The Dragonborn

von Red Witch
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
25.03.2017
20.12.2018
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Kapitel 40 The forgotten Lady

Das laute Zuschlagen der Türe lässt Sora zusammen zucken und ihr Herz beginnt noch schneller zu schlagen, als es ohnehin schon tut. Sie ist nun wieder mit Zuko alleine in den gemeinsamen Räumen und die Angst steigt mit jedem Moment. Was würde er sagen und was tun? Als Zuko sie so plötzlich aus Nagatos Griff befreit hat, konnte Sora spüren wie kurz davor er stand sich auf ihn zu stürzen. Sie hätte sich niemals von Nagato so manipulieren lassen sollen. Es ist ganz klar ihre eigene Schuld das diese Situation so außer Kontrolle geraten ist. Zuko hat sie einfach nur an der Hand gepackt und ist mit ihr hinaus gestürmt. Den ganzen Weg zu ihren Gemächern hat er nichts gesagt und sie noch nicht einmal angesehen. Die Stille zwischen ihnen beiden ließ sie fast verrückt werden aber Sora traute sich einfach nicht etwas zu sagen. Was gibt es zu ihrem Verhalten auch zu sagen? Das es leid tut hinter seinem Rücken agiert zu haben? Das sie Zuko nicht vertraut hat und sich selbst in Gefahr gebracht hat. Sie kann immer noch in ihren Knochen die Nachwirkungen von Nagatos Kuss spüren, den Ekel, die Angst und das innere Aufschreien. Sora würde sich am liebsten die Kleider von Leib reißen und sich von oben bis unten abschrubben. Das Gefühl schmutzig zu sein, als würde etwas an ihrem Körper kleben wie zäher Leim lässt sie einfach nicht los. Ihr ganzer Körper zittert und in Gedanken durchlebt sie immer wieder diesen kurzen, doch schier endlosen Moment. Nur ein kurzer Augenblick in dem er Macht über sie hatte. Das sonst so wärmende Feuer in ihrem Inneren erreicht nicht ihre Seele und gibt ihr ein Gefühl von Kälte und Leere. Doch kommt dies nicht nur von Nagatos Übergriff, sondern auch von der Wahrheit mit der er sie konfrontiert hat. Ein Teil von ihr ist nun endlich erlöst und wurde befreit. Aber einem anderen wurde in wenigen Worten ein Lebensziel entrissen. Ihr bleibt die Rache an den restlichen Mördern ihres Vaters endgültig verwehrt. Aber die Rache sie niemals zufrieden gestellt. Dies ist ihr in aller Deutlichkeit bewusst geworden, denn die Wunde in ihrem Herzen würde niemals verschwinden und nur mit der Zeit würde sie verblassen. Die Vergangenheit kann nicht geändert werden und darin weiterhin zu leben wird ihr keinen Frieden geben. Auch wenn es zunächst schwerfallen mag, so muss sie doch endlich loslassen. Sora ist so gefangen in ihren Emotionen und Gedanken, das sie vor lauter Scheck zusammen zuckt, als Arme sie von hinten umschließen. In ihrer Angst wehrt sie sich zunächst, eh sie begreift das es Zukos Arme sind und nicht die von Nagato. Sein charakteristischer Duft hüllt sie ein und das Schlagen ihres Herzens rauscht in ihren Ohren. Für mehrere Minuten hält er sie einfach nur fest und wartet bis sie es schafft sich zu beruhigen. Zukos überraschende innere Ruhe überträgt sich auf sie und gibt ihr die Kraft die erweckten Gefühle abzuschütteln. Nach einigen weiteren Minuten gelingt es Sora wieder normal zu atmen und auch das Zittern ihres Körpers hat endlich aufgehört. Sie merkt wie Zuko sie langsam und vorsichtig zu sich herum dreht. In diesem Moment behandelt er sie fast so als wäre sie aus Glas und ein Teil von ihr ist es im Augenblick auch. Der kleinste Anstoß würde ausreichen und sie würde zusammen brechen. In ihrer Scham schaut sie mit leichten Tränen in den Augen zu Boden. Zu sehr fürchtet Sora, was sie in Zukos Augen sehen könnte. Doch Zuko scheint ihr das nicht durchgehen zu lassen. Seine Hände umschließen ihr Gesicht und zwingen sie mit leichtem Druck zu ihm auf zu sehen. Zunächst hält sie immer noch so gut es geht den Blick gesenkt, doch zu ihrer eigenen Überraschung unternimmt Zuko nichts weiter und wartet einfach geduldig ab. Die Zeit rinnt langsam dahin, bis sie schließlich ihrem Verlangen nach gibt. Sie fokussiert seine goldenen Augen in denen keine Wut steht, sondern Enttäuschung und Trauer. Als die Tränen über ihr Gesicht fließen, löst sich auch der Knoten in ihrem Hals. All die Worte und ihre eigene Verzweiflungen brechen aus ihr heraus, wie ein zerberstender Damm.
>> Ich wollte nicht das all das passiert. Bitte verzeih mir Zuko...<<
>> Warum hast du das getan Sora? Warum bist du ohne mich zu ihm gegangen?<<
Zukos Stimme spiegelt genau jene Gefühle wieder, welche sie in seinen Augen sieht. Sie hat sich innerlich auf eine Standpauke und Zukos Zorn eingestellt, aber seine tatsächliche Reaktion ist noch schlimmer für sie. Diese Seite an ihm ist ihr fremd und Sora ist unsicher wie sie damit umgehen soll. Zuko war immer impulsiv und temperamentvoll, aber diese ruhige und besonnene Seite an ihm, lässt sie in allem zögern. Ihr wird nun klar das sie beide Wesenszüge besitzen, die der andere nicht kennt und die verborgen liegen. Doch hatten sie bis jetzt je wirklich Zeit sich langsam kennen zu lernen? Sie beide werden wie zwei gegenseitige Pole angezogen, doch wissen sie in Wahrheit so wenig übereinander. Soras Antwort sprudelt schließlich aus ihr heraus, ohne das sie zuvor darüber nachgedacht hat.
>> Ich musste einfach zu ihm Zuko! Ich musste die Wahrheit wissen...wissen ob er etwas mit dem Tod meines Vaters zu tun hatte...ich..<<
>> Nein Sora, das meinte ich nicht. Warum bist du nicht direkt zu mir gekommen, als du die Nachricht erhalten hast?<<
>> Ich...ich hatte Angst Zuko....<<
>> Angst..wovor?...<<
>> Das du es nicht verstehen würdest...das du mir verbietest mit ihm zu sprechen...ich konnte...<<
>>Sora..!<<
Zuko schließt seine Augen und lehnt seine Stirn an ihre. Nach einem kurzen Moment öffnet er sie wieder und blickt ihr intensiv in die Augen.
>> Haben wir uns nicht geschworen in Zukunft die Entscheidungen gemeinsam zu treffen? Du hättest mir vertrauen müssen und doch hast du es nicht getan...<<
>> Ich...Zuko es tut mir leid...<<
>> Kannst du dir nur ansatzweise vorstellen wie es mir erging, als ich dich in seinen Armen sah?<<
Zuko rückt etwas von ihr ab und hält ihr Gesicht umfasst. Ihre Hände umschließen seine Handgelenke und sie blickt nur stumm zu ihm hinauf. Zuko atmet erschöpft aus und es zeigt sich deutlich, wie viel Kraft ihm die letzten Wochen abverlangt haben.
>> Ich war kurz davor mich auf ihn zu stürzen und ihm den Hals um zu drehen, verstehst du das? Ich hätte beinahe meinen eigenen Bruder getötet, weil alles in mir danach schreit dich zu beschützen. Die Geister mögen wissen wie ich die Kraft dazu aufgebracht habe es nicht zu tun....<<
Soras Augen beginnen sich erneut mit Tränen zu füllen, die über Zukos Finger zu Boden rinnen.
>> Zuko..ich...<<
Dieser schüttelt nur den Kopf und unterbricht sie.
>> Nein Sora....ich verstehe deine Beweggründe...aber du hättest zu mir kommen sollen und das du es nicht getan hast verletzt mich mehr als alles andere...<<
Sora lässt hoffnungslos die Schultern hängen und kann nichts anderes tun, als Zuko in die Augen zu schauen. Er hat mit allem recht was er sagt. Sie hätte ihm mehr vertrauen müssen und sie hat es nicht getan. Doch sie kann ihre Entscheidung nun nicht rückgängig machen. Das Schicksal hat sie beide zusammengeführt, aber eine gemeinsame Zukunft ist ihnen nicht garantiert und sie hat mit ihrer Aktion dies nicht gerade gefördert. Es war nicht nur dumm, sondern auch ziemlich egoistisch von ihr, zumal sie auch Iroh mit hinein gezogen hat. Da Sora seinen intensiven Blick nicht mehr aushalten kann, wendet sie sich ab und blickt zum Garten hinaus. Der Kirschbaum steht in seiner Blütenpracht und beinah hat sie dazu beigetragen, das womöglich ein zweiter dort stehen könnte. Sie bereut ihren Weg zu tiefst und ihre Tränen laufen ungehindert über ihr Gesicht.
>> Ich erwarte nicht das du mir dies verzeihst Zuko und ich verstehe wenn du wütend bist, aber bitte lass es an mir aus und nicht an Iroh. Das Alles war meine Idee, mein Plan...ich habe ihn unter Druck gesetzt....<<
>> Glaubst das ist mir nicht bewusst Sora. Mein Onkel wusste ganz genau, wie ich reagieren würde. Ich werde mit ihm zwar auch ein paar Takte reden müssen, aber er hat auch aus Loyalität dir gegenüber gehandelt.<<
Sora dreht sich wieder herum und blickt ihn an. Mehr als ein Nicken bringt sie nicht auf. Ihre ganzen Gefühle sind ein einziges Chaos, noch nie hat sie sich so verwirrt und ziellos gefühlt. Nun da sie die Wahrheit kennt, hat sich etwas in ihr verändert ohne das sie genau erfassen kann was es ist.
>> Hast du zumindest von Nagato erfahren was du wolltest?<<
>>Was?<<
Sora hört seine Frage zunächst gar nicht und blickt überrascht auf.
>> Was hat dir Nagato erzählt? Iroh ist in seinem Brief nicht ins Detail gegangen, nur das ihr einem Hinweis nachgeht...Wie genau hat er dich dazu gebracht ihn aufzusuchen?<<
Sora beginnt schließlich ihm von allem zu erzählen und Zukos Gesicht wird mit der Zeit immer besorgter. Nachdem sie zu ende erzählt hat und ihr Gesicht erneut voller Tränen ist, nimmt er sie schweigend in den Arm. Die ganzen Gefühle brechen über sie herein und sie packt ein Heulkrampf. Sie merkt kaum wie ihre Beine weg knicken und Zuko sie auffängt. Nur am Rande merkt sie wie Zuko mit ihr ins Badezimmer geht und eine Badewanne mit heißem Wasser füllt. Das heiße Wasser vermag nur langsam ihren ausgekühlten Körper zu erwärmen. Unter anderen Umständen hätte sie das ganze Geschehen vielleicht auf eine romantische und lustvolle Seite wahrgenommen. Aber ihre Seele ist momentan zu geschockt und paralysiert, als das sie diese Art von Nähe wahrnehmen könnte. Irgendwann fällt sie in einen Dämmerzustand und schreckt erst hoch, als sie merkt wie Zuko sie ins Bett legt.
>> Wie spät ist es Zuko?<<
>> Das spielt keine Rolle, versuch etwas zu schlafen du musst etwas zur Ruhe kommen...<<
>> Bleibst du eine Weile noch bei mir?<<
Sie dreht sich fragend zu ihm herum und mit einem Nicken legt er sich neben sie. Zukos starke Arme umschließen Soras Körper und geben ihr das Gefühl von Sicherheit, welches sie gerade dringend braucht.
>> Wir werden das gemeinsam durchstehen....<<
>> Und was ist mit Nagato? Wie soll es mit ihm weiter gehen? Wenn er noch länger dort unten bleibt wird er sterben Zuko...<<
>> Ich weiß, doch mach dir deswegen keine Gedanken. Um meinen Bruder werde ich mich kümmern.<<
Sora hört einen seltsamen Unterton in seinen Worten und sie ahnt das einiges mehr dahinter steckt. Sie überlegt einen Moment etwas zu sagen, aber entscheidet sich dagegen. Wenn die Zeit kommt wird sie es von Zuko erfahren.
>> Tu was du tun musst aber was auch immer du vor hast, sei bitte vorsichtig und riskiere nicht dein Leben dafür...<<
Sora dreht sich zu ihm herum und umfasst zärtlich sein Gesicht mit den Händen.
>> Mach dir keine Sorgen...es wäre nicht der erste Riskante Plan von mir...<<
Schließlich nickt sie ihm vertrauensvoll zu und schließt die Augen. Es dauert nicht lange bis sie eingeschlafen ist. Irgendwann in den nächsten Stunden merkt sie wie Zuko sich von ihr löst und verschwindet. Als sie schließlich aufwacht ist es bereits dunkel, doch ist es nicht die herein brechende Nacht welche sie geweckt hat. Ein seltsames Gefühl erfasst sie und ihre Instinkte warnen sie vor einer potenziellen Gefahr. Irgend jemand befindet sich mit ihr zusammen im Zimmer. Soras Muskeln spannen sich wie eine Bogensehne, bereit sich zu verteidigen. Mit ihren Augen sucht sie das Zimmer nach einer Gefahr vor ihr ab, doch kann sie nur die ihr zugewandte Seite erfassen. Schließlich kann sie etwas hinter sich aus machen und mit einer schnellen Bewegung wirft sie die Decke in die Luft. Mit ihren Armen und Beinen stößt sie sich vom Bett ab und bringt sich mit einer Rolle auf die andere Seite. Nun hat sie zumindest ein Hindernis zwischen sich und der Gefahr. Doch als die Decke schließlich wieder aufs Bett hinunter gefallen ist, kann sie nicht wirklich erfassen was sie dort sieht. Sie blinzelt einige Male um auszuschließen das sie Träumt, doch das Bild bleibt dennoch bestehen. Eine schwach leuchtende Gestalt schwebt am Ende des Zimmers über dem Boden. Die Umrisse vermag selbst Sora mit ihren guten Augen nur schwer erkennen. Aber dennoch ist unbestreitbar, das es sich hierbei um eine ungefähr vierzig jährige Frau in einer langen und ziemlich altertümlichen Robe der Feuernation handelt. Die Umrisse der Frau flimmern immer wieder und Sora bezweifelt des es ein Wesen aus der Geisterwelt sein kann. Selbst diese würden wesentlich deutlicher erscheinen und hätten sogar einen materialisierten Körper. Doch die Frau ist dies eindeutig nicht und Sora vermutet das es eine menschliche Seele sein könnte. Die Fremde wartet geduldig ihre Reaktion ab und sieht leicht gequält aus. Sie hat ebenmäßige Züge und ihre blasse Erscheinung trübt keineswegs die Schönheit. Auf eine seltsame Weise kommt sie Sora sogar bekannt vor, aber sie vermag nicht zu sagen woher. Je länger sie beide dort stehen und sich betrachten desto mehr verschwindet das Gefühl der Gefahr in ihr. Schließlich hat Sora sich soweit beruhigt und geht langsam um das Bett herum auf die Seele zu. Doch zur Sicherheit bleibt sie dennoch einige Meter vor der Frau stehen. Diese regt sich die ganze Zeit kaum und nur die Augen folgen Soras Bewegungen.
>> Wer bist du?<<
Soras Stimme durchbricht gespenstisch die Stille, sodass sie selbst sogar etwas zusammen zucken muss. Die Frau lächelt traurig zu ihr herüber und senkt grüßend leicht den Kopf. Ihre Stimme ist kaum zu hören und selbst Sora muss sich anstrengen um sie zu verstehen.
>> Ich grüße dich Feuer-geborene, mein Name ist Ai Min. Ich habe viele Jahre auf dich gewartet.<<
>> Auf mich gewartet? Kennen wir uns?<<
Das Gesicht der Frau wird erneut traurig und sie schüttelt nur den Kopf, wobei Sora einen Blick die offene Wunde an ihrem Hals erhält. Ein kalter Schauer läuft ihr dabei über den Rücken. Dieser Frau muss etwas schreckliches widerfahren sein, wenn ihre Seele in dieser Welt verweilt.
>> Nein wir kennen uns nicht. Ich bin bereits vor vielen Jahren gestorben und warte seitdem auf den Tag wo wir uns begegnen.<<
>> Und warum hast du auf mich gewartet? Möchtest du das ich dir helfe Rache zu nehmen für das was man dir angetan hat?<<
Ai´s Hand wandert hinauf zu ihrer Kehle und das Gesicht verzieht sich schmerzerfüllt. Für einen kurzen Moment flimmert ihre Gestalt heftiger, sodass sie sogar kurz vollständig verschwindet. Als sich Ai wieder beruhigt blickt sie Sora flehend an und beginnt wieder zu sprechen.
>> Nein, dafür ist es schon lange zu spät. Das was ich möchte ist Vergebung und Erlösung.<<
>> Vergebung wofür und wie soll ich kann dich erlösen? Was ist mit dir geschehen?<<
>> Es ist jetzt nicht wichtig was mit mir geschehen ist. Du musst mir nur folgen.<<
>> Ich soll dir folgen? Und wohin? Warum hast du auf mich gewartet?<<
Sora zögert mit der Entscheidung Ai einfach so zu folgen. Es mag zwar gerade keine Gefahr bestehen, aber wer sagt ihr nicht das dies eine Falle ist.
>> Der Älteste sagte mir du würdest eines Tages kommen und es wäre meine Aufgabe dir den letzten Schlüssel zu geben.<<
>> Du kennst den Ältesten?... Von welchem Schüssel sprichst du?<<
>> Ja ich kenne den Ältesten, er ist der Grund warum meine Seele an diesem Ort gefangen ist. Folge mir bitte, es bleibt uns nicht viel Zeit.<<
Ai schwebt nun auf eine Wand zu und hebt ihre leicht aufleuchtende Hand. Nur einige Sekunden später öffnet sich eine geheime Tür und gibt den Blick auf einen Tunnel frei. Die Frau dreht sich noch einmal mit einem auffordernden Blick zu Sora herum und verschwindet in dem Gang. Ohne noch weiter darüber nachzudenken folgt sie Ai hinein. Ein leichter Hoffnungsschimmer flammt in Sora auf. Vielleicht kann Ai ihr die Antworten geben, nach denen sie alle so verzweifelt suchen. Der Spaziergang durch die alten Mauern dauert nicht sehr lange und Sora vermutet sogar das sie sich immer noch im Palastflügel befinden der zur Familie des Feuerlords gehört. Schließlich öffnet Ai vor ihr erneut eine Wand und dahinter offenbart sich eine kleine Kammer. Das Innere ist voll mit bereits fast zerfallenen Kleidern und Kästchen voller Schmuck. Alles ist ziemlich staubig und Sora hat den Eindruck, dass seit gefühlt hundert Jahren keiner mehr hier war. Sie blickt sich im Zimmer um und fragt sich was sie hier soll.
>> Was ist das für ein Zimmer Ai?<<
Diese Blickt jetzt traurig durch den Raum und ein leichter Ansatz von Tränen ist in ihren Augen zu erkennen.
>> Dies war einst mein geheimes Zimmer, als ich noch lebte. Sie werden von einer Feuerlady zur nächsten übertragen, doch konnte ich sie nicht an meine Nachfolgerin weiter geben. Seit Jahrzehnten muss ich nun mitansehen, wie meine geliebten Besitztümer mit der Zeit zerfallen....<<
>> Das geheime Zimmer der Feuerlady? Wer bist du wirklich?<<
>> Ich bin Ai Min, die verstorbene Lady der Feuernation und Gemahlin von Feuerlord Zosin!<<
Vor lauter Entsetzen macht Sora einen Schritt zurück und schaut die Frau verblüfft an. Das erklärt warum Ai ihr so bekannt vor kam...sie ist Zukos Urgroßmutter.
>> Du bist die Gemahlin von Feuerlord Zosin?<<
Sora hatte sich einst gefragt, welche Frau ein solches Monster lieben konnte, doch sie hatte etwas anderes erwartet. Von Ai geht nichts böses im eigentlichen Sinne aus, nur eine unendliche Trauer und Reue gemischt mit Zorn.
>> Ja das bin ich, eine Tatsache vorauf ich zu Lebzeiten einmal Stolz war. Doch war ich zu blind und naiv für die Wahrheit...<<
>> Welche Wahrheit? Warum hast du mich hierher gebracht?<<
>> Zosin hat mich...er hat und vor allem Sie verraten....Er hat uns alle betrogen und ich habe nichts unternommen...Ich habe zu spät die Wahrheit erfahren...<<
Ai blickt nun entschuldigend, fast schon flehend zu ihr hinüber. Sie schwebt zu einem Tisch in der Mitte des Raumes und zeigt mit ihrer Hand auf einer Kiste. Sora kommt zu ihr herüber und öffnet sie nach Ai´s Aufforderung. Im Inneren befinden sich zwei Stoffbündel, eine kleines langes und ein weiteres großes von der Form eines Buches.
>> Ich möchte das du dies an dich nimmst und ich werde dir eine Geschichte erzählen.<<
>> Eine Geschichte?<<
>> Ja die Geschichte von meinem Leben und warum ich ermordet wurde.<<
Sora blickt Ai nun gefasst in die Augen und ihre Vermutung hat sich also schließlich bewahrheitet.
>> Ich wurde geboren als Ai Min. Die erst geborene Tochter einer der höchsten adligen Familie in der Feuernation. Im Moment meiner Geburt stand bereits fest, das ich eines Tages ein Mitglied der Familie des Feuerlords heiraten werde. Ich wuchs im Palast auf und im Alter von achtzehn wurde ich mit dem deutlich älteren Feuerlord Zosin verlobt. Eine Heirat in der Familie des Feuerlords war schon immer eine Frage der Politik und so fügte ich mich. Zosin hatte bereits zuvor eine Ehefrau verloren, aber noch keinen Erben. Vor ihrem Tod hat meine Vorgängerin einen Brief an die nächste Feuerlady verfasst, so habe ich von diesem Gemächern erfahren. Es ist Tradition, das die zukünftige Feuerlady die Nation vor ihrer Hochzeit bereist. Eines Tages wurde meine Karawane von Banditen überfallen, doch schien es Schicksal zu sein das ich von einem mächtigen Bändiger gerettet wurde. Sie nannte sich selbst Annar und sie begleitete mich auf meinen Reisen fortan. Wir freundeten uns an und sie wurde für mich wie eine große Schwester. Es war seltsam, denn ich fühlte mich von beginn an zu ihr hingezogen, wie eine Motte vom Licht. Als es schließlich Zeit wurde in den Kapitolspalast zu ziehen blieb sie weiterhin an meiner Seite und stand mir bei. Annar wurde zu meiner ersten Hofdame und auch wenn sie keine Adlige war, so sprach ihre Erscheinung von etwas weitaus edlerem. Ihre Fähigkeiten im Feuerbändigen suchten ihres Gleichen und sie wurde im ganzen Kapitol zur Legende. Sie gewann jedes Agni Kai und keiner interessierte sich schließlich für ihre Herkunft. Doch mit der Zeit begann sie sich von mir zu distanzieren und verschwand schließlich ohne ein Wort. Es brach mir damals das Herz und ich habe viele Wochen bitterlich geweint. Ich habe Spione entsandt um sie zu finden, doch gab es keine einzige Spur von ihr. Die Monate vergingen und Zosin duldete dies schließlich nicht länger. In meiner Trauer um meine verlorene Schwester und gegen meinen Willen wurde ich schließlich seine Gemahlin. Meine Aufgabe als Feuerlady lernte mich den Schmerz zu verdrängen. Mit den Jahren von Zosins Herrschaft kamen immer mehr radikale Veränderungen. Doch als Gemahlin des Feuerlords hat man keinen Einfluss auf die Politik. Nach vielen Ehejahren der Einsamkeit, wurde ich endlich schwanger und ich gebar ihm seinen lang ersehnten Thronerben. Zur selben Zeit begann Zosin mit seinem Feldzug gegen die anderen Nationen. Ich konzentrierte mich auf meine Aufgabe als Mutter des Kronprinzen und verdrängte so das Grauen. In den folgenden Jahren sah ich wie mein unschuldiger kleiner Junge zum Soldaten und zukünftigen Herrscher heran wuchs. Ich beobachtete aus meinem goldenen Käfig wie die Welt immer mehr ins Chaos stürzte und feige wie ich war tat ich nichts dagegen. Hätte ich damals vielleicht die Wahrheit gewusst...vielleicht hätte ich anders gehandelt. Eines Tages fand ich zufällig das Tagebuch von Zosin in seinem Arbeitszimmer zusammen mit einem Dolch. Ich erfuhr aus seiner eigenen Hand die Wahrheit und seinen Verrat. Da ich wusste das beide Gegenstände unbezahlbar und ein Druckmittel gegen Zosin sind, brachte ich sie hierher. Danach ging ich zu ihm und konfrontierte ihn mit der Wahrheit. Ich drohte ihm damit an die Öffentlichkeit zu gehen und den neuen Avatar um hilfe zu bitten, wenn er nicht von dem Wahnsinn und seinen Plänen ablassen würde...ich war so naiv...<<
Ai beendet nun ihre Erzählung, welche Sora bis dahin wie gebannt verfolgt hat. Mit einem mulmigen Gefühl blickt sie hinunter auf die beiden Bündel. In dem Buch sind die Gedanken des Mannes niedergeschrieben, der die Welt einst ins Chaos stürzte.
>>..Und wie reagierte Zosin auf deine Konfrontation?<<
Ai lächelt nur schwach und schwebt etwas von dem Tisch zurück.
>> Du bist klug genug um die Fehlenden Puzzleteile selbst zusammen zu setzten. Ich habe meine Aufgabe erfüllt und Verpflichtung erfüllt. Ich kann endlich diesen Ort verlassen. Wenn du Annar findest, bitte sage ihr das es mir leid tut. Hätte ich damals nur begriffen oder sie sich mir anvertraut...es wäre meine Pflicht gewesen sie zu beschützen und ich habe versagt....Sag Annar es tut mir so unendlich leid...<<
>> Wie bitte ich verstehe nicht???<<
Sora will noch etwas weiteres sagen, doch Ai beginnt zu verblassen und ein friedlicher Ausdruck erscheint auf ihrem Gesicht.
>> Die Antwort liegt in deinen Händen Feuer-geborene..<<
Ai´s letzte Worte hallen im Raum leise wieder und Sora ist nun alleine, mit dem Tagebuch in ihren Händen.



Hallo meine lieben Leser,

ich habe das Kapitel nochmal überarbeitet, da mir im zeitlichen Verlauf der Ereignisse einige Fehler unterlaufen sind und einige Inhalte so nicht passen konnten. Ich hoffe ihr seit nicht zu durcheinander geraten.
Das nächste Kapitel ist fast fertig und ich glaube einige von euch haben sich ein paar Dinge selber zusammen reimen können.

Grüße und ein frohes Fest
Eure Red Witch
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