Light, Dark & Love

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P18
Angel Buffy Summers Dawn Summers Faith Spike
26.03.2017
11.09.2019
28
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Diese Story schließt am Ende von Angel Jäger der Finsternis an.
Das Serienfinale war ja wohl alles andere als zufriedenstellend. Hier könnt ihr meine Version lesen, wie es weitergegangen wäre.
Mir gehört nichts aus dem Buffy- und Angel-Universum und ich verdiene auch nichts hiermit. Ich schreibe nur zur Unterhaltung.

1. Das Ende von Angel Investigations

Da standen sie nun. Die letzten vier Überlebenden des Teams:
Angel, Spike, Gunn und Illyria.
Sie waren der Rest von Angel Investigations und der letzten Firmenleitung von Wolfram & Hart.
Nachdem sie den Bund des „Schwarzen Dorns“ getötet hatten, fanden sie sich in einer kleinen Gasse wieder und warteten auf die Armee der Hölle.

Es war tiefschwarze Nacht. Wie ein Monsunregen ergoss sich das Wasser auf die Erde, während sich die vier Freunde überlegten wie sie diesen Kampf nur überstehen, geschweige denn gewinnen sollten. Sie hatten gerade Wesley verloren, Lorne hatte das Team verlassen und Gunn war schwer verwundet.
Schon von weitem konnten sie das Brüllen und das Klirren der Schwerter ihrer Feinde hören. Und kurz darauf waren sie zu sehen.
Vampire, Dämonen und Monster in allen Formen und Größen. Sogar ein gewaltiger feuerspuckender Drache kam angeflogen.
Angel ließ die letzten Jahre in seinem Kopf nochmal durchlaufen.

Hätte sich das hier vermeiden lassen?
Wenn sie nicht zu Wolfram & Hart gegangen wären, würden Wesley und Fred noch leben.
Wenn er nicht Sunnydale verlassen hätte und nach Los Angeles gegangen wäre, würden Cordelia und Doyle noch leben.
So viele seiner Freunde sind gestorben, weil sie Angel gefolgt waren.
Oder wenn er von Anfang an Buffy ferngeblieben wäre und seine erbärmliche Existenz in der Gosse weitergeführt hätte?

Buffy!

Seine Buffy! Die Liebe seines Lebens! Sein Licht in der Dunkelheit! Seine Seelenverwandte. Sie würde niemals aufgeben. Buffy hatte gegen die Macht des Bösen gekämpft und gesiegt. Sie hatte die Welt vor dem Untergang gerettet.

Und Connor! Sein Kind! Sein großartiger Sohn! Ein ebenso begnadeter Kämpfer wie er. Connor hatte die Welt vor der Macht von Jasmin, der verrückten Ur-Göttin bewahrt.

Der Gedanke an sie, erweckte den Mut des Vampirs mit Seele wieder zum Leben. Es gab noch Hoffnung. Jetzt war es an ihm, die Apokalypse durch die Brut der ewigen Finsternis zu beenden.
Angel griff sein Schwert ganz fest und schritt als Erster auf die Horde der Monster zu.
Er deutete in die Luft und sagte um sein Team noch zu ermutigen:
„Also ich würde ganz gerne den Drachen töten!“
Spike schöpfte aus der Zuversicht seines Grandsires neue Kraft, kam an seine Seite und machte sich zum Angriff bereit.
Gunn, der wie immer ein enthusiastischer Draufgänger war, hatte durch den Kampf mit den Vampiren der Senatorin schon einiges einstecken müssen, aber er schwor sich heute Nacht nicht zu sterben.
Die Dämonin Illyria hatte in nur wenigen Monaten viel über die Menschen gelernt.
Sie waren im Grunde eine primitive und brutale Spezies die sich gegenseitig verletzt und vernichtet. Dennoch haben sie noch nicht mal einen Bruchteil ihres vollen Potentials erreicht. Die Menschen haben noch viel zu lernen. Und so fasste die Blauhaarige einen Entschluss.

Die Armee der Finsternis war noch gute 10 Meter von Angel und seinem Team entfernt und die beiden Vampire konnten schon sehen, wie die Monster ihre Zähne fletschten. Doch ehe die Krieger sich ins Getümmel stürzen konnten, geschah das Unglaubliche.

Von einer Sekunde zur anderen bebte die Erde wie verrückt. Der Wind wurde stärker und zu dem Regen kamen noch Blitz und Donner dazu.
„Was soll denn das jetzt? Ist die Lage nicht schon beschissen genug? Was müssen wir denn noch aushalten?“ schrie Spike in die Nacht.
Gunn humpelte an seine Seite und lehnte sich gegen seine Schulter. „Keine Ahnung, Mann! Aber wie viel schlimmer kann’s denn noch werden?“ gab der ehemalige Gang-Boss zurück.
Ihr untoter Anführer sah in den Himmel empor und stöhnte: „Oh Gott, nein! Das hättest du nicht fragen sollen.“
Die Wolken begannen sich zu drehen und zu wirbeln. Erst langsam, dann immer schneller.
Auch die Monster hielten inne und besahen sich die Situation. Die Schlacht hatte noch nicht begonnen und trotzdem hatten alle Anwesenden das Gefühl, als würde die Welt untergehen.
Der Wind hatte inzwischen fast das Tempo eines Tornados erreicht und der gesamte Häuserblock in welchem sie sich befanden, lag genau in dessen Auge. Das Angel-Team griff nach den Stäben eines Metallgitters hinter ihnen um sich vor dem Sog zu schützen.
„Ähh Leute! Seht euch das an!“ brüllte der blonde Vampir und deutete auf die Feinde.
Seine Kollegen folgten der Anweisung und sie alle verstummten.

Die Dämonen verloren den Halt unter ihren Beinen und wurden vom Wirbelsturm erfasst. Der Sog hob sogar die gigantischen Riesen in die Höhe. Ebenso der Drache wurde mitgerissen. Die Armee der Hölle wurde in die Weiten des Himmels gesaugt. Ihr Brüllen und Schreien erklang meilenweit durch die Stadt.
Die Jäger verfolgten das Schauspiel mit aufgerissenen Augen und hielten sich weiter an dem Gitter fest.
Nach mehreren Minuten war die finstere Horde von dem Wolkenwirbel verschluckt worden. Kein einziger war übrig.
Das Beben verstummte, der Wind ließ nach und das Gewitter verzog sich.
Die vier Freunde lösten ihre Hände von dem Gitter und sahen sich um.
Angel war der Erste, der seine Stimme wieder fand.
„Wo sind sie hin?“ fragte er.
Spike darauf: „Gute Frage, nächste bitte!“
„Sie sind… Sie sind alle weg!“ ergänzte Gunn.
Der dunkelhaarige Vampir darauf: „Ja, schon klar. Aber wohin und was war das eben?“

„Das war ich!“ hörten die drei Jungs plötzlich hinter sich.
Sie drehten sich um und erblickten Illyria, die sich den Bauch hielt und anfing dunkelblaues Blut zu spucken. Die Dämonin lächelte ihre Mitstreiter an und flüsterte: „Gern geschehen!“ Dann sank sie auf ihre Knie und fing sich mit den Händen ab. Angel ließ sein Schwert fallen und rannte so schnell er konnte zu ihr. Er legte die Arme um sie, drehte sie auf den Rücken und hielt sie fest.
Spike stützte Gunn und kam langsam mit zu ihnen.
Angel erkannte, dass es mit Illyria zu Ende ging und fragte sie leise:
„Illyria! Was hast du getan? Wieso hast du das getan?“
Die Ur-Dämonin in der Gestalt der jungen Frau blickte ihren Gefährten weiter lächelnd in ihre Augen und begann:

„Ich habe sie in mein früheres Reich verbannt. Es war mein Dank an euch. Sie können von dort nicht entkommen und werden sich gegenseitig umbringen.“
Das Blut lief ihr weiter aus dem Mund und sie hustete immer wieder.
Der dunkelhäutige Jäger kniete sich neben Angel und streichelte Illyria über ihr blaues Haar.
„Warum hast du das getan? Du wusstest doch, dass Wesley deine Kräfte minimiert hat. Diese Aktion wird dich umbringen.“
Die sterbende Kollegin antwortete: „Fürs Erste ist dies mein Tod, das hast du Recht.“
Spike wollte wissen: „Was meinst du mit fürs Erste?“
„Ich kehre wieder zu meinen Artgenossen zurück und warte auf meine nächste Zeit.“ erzählte sie.
Angel und Spike verstanden, was sie meinte. Zurück in den Schlund unter der Erde, wo ihr Sarg war.
Die Blauhaarige sprach weiter: „In gewisser Weise ist dies eine Erlösung für mich. Dieser Körper hat einfach nie zu mir gepasst. Und auch wenn Fred’s Seele weitergezogen ist, so blieb doch ihr Wesen in ihrer Hülle zurück.
Ihr Charakter, ihr Kampfgeist, ihre Liebe zu euch.“

Die Jungs lächelten ebenfalls als sie dies hörten. Doch das Lächeln verging ihnen sofort wieder, weil Illyria weiter Blut spuckte.
„Los Leute, wir müssen doch irgendwas für sie tun können. Wir müssen ihr helfen!“ rief Angel.
Doch die Dämonin griff seinen Arm und sagte: „Nein Angel! Ihr habt mir schon geholfen. Ihr habt mich gelehrt, was Mitgefühl, Freundschaft und Liebe ist. Und all das werde ich in mein nächstes Leben mitnehmen. Ich verspreche es!“
Bevor die Drei etwas erwidern konnten, sprach sie weiter.
„Hört mir zu!“ ihr typischer Befehlston. So kannten sie sie.
„Ich habe nicht mehr lange, deswegen fasse ich mich kurz:
Es ist noch nicht vorbei!“
Sie erntete fragende Blicke.
„Wolfram & Hart mögen besiegt sein, doch ihr habt es noch nicht geschafft. Eure Aufgabe, eure Bestimmung ist noch nicht erfüllt. Und...“ wieder ein Schwall Blut.
Sie musste sich beeilen.
„Und ihr braucht Hilfe. Ihr könnt es nicht allein schaffen. Aber… ihr könnt es schaffen.“
Ihre Stimme wurde immer leiser. Der Rest des Teams wusste, sie werden sie gleich verlieren.
Und so sprachen sie ihre letzten Worte an Illyria.
Spike: „Leb wohl, Blue Queen!“
Gunn: „Es war uns eine Ehre an deiner Seite zu kämpfen.“
Angel: „Du hast dein Reich verloren, aber du wirst immer ein Teil von uns sein.“

Sie lächelte ein letztes Mal und schloss ihre blauen Augen. Für immer.
Schon wenige Augenblicke später löste sich ihr Körper einfach auf. Nicht verpufft, wie ein gepfählter Vampir. Sie wurde durchsichtig, bis sie vollständig verschwand.
Keiner der Drei sprach ein Wort.
Auch wenn die Apokalypse vorbei war noch bevor sie begann, hatte sie der Sieg wieder eine Freundin gekostet.
Sie knieten eine Weile im Regen und widmeten ihren gefallenen Kameraden einige Schweigeminuten.
Bis Gunn vor Schmerzen aufstöhnte. Die beiden Vampire kamen wieder zur Gesinnung und stützten ihren Freund unter den Armen während sie zum nächsten Krankenhaus liefen.
Auf den Straßen war es vollkommen ruhig. Keine Spuren der Unterwelt. Keine Vampire oder Dämonen. Gar nichts bis auf die vorbeifahrenden Autos. Haben die Menschen von L.A. nichts vom Aufmarsch der Hölle mitbekommen?
Nein wahrscheinlich nicht. Aber das war ja nichts Neues. Selbst wenn sie was gesehen hätten, würden sie es nicht glauben.

Später im Krankenhaus lag der dunkelhäutige Jäger mit Verband und einem geschienten Bein im Bett und schlief.
Angel und Spike war klar, dass ihr Freund und Kollege so schnell nicht mehr jagen oder kämpfen können würde. Aber das würde wohl in Los Angeles nicht mehr nötig sein. Jetzt ohne Wolfram & Hart war die Stadt der Engel wirklich friedlich.
Die beiden beseelten Vampire saßen im Flur und starrten an die Wand.

„Hey Großer!“ brach der Blonde das Schweigen.
„Was ist?“ erwiderte Angel.
„Wie geht’s jetzt weiter? Ich meine, Charlie-Boy wird eine Weile auf Kosten der Krankenkasse leben. Aber wenn es so ernst ist, wie Super-Woman gesagt hat, können wir doch nicht warten.“

Nach etwa 5 Sekunden Stille antwortete der Ältere:
„Nein! Da hast du Recht. Wir können nicht warten, bis es Gunn besser geht.“
Angel stand auf, ging zum nächsten Fenster und sah in die Nacht hinaus.
„Wir müssen weiter. Und ich meine weg. Weg aus L.A.!
Alle unsere Freunde sind entweder tot oder nicht mehr in der Lage zu kämpfen.
Und der schlimmste Kampf steht uns wohl erst noch bevor.“
Spike hob leicht erschrocken den Kopf und lief zu seinem Partner.
„Ist das dein Ernst? Es soll noch schlimmer werden?“
Angel drehte seinen Kopf zu ihm und meinte: „Komm schon, Spike! Wenn du ehrlich bist, weißt du es auch selber.“
Der Blonde nickte nur.
„Ich hab für Cordy, Wes und Gunn schon vor Jahren etwas Geld zur Seite gelegt. Seine Krankenhaus-Rechnung wird bezahlt. Und danach kommt er schon klar. Das ist er immer.
Aber wir beide verlassen die Stadt noch heute Nacht.
Illyria hatte Recht, wir brauchen Hilfe. Und so sehr es mir wiederstrebt…

Wir müssen Buffy finden!

Wir müssen sie finden und uns ihr wieder anschließen. Nur mit vereinten Kräften können wir es schaffen, Spike.“
Sein Gegenüber sagte dazu nichts.
Das wird ein Alptraum! Noch vor einigen Monaten war ihnen durch Andrew, den kleinen Möchtegern-Wächter vermittelt worden, dass die blonde Jägerin kein Vertrauen mehr zu ihnen hatte. Und doch mussten sie jetzt zu ihr zurückkehren und um Hilfe bitten.
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