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You're the closest friend I´ve got (The world turned upside down)

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
25.03.2017
07.07.2017
9
12.179
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25.03.2017 1.824
 
John Laurens saß im Politik Unterricht des King Colleges und langweilte sich zu Tode. Der Lehrer stand vorne an der Tafel und redete irgendetwas über Außenpolitik, was John allerdings sehr wenig interessierte.

Während er gelangweilt auf die Uhr starrte, hörte er von Vorne seinen Namen.
„John? Könnten sie das wiederholen was ich grade gesagt habe?“, fragte ihn ihr Lehrer, doch John wusste im ersten Moment nicht einmal, was er überhaupt von ihm wollte.
„Äh... nein?“, antwortete er mit einem verwirrten Unterton. Der höhnische Blick welcher nun auf ihm lag, zeigte ihm sehr deutlich, dass er lieber zuhören sollte, wenn er keine 5 in seinem Zeugnis sehen wollte. Doch er ließ sich davon nicht beeindrucken. Erneut schaute er zur Uhr.

Als hätte ein Gott seine Gebete erhört, erlöste ihn die Klingel von diesem Leid, welches sich Unterricht schimpfte.
Ohne noch weiter aufzupassen, packte John seine Sachen weg und schaut sich einmal im Klassenzimmer um. Am anderen Ende des Raumes ist ein gewisser Alexander Hamilton ebenfalls dabei seine Sachen weg zu räumen.
Alex und John waren die besten Freunde solange sie denken konnten. Seit sie sich kannten, mochten sie sich, auch wenn beide ihre Macken hatten.
„Hey, Alex!“ Schnell machte er auf sich Aufmerksam, und Alex schaute ihn auch an. John deutete mit dem Kopf Richtung Tür.

WiPo war ihr letztes Fach für den Tag gewesen und John wollte noch was mit Alex unternehmen. Nichts besonderes, vielleicht würden sie Herc und Laf noch abfangen und zusammen in die Stadt gehen, oder sich in Alex Bude einnisten und einen Abend mit Pizza und Netflix genießen.

Nachdem sein Vater abgehauen und seine Mutter gestorben war, lebte Alexander bei seinem Cousin, doch dieser begann Selbstmord. Nicht lange danach kam er nach Amerika und versuchte ein neues Leben zu beginnen. Er ging auf eine gute Schule, hatte eine schöne Wohnung nicht weit von der Schule und einen Job in einer Bücherei. Auch seine Noten waren sehr gut, er war schließlich auch der Klassenbeste. Alles schien wundervoll zu laufen. Gute Freunde, gute Noten, eine eigene Wohnung, doch hinter all dem steckte ein ziemlich chaosreicher Alexander Hamilton, welcher sich zu viel auf einmal zutraute, Schlaf unwichtig fand und jeden Tag wohl mehr Koffein zu sich nahm, als John, Lafayette und Hercules zusammen in ihrem gesamten Leben.

John war so in Gedanken verloren, dass er erst gar nicht bemerkte, wie Alex zu ihm kam und vor seinem Gesicht rum winkte.
„Hey! Hamilton an Idiot! Hörst du mich?“, scherzte Alex und schüttelte John leicht, riss ihn so aus seiner kleinen Welt.
„Wa- Oh, Alex, hab dich gar nicht bemerkt“ Ein leichtes Grinsen legte sich auf seine Lippen, als er seinen Rucksack nahm und seinen Weg zur Tür einschlug.
„Hast du heute Lust auf irgend etwas bestimmtes? Vielleicht deine Wohnung, Netflix, Pizza, ich, Laf und Herc?“, fragte John, während beide die Gänge entlang gingen.
„Da muss ich dich leider enttäuschen John, aber ich habe heute keine Zeit. Ich muss noch einen Aufsatz fertig schreiben, eine Arbeit nachreichen und um 17.00 Uhr in der Bücherei sein. Sorry“, erklärte Alex und Johns Blick änderte sich leicht ins genervte.
„Hör mal zu Dumbass! Heute ist nichts von wegen du musst noch lernen oder einen deiner dummen Aufsätze fertig schreiben! Du wirst heute deine Wohnung nicht verlassen, ich, Laf und Herc kommen um 3 und ich erwarte Pizza und Netflix!“, entgegnete John ihm mit einem Ernsten Unterton. Das zauberte Alex ein Lächeln auf die Lippen.
„Hör auf so zu grinsen Arschloch!“ John stieß seinem Kumpel mit dem Ellenbogen in die Seite, doch dieser grinste nur weiter.
„Ich nehme dein Angebot gerne an, John Laurens. Ihr kommt also um 3? Bis wann bereitet ihr mir denn das Vergnügen?“, grinste Alex. John wusste genau, dass er ihn nur ärgern wollte und irgendwie fand John das niedlich.
„Äh, weiß nicht... 10? 11? Vielleicht penn ich auch wieder bei dir, mal schauen...“ John hat schon oft bei Alex geschlafen, oftmals weil er keine Lust hatte nach hause zu gehen und sich wieder und wieder anhören zu müssen, dass er eine Schande für die Familie sei.
„Morgen ist Samstag, richtig?“, hörte er Alex fragen und dachte kurz nach. Tatsächlich war es bereits Freitag, das Wochenende war also sehr nah.
„Stimmt...“, murmelte John, „Dir macht es doch bestimmt nichts aus wenn ich das Wochenende bei dir bin, oder?“ Eigentlich erwartete John keine Antwort,  schließlich wusste Alex das er daran nichts ändern könnte. John war stur, das war ihm selbst bewusst. Nichts konnte ihn von seinen Plänen abhalten.
Kurz lachte Alex und John merkte, wie sein Gesicht ein wenig heiß wurde. Er musste wohl rot geworden sein.
„Sehe ich als ja“ Mit einer schnellen Handbewegung holte John sein Handy aus der Tasche und schrieb Lafayette.

An: Franzosenfuzzie

[13.39] Hey, um 3 bei Alex?

Von: Franzosenfuzzie

[13.40] Klar, ich bringe Hercules mit, bestellt ihr Pizza?
An: Franzosenfuzzie

[13.40] kay, bis nachher


                                                         ________

Um zehn nach drei waren die vier Freunde dann versammelt, zusammen auf Alex Couch und schauten die neuen Folgen Gotham. Hercules saß am einen Ende der Couch, Alex am anderen Ende, während sich Lafayette in die Mitte, halb auf den Schoß des Einen, halb auf den des Anderen, quetschte. John machte es sich gemütlich, in dem er sich auf die Beine seiner Freunde legte, mit dem Kopf in Alex Schoß und Alex Finger, welche sanft durch Johns lockigen Haare strichen. Hercules hatte die Arme entspannt über die Lehne gelegt, während Lafayette im Schneidersitz saß und Johns Hüfte als Stütze für einen Pizza Karton benutzte.

Sich zu Viert auf eine zwei Mann Couch oder einen Sessel zu quetschen war normal für die Freunde und hatte auch nichts seltsames an sich. Sie kuschelten ständig, war es aus Platznot, oder reiner Lust auf Körperkontakt. Es kam auch vor, dass einer auf dem Schoß des anderen saß, oder jemand einen Arm um einen legte, es hatte nichts romantisches an sich, sondern war oftmals einfach das Verlangen danach, jemanden bei sich zu haben. Dieses Verlangen hatten die vier Männer oft. Jeder von ihnen, selbst Alexander, welcher sich anfangs eher von Körperkontakt fern hielt, da es ihn zu sehr an die vielen Stunden erinnerte, die er im Arm seiner Mutter verbracht hatte. Doch früher oder später hatte John es dann doch geschafft, dass sie sich im Suff die viel zu kleine Couch teilten und zusammen gekuschelt schliefen. Danach war auch Alex viel offener gegenüber dem Geknuddel der Gruppe.
Wenn John so darüber nachdachte, sprach eigentlich nichts dagegen, dass er sich heute mit in Alex Bett kuscheln würde und dort schlafen würde. Er wusste nicht warum, aber irgendwie vermisste er die Berührung von Alex.

Jedes Mal wenn Alex ihn irgendwo berührte, hinterließ dies ein angenehmes Kribbeln auf Johns Haut, auch wenn er selbst nicht wusste weshalb. Er hatte bereits mit Herc darüber geredet, welcher ihm dann sagte, dass er sich wohl in Alex verliebt hatte. Er erzählte, er hätte das Selbe bei sich und Laf und hätte sich schon seit langem eingestanden, dass er sich in seinen besten Freund verliebt hatte. Doch das konnte nicht sein, John konnte sich doch nicht einfach so in Alex verlieben, oder? Sie waren beste Freunde, nicht Liebhaber.

Aber was wenn doch? Was wenn Herc recht hatte und John sich wirklich in seinen besten Freund verliebt hatte?

Nein, das konnte einfach nicht sein. Schnell verbannte John diese Idee aus seinem Kopf und schaute gespannt die neuen Folgen weiter.

                                                         ________

Am Abend des selben Tages, verabschiedeten sich die vier Freunde von einander, doch John blieb noch etwas.
„Du weißt ja wo du schlafen kannst“, meinte Alex, während er die restlichen Pizza Kartons vom Boden und der Couch einsammelte. John beobachtete ihn dabei, überlegte ob er wirklich mit Alex im gleichen Bett schlafen sollte und entschied sich dafür. Seltsam wäre es nicht gewesen, schließlich hatten sich Alexander, John, Lafayette und Hercules schon einmal alle zusammen in ein Bett gekuschelt, weil niemand auf der Couch oder alleine im 'Gästezimmer' sein wollte, was eigentlich nur eine Abstellkammer mit einem Bett und Schreibtisch war.
„Alex... Ich dachte eigentlich eher, dass ich vielleicht bei dir schlafen könnte?“, fragte John mit einer unschuldig wirkenden Stimme.
„Ähm.... J-ja... ja, klar... wenn du willst“, stotterte Alex und versuchte die Röte in seinem Gesicht zu verbergen.
„Ich... gehe noch kurz duschen! Les was oder so“ Schnell schnappte er sich ein paar Klamotten von einem Stuhl, welcher neben ihm stand und verschwand in Richtung des Badezimmers.

Leicht verwirrt begab sich John ins Schlafzimmer. Alex hat sich lange nicht so nervös aufgeführt, das letzte Mal an welches sich John erinnerte, war, als sie sich gegenseitig geoutet haben, John als schwul und Alex als Bi. Doch, das war nun schon 2 Jahre her, beide waren älter geworden und haben sich schon lange mit der Sexualität des anderen abgefunden.

Ohne weiter darüber nachzudenken, fing John an, sich bis auf die Boxer auszuziehen. Normalerweise schlief er komplett nackt, doch so fest war die Bindung der vier Männer dann doch nicht. Boxer war noch ok, aber weniger dann auch nicht mehr.

Während John sein T-Shirt auszog, auf welchem eine Schildkröte abgebildet war, bemerkte er im viel zu großen Wandspiegel erneut seine Schussnarbe an seiner rechten Niere. Diese kam davon, da vor 2 Jahren ein Amoklauf in deren Schule passiert ist, der Amokläufer dann mit seiner Schrotflinte auf Alex zielte und John Alex aus dem Weg schubste, wobei er dann selbst von der Kugel erwischt wurde. Er schaffte es noch den Angreifer zu überwältigen, brach aber kurz danach zusammen und kam sofort ins Krankenhaus. Von dem was er gehört hatte, wollte sich Alex wohl sofort freiwillig als Organspender anbieten, sollte Johns Niere einen zu großen Schaden haben. Alex wusste, dass John und er beide AB Negativ waren, eine sehr seltene Blutgruppe, weswegen auch Alex vermutlich der einzige war, der auf die Schnelle hätte spenden können.

Allerdings war alles OK, Johns Niere hatte nur einen geringen Schaden, nichts lebensgefährlich, solange sie die innere Blutung stoppen konnten.
Als John dann, mit Medikamenten voll gepumpt, aufwachte, erzählte er Alex wohl, er sei schwul. John konnte sich nur noch daran erinnern, in der Schule zusammen gebrochen zu sein und zuhause wieder aufgewacht zu sein. Als Alex ihn fragte, weswegen er ihn aus dem Weg geschubst hatte, meinte John nur mit einem breiten Grinsen: „Ich würde für dich sterben Alexander Hamilton“

John schüttelte den Kopf, warf sein Shirt in den Raum und legte sich in Alex Bett. Es war so weich und roch nach Alex eigentlich ekelhaften Deo, doch irgendwie fand John diesen Geruch wundervoll und beruhigend.

Langsam merkte er, wie der Schlaf ihn übernahm. Das letzte woran er dachte war Alex Lächeln.
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