„Wirklich…alles?“ krächzte er.

Elaine schlang ihre Arme um seine Taille und drückte ihren Körper an seinen. Gütiger Himmel, diese weichen Brüste, die sich an seine Brust drängten, der Geruch ihres braunen Haares…

„Wirklich alles“, bestätigte sie und sah zu ihm auf, während ihr warmer Atem seinen Hals liebkoste. Sein Training schrie ihm zu, dass er ihr misstrauen sollte, doch seine Intuition rief noch lauter, dass sie ehrlich war, selbst in diesem offensichtlichen Verführungsversuch, den man nur allzu leicht als zynischen Plan hätte missverstehen können, mit dem sie einfach nur ihre Haut retten wollte.

Porter konnte nicht widerstehen, er wollte auch nicht widerstehen. Er schlang seinen linken Arm um sie, in dessen Hand er keine Waffe hielt und drückte sie fest an seinen Körper, bevor er den Kopf senkte und ihren Mund mit dem seinen berührte. Unter seinen fordernden Lippen spürte er, wie sich die ihren öffneten und ihn zu dem Kuss aufforderten, nach dem es ihn verlangte. Als er spürte, wie ihre Zunge an seiner entlangstrich, verlor er fast den Verstand, aber nur fast, den er blieb noch soweit bei Sinnen, dass er die Pistole sicherte, bevor er sie zu Boden fallen ließ, um Elaine auch mit seinem anderen Arm zu umfassen. Ineinander versunken küssten sie sich innig und atemlos.

Erst, als sie Luft holen mussten, lösten sie sich wieder voneinander. Als Elaine ihren Kopf in den Nacken legte, beugte sich Porter ein Stück weiter vor, um ihren entblößten Hals mit seinen Lippen zu berühren und hörte, wie ihr ein Keuchen entfuhr, als er mit seiner Zunge über die zarte Haut am Ansatz ihres Halses strich. Sicher spielte sie ihm nichts vor, das konnte einfach nicht sein, denn keine Frau, ganz gleich, was für eine gute Schauspielerin sie war, konnte etwas so perfekt uns selbst bis ins kleinste Detail vortäuschen.

Elaine spürte den Beweis für Porters Sehnsucht an ihrem Bauch. Gütiger Himmel, sie hatte schon so oft von einem Augenblick wie diesem geträumt! Selbstverständlich nicht unter derartigen Umständen, aber wenn es so sein musste, würde sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nur weil Blumen, Kerzen oder romantische Musik fehlten. Ungeduldig rieb sie sich an ihm und hörte, wie er aufstöhnte. Sein Griff um sie wurde stärker, während seine Lippen noch tiefer hinab zu den weichen Hügeln ihrer Brüste wanderten.

Elaine fühlte sich, als würde sie in Flammen aufgehen. Sie schob ihre Hände unter seine Jacke und zog sie ihm von den Schultern. Porter entledigte sich des Kleidungsstückes, um dann mit zitternden Fingern die restlichen Knöpfe ihres Hemdes zu öffnen, bevor er es ihr auszog und auf den Boden fallen ließ. Sie zog ihm das Hemd aus seiner Hose und schob ihre Hände darunter, um die nackte Haut auf seinem Rücken zu streicheln. Unter ihren Fingern spürte sie zahlreiche Narben, die sicherlich allesamt Andenken an irgendeine nahe Begegnung mit dem Tod während seines aktiven Dienstes im SAS waren. Plötzlich stieg ein Kloß in ihrem Hals auf und unbewusst verstärkte sie ihre Umarmung. Der Mann, den sie in ihren Armen hielt, war ein außergewöhnlicher Mann mit ungewöhnlichem Mut und einem äußerst seltenen Pflichtgefühl. In einer anderen Zeit hätte man ihn einen Helden genannt. Oh, konnte er ihr Held sein? Immerhin war sie in dieser Situation wirklich eine Jungfrau in Nöten

Erneut fing er ihre Lippen in einem feurigen Kuss und Elaines Gedanken verflogen wie wild gewordene Schmetterlinge. Sie löste sich von ihm und nestelte ohne den Blick zu senken an seiner Gürtelschnalle herum. Sie wollte ihn, sie wollte ihn hier und jetzt, ungeachtet der Situation, in der sie sich befanden, ungeachtet der Angst und der Gefahr.

Eilig knöpfte er sein Hemd auf und mühte sich nervös mit den Manschettenknöpfen ab, die schwieriger zu öffnen waren als die anderen. Schließlich gelang es ihm, das Hemd abzustreifen und so seine Brust zu entblößen. Als Elaine den Blick hob, sah sie die lange, gezackte Narbe an seiner Schulter, eine Erinnerung an ein zurückliegendes Feuergefecht. Wie bereits zuvor bei den Wunden auf seinem Rücken spürte die junge Frau einen Kloß in ihrem Hals und sie wagte nicht, daran zu denken, wievielen Gefahren Porter im Namen der Pflicht gegenüber seiner Heimat ins Auge gesehen und was er alles durchgemacht hatte. Sie beugte sich vor und strich mit ihren Lippen ehrfürchtig über die Narbe. Wie konnte man einen solchen Mann nicht lieben? Wie konnte seine Frau, möge ihre Seele in Frieden ruhen, ihn verlassen, wenn er aus der Armee ausgetreten war, weil alle glaubten, dass er für den Tod seiner Kameraden verantwortlich war? Wie konnte Prendiville ihre Karriere ihm vorziehen?

Porter spürte Elaines Hingabe, die ihn berührte und tief bewegte. Er selbst war sich seiner Tapferkeit nicht bewusst, weil das einfach seine Art war. Er hatte sich nicht für den SAS entschieden und er hatte nicht eingewilligt, für Sektion 20 in den aktiven Dienst zurückzukehren, weil er ein Fanatiker war oder herumprahlen wollte, sondern weil er auf diese Weise etwas verändern konnte und es berührte ihn tief, dass es jemanden gab, der ihn deswegen verehrte. Falls er noch weitere Beweise gebraucht hätte, dass sie ihm nichts vorspielte und ihn nicht nur verführte, um ihn dazu zu bringen, ihr zu helfen, nun hätte er sie gehabt. Hatte sich hinter all ihren gegenseitigen Neckereien vielleicht ein aufrichtiges Interesse von ihrer Seite verborgen, das er nicht bemerkt hatte…und auf das er nicht zu hoffen gewagt hatte?

Er legte beide Hände an ihre Wangen und hob sanft ihr Gesicht an, um ihr in die Augen sehen zu können. Ihr liebevoller Blick ließ seine Knie weich werden. Unfähig, auch nur ein Wort hervorzubringen, schlang er erneut seine Arme um sie und zog sie buchstäblich an sein Herz. Es ging nicht länger nur um Sex, er wollte sie lieben, mit Leib und Seele. Aber er wollte sie nicht hier nehmen, schnell und einfach gegen die Wand gedrückt oder auf einem abgenutzten, staubigen Tisch, denn sie verdiente mehr als das. In diesem Moment entdeckte er eine sorgfältig gemachte Liegestätte auf der anderen Seite des Raumes, die zwar nur aus einer aus einer Matratze und einer gefalteten Decke bestand, das als Kissen diente, doch es war besser als nichts. Er nahm Elaine auf seine Arme, um sie dorthin zu tragen, seine langen Beine trugen ihn mit wenigen Schritten zu der Liegestätte und er legte sie sanft darauf.

Elaine war erstaunt. Als sie ihm angeboten hatte, im Austausch für seine Hilfe mit ihm zu schlafen, hatte sie erwartete, dass er sie einfach und ohne viel Rücksicht an Ort und Stelle nehmen würde und zu Beginn schien er versucht gewesen zu sein, ihr die Kleider vom Leib zu reißen und sie gegen die Wand gedrückt zu nehmen. Doch stattdessen wurde er nach nur wenigen Augenblicken sanfter, umarmte sie erst, als wollte er sie nie wieder loslassen und nun trug er sie sogar in seinen Armen zum Bett oder vielmehr zu dieser behelfsmäßigen Liegestätte, die sie sich zurechtgemacht hatte.

Porter suchte nach dem Reißverschluss an der Seite ihres Minirocks, öffnete ihn und schob das Kleidungsstück über ihre Beine, bevor er ihr auch ihre Schuhe auszog, sodass nur ihre Unterwäsche übrigblieb. Er sah auf sie hinunter und betrachtete sie, wie sie auf der Matratze lag und mit leicht geöffneten Lippen und vor Sehnsucht glänzenden Augen zu ihm hinaufblickte. Vor Sehnsucht nach ihm, als Mann, als Mensch und nicht nur nach seinem Körper. Wie lange war es her, dass ihn eine Frau so angesehen hatte? Er konnte sich nicht erinnern.

Er beugte sich über sie, umfasste ihre Schultern und küsste sie innig.

Er war in sie verliebt, wurde es ihm plötzlich bewusst. Warum hatte er das nicht früher bemerkt?

Elaine schlang die Arme um seinen Hals und erwiderte den Kuss mit demselben Eifer. Als sie spürte, wie Porters Hände von ihren Schultern zu ihrem Rücken glitten, hob sie ihren Oberkörper von der Matratze ab, damit er ihren BH leichter öffnen konnte. Porter löste sich von ihr, streifte ihr die Träger des Kleidungsstückes von den Armen und bot so ihre weichen, weiblichen Hügel seinem verzehrenden Blick dar. Oh Gott, sie war so schön! Noch viel schöner, als er sie sich vorgestellt hatte und er hatte eine recht lebhafte Fantasie, wenn es um weibliche Schönheit ging.

Unter seinem hungrigen Blick spürte Elaine, wie sich eine unerträgliche Hitze in ihrem Schoß ausbreitete. Sie konnte nicht länger warten, sie wollte ihn auf sich und in sich spüren. Sie streckte ihre Hände aus und machte sich erneut an dem Verschluss seiner Hose zu schaffen, denn sie hatte es bereits geschafft, seinen Gürtel zu öffnen und nun wollte sie ihr Vorhaben zu Ende führen. Nachdem sie sie aufgeknöpft hatte, zog sie den Reißverschluss herunter, was ihr aufgrund der Schwellung, die der Stoff nicht zu verbergen vermochte, einige Schwierigkeiten bereitete. Unweigerlich berührte sie ihn und entlockte Porter damit ein Keuchen, das beinah wie ein Schluchzen klang. Sobald sie den Reißverschluss ganz geöffnet hatte, entledigte er sich seiner Hose und seiner Boxershorts, sodass er endlich nackt und in all seiner männlichen Pracht vor ihr stand. Sein Anblick raubte Elaine den Atem. Er sah aus wie eine griechische Skulptur! Keine der Fantasien von ihm, in denen sie während der letzten Monate geschwelgt hatte, hatte sie auch nur im Entferntesten auf diesen Anblick vorbereiten können.

Porter freute sich über die unverhohlene Bewunderung in ihrem Blick, denn er wusste zwar, dass sein Körper durchaus ansehnlich war, doch das kümmerte ihn nur, weil es für seine Arbeit nützlich war. Nun war er froh, dass er Elaine gefiel.

Erneut sah die junge Frau ihm in die Augen. Seit ihrem ersten Kuss hatte keiner von ihnen ein Wort gesprochen und auch jetzt verspürten sie nicht das Bedürfnis, das zu tun, sondern verständigten sich nur durch Blicke und Gesten. Und mit einem dieser Blicke sagte sie ihm: ‚Nimm mich‘.

Porter brauchte keine weitere Ermutigung. Er zwang sich dazu, langsam zu bleiben, als er sie von dem letzten Kleidungsstück befreite, das ihre Vereinigung noch verhinderte und sie endlich ganz auszog.

Ein weiteres Mal nahm er sich die Zeit, sie eingehend zu betrachten. Sie war einfach hinreißend. Er wollte es ihr sagen, aber irgendetwas hielt ihn davon ab, den Pakt liebevollen Schweigens zu brechen, den sie geschlossen hatten. Also legte er stattdessen eine Hand an ihren Knöchel, hob ihren Fuß an und küsste ihren Fußrücken.

Angesichts dieser unerwartet liebevollen Geste schenkte Elaine ihm ein überraschtes Lächeln. Ermutigt küsste Porter ihren Knöchel, bevor er begann, mit seinen Lippen ihr Bein hinaufzuwandern und eine Spur kleiner Küsse auf ihrer Wade zu verteilen, während er gleichzeitig mit seiner anderen Hand die Innenseite ihres Beines streichelte. Als er ihr Knie erreichte, von einer Seite mit seinen Findern und von der anderen mit seiner Zunge über die Kniekehle strich, fuhr sie zusammen. Bislang war ihr überhaupt nicht bewusst gewesen, dass diese Stelle ihres Körpers so empfindlich war.

Porter wanderte ihren Oberschenkel entlang, wobei seine Lippen die Außenseite streichelten und seine Finger die Innenseite. Welche Ziel seine Finger hatten, war offensichtlich und Elaine spannte in Erwartung seiner Berührung ihre Muskeln an. Als er schließlich über ihre intimsten Stellen strich, konnte sie einen Lustschrei nicht mehr unterdrücken.

Porter merkte, dass sie inzwischen bereit für ihn war und spürte erneut, wie sie ihm den Atem raubte. Er verharrte noch ein paar Augenblicke länger und streichelte sie, doch als sie zum zweiten Mal aufstöhnte, konnte er sich nicht länger beherrschen. Er musste sie jetzt haben oder er würde vor lauter unerfülltem Verlangen zerspringen. Als er sich auf sie legte, hieß sie ihn sofort in ihren Armen und zwischen ihren Beinen willkommen, aber zu seiner eigenen Verwunderung drang Porter nicht sofort in sie ein, wie er es zunächst vorgehabt hatte. Bislang war alles so wunderbar gewesen, dass es ihm wie ein Traum erschien und das wollte er nun nicht alles verderben, weil er es zu eilig hatte zum Ende zu kommen.

Als Elaine ihm einen flehenden Blick zuwarf, legte Porter sich auf sie und berührte mit seinen Lippen genau auf die Stelle, an der ihre Schulter in ihren Hals überging und bewegte sich ein winziges Stück vorwärts. Langsam, sehr langsam begann er, in sie einzudringen, doch er hatte nicht mit Elaines Sehnsucht gerechnet. Sie legte ihre Hände auf seinen unteren Rücken, kam ihm entgegen, indem sie ihr Becken anhob und vollendete so ihre Vereinigung. Porter entfuhr ein Stöhnen, in dem sowohl Überraschung als auch Freude mitschwang und ihm wurde schwindlig, als er endlich die wahre Tiefe ihrer Begierde nach ihm spürte, die seinem Verlangen nach ihr gleichkam.

Anfangs bewegte er sich gemächlich, doch als er Elaines unzufriedenes Wimmern hörte, steigerte er das Tempo. Dabei stützte er sich auf seine Ellenbogen, um ihr ins Gesicht sehen und ihre Mimik beobachten zu können, denn er wollte perfekt für sie sein, ganz und gar perfekt. Aufmerksam betrachtete er sie, ihre geschlossenen Augen und ihre geöffneten Lippen, ein Bild der Verzückung. Unerwartet spürte er, wie Tränen in seinen Augen brannten, denn er fühlte genauso wie sie.

Elaine fühlte sich wie im Himmel. Mit fast vierzig war sie natürlich keine unerfahrene Jungfrau mehr. In ihrem Leben hatte es einige Männer gegeben, doch mit keinem von ihnen hatte sie sich jemals so gefühlt wie jetzt mit Porter. Es lag nicht an seinen Fähigkeiten im Bett, sondern an den Gefühlen, die sie für ihn empfand. Sie liebte ihn, wie sie nie zuvor geglaubt hatte, jemanden lieben zu können, mit der Leidenschaft eines romantischen Teenagers, doch zugleich mit dem Bewusstsein einer erwachsenen Frau.

Aber die Art, wie er sie liebte… Konnte das bedeuten, dass er auch etwas für sie empfand…? Darauf wagte sie nicht zu hoffen…

Sie öffnete ihre Augen ein kleines Stück und sah, wie er sie betrachtete, verlor sich in diesen unglaublich klaren blauen Augen und bemerkte dabei nicht, dass er sich auch in den ihren verlor.

Ihre Lust steigerte sich immer mehr, war zuerst nur ein kaum spürbares Kribbeln in den Tiefen ihrer Weiblichkeit, doch dieses Gefühl wuchs rasch an. Unaufhaltsam wie die Wellen der Gezeiten wuchs es in ihr, stieg unbezähmbar immer weiter an und riss sie mit sich, um sie schließlich geradewegs auf den Gipfel zu schleudern. Mit einem Aufschrei gab sich Elaine der vollkommensten Erfüllung hin, die sie jemals erlebt hatte und nicht nur ihre Sinne, sondern auch ihre Gefühle waren befriedigt worden.

Porter spürte, wie sich ihre Muskeln um ihn herum zusammenzogen und biss die Zähne zusammen, um noch ein wenig länger durchzuhalten und ihre Lust zu verlängern, doch schließlich gab auch er nach und ließ sich von seinem eigenen Entzücken überwältigen.

Einige endlos erscheinende Minuten lagen sie inniger Umarmung da, keuchend und mit heftig schlagenden Herzen, nicht willens, sich auch nur wenige Zentimeter voneinander zu lösen. Fast schien es, als hätten sie beide irgendetwas vermisst und nun, da sie es gefunden hatten, wollten sie es niemals wieder verlieren.

Schließlich erhob sich Porter weit genug, um ihr ins Gesicht sehen zu können.

„Aber wo bist du die ganze Zeit gewesen?“ fragte er mit leiser Stimme. „Warum habe ich dich nicht vor zwanzig Jahren kennengelernt?“

Elaine spürte, wie ihre Augen feucht wurden. War das eine Liebeserklärung? Selbst wenn er seine ewige Hingabe an sie mit den Worten des romantischten Dichters ausgedrückt hätte, hätte er sie nicht tiefer berühren können. Sie schüttelte den Kopf.

„Ich bin jetzt hier“, flüsterte sie und streichelte mit sanften Fingern sein Gesicht. „Und ich habe nicht die Absicht, ohne dich irgendwo hinzugehen.“

Plötzlich fiel Porter wieder ein, in welcher Lage sie sich befanden.

„Aber genau das müssen wir tun“, entgegnete er und löste sich ein Stück weiter von ihr, ohne sich jedoch ganz von ihr zu trennen. „Du wirst hier bleiben, wo du in Sicherheit bist, während ich mich auf den Weg nach Whitehall mache und Kontakt zu Townsend aufnehme, um dich von allen Vorwürfen zu befreien. Dann werde ich die Aufnahme zu Colonel Grant bringen und alles ist wieder in Ordnung.“

Es war ein sowohl einfacher, wie auch wirkungsvoller Plan und Elaine bekundete ihr Einverständnis mit einem Nicken. Sie zogen sich wieder an und Elaine gab Porter die notwendigen Anweisungen, vor allem, an wen er sich wenden und welches Losungswort er sagen musste, um sich als ihr Botschafter zu erkennen zu geben. Außerdem erklärte sie ihm, dass die Ministerin nicht leicht zu erreichen war, doch er wusste, dass es genug Kommunikationswege gab, um dieses Problem zu umgehen.

Bevor er sich auf den Weg machte, umarmte und küsste Porter Elaine noch ein letztes Mal.

„Ich kommen so schnell wie möglich zurück“, versprach er ihr, bevor er in seiner Tasche herumwühlte und ihr sein Handy gab. „Ich halte dich auf dem Laufenden.“

Sie nahm das Smartphone entgegen und nickte. Leise entriegelte Porter das Schloss, drückte die Klinke herunter und öffnete vorsichtig die Tür. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass der Gang menschenleer war, drehte er sich wieder zu Elaine um, zwinkerte ihr beruhigend zu und ging dann hinaus. Elaine schloss die Tür hinter ihm wieder und drehte den Schlüssel zweimal im Schloss um. Nur noch ein paar Stunden und diese furchtbare Geschichte war vorbei, dachte sie erleichtert und kurz darauf fand ein Lächeln den Weg in ihr Gesicht. Gleichzeitig würde eine neue Geschichte beginnen, in der Porter und sie die Hauptpersonen sein würden.

★ * . * . * . * . * . ☾ . * . * . * . * . * ★

Anderthalb Stunden später vibrierte Porters Handy, als ein Anruf einging. Selbstverständlich war die Nummer unbekannt, da Porter ein Einweghandy benutzte, das er eigens zu diesem Zweck geliehen oder gekauft hatte.

Elaine suchte Zuflucht in dem Geheimgang, in den sie einige Meter weit hineinging.

„Hallo?“ meldete sie sich dann.

„Ich bin es“, drang Porters tiefe Stimme an ihr Ohr. „Ich bin gerade in Whitehall und werde in ein paar Minuten über Satellit mit Ministerin Townsend sprechen. Es war nicht gerade einfach, ihren Assistenten davon zu überzeugen, Kontakt mit ihr aufzunehmen, denn dort, wo sie jetzt ist, ist es gerade mitten in der Nacht und er wollte sie nicht stören, aber ich habe ausdrücklich darauf bestanden.“

Elaine konnte sich lebhaft vorstellen, wie John Porter nachdrücklich auf etwas bestand, indem er seine gesamte grimmige SAS-Entschlossenheit gegen den Assistenten einsetzte, der zwar ein mächtiger Mann war, aber  bei weitem nicht die ungeheure Willenskraft eines Mitgliedes der Spezialeinsatzkräfte besaß.

„Du hast sie aus dem Bett geworfen“, lachte sie leise.

„Für ich würde ich die Königin persönlich aus dem Bett werfen“, erwiderte er im Brustton der Überzeugung und erneut schlug Elaine das Herz bis zum Hals. War das wieder John Porters Art, ihr ein Liebesgeständnis zu machen?

„Ist bei dir alles in Ordnung?“ wollte er von ihr wissen und lenkte sie damit von ihren aufregenden Gedanken ab.

„Vor einer Stunde habe ich einen Suchtrupp auf dem Flur gehört“, antwortete sie und versuchte, möglichst unbeschwert zu klingen. „Sie haben versucht, die Tür zu öffnen, was ihnen aber natürlich  nicht gelungen ist, also haben sie bald aufgegeben. Aber ich weiß nicht, ob sie einen Wachtposten zurückgelassen haben, deshalb habe ich den Klingelton auf Vibrationsalarm gestellt und dort, wo ich mit dir spreche, kann mich niemand hören.“

„Du bist wirklich super“, lobte Porter sie. „Es ist besser, wenn du weiterhin vorsichtig bist. Ich rufe dich wieder an, sobald ich mit der Ministerin gesprochen habe“, beendete er das Gespräch. „Bis bald.“

„Bis bald“, erwiderte Elaine.

★ * . * . * . * . * . ☾ . * . * . * . * . * ★

Wie versprochen rief Porter sie vierzig Minuten später erneut an.

„Mission erfolgreich beendet“, berichtete er. „Ich komme jetzt zurück zum Hauptquartier. Gab es irgendwelche Probleme?“

„Nein, draußen ist alles ruhig. Vielleicht ist niemand dort, aber mir war es lieber, weiterhin keinen Lärm zu machen.“

„Du machst das sehr gut, Baby“, lobte er sie erneut. „Mach nur so weiter, jetzt dauert es nicht mehr lange.“

Tatsächlich verging keine Stunde, bis Porter sie zum dritten Mal anrief.

„Es ist vorbei, Elaine“, verkündete er. „Du wurdest von allen Vorwürfen freigesprochen. Mach die Tür auf, ich stehe genau davor.“

Sie beeilte sich, seiner Aufforderung nachzukommen und sobald sie ihn erblickte, schlang sie ihre Arme um seinen Hals. Obwohl sie vollkommenes Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten hatte, hatten die langen Stunden voller Angst sie mitgenommen und die Erleichterung, die nun in ihr aufstieg, war überwältigend.

Porter erwiderte ihre Umarmung hielt sie fest an sich gedrückt. Grant, die hinter ihm stand, merkte belustigt an:

„Wie ich sehe, sind in den vergangenen Stunden noch andere Dinge vorgefallen…“

Die beiden lösten sich aus ihrer Umarmung und Elaine wandte sich stirnrunzelnd und abwartend dem Colonel zu.

„Ich bitte zutiefst um Entschuldigung, Miss Gadarn“, sagte die ältere Frau aufrichtig. „Leider schienen die Beweise, die wir gegen Sie gesammelt hatten, wirklich überzeugend zu sein und auch sehr schwerwiegend. Deshalb bin ich nun zugegebenermaßen froh zu erfahren, dass wir vollkommen falsch lagen.“

Mit einem Nicken nahm Elaine die Entschuldigung der anderen Frau an. Grant war dafür bekannt, hart aber fair zu sein, wie es jeder gute Offizier sein musste und das umso mehr, je höher der Rang war, den er innehatte.

„Leider ist meine Tarnung nun aufgeflogen und der Maulwurf wurde immer noch nicht entlarvt“, stellte sie mit Bedauern fest.

„Ganz und gar nicht“, widersprach der Colonel mit einem grimmigen Lächeln. „Porter hat niemandem außer mir etwas verraten, als stehen Sie, Miss Gadarn, in den Augen der anderen immer noch unter Verdacht. Wir werden ihnen zeigen, dass wir Sie gefunden und festgenommen haben, dann wird sich der Verräter wieder sicher fühlen. Anschließend werden wir die Ermittlungen mit Ihrer Hilfe weiterführen und herausfinden, wer es ist.“

Elaine dachte einen Moment lang über die Worte des Colonels nach.

„Die Idee gefällt mir“, erwiderte sie dann und Grant nickte.

„Sehr gut, dann sind wir uns einig. Aber nun müssen Sie mir erklären, wie zum Teufel es Ihnen gelungen ist, aus ihrem Büro zu verschwinden und hierher zu gelangen, ohne dass Sie jemand gesehen hat…“

★ * . * . * . * . * . ☾ . * . * . * . * . * ★

Mit Handschellen gefesselt und unter Bewachung der Militärpolizei wurde Elaine für alle sichtbar abgeführt, doch anstatt ins Gefängnis wurde sie zu einer geheimen Unterkunft gebracht, wo Porter später zu ihr stieß. Offiziell hatte er den Auftrag, sie zu beschützen, aber Grant hatte sehr wohl verstanden, was zwischen ihnen vorgefallen war und es um ihrer beider Seelenruhe willen für besser gehalten, dafür zu sorgen, dass sie zusammen sein konnten.

Als Porter die Unterkunft erreichte, sah sie gerade fern. Er erkannte Doctor Who und fragte:

„Magst du den Doktor auch?“

„Oh ja!“ antwortete sie begeistert. „Besonders, seit er von David Tennant gespielt wird, aber auch Matt Smith ist nicht schlecht…“

Er warf ihr einen misstrauischen Blick zu.

„Habe ich einen Grund zur Eifersucht?“

„Absolut“, lachte sie, bevor sie aufstand und auf ihn zuging. „Niemand könnte in meinem Herzen auch nur versuchen, den Doktor zu schlagen, denn ich bin wahnsinnig in ihn verliebt, seit ich sechs war und er von Tom Baker gespielt wurde, erinnerst du dich? Der mit den Schals, die eine Meile lang waren…“

„Dann werde ich wohl lernen müssen, damit zu leben“, murmelte Porter und täuschte Besorgnis vor. „Wie könnte ich mich mit dem Doktor messen?“

Sie legte ihre Arme um seine Hals, sodass er sich zu ihr hinunterbeugen musste und näherte sich mit ihren Lippen den seinen.

„Oh, ich könnte mir einen oder zwei Gründe vorstellen. Vor allem bist du hier und er nicht“, flüsterte sie, bevor sie ihn küsste. Porter schlang seine Arme um sie und erwiderte den Kuss, der zuerst süß war, dann jedoch schnell sehr leidenschaftlich wurde. Er versuchte gerade herauszufinden, wo sich das Schlafzimmer befand, als es an der Tür klingelte.

Elaine löste sich von Porter und rief, ohne sich der Tür zu nähern:

„Wer ist da?“

„Ich bin Corporal Wilson, Miss Gadarn”, antwortete eine weibliche Stimme. „Ich komme von Gallifrey.“

Porter warf Elaine einen verwirrten Blick zu und sie grinste belustigt.

„Das Passwort“, erklärte sie. „Wilson ist auch ein Fan des Doktors. Wenn es Schwierigkeiten gäbe, würde sie sagen ‚Ich bin den Daleks begegnet‘.

Nun konnte auch Porter ein Grinsen nicht unterdrücken. Seine Elaine war wirklich schlau…

Die junge Frau öffnete die Tür, nachdem sie trotzdem einen Blick durch den Türspion geworfen hatte und ließ Corporal Wilson herein. Sie war eine blonde, kräftig gebaute, etwa dreißig Jahre alte Frau, die einen enormen Koffer auf Rädern bei sich hatte. Als sie Porter sah, nahm sie sofort Haltung an, doch er gab ihr ein Zeichen, sich wieder zu entspannen.

„Ich habe alles genau dort gefunden, wo Sie es mir gesagt haben“, teilte Wilson Elaine mit. „Und ich glaube nicht, dass ich etwas vergessen habe.“

„Vielen Dank, Corporal“, erwiderte Elaine und nahm das Gepäck an sich.

„Ich kehre zu meinem Wachdienst zurück“, verkündete die Soldatin und verabschiedete sich mit einem Winken.

„Jetzt kann ich endlich duschen“, meinte Elaine und schob den großen Koffer auf seinen Rädern vorwärts.

„Aber was ist da drin?“ scherzte Porter. „Deine gesamte Garderobe?“

Sie lachte und streckte ihm die Zunge heraus, bevor sie im Schlafbereich verschwand.

Porter ging in die Küche und warf einen Blick in den Kühlschrank. Viel war nicht darin, doch es war genug, um sich ein Schinkensandwich zu machen. Wie Elaine hatte er das Mittagessen ausfallen lassen und war inzwischen am Verhungern. Als er es aufgegessen hatte, dachte er kurz darüber nach, ein Bier zu trinken, entschied sich dann jedoch für Tee. Er stellte den Kessel auf den Herd und rief, während er darauf wartete, dass das Wasser heiß genug wurde, seine Tochter an.

„Hallo?“ Sie meldete sich nach dem dritten Klingeln.

Hallo, Lexie, hier ist Daddy.“

Alexandra hatte es aufgegeben, ihn dafür zu tadeln, dass er immer noch den Spitznamen aus ihrer Kindheit benutzte, denn ihr war bewusst geworden, dass sie immer sein kleines Mädchen bleiben würde, ob es ihr gefiel oder nicht. Außerdem war das seine Art, immer wieder seiner Liebe zu ihr Ausdruck zu verleihen, als wäre es noch nicht genug, dass er den aktiven Dienst für sie aufgegeben hatte. Sie hatte einen unglaublichen Vater, aber das war ihr erst vor kurzem bewusst geworden, sobald sie über ihren kindischen Groll, denn sie ihm gegenüber wegen der Scheidung gehegt hatte, hinweggekommen war.

„Hey! Warum rufst du an?“

„Tut mir leid, Schatz, aber ich kann heute Abend nicht nach Hause kommen.“

„Oh, aber unsere Pizza?“ beschwerte sich das Mädchen enttäuscht.

„Tut mir leid, Lexie, es ist wichtig. Ich muss einen besonderen Menschen beschützen.“

Alexandra horchte auf, denn der Tonfall ihres Vaters verriet ihr etwas.

„Besonders, hm? Hat es endlich eine Frau geschafft, einen Weg unter deinen undurchdringlichen SAS-Panzer zu finden?“

Porter war verblüfft. War das wirklich so offensichtlich?

„Hey, woher weißt du das??“

Alexandra lachte.

„Weiblicher Instinkt, Daddy! Ich hoffte, du wirst sie mir bald vorstellen.“

„Wenn du dir sicher bist, dass du das willst, werde ich das nur zu gerne tun, Schatz.“

Natürlich will ich das! Sie muss wirklich etwas ganz Besonderes sein, wenn sie eine so große Aufgabe gemeistert hat. Wenn ihr fertig seid mit… nun ja, was immer ihr auch macht, lädst du sie zum Abendessen zu uns nach Hause ein und ich mache mein bestes gebratenes Hähnchen.“

„Ja, Ma’am, zu Befehl“, scherzte Porter lachend. „Pass auf dich auf. Du schaffst das, immerhin bist du schon erwachsen.“

„Genau, schließlich bin ich letzten Monat achtzehn geworden“, erinnerte sie ihn. „Mach dir keine Sorgen. Gute Nacht und schlaft gut…wenn ihr überhaupt schlaft“, beendete sie kichernd das Gespräch.

„Lexie!“ rief ihr Vater schockiert aus, doch sie hatte bereits aufgelegt. Er zog eine Grimasse und zweifelte insgeheim daran, dass er sich jemals an die Tatsache gewöhnen konnte, dass sein kleines Mädchen inzwischen eine junge Frau war.

Mit einem Seufzen legte er das Smartphone auf die Theke und als er aufblickte, sah er Elaine, die, mit einem Bademantel bekleidet, auf der Schwelle zur Küche stand. Sie musste das Gespräch mitangehört haben, denn ihr Gesichtsausdruck war nachdenklich und gerührt zugleich.

„Jetzt weiß ich, warum wir uns nicht vor zwanzig Jahren begegnet sind“, sagte sie mit leiser Stimme. „Du musstest vorher deine Tochter bekommen.“

Porter spürte plötzlich einen Kloß in seinem Hals. Sie hatte Recht, denn wenn sie sich vor zwanzig Jahren getroffen und ineinander verliebt hätten, hätte er Alexandra nicht gehabt. Aber welche Frau kam auf den Gedanken, so etwas zu sagen? Elaine war wirklich etwas ganz Besonderes und es war höchste Zeit, dass er ihr sagte, wieviel sie ihm wirklich bedeutete.

Der Kessel begann zu pfeifen.

„Möchtest du einen Tee?“ fragte er.

„Gerne“, antwortete sie und ging zu ihm hinüber, doch er schüttelte den Kopf.

„Nein, geh ins Wohnzimmer. Ich bringe den Tee dorthin.“

Kurz darauf kam er herein, mit einem Tablett, auf dem zwei Tassen standen und stellte es auf den Kaffeetisch vor dem Sofa, auf dem Elaine saß- Die junge Frau betrachtete die Etiketten an den in heißes Wasser getauchten Teebeuteln.

Earl Grey“, stellte sie fest. „Meine Lieblingssorte.“

„Ich weiß“, erwiderte Porter lächelnd. „Ich habe es bei der Arbeit bemerkt.“

„Oh, sieh mal einer an…“, murmelte sie und hob eine Augenbraue. „Und…was hast du sonst noch bemerkt?“

„Dass du ihn lieber schwarz trinkst, ohne Milch und Zucker“, antwortete er und setzte sich zu ihr. „Und auch, dass du die attraktivsten Beine der gesamten Sektion 20 hast“, fügte er hinzu und warf einen bewundernden Blick auf den Oberschenkel, der dort hervorragte, wo sich der Bademantel ein Stück weit geöffnet hatte. Elaine lächelte, machte jedoch keine Anstalten, sich zu bedecken und inzwischen sah Porter viel mehr als nur ein kleines Stück von einem ihrer Beine…

Dann wurde Porter wieder ernst. Er beugte sich zu ihr hinüber und nahm ihre Hände in seine.

„Ich muss dir etwas sagen, Elaine“, begann er. „Und ich versichere dir, dass es etwas ist, das ich nicht oft in meinem Leben gesagt habe.“  Er hielt einen Moment inne, um seinem Geständnis, das folgen würde, mehr Nachdruck zu verleihen. „Ich liebe dich. Es ist mir erst heute bewusst geworden, aber ich glaube, ich bin schon seit Monaten in dich verliebt, vielleicht schon vom ersten Augenblick an. Ich weiß nicht, warum ich so lange gebraucht habe, um es zu bemerken. Vielleicht konnte ich mich einfach nicht mehr daran erinnern, wie man sich fühlt, wenn man verliebt ist…“

Er hob ihre Hände an seine Lippen und küsste erst die eine, dann die andere.

Elaine starrte ihn mit großen Augen sprachlos an. So, wie er sie in diesem Kellerraum geliebt hatte, hatte sie bereits vermutet, dass er etwas für sie empfinden musste, aber ihn geradeheraus sagen zu hören, dass er sie liebte, das übertraf selbst ihre kühnsten Hoffnungen.

„Du sagst nichts?“ fragte Porter drängend, von ihrem Schweigen beunruhigt und seine Stimme schreckte Elaine aus ihren Tagträumen auf.

„Oh, du meine Güte, John“, flüsterte sie und löste eine ihrer Hände aus seinem Griff, um seine Wange zu streicheln. „Ich glaube, ich habe mich schon in dem Augenblick Hals über Kopf in dich verliebt, als ich an meinem ersten Tag in deine Augen sah. Am Anfang dachte ich, es wäre nur eine vorübergehende Schwärmerei, denn du bist schließlich ein wirklich gutaussehender Mann und ich war zu lange Single, aber dann habe ich dich kennengelernt und es hat nicht lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich verliebt war…“

Er legte seine Hand auf ihre und wandte den Kopf zur Seite, um ihre Handinnenfläche zu küssen, wobei er seinen Blick nicht von ihrem abwandte.

„Ich…glaube nicht, dass ich mich… so hätte benehmen können, wie ich es heute in dem Lagerraum getan habe, wenn ich nicht in dich verliebt gewesen wäre“, gestand sie ihm. „So eine Frau bin ich nicht, jedenfalls nicht, wenn es darum geht, mich selbst zu retten. Vielleicht, um jemanden zu retten, den ich liebe, aber nicht für mich selbst…“

„Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen“, unterbrach Porter sie. „Es ist vollkommen verständlich. Überlebensinstinkt. Davon verstehe ich etwas.“ Als er ihren überraschten Gesichtsausdruck sah, schnitt er eine Grimasse. „Nun ja, ich musste einmal mit einem Mädchen schlafen, einer kosovarischen Soldatin, um meinen Hintern zu retten. Ich bin nicht stolz darauf, aber wenigstens bin ich hier und am Leben, für Lexie und nun auch für dich.“

„Oh“, hauchte sie. Zwar hatte sie alles über die Missionen gelesen, an denen er beteiligt gewesen war, aber das war sicher kein Detail, das in irgendeinem Abschlussbericht zu finden war. „Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, stellte sie ruhig fest. Er nickte ernst, doch dann betrachtete er ihren Satz aus einem anderen Blickwinkel und sein Gesichtsausdruck wurde verschmitzt.

„Was das angeht, du warst heute wirklich außergewöhnlich, Baby…“

Es war offensichtlich, wovon er genau sprach. Ihre Lippen verzogen sich zu einem erfreuten Lächeln, während ein freches Funkeln in ihre Augen trat.

„Du hast auch keine halben Sachen gemacht, Soldat“, gab sie zurück, bevor sie sich auf ihn stürzte und ihn auf dem Sofa umwarf.

Der Tee würde kalt werden.

Ende

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