Schatten der Nacht

von Anne97
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Nobuchika Ginoza Shinya Kōgami
23.03.2017
23.03.2017
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Hallöchen;)
Dies ist meine erste FF mit diesem Thema also seid bitte nicht zu streng mit mir
Soviel dazu und jetzt wünsch ich euch viel Spaß beim lesen:)







Der Schmerz saß tief und hatte viele Gesichter.
Er wehrte sich nicht mehr dagegen ihn zu empfinden.
Seine innere Wut zu unterdrücken hatte ihn bereits zum Abgrund geführt und Gino war gesprungen, wie so viele vor ihm.
Er war das geworden was er am meisten verabscheute. Ein latenter Verbrecher.
Nicht mehr als eine getrübte Zahl des Sibyl- System.
Der Scotch in seiner Hand schmeckte wie jeden Abend scheußlich.
Ein billiger Geschmack. Doch Komfort wollte er sich auch nicht mehr anmessen.
Er passte nicht zu Ginos jetziger Rolle.
So trank er das bis oben gefüllte Glas in einem Zug leer, stellte es auf den Tisch vor sich.
Gino betrachtete das verbliebene Stück Eis.
Ein grober Klumpen, welcher im faden Licht der Neonröhren über ihm glänzte.
Wie spät war es wohl?
Ein kurzer Blick auf seine Digitaluhr genügte.
Kurz vor Mitternacht. Der Vollstrecker grinste, fühlte die Schwere seines Körpers.
Alkohol trübte die Sinne, schuf Vergessen. Er wollte vergessen.
Alles was sein Sein umgab. Alles was ihn geschaffen hatte. Verlust und Trauer. Schmerz und Verrat.
Alles sollte in Flammen aufgehen. Seinen Verstand als leere Hülle zurücklassen.
Bar jeglicher Emotion, jeglichen Gefühls, welches ihm Schmerz bereitete.
Gino besah sich seines linken Armes, bewegte die cybertronischen Finger der Hand.
Nein, er würde ihn niemals vergessen, diesen bitteren Nachgeschmack.
Ein Gefühl welches einzig und allein der Tod hinterließ.
Wie oft hatte er den Vollstrecker umgeben? Nicht zuletzt durch den Tod seines Vaters.
Seit jenem Tag, der das Leben des ehemaligen Inspectors völlig auf den Kopf gestellt hatte, war ein halbes Jahr vergangen.
Kogami befand sich seit Monaten auf der Flucht.
Der bloße Gedanke genügte um Ginoza aus seinen geregelten Bahnen zu werfen. Besonders wenn er so betrunken war wie jetzt.
Früher hätte er sich niemals so gehen lassen doch heute war es ihm egal.
Privat gab er nun einen Scheiß auf sein Auftreten.
Wenn ihm zum ausrasten zumute war zertrümmerte er sein eigens erschaffenes Gefängnis.
War es ihm zum heulen ließ er den Tränen freien Lauf, auch die ganze Nacht hindurch.
Nichts ließ er mehr auf sich sitzen. Noch tiefer konnte er nicht sinken. Er war doch bereits ein Nichts.
Er war ein bloßes Instrument. Eine Waffe die unter Verschluss gehalten wurde.
Nichts unterschied ihn mehr von Kogami.
Gino spürte wie sich der Hass diesem Mann gegenüber immer mehr in etwas anderes verwandelte.
Ein Gefühl innerer Verbundenheit. Er hatte es seit ihrer Kindheit gekannt.
Mit der Zeit war es lediglich hinter einer undurchdringbaren Mauer verschwunden.
Einer Mauer aus Hass und Selbstzweifel. Doch genau diese Mauer erhielt nun sichtbare Risse.

Ein Geräusch ertönte. Schritte auf leisen Sohlen. Irgendwoher kannte Gino sie.
Es waren die Schritte eines Jägers den er Jahre analysiert hatte.
Gino brauchte die Person hinter sich nicht anzusehen um zu wissen wer hinter ihm stand.
Der Umstand, dass es diese Person bis hierher geschafft hatte grenzte bei seinem Kaliber auch nicht gerade an ein Wunder.
Für einen Cop waren die hier angestrebten Sicherheitsmaßnahmen zwar durchaus angemessen.
Für einen erfahrenen Vollstrecker jedoch geradezu lächerlich simpel.
Ja, Ginoza wusste genau wer hinter ihm stand.
Die Person verweilte. Gino spürte ihren Atem. Er ging schwer.
Wieder ein Geräusch. Ein Klicken. Der Hahn einer MegTen war gespannt worden.
Das kalte Metall eines Laufs presste sich an seinem Hinterkopf. Sie zitterte leicht.
Am Druck erkannte er, dass Derjenige aus Selbstschutz handelte. Er wollte Gino nichts tun.
Der bekannte Geruch frischen Blutes, welches dem Vollstrecker in die Nase stieg verhärtete seinen Verdacht.
„Nimm das Ding runter, Kogami. In deinem Zustand erschießt du dich noch selbst.“, warf Gino über die Schulter.
Ein kurzes Zucken erreichte die Waffe. Tatsächlich senkte sie sich kurz darauf.
„Gut beobachtet...“, erwiderte sein Gesprächspartner schwach.
Gino erhob sich von der Couch, auf der er zuvor Stunden verbracht hatte, und wandte sich Kogami zu.
Das erste was er sah waren stechend blaue Augen, welche ihm erschöpft entgegen blickten.
Sie hatten ihren üblichen Glanz verloren, wirkten kraftlos.
Kogamis Körper zitterte vor Anstrengung. Er stand mehr gebeugt als aufrecht.
Sein weißes Hemd bot eine einzige Blutlache, die er mit vorgehaltenem Arm verbarg.
Kogami schien am Ende seiner Kräfte. Er brach in sich zusammen.
Gerade noch konnte Gino ihn auffangen.
Warum hatte sich der Kerl hierher begeben? Und warum gerade zu ihm?
Die Zentrale konnte für Kogami, bei Entdeckung, jederzeit den Tod bedeuten.
Gino war in jeder Hinsicht dazu berechtigt ihn zu töten.
Dieser Teil der Arbeit hatte sich auch in Ginos jetziger Position nicht verändert.
Nein, er war sogar ausschlaggebend geworden.
Er war Vollstrecker und auch ohne Waffe durchaus in der Lage zu töten.
Trotzdem hatte ihn Kogami aufgesucht, seinen Schutz und nicht Akanes gewählt, die ihm sicherlich mehr Mitgefühl entgegengebracht hätte.
Bei ihr hätte er Sicherheit gefunden. Es war doch so offensichtlich, dass ihn die Kleine bewunderte.
Nein, sie liebte ihn sogar.
Wie oft hatte Gino sie gedankenverloren erlebt. In Gedanken stets bei Kogami.
Seine Gedanken dagegen waren kühl und stets auf´s Ziel gerichtet. Ein Ziel für welches er über Leichen ging. Emotionen behinderten die Arbeit.
Doch was war das nur? Dieses kleine stechende Gefühl von Schuld und Zuneigung.
Keine seiner Handlungen erinnerte Gino momentan an sich selbst. Er kam sich furchtbar fremd vor.
Jedwedem Verstand trotzend hob er den leichten Körper in seine Arme und trug ihn Richtung Schlafzimmer.
Behutsam legte er Kogami auf´s Bett, entkleidete ihn dort. Was zum Vorschein trat schockte Gino.
Die Wunde befand sich in der unteren Rippengegend. Sie stammte unverkennbar von einer Pistole. Der Größe nach zu urteilen ein mittleres Kaliber.
Die Patrone war wohl recht tief eingedrungen und dann durch ein Messer entfernt worden.
Den Schnitten zu urteilen äußerst dilettantisch und unter großen Schmerzen. Danach war sie notdürftig verschlossen wurden. Alles unter den unhygienischsten Umständen, so Ginos Vermutung.
Die Folgen waren deutlich zu sehen. Die Wunde war hochgradig entzündet.
Dazu kam ein enormer Blutverlust, welcher nun auch Ginos Bettlacken tränkte.
Besorgt besah er sich Kogamis Gesicht, dann den restlichen Körper. Er wirkte völlig ausgezehrt.
Vor Jahren und auch im heutigen Exil waren derartige Verletzungen tödlich. Es gab dort keine Medikamente.
Hier jedoch war es möglich Kogamis Leben zu retten. Alles unter hohem Risiko.
Speziell entwickelte selbstheilende Nanochips wurden in die Wunde eingesetzt. Von innen erschufen sie neues Gewebe, schlossen so die Wunde. Infektionen wurden dabei abgetötet.
Eine Heilung war binnen Minuten möglich.
Die vollständige Genesung war jedoch vom Allgemeinzustand abhängig und konnte einige Stunden beanspruchen. Gut, sie hatten eine ganze Nacht.

Gino brauchte etwa anderthalb Stunden um die geplante Prozedur zu vollziehen.
Vorsicht war geboten.
Selbst bei perfekten Voraussetzungen war diese Amateuroperation keine leichte, und ihre Voraussetzungen waren wohl mehr als mangelhaft.
Immerhin behandelte man einen Halbtoten nicht im eigenen Bett.  
Dazu mit einer Beleuchtung die der im Gefängnis nahe kam, ganz zu schweigen von sterilen Bedingungen.
Mal ehrlich, Gino starb gerade einen Heldentod nach dem anderen.
Immer wieder verdrängte er die aufkommenden Ängste Kogami weiteren Schaden zuzufügen.
Auch die beste Technik half immerhin nicht, wenn man sie nicht ordnungsgemäß einsetzte.
Er schwor sich schon jetzt, wenn er den Kerl durchbrachte würde er ihn später wohl nochmal umbringen.
Gino fluchte in sich hinein. Warum hatte ihm Kogami diese Bürde auferlegt? Was war, wenn ihm ein Fehler unterlief und dieser Bastard durch seine Schuld das Zeitliche segnete?
Gino würde es sich, auch bei allem Hass den er empfand, niemals verzeihen.
Seine Finger zitterten, als er die Verletzung vom Blut befreite. Immer wieder schweifte sein Blick zu Kogami. Jener atmete schwerer denn je.
Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Sie war glühend heiß. Jetzt kam also auch noch Fieber hinzu.
Die Zeit drängte. Verdammt er war immerhin ein Mann der Tat! Zweifeln konnte er später.
Schmerzen zu riskieren um das Leben zu retten war nun mal eine Sache, welche getan werden musste!
Er durfte sich selbst, aber vor allem Kogami nicht enttäuschen.
Auf dem Nachtisch neben sich hatte er sich die Nanochips zurecht gelegt.
Gino nahm sie in die Hand, unterdrückte ein weiteres Zittern.
Entschlossen näherte er sich der Wunde. Öffnete sie, strich die Hautlappen zu beiden Seiten zurück und drang mit dem Finger tief ins Gewebe vor. An seiner Fingerspitze befanden sich die winzigen Chips. Sie waren kleiner als zwei Reiskörner und lagen perfekt am Finger auf.
Am tiefsten Punkt der Wunde versenkte er sie ins Fleisch und zog anschließend den Finger zurück.
Nun hieß es warten. Gino starrte auf seine blutverschmierte Hand.
Jetzt klebte Kogamis Blut buchstäblich an seinen Händen. Der Gedanke ängstigte ihn.
Was er nun tat hatte er noch nie getan.
Gino starrte an die Zimmerdecke, wünschte sich den Himmel zu sehen. Er hoffte auf ein Wunder.
Nur einmal sollte dieser verdammte Gott, der doch so hoch über allem thronte, auch ihn erhören.
Nach ein paar Minuten atmete Gino erleichtert aus.
Die Heilung hatte eingesetzt.

Nach einer weiteren Stunde war sie fast abgeschlossen.
Kogamis Atmung ging nun ruhiger. Sein Fieber war gesunken. Nur die Augen hatte er noch nicht geöffnet.
Er schien einfach noch zu schwach dafür. Gino ließ ihn nun für eine Zeit allein.
Er brauchte erst einmal eine Dusche.

Zwanzig Minuten später kehrte er, lediglich ein Handtuch um die schmale Hüfte gebunden, ins Zimmer zurück.
Tatsächlich hatte Kogami die Augen aufgeschlagen. Er wirkte müde was nur allzu verständlich war.
„Danke.“, sagte er sanft in Ginos Richtung.
Der Angesprochene zuckte leicht zusammen. Noch nie hatte er Kogami so sprechen gehört.
Gino spürte die Hitze, welche abrupt in seine Wangen stieg. Mann, was war nur los mit ihm?
Vor ihm lag immerhin Shinja Kogami! Wollte er den Kerl vorhin nicht noch umbringen?
Skeptisch rief er sich selbst zurate. Irgendwas stimmte doch nicht mit ihm.
Normal durfte er diesem Mann gegenüber gar nichts empfinden und wenn schon dann nur Gefühle des Hasses und der Verachtung.
So wie es sich eben für den alten Nobuchika Ginoza gehört hatte.
Doch was er empfand war Glück, Erleichterung in höchstem Maße und pure Zuneigung.
Er wollte diesen Menschen retten und hatte es tatsächlich geschafft.
Nichts hatte ihn in letzter Zeit so bewegt wie dieser Moment.
Nichts hatte seine Seele lebendiger fühlen lassen. Als Frau hätte man ihn wohl als absolut verknallt bezeichnet.
Aber niemand schwebte hier auf rosa Wolken. Nichts konnte einen die Realität deutlicher spüren lassen.
Verdammt, er hatte sich auf den Tod geschworen Kogami als Feind zu betrachten. Doch nichts war der Realität momentan ferner.
Nein, so fühlte man nicht für einen Feind. Doch die Erkenntnis war pures Gift.
Gino traute sich selbst nicht mehr. Alles was sein damaliges Denken geformt hatte schien nun zu zerbrechen.
An was konnte er sich denn bitte noch festhalten? Nur seine dunklen Gedanken hatten ihn immerhin am Leben gehalten und das über so lange Zeit.
Nur durch sie hatte er alles ertragen. Nur durch sie war er er selbst.
Niemand konnte ihn so verletzen. Alles prallte an einer kalten emotionslosen Mauer ab.
Doch wo sollte er sich verstecken, wie sollte er den Schmerz seiner eigenen Unfähigkeit verkraften, wenn diese Mauer nachgab?
„Warum kamst du her? Weißt du eigentlich was du mir aufbürdest?“, fragte Gino kalt.
Er musste sich einfach schützen, den Schild aufrecht erhalten. Kogami setzte sich leicht auf.
Er stützte seinen Oberkörper im Kissen und sah Gino schuldbewusst an.
„Ich kam her, weil ich wusste, dass nur du mir helfen kannst.“
Wütend kam Gino auf ihn zu. Seine Hände waren zu Fäusten geballt, bereit dazu alles zu tun.
„Das ist doch Schwachsinn. Du solltest niemals Hilfe von mir erwarten. Besonders nicht hier! Ich kenne kein Mitgefühl! Ich schere mich nicht um dein Leben! Wenn du jemanden willst, der alles für dich opfern würde dann nimm Akane!“
Mühsam hielt Gino die Tränen zurück. Sie beide trennten doch Welten. Nie würde er so mit Kogami zusammen sein können wie Akane Tsunemori.
Sie war eine Frau. Sie war das was sich ein Mann wünschte. Von ihren anderen Reizen mal abzusehen hatte sie vor allen Dingen einen ungetrübten Psycho-Pass.
Nichts von diesen Dingen traf dagegen auf Gino zu. Er war gar nichts mehr.
Warum also vertraute ihm dieser Mann sein Leben an? Gino verstand es einfach nicht.
Keine rationale Erklärung ergab Sinn.
Zornig auf sich selbst fuhr er daher fort:
„Ich bin dein Feind! Schon vergessen was ich dir einst geschworen habe?“
Kogami biss die Zähne zusammen.
„Ich hab deine Worte nicht vergessen. Du hast mir ja immer wieder klar gemacht was du von mir hältst. Aber gerade deshalb bin ich hier. Du hast mich verabscheut, weil ich ein Vollstrecker war. Jetzt bist du selbst einer. Was Akane angeht...Sie war ein Teil meines vergangenen Lebens, aber sie kann und wird die Art meines Handelns nie verstehen im Gegensatz zu dir. Du kennst meine Abgründe besser als jeder Andere.“
Ginos Brauen verengten sich.
Was dachte Kogami was sie waren? Brüder im Geiste? Eine geschmacklose Farce!
„Uns verbindet nichts mehr!“, schrie er ungehalten.
Er hielt Kogami seinen cybertronischen Arm entgegen. Manchmal riss ihn der Phantomschmerz noch immer aus dem Schlaf. Kogami sollte ruhig wissen was er ihm angetan hatte!
Dieser Arm war lediglich das Symbol eines völlig zerstörten Lebens.
„Du bist Schuld an meiner Lage! Wegen dir hat sich mein Psycho-Pass getrübt! Du bist Schuld, dass ich hier gefangen bin wie ein Tier! Wegen dir bin ich ganz allein! Du hast alles ruiniert!!“
Er konnte die Tränen nicht mehr halten. Es war einfach zu viel. In Strömen liefen sie über seine Wangen. Was musste er tun um dieser Hölle zu entkommen?
Wenn die Antwort darauf Kogamis Tod gewesen wäre...
Gino bemerkte nicht wie der Andere aufstand und auf ihn zu kam.
Erst als er in eine enge Umarmung gezogen wurde wurde ihm die Nähe bewusst.
Ginos Augen weiteten sich. Mit aller Macht riss er sich los, stolperte ein paar Schritte zurück.
Das durfte nicht sein! Niemals!
„Fass mich nicht an! Bleib weg von mir!“
Kogami schwieg, blieb nur Zentimeter von ihm entfernt stehen. Beider Augen lieferten sich ein erbittertes Duell.
„Gut, dann töte mich.“
Die ruhigen Worte ließen Gino für einen Moment erstarren.
Währenddessen wandte sich Kogami kurz von ihm ab.  
Er lief ins Wohnzimmer, ergriff dort die liegengelassene MegTen und kam langsam ins Schlafzimmer zurück.
Völlig perplex war er von Ginoza beobachtet worden.
Fordernd hielt er sie seinem ehemaligen Kollegen entgegen.
Als Gino keine Anstalten machte die Waffe zu ergreifen nahm Kogami seine Hand und drückte die MegTen hinein.
Gino war wie gelähmt. Was zur Hölle verlangte Kogami von ihm?! Er hatte ihm eben erst das Leben gerettet und jetzt...?
Selbst das Zielen nahm er Gino ab indem er seinen Arm führte und die Waffe in Brusthöhe gegen seinen Körper drückte.
Erschrocken blickte der Vollstrecker auf.
Sein ganzer Körper verkrampfte, weigerte sich auch nur den Gedanken in Erwägung zu ziehen den Mann vor sich zu töten.
„Was ist, du hasst mich doch. Ich bin dein Feind,oder? Nimm deine Rache.“
Ginos Hand zitterte mehr denn je. Unwillkürlich hatte sich sein Finger um den Abzug geschlossen.
In seinem Kopf schien sich alles zu drehen. Ginos Gedanken flogen.
Fest schloss er die Augen aus welchen noch immer Tränen rannen.
Eine minimale Bewegung...und schließlich...

Nichts passierte. In der nächtlichen Stille verhallte kein einziger Schuss. Lediglich ein Scheppern war zu hören.
Die MegTen war zu Boden gefallen und auch Gino war auf die Knie gesunken.
Die plötzliche Erkenntnis hatte den jungen Mann wie ein Schlag getroffen.
Hätte seine einzige Chance diesem  Ort  und sich selbst zu entkommen darin bestanden Kogami zu töten...er wäre wohl niemals in der Lage gewesen sich zu befreien.
So sehr brauchte er diesen Mann.
Sanft blickte Kogami auf Gino hinab, beugte sich schließlich zum Kleineren hinunter und zog ihn zurück auf die wackeligen Beine.
Der Vollstrecker hatte sein verheultes Gesicht in den Handflächen verborgen und machte keine Anstalten Kogami nochmals in die Augen zu sehen.
Shinja lächelte. Zurzeit fand er den Kleineren einfach unbeschreiblich süß.
Ein zweites Mal legte er seine Arme um den schmalen Körper. Diesmal erhielt der Versuch keine Gegenwehr.
„Was ist Gino, soll ich dich retten?“, hauchte er nahe Ginos Ohr.
Das Gesicht des Vollstreckers ruckte nach oben. Seine Wangen spiegelte kirschfarbene Röte.
„Du und mich retten? Sieh erstmal zu, dass du dich lebendig hier raus bringst, Idiot.“, erwiderte Nobuchika in üblich herablassendem Tonfall.
Seine aufrichtige Sorge, Shinjas Vorhaben gegenüber, konnte er dennoch nicht verbergen.
„Ich hab´s halbtot hier rein geschafft. Warum sollte mir der Rückweg mehr Schwierigkeiten machen? Du hast mich immerhin so gut wie wieder hergestellt, oder?“, grinste Kogami.
„Jetzt mach mal halblang, du Trottel. Was war das eben überhaupt? Spielst du gerne mit deinem Leben?! Wenn ich abgedrückt hätte...dann...“
Ginos Stimme war von einem aufbrausenden Redeschwall zum leisen Flüstern abgeklungen.
Gequält sah er Shinja entgegen.
Hätte er seine wirklichen Gefühle zu spät erkannt würde der Andere jetzt garantiert nicht grinsend vor ihm stehen!
Der Vollstrecker hatte also allen Grund sich über Kogamis fahrlässiges Verhalten aufzuregen.
„Hättest du nicht.“, gab Shinja ihm zu verstehen.
„Woher willst du das wissen?“
„Tja, ich kenne dich eben.“ Kogami zuckte wissend mit den Schultern.
„ Ich bin Vollstrecker!“, antwortete Nobuchika verbissen.
Dennoch spürte er wie sein Widerwille allmählich brach.
„Ja, und du bist in mich verliebt. Die perfekte Mischung also. Warum sonst hättest du mich gerettet?“, stellte der Andere nun offen, fast erleichtert, klar. Sekundenbruchteile verstrichen.
„Aber soll ich dir was beichten, mir geht es genauso.“
Wieder dieser fast schon liebevolle Blick seitens des Anderen. Nobuchika stockte der Atem.
Er brachte keinerlei Antwort zustande, sah Shinja durchdringend an.
„Weißt du, im letzten halben Jahr hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich hab einiges hinter mir gelassen und den für mich einzig richtigen Weg gewählt.“
Die Brauen des Vollstreckers zogen sich zusammen. Eine eigentümliche Wut stieg in ihm auf.  
Es war ein Weg der Gino ins Verderben gestürzt hatte. Dennoch hatte er das Gefühl Shinja trotz allem zu verstehen.
Er selbst hasste es immerhin auch wie ein Tier weggesperrt zu sein. Er beschloss weiter zuzuhören.
„Den Schaden den ich damit angerichtet hatte hab ich vorerst akzeptiert. Doch mit jedem weiteren Tag wurde mir klarer, dass ich ihn nicht einfach ignorieren konnte. Ich hatte dich ein weiteres Mal enttäuscht und dich einfach zurück gelassen. Ich hab dir gegenüber keine Verantwortung übernommen.“
Wahre Worte. Doch der eigentliche Kern blieb versteckt.
„Reue hat nichts mit Liebe zu tun.“ Ginos eigene Worte erfüllten ihn mit ungeahntem Schmerz.
Verantwortung hin oder her! Begriff dieser Kerl denn gar nichts? Worte wie Liebe so leichtfertig auszusprechen?!Seine Augen füllten sich erneut mit Tränen.
Ja, Gino liebte diesen Mann! Auch wenn er es sich erst vor ein paar Minuten eingestand hatte dieses Gefühl wahrscheinlich schon Jahre bestanden und jede seiner Handlungen Kogami gegenüber beherrscht.
Shinja starrte ihm verwirrt entgegen.
Sekunden später begriff er Ginos Tränen und erwiderte aufbrausend: „Du Idiot! Die Verantwortung die ich dir gegenüber habe war vielleicht der Auslöser für mein Handeln, aber geliebt hab ich dich schon immer! Schreib dir das hinter die Ohren, Mann!“
Ginos Augen weiteten sich. Kogami hatte es also doch völlig ernst gemeint?
Aber warum waren ihm dann seine Gefühle nicht schon vor Jahren aufgefallen, wenn Shinja schon so darauf behaarte?
Normalerweise war ihm nichts an Kogami entgangen. Warum dann also ein so entscheidendes Detail?
Vielleicht schwebten Gefühle wie dieses einfach über seinen Sensoren. Es war schon peinlich!
Die Liebe, besonders die Liebe eines Mannes wie Kogami nicht zu bemerken grenzte schon fast an Dummheit!
Während er sich über sich selbst ärgerte blendete er das Verhalten seines Gegenübers völlig aus.
Kogami hatte sich ihm auf wenige Zentimeter genährt. Ernst betrachtete er das schöne Gesicht welches Ärger überschattete.
Erst als er Ginos Kinn anhob und sanft mit dem Daumen darüber strich durchfuhr den Anderen ein heftiges Zucken.
Ohne das Gino es noch zu verhindern vermochte pressten sich weiche Lippen auf die Seinen.
Er schloss die Augen, gab sich der ersehnten Wärme nach unendlichem Zögern hin.
Nobuchika wollte es und war sich sicher, dass er nichts sehnlicher brauchte.
Als er Zustimmung erhielt vertiefte Kogami ihren Kuss erheblich.
Sachte stupste er nun mit der Zunge an Ginos Lippen, bat somit um Einlass. Der Schwarzhaarige ließ sich nun komplett fallen. Es hatte keinen Sinn mehr. Er wollte sich nicht mehr gegen diese Gefühle wehren. Er liebte diesen Mann einfach. Das hatten ihm seine Tränen nur noch deutlicher vor Augen geführt. Egal in welcher Finsternis sie sich befanden Kogami würde ihn beschützen. Seine Worten ließen Gino erst jetzt richtig verstehen. Keuchend öffnete er daher seinen Mund einen Spalt breit, ließ die fremde Zunge eindringen und genoss ihr zartes Spiel.
Sie vertieften sich noch mehr. Es entbrannte ein regelrechter Kampf.
Wo sie hier waren spielte für sie keine Rolle mehr.
Jetzt gerade waren sie frei und niemand würde ihnen diese Freiheit nehmen.
Nun verlagerte Kogami ihre Position auf´s Bett. Normalerweise war jenes zu eng für zwei Personen, aber die Enge störte sie nicht. Im Gegenteil, sie war äußerst erregend.
Gino stöhnte auf, als Kogamis Hand unangekündigt über seinen Schritt fuhr. Es war fast schon peinlich wie hart er bereits war.
Sein ganzer Körper sehnte sich nach Kogamis Zuwendung. Er wollte diese sündigen Berührungen, brauchte sie um bei Verstand zu bleiben.
Es war kein Traum. Dies war die harte Realität.
Nur das Handtuch verhinderte, dass er Kogamis Liebkosungen direkt auf sich spürte.
Kurzer Hand streifte er es ab. Eine Hand fand sein pochendes Glied, hielt es schon bald fest umschlossen.
Erste Tropfen der Lust bildeten sich auf der Spitze, liefen in einem dünnen Film hinab und erleichterten das einsetzende Auf-und Abgleiten der Hand.
Gino keuchte in ihren Kuss hinein. Sein Brustwarzen verhärteten sich.
Für eine Weile löste Kogami den Kuss und wandte sich auch mit dem Mund Ginos Körper zu.
Er liebkoste ihn an allen erreichbaren Stellen, unterbrach das Spiel seiner Hand jedoch nicht.
Er liebte die Laute, die er Gino so entlocken konnte, spürte dabei, wie seine eigene Erregung wuchst.
Lange würde er sich nicht mehr beherrschen können. Doch erstmal musste er Gino noch etwas vorbereiten.
Immerhin gab es in dieser Bude kein Gleitgel oder ähnliches.
Also war die herkömmliche Methode angebracht. Mit der übrigen Hand fuhr er daher an Ginos Rücken entlang. Er spürte die Gänsehaut welche unter der zärtlichen Berührung aufkam.
Schließlich erreichte er sein Ziel. Vorsichtig fuhr er den Po entlang und ließ seine vorher angefeuchteten Finger zwischen die Backen gleiten.
Obwohl noch kein direktes Eindringen erfolgt war stöhnte Gino schon jetzt auf. Er war furchtbar erregt. Nie hätte er sich träumen lassen, dass ihn Kogamis Berührungen einmal so anmachten.
Sein ganzer Körper schien schon jetzt in Flammen zu stehen. Was würde wohl passieren, wenn sie erst zum eigentlichen Teil kamen?
Nobuchikas Vorfreude stieg ins Unermessliche.
Plötzlich spürte er wie sich ein erster Finger in ihn schob. Es war ein fremdes aber nicht unangenehmes Gefühl.
Nach ein paar Sekunden der Eingewöhnung drückte er sich dem Fremdkörper förmlich entgegen.
Kogami schien es als Aufforderung zu sehen einen zweiten Finger hinzuzunehmen.
Das geile Gefühl vervielfachte sich. Es war kaum noch auszuhalten, als sich zu guter Letzt ein dritter Finger in ihn versenkte und Gino noch mehr dehnte.
Aber er wollte mehr.
Von sich aus riss er Kogami an sich, ließ ihre Lippen auf einander prallen und küsste ihn leidenschaftlich.
Erst nach einer Weile ließ er den Kuss enden und sah seinen Partner lüstern an.
„Bitte Shinja, nimm mich endlich.“, bat er.
Kogami schluckte. Dies war das erste mal seit Jahren das Gino ihn beim Vornamen nannte.
Es machte ihn unheimlich an.
Daher streifte er sich die locker sitzende Jeans und den Slip mit einem Zug von der Hüfte.
Gino wies er an sich auf den Bauch zu legen. Jener tat wie ihm geheißen. Ein sexy Anblick.
Kogami fuhr sich mit der Zuge begierig über die Lippen.
Seine Erregung pochte schmerzhaft. Er wollte Gino. Er wollte alles von diesem Mann.
Gekonnt platzierte er sich über im, drückte sich hoch und ließ seinen heißen Schaft mehrmals zwischen die enge Ritze fahren.
Wieder ein erregtes Keuchen seines Partners.
Nun konnte und wollte sich Kogami nicht mehr zurückhalten. Er positionierte sich direkt vor Ginos Eingang und drang mit einem heftigen Ruck in ihn vor.
Gino verkrampfte sich schlagartig. Allein das Spiel der Muskeln brachte Kogami fast zu kommen.
Doch er zögerte es noch um ein paar weitere kräftige Stöße hinaus.
Hierbei versuchte er stets Ginos Prostata zu treffen. Es gelang ihm ohne weitere Schwierigkeiten.
Im Einklang dauerte es nicht lange bis beide schließlich kamen.
Gino war erschöpft und vollkommen zufrieden in sich zusammen gesackt. Er spürte Kogamis volles Gewicht auf sich, welches ihn tief in die Matratze drückte.
Gino fühlte den heißen Atem, der langsam zu seinem normalen Rhythmus zurück fand.
Noch eine Weile blieb Kogami tief in ihm versenkt.
Schließlich lösten sie sich dennoch von einander. Sie fanden bald eine andere angenehme Position.
Gino lag in Shinjas Armen. Er hörte den ruhigen Herzschlag des Anderen, lebendig und klar.
Gino lächelte. Er wusste ihr weiterer Weg würde kein einfacher werden.
Dennoch würden sie sich selbst und einander nie wieder verlieren.




THE END













so, das war´s schon von mir
hoffe ich hab euch nicht zu sehr gequält
wenn´s euch gefallen hat lasst mir doch bitte viele Reviews da
würde mich echt über eure Meinung freuen
also, bis denne
eure nezumi-senpai;)
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