Midnight thoughts and kisses

OneshotRomanze / P16
Jem Carstairs Tessa Gray
23.03.2017
23.03.2017
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Die Dunkelheit umgab James, als er den dunklen Raum betrat. Eine einzige Elbenlicht-Fackel, über dem großen Bett erhellte sein Zimmer. Gerade erst war der junge Schattenjäger von einem Streifzug mit seinem Parabatai zurückgekehrt. Im Auftrag der Brigade hatten sie Informationen über den Schattendrogenhandel in Soho sammeln sollen, was sich als schwieriger und anstrengender als erwartet herausgestellt hatte.

Erschöpft ließ Jem sich auf dem großen Bett in der Mitte des Raumes sinken.  Trotz der stetigen Besserung seines Gesundheitszustandes während der letzten Tage fühlte er sich schrecklich ausgelaugt.  Wiederstrebend legte er seinen Mantel ab und zog sich bis auf sein Hemd und seine Hose aus.

Seufzend schaute er an sich hinab und bemerkte wieder einmal, wie schmächtig er geworden war. Jem konnte seine Hüftknochen unter der dünnen Stoffhose nahezu herausstechen sehen, und sein Hemd war ihm um den Bauch herum etwas zu weit.

Zwar besaß auch James mehr Muskeln als ein gewöhnlicher Mensch, doch wenn er sich mit jemandem wie Will verglich wirkte er kaum wie ein wirklicher Schattenjäger und schon gar nicht wie einer der „Krieger“ die so oft in Büchern über die Nephilim abgebildet waren.  Schattenjäger wie Will, Gideon oder selbst Gabriel kamen diesen Bildern erstaunlich nahe, doch wenn er sich selbst mit ihnen verglich fiel ihm so oft auf, wie schwächlich er doch wirken musste…

Jem seufzte und legte sich auf sein Bett. Sein Blick glitt zum Fenster und er erkannte die sturmgrauen Wolken am schwarzen Nachthimmel, die einen baldigen Regenguss ankündigten.  

Sturmgrau. Genau wie ihre Augen. Tessas Augen. Die Augen … seiner Verlobten.

Jedes Mal wenn James erneut bewusst wurde, dass er wirklich mit ihr Verlobt war durchströmte ihn die gleiche wohlige Wärme. Und doch macht er sich Sorgen… Sorgen darum, ihr nicht gut genug zu sein. Nicht stark genug, nicht attraktiv genug, nicht gesund genug. Und doch, dachte er schließlich, hatte sie eingewilligt ihn zu heiraten. Die letzten Wochen und Monate seines Lebens an seiner Seite zu verbringen, seine Frau zu sein.

Mit einem Mal bekam der junge Schattenjäger das Bedürfnis sie in seinen Armen zu halten. Genau in diesem Moment zärtlich in seinen Armen zu halten und Tessas zierlichen, warmen Lippen zu küssen.

Ein Kribbeln durchströmte seinen Körper und er konnte seinem Verlangen nicht länger standhalten. Ruckartig richtete er sich auf und  stand so schnell auf den Beinen, dass ihm ein wenig schwindelig wurde. Kurz überlegte er ob er sich seine Weste überwerfen sollte, entschied sich jedoch dagegen.

James huschte aus seinem Zimmer hinaus und fand sich sogleich vor Tessas Zimmertür wieder. Er hielt noch einen Moment inne. Das Herz schlug James bis zum Hals und er strich sich nervös das silberne Haar aus dem Gesicht. Dann klopfte er.

„Herein.“, antwortete Tessa und mit leicht zitternder Hand öffnete Jem die Tür.

Und dort saß sie. Auf ihrem Bett, lediglich bekleidet mit einem dünnen, seidenen Nachthemd, ein dickes Buch auf dem Schoß, welches sie rasch beiseitelegte, als sie ihren Verlobten erblickte.

Jems Gesicht fühlte sich plötzlich sehr heiß an, während seine Augen auf ihrem Körper ruhten, und sämtliche Muskeln seines Körpers sich anspannten.  Lag es daran, dass er seine Medizin heute noch nicht genommen hatte? Oder doch an Tessa....

„E-entschuldige bitte, Tessa, ich wollte nicht stören. Ich… es ist nur so, dass ich… also i-ich musste dich einfach sehen.“, stotterte Jem und ließ die Tür hinter sich geräuschlos ins Schloss fallen.

Tessa lächelte ein wenig überrascht aber gedeutete ihm sogleich mit einem leichten Kopfnicken sich ruhig zu ihr aufs Bett zu setzen. Jems Herz pochte wie wild in seiner Brust während er mit schnellen, leisen Schritten der Aufforderung seiner Verlobten folgte und sich auf ihrem weichen Bett niederließ.

Eine Weile saßen die beiden einfach nur da und blickten einander an.

Das Verlangen in Jems Inneren, Tessa zu berühren, sie in den Arm zu nehmen und zu küssen, wuchs mit jeder Sekunde, die sie teilten. Doch er hielt dieses Verlangen mit größter Mühe zurück. Es wäre unanständig für einen Gentleman gewesen sich einfach so auf sie zu stürzen und sie zu küssen. Allein die Tatsache, dass er sich um diese Uhrzeit in Tessas Anwesenheit befand, sie alleine waren und Tessa zu dem nicht sonderlich fromm gekleidet war, wäre für einen Gentleman ein Inbegriff der Unanständigkeit gewesen.

Jedoch musste es Tessa ähnlich gegangen sein. Denn im nächsten Augenblick zog sie ihn behutsam an seinem Hemdkragen zu sich hinunter und drückte ihre Lippen so gefühlvoll und zärtlich auf die Seinen, wie Jem es sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Ein leises Stöhnen entwich dem jungen Schattenjäger als sie ihre Lippen öffnete und er die Süße ihres Mundes schmecken konnte.„Jem“, keuchte Tessa atemlos unter seinen Küssen. Jem drückte sie in die Kissen und begann sie nur noch leidenschaftlicher zu küssen.  

Für einen Moment stoppte der Nephilim  und betrachtete seine Verlobte intensiv. Ein warmer Schauer durchfuhr Jem während er an ihrem so wunderschön geformten Körper unter dem dünnen Nachthemd hinabschaute und ihm bewusst wurde, dass er derjenige war, welcher dieses unglaubliche Mädchen heiraten durfte und für immer bei ihr sein durfte… nun zumindest für den Rest seines, nicht sonderlichen langen, Lebens.

„Wo ai ni.“, flüsterte Jem und beugte sich sofort wieder hinunter um Tessas Lippen erneut zu spüren. Er merkte wie sie unter seinem Kuss zu lächeln begann und musste selbst ein leichtes Grinsen unterdrücken.

Langsam ließ er seine schlanken Finger an ihrer Brust und Taille auf und ab wandern. Tessa hielt für einen Moment den Atem an. Zwar hatte Jem sie schon bei ihrer letzten nächtlichen Begegnung, vor ihrer Verlobung, an diesen Stellen ihres Körpers berührt, doch dieses Mal wirkte Jem auf sie viel selbstsicherer und vielleicht… hinter seiner zurückhaltenden Fassade, auch ein wenig… fordernder.

Tessa entschied sich, sich auf Jems Vorhaben einzulassen und begann die ersten Knöpfe seines Hemds zu öffnen. Plötzlich, jedoch ganz sanft begann der Schattenjäger seine Hüfte auf die Ihre zu drücken und löste damit eine Woge des kribbelnden, warmen Schauers aus, der Tessa seit dem letzten Mal so gut in Erinnerung geblieben war.

Keuchend löste sie die letzten Knöpfe am Ende der Knopfreihe und streifte das weiße Hemd über seine sehnigen Arme.

Auch Jem war drauf und dran ihr das Nachthemd, dessen lockere Schnürung sich schon längst gelöst hatte, auszuziehen. Doch er hielt einen Moment inne und blickte seiner Verlobten tief in die sturmgrauen Augen.

„Ist das okay?“, fragte Jem und blickte das Mädchen unter ihm liebevoll lächelnd an. Tessa grinste nur und verdrehte die Augen. „Nein James Carstairs. Natürlich möchte ich nicht, dass du mich mit deinen wundervollen Händen berührst und mit diesen unglaublichen Lippen küsst. Was denkst du denn bitte von mir?“

Einen Moment lang sah Jem sie geschockt an, woraufhin Tessa in helles Lachen ausbrach, ihn dann noch einmal mit hochgezogenen Brauen betrachtete und sich aufsetzte, so dass er aufrecht auf ihrem Schoß saß.

Jem unterdrückte ein flüchtiges Lächeln. Tessas Temperament und ihr Humor erinnerten ihn, wie so oft, auf skurrile Weise an Will.

Behutsam schlang Tessa ihre Arme um seinen schmächtigen Oberkörper und fing an seinen Brust mit Küssen zu übersehen. Jem vergrub unterdessen seinen Kopf in ihrem dunklen Haar und stöhne bei ihrer Berührung leise auf. Nun hatte Tessa die Kontrolle übernommen.

Sie küsste seinen Oberkörper, angefangen an seinen Schlüsselbeinen, bis hinunter zum Bund seiner Stoffhose. Das warme Kribbeln und die Spannung, die Jems gesamten Körper erfüllte, sorgten dafür dass er sich benebelt und leicht ekstatisch fühlte. Tessa und ihre Berührungen waren überall. Tessa war überall. Jem musste sich auf die Lippe beißen um nicht lauthals aufzustöhnen, als sie seine Hose hinunterstreifte und und ihre Küsse zwischen seinen spitzen Hüftknochen fortsetzte…

~



Einige Zeit später lag Tessa zusammengerollt in ihrem Bett. Den Kopf auf Jems schweißnasse nackte Brust gelegt.

Die Wolken draußen am Nachthimmel hatten sich verzogen, sodass der Mond deutlich den pechschwarzen Nachthimmel erleuchtete und Tessas Bett in ein schwaches geheimnisvolles Licht tauchte.

Während Tessas Atem sich beinahe wieder komplett beruhigt hatte, hob und senkte sich Jems Brustkorb noch immer in einem schnellen Rhythmus. Normalerweise hätte der Nephilim diese Tatsache auf seine Krankheit geschoben, doch jetzt wusste er, dass es allein an den unglaublichen Dingen lag, die Tessa mit ihm angestellt hatte. In diesem Moment fühlte sich James Carstairs kein winziges bisschen wie ein kranker, dem Tode nahen Nephilim. Er fühlte sich wie ein gesunder ganz normaler Mann, mit dem Mädchen, das er liebte, in seinen Armen.

Als Jem zu Tessa hinunter blickte, bemerkte er, dass sie die Augen geöffnet hatte  und ihm entgegenlächelte. „Ni hen piao liang.“, flüsterte sie in die Dunkelheit.

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Vielen Dank fürs Lesen! Ich hoffe euch hat dieser kleine OneShot zu Jem und Tessa gefallen! Ich würde mich sehr freuen wenn ihr Lob/Kritik in Form eines Reviews dalassen würdet! :)

Marisa Weasley
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