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Ein Spiel von Katz' und Maus

von Spamano
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
20.03.2017
04.06.2022
16
54.913
3
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
26.03.2017 3.503
 
2. Kapitel
Antonio's Sicht


"Fräulein Bradinskaya, hier ist die Polizei. Öffnen Sie augenblicklich die Tür!", rief Ludwig während er an die Tür hämmerte. Sie bekamen keine Antwort zurück, nur eine beunruhigende Stille. Es war sehr gut möglich, dass der Deutsche das gesuchte Opfer lediglich verängstigt hatte. Andererseits wäre sie kein Opfer, wenn sie nichts mit der Mafia zutun hätte und Antonio war sich ziemlich sicher, dass sie mit durchaus schlimmeren Männern zutun hatte als dem Blonden. Außerdem war er gar nicht so schlimm, wenn man ihn ein wenig besser kannte.
Trotzdem machte sich Sorge in den Detektiven breit und sie warfen sich einen besorgten Blick zu.

Hoffentlich sind wir nicht zuspät gekommen, dachte sich der Mann mit den wilden Locken. Es hatte sie einige Zeit gekostet an die Videoaufnahmen zu gelangen, noch mehr um sie zu analysieren. Die Beiden hätten eigentlich eine bestimmte Erlaubnis gebraucht, aber sie hatten nun wirklich keine Zeit gehabt diesen verdammten Antrag zu stellen. Das würde alles zulange dauern und es ging hier immerhin um ein Menschenleben, das in Gefahr war. Diese Aufnahmen waren der Schlüssel um dieses zu bewahren, das hatte der Deutsche dem freundlichen Besitzer auch versucht zu erklären.
Ludwig war normalerweise der Typ, der sich immer an die Vorschriften hielt, aber selbst in dieser Situation war er der selben Meinung wie sein Partner, der die Hälfte der gesamten Regeln nicht einmal kannte und sich auch nicht wirklich dafür interessierte. Dieser für gewöhnliche Streitpunkt war heute ein richtiger Segen gewesen. Antonio hatten den Herren schnell um seinen Finger gewickelt und mit einem kleinen Geldbündel (sowie einer zuckersüß formulierten Drohung) überzeugen können.

Die Aufnahmen erwiesen sich als nützlich. Ihnen war eine Frau aufgefallen, die in der Nähe der Angeschossenen stand und dieser auch ähnlich sah. Nun, jedenfalls konnte man sie durchaus verwechseln, wenn man sie nur von hinten sah.
Die stummen Zweifel Ludwigs waren auf Anhieb verschwunden und sie machten sich auf die Suche nach dieser Frau, die sich als Anya Bradinskaya herausstellte.
Sie ist eine russische Migrantin, die vor wenigen Jahren in diese kleine Stadt gezogen war.Welchen Grund sie dafür hatte, war nicht bekannt und auch im Strafregister hatten sie keine Informationen über sie finden können. Sie hatte sich relativ ruhig verhalten, was sie überrascht hatte.

Erneut hämmerte der Blonde an die Tür. Wenn sie dieses Mal wieder nicht öffnen würde, dann würden sie die Tür auftreten. Das war ein Gedanke, den die Partner sich teilten. Zwar wäre es ein erneuter Regelverstoß, aber das den Beiden so ziemlich egal, wenn sie dafür diese Frau retten konnten.
Sehr zur Ludwigs Erleichterung, mussten sie diese Maßnahme nicht ergreifen. Die Tür öffnete sich einen spaltbreit.
"Was wollen Sie? Schnell, bevor Sie meine Position verraten!", fauchte eine weibliche Stimme, die einen deutlichen russischen Akzent hatte. Er schien die gesuchte Frau zu sein.
"Fräulein Bradinskaya, wir sind hier um Sie zu beschützen", erklärte der Deutsche, nun etwas ruhiger.
Antonio schwieg. Anfangs war er in solchen Situationen ziemlich nutzlos. Dafür musste man einen bestimmten ernsten Ton haben, der er nicht immer drauf hatte. Er war erst hilfreich, wenn die Sache eskalierte, da er dann weitaus beruhigender wirkte als der große Deutsche.

"Ihr könnt mich nicht vor » Roma « beschützen", sagte sie, in ihrer Stimme lag Angst, "Er führt euch schon seit Monaten an der Nase herum. Ihr habt doch keine Ahnung."
"Sie kennen den Täter?", fragte der Mann mit den blauen Augen. Er versuchte dabei, vergeblich, seine Überraschung zu verstecken. Die junge Frau schnaubte verächtlich.
"Natürlich, wie könnte ich ihn nicht kennen?" - "Fräulein Bradinskaya.. Nein, Anya. Ich bitte Sie, kommen Sie mit uns aufs Revier und erzählen Sie uns alles, was Sie über den Mörder wissen", mischte sich Tonio nun doch ein. Sie beäugte ihn misstrauisch.
"Was habe ich davon?"
Ein kleines Lächeln huschte auf seine Lippen. Natürlich verlangte sie eine Gegenleistung. Wer würde das nicht in solch einem Augenblick?
"Wenn Sie uns alles erzählen, dann sorge ich dafür, dass Sie in ein Zeugenschutzprogramm kommen", entgegnete er.

Es blieb eine Weile lang ruhig.
Nach einigen Sekunden, die sich anfühlten wie Stunden, murmelte sie schließlich: "Schwören Sie es?"
", ich schwöre es!"

✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩


Eine halbe Stunde später saß die junge Frau im Verhör. Ihr Gegenüber saß Francis, Tonio's bester Freund und der Mann, der ihn heute morgen über den ersten Mord informiert hatte. Er hatte ein Talent dazu, die Leute zum reden zu bekommen, vor allem bei Frauen und genau deshalb hatten sie ihn für diesen Fall gewollt.
Ludwig und Antonio waren hinter dem Einwegspiegel.
Der Spanier saß auf einem Stuhl, kippelte mit diesem und hörte erstmal nur den Antworten zu. Der Blonde dagegen bestand darauf zu stehen und hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Er schien in Gedanken zu sein. Antonio vermutete, ihn würde die Paranoia beunruhigen, die sich über die Gruppe gelegt hatte als sie hierher gefahren waren. Er könnte es zumindest verstehen. Sie hatten sich noch nie so verfolgt gefühlt wie heute. Dabei hatten sie Anyas Gesicht verdeckt und » Seraphs « Schwäche somit ausgenutzt. Immerhin tötete er keine Unschuldigen. Er würde niemals jemanden angreifen, wenn er sich nicht absolut sicher war, dass es auch wirklich sein Ziel war und einen erneuten Fehler würde er sich heute nicht erlauben.

Um die unangenehme Stille zu unterbrechen, hatte Antonio bereits im Wagen einige Fragen gestellt, doch die Blonde war stur ausgewichen bis sie endlich angekommen waren. Vielleicht hatte sie die Sorge gehabt, sie wäre nutzlos, wenn sie ihnen bereits alles verriet und das die Detektive sich nicht an ihr Wort halten würden. Sie einfach zurücklassen würden zum sterben.
Selbstverständlich hätten sie sowas niemals getan, aber das konnte sie natürlich nicht wissen und lieber war man etwas vorsichtiger. Irgendwann hatte er es einfach aufgegeben und war stattdessen in seine Gedanken versunken.
Anya hatte den Mörder nicht » Seraph « genannt, wie die restliche Welt. (Der Name hatte sich bereits in den Nachrichten verbreitet.) Nein, sie hatte ihn mit » Roma « angesprochen. Er fragte sich, ob das der echte Name des Gesuchten ist oder ob es sich nur um einen weiteren, erfundenen Namen handelte.

Die Beiden hatten die Hoffnung gehabt, die Russin könnte ihnen mehr erzählen über den Mörder. Irgendwelche nützlichen Informationen damit sie diese grausamen Morden endlich ein Ende bereiten konnten, aber sie hatten sich getäuscht. Ja, sie konnte ihnen seinen Rufnamen und sein ungefähres Alter verraten.
Sie hatten also nach wie vor keinen Anhaltspunkt, wie sie ihn finden konnten. Keinen richtigen Namen, keine Beschreibung auf sein Aussehen. Nicht einmal den Namen vom Verkäufer, der ihm seine Waffen verkaufte. Anya hatte ihnen lediglich bestätigt, was sie sowieso schon wussten:
Er arbeitet für die Mafia, erledigt die Dreckarbeit für diese und wählte seine Opfer speziell aus. Sie hatten allesamt gegen irgendeine Regel verstoßen. Etwas ausgeplaudert, ihre 'Vorgesetzten' belogen oder bestohlen, etc.
Es gab unglaublich viele Möglichkeiten.
Sie kannte zahlreiche andere Opfer.
Allen Jones, den neusten Toten, kannte sie auch, da sie ihn mit seinen Drogen versorgt hatte.

Verzweifelt raufte Antonio sich die Haare. "Verdammt, das darf doch alles nicht wahr sein", murmelte er leise.
Der Deutsche blickte zu ihm. Er verstand ihn nur zugut. Ja, sie hatten ein Opfer retten können, aber sie hatten sich ein bisschen mehr erhofft. Diese Informationen waren wirklich spärlich. Es war zum verzweifeln.
Der Braunhaarige massierte seine Schläfen. Dieser verdammte Mörder machte ihn wahnsinnig. Wie konnte man nur so ein grausames Fachgebiet haben? Oder war er einfach schon zu alt und übersah irgendeinen wichtigen Punkt? Vielleicht sollte er den Löffel einfach abgeben und sich lieber mit langweiligen Büroarbeiten zufrieden geben. Da konnte man zumindest nichts (oder nur wenig) falsch machen.
Nein, er brauchte einfach nur eine kurze Pause.

"Toni..", sprach der Blonde seinen Partner an. Dieser blickte auf. In seinen Augen flammte kurzzeitige Hoffnung auf, die allerdings gleich wieder erlosch.
"Ich habe eine Nachricht von Gilbert bekommen. Der Blumenstrauß von Frau Køhler ist angekommen, wie damals kann man nicht nachvollziehen von welchem Geschäft es kommt. Keiner hat in letzter Zeit diese Mischung verkauft."
"Welche Mischung?"
"Ein Strauß mit Blaustern und Christrosen."
Ein genervter Ton entwich aus Antonios Kehle. Das war wirklich genug für einen Tag! Er brauchte jetzt unbedingt eine Pause, also stand er auf und verließ die kleine Kammer.
"Wohin gehst du?", hörte er den irritierten Deutschen noch rufen.

"Ich brauch jetzt unbedingt Tequila oder ich verliere den Verstand!", war seine Antwort.
Ludwig verstand und ließ ihn einfach ziehen.

✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩


Die Fahrt vom Revier zur » Teufelshöhle « dauerte gute 25 Minuten. Es gab Antonio Zeit sich sein hübsches Köpfchen über den Mörder zu zerbrechen und vor allem über den Blumenstrauß. Er wusste nicht, ob » Seraph « sie einfach zufällig auswählte, weil sie hübsch aussahen oder ob es einen anderen Grund hatte. Blaustern verschenkte man immerhin eher selten.
Noch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, erblickte er sein Ziel.
Antonio verbannte jegliche Gedanken an die Arbeit aus seinem Kopf, freute sich jetzt nur noch auf seinen Tequila und vor allem auf den süßen Barmann. Er hoffte nur, dass er heute auch arbeitete.

Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen parkte er auf einem Parkplatz vor dem Gebäude. Die Bar war relativ neu, weshalb das Haus auch noch vollkommen intakt ist.
Über der Eingangstür hing ein buntes Schild. Es blinkte und leuchtete in Neon-Farben um auf die Bar aufmerksam zu machen. Der Name der Bar stand in kursiver Schrift drauf geschrieben.
Er seufzte leise auf. Allein das Gebäude von außen zu sehen, machte ihn schon froh und beruhigte ihn. Hastig stieg er aus, schloss das Fahrzeug ab ehe er tief ein- und ausatmete. Er blickte in den dunklen Himmel. Die Lichter auf seiner rechten Seite blendete ihn etwas, sodass er nicht viele Sterne sehen konnte, dennoch reichte es um ihn zusätzlich noch etwas  zu beruhigen.
Schnell wurde ihm allerdings kalt, weshalb er sich entschloss endlich hineinzugehen.
Der große Raum war abgedunkelt und wie es schien, war heute ein relativ ruhiger Abend. Nur wenige Leute waren an den Tischen verteilt. Vermutlich lag es daran, dass es unter der Woche war und viele keine Zeit (oder Lust) hatten, nach der Arbeit noch einen Trinken zugehen. Vor allem nicht am Montag.

Er schüttelte den Kopf und verschwendete keine weitere Sekunde, ging stattdessen zur Bar und setzte sich auf einen der Hocker. Im Hintergrund lief ein Lied, aus den neusten Charts, aber ehrlich gesagt kannte er es nicht einmal. Er befasste sich nicht sonderlich mit der neusten Musik, mochte es lieber alte Melodien auf seiner Gitarre zu spielen.
Schnell wurde er aus seinen Gedanken gezogen, als vor ihm die Person erschien, die er unbedingt sehen wollte: Lovino.
Der 23-Jährige Italiener war tagsüber ein normaler Kunststudent. Nachts arbeitete er hin und wieder als Barmann um sich seine Wohnung leisten zu können.
Er hat rotbraune Haare und eine lange eingedrehte Locke, die nach rechts verlief. Antonio hatte schon oft versucht, diese zu berühren, aus reiner Neugierde. Jedoch hatte er jedes Mal eine saftige Ohrfeige bekommen und einen Schwall von Ausdrücken gehört, von denen er nicht einmal wusste, das sie überhaupt existierten. Seitdem versuchte er nicht mehr, sie zu berühren, doch er hatte sich geschworen, das Geheimnis zu lüften. Die Frage ist nur wann.
Vom Charakter her war Lovino ziemlich temperamentvoll, doch das fand er persönlich echt süß. Er sagte meistens das genaue Gegenteil von dem, was er meinte und wenn man zusätzlich auf seine Gesichtsausdrücke und Stimme achtete, so war der Jüngere praktisch ein offenes Buch.

"Hey, hörst du mich, Tomaten-Bastard?", der Barmann schien ein wenig verärgert.
Der Detektiv lächelte verträumt und nickte etwas, woraufhin er nur ein Seufzen zurück bekam. Er war mittlerweile an den Spitznamen gewöhnt, nannte den Anderen dafür » Lovi «.
Der Italiener schüttelte den Kopf und stellte ihm ein Glas mit Tequila auf den Tresen. Er kannte den Mann gut genug um zu wissen, was er trinken wollte, deshalb fragte er auch gar nicht mehr nach. Es war sowieso immer das Selbe.
Der Grünäugige blickte zum Alkohol ehe er es in einem Zug austrank. Es brannte so sehr wie eh und je, aber er beschwerte sich nicht. Schnell wurde das Glas wieder nachgefüllt und er trank es erneut auf Ex. Immer und immer wieder.

Nach dem vierten Mal nachfüllen, stellte Lovino schließlich die Frage, auf die er schon gewartet hatte: "Ist alles in Ordnung?"
"Hm, natürlich. Wieso?", entgegnete der Spanier, versuchte dabei unschuldig zu spielen. Er wusste, er würde alles ausplaudern. Spätestens wenn er betrunken genug war.
"Nun, angefangen damit das heute Montag ist und du dich betrinkst, obwohl du eigentlich frei hättest. Du trinkst allerdings nur, wenn du feiern gehst oder auf der Arbeit etwas passiert ist. Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Deine Idioten-Freunde sind nicht dabei und du bist still, zu still. Also nehme ich an, dass etwas auf der Arbeit passiert ist", erklärte der junge Mann mit den bernsteinfarbenen Augen. Er klang desinteressiert, aber Antonio wusste das es nicht der Wahrheit entsprach. Wenn es ihn nicht interessieren würde, hätte er ihn auch nicht gefragt. Lovino war einfach einer von dieser Sorte.
"Ah, du kennst mich wirklich zu gut~", seufzte er leise, "Du hast Recht. Es ist wegen der Arbeit."
Lovino nickte verständlich. Er wusste, welchen Beruf sein Kunder hatte und ihm war bewusst, an welchem Fall er arbeitete. (Eines Abends hatte der Idiot zu viel getrunken und es versehentlich ausgeplaudert. Seitdem war es ihr kleines Geheimnis und Antonio hatte sich angewohnt immer mit dem Studenten darüber zu reden.)

"Ist etwas passiert?", fragte er nun wieder. Dieses Mal klang er etwas interessierter. "Habt ihr irgendetwas neues herausgefunden?" Er schenkte seinem Gegenüber noch etwas vom Tequila ein.
Antonio strich sich durch seine brauen Locken, machte seine Frisur damit nur noch zerzauster als sie es sowieso schon war. Dann antwortete er: "Es gab wieder einen Mord und eine Frau wurde verletzt."
"Zwei Angriff an einem Tag? Ungewöhnlich..", sagte Lovino. Der Spanier nickte etwas.
". Das erste Opfer war ein Drogendealer, 19 Jahre alt", er schüttelte den Kopf, "Verdammt jung für solche üblen Geschäfte." Der Jüngere nickte zustimmend, sagte allerdings nichts. Er wusste nicht, was er hätte sagen können.
Schließlich fuhr sein Gegenüber fort: "Das zweite Opfer ist eine Touristin. Sie wurde anscheinend verwechselt und er hat es noch rechtzeitig bemerkt, deshalb hat er sie nur verletzt. Momentan befindet sie sich in einem künstlichen Koma, aber es dürfte ihr bald besser gehen laut den Ärzten. Ihr Mann ist allerdings am Boden zerstört." Er hielt inne und dachte kurz zurück. Mathias war wirklich fertig gewesen. Er war so verzweifelt gewesen, selbst nachdem Lucia sich in einem stabilen Zustand befand. Der Tomaten-Liebhaber konnte sich gar nicht vorstellen, wie es ist eine geliebte Person zu verlieren. Vor allem auf eine so grausame Art und Weise. Es war eine Sache, wenn die Person auf natürlichem Wege verstarb, aber auf solch eine Art? Das war einfach grausam und bewies ihm nur, wie furchtbar die Menschen sein konnten. Er blickte Lovino in die Augen, betrachtete ihn sanft. Er konnte sich nicht einmal ausmalen was geschehen wäre, wenn Lovino an Lucias Stelle wäre. Er hätte es wahrscheinlich nicht verkraften können..

Sacht schüttelte er seinen Kopf, versuchte seine Gedanken wieder zu sortieren.
"Oh, die Verletzungen sind aber nicht sehr schlimm, oder?", fragte Lovino. Dadurch fand Antonio den Pfaden wieder. Lächelnd betrachtete er das Gesicht des Jüngeren. Seine Augenbrauen waren zusammen gezogen. Anscheinend war er wirklich besorgt und er konnte nicht anders als es als niedlich zu empfinden. Immerhin kannte er das Opfer nicht einmal und doch sorgte er sich um sie.
"Sie wird mit einer Narbe davon kommen", beruhigte er ihn. Der Kleinere seufzte erleichtert auf. Am liebsten würde er ihn umarmen.
"Wisst ihr, wer das richtige Ziel war?" - ", eine russische Migrantin. Wir haben sie gefunden und aufs Revier gebracht. Sie ist fürs Erste in Sicherheit", erwiderte er und nahm einen Schluck vom Tequila. In seiner Brust spürte er bereit die altbekannte Wärme, die vom Alkohol kam und noch etwas anderes, von dem er wusste, dass es durch Lovino ausgelöst wurde. Schon vom ersten Augenblick an, hatte er ihn als faszinierend empfunden. Er war einfach.. unbeschreiblich und wenn er es nicht selbst besser wüsste, so würde er meinen, er wäre verliebt. Natürlich war das aber unmöglich. Sie waren lediglich sehr gute Freunde, deshalb war ihm der Kleinere auch so wichtig.

"Aber.. Wenn alle in Sicherheit sind, warum bist du dann alleine hier?", fragte Lovino schließlich nach einiger Zeit, "Du müsstest doch feiern mit deinen zwei komischen Freunden.. oder zumindest mit deinem Partner."
Der Braunhaarige blickte ihn an, lachte leise und entgegnete: "Es gibt eine Sache, die mich beschäftigt."
"Und die wäre?"
"» Seraph « hat auch dieses Mal der Verletzten Blumen zukommen lassen."
Lovino schwieg eine Weile und dachte nach. "Hm, ist doch nicht ungewöhnlich, oder?"
"Ein Mörder, der jemanden versehentlich verletzt, schickt einem Blumen, okey. Aber der Mix ist einfach ungewöhnlich." - "Ah, welche Blumen waren denn darin?"
"Es ist ein Strauß mit Blaustern und Christrosen."
Erneut schwieg der Student einige Augenblicke. "Hm, ungewöhnlich.. Hast du nicht mal erzählt, deine Mutter ist Floristin?"
Antonio sah erstaunt auf, legte den Kopf schief. Er nickte langsam und unsicher. Was hatte seine Mutter damit zutun?
"Frag sie doch mal, ob diese Blumen eine bestimmte Bedeutung haben.. In dieser komischen Blumensprache oder so.." - "Das ist eine hervorragende Idee, Lovi!!"

Der restliche Abend verlief wie immer. Antonio trank bis er nicht mehr klar denken konnte. Er redete und redete, beschwerte sich hin und wieder auch.
Lovino seufzte leise auf, beruhigte ihn und sprach ihm Mut zu für den nächsten Tag. Das Letzte was er wollte war, dass er seine Arbeit aufgab, denn - auch wenn er es niemals vor ihm zugeben würde - machte er diesen Job echt gut. Schließlich schlief der Spanier ein, also brachte Lovi ihn in den privaten Bereich der Bar. Er legte ihn dort auf einer Couch ab und deckte ihn zu. Seine Schicht war schon seit Stunden vorbei, aber er konnte nicht anders als länger zu bleiben, wenn der Idiot zum Trinken kam. Irgendeiner musste ihm immerhin zuhören.
Er ging vor ihm in die Hocke, strich ihm sanft einige Haarsträhnen aus dem Gesicht und betrachtete seine Gesichtszüge. Ein kleines Lächeln zierte seine Lippen. Lovino lehnte sich vorsichtig vor und hauchte dem Älteren einen leichten Kuss auf die Stirn ehe er sich von ihm entfernte und seinen Weg ging.

✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩


Antonio wurde am nächsten Morgen von seinem nervenden Klingelton geweckt. Er seufzte leise auf, setzte sich langsam auf und blickte sich um. Es dauerte nicht lange bevor er sich an den Vortag erinnerte, vor allem an das Gespräch mit Lovi.
Stumm blickte er auf den Grund, weshalb er wach geworden war. Es klingelte noch immer und nachdem seine Augen sich an die Helligkeit gewöhnt hatten, las er wer ihn so früh anrief. Der Spanier ließ einen herzhaften Gähner los, dann ging er ran. "Sí?"
"Antonio, endlich gehst du ran. Komm her, sofort", ertönte die Stimme des Deutschen.
Ein merkwürdiges Gefühl eines Déjà-vus überkam ihn als er fragte: "Ludwig, was ist los?"

"Toni, Anya ist tot."

✩ ✩ ✩ Ende - Kapitel 2 ✩ ✩ ✩

Überarbeitet: 07'17

✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩

Nachricht vom 09.07.'17:
Hey Leute, ich weiß, ich habe schon ziemlich lange kein neues Kapitel heraus gebracht. Das liegt daran, dass ich nicht ganz wusste, was ich schreiben soll. Gah, so viele Ideen, die allerdings erst im Verlauf der Geschichte vorkommen.
Jetzt bin ich allerdings wieder zurück! Ich habe die Geschichte etwas überarbeitet, also nicht wundern. Das hatte ich sowieso vor, weil ich mit Kapitel 2, sowie Kapitel 3 nicht sehr zufrieden war. Jetzt geht es einigermaßen.
Ich geb mein Bestes, wieder regelmäßig am Sonntag zu updaten, kann es allerdings nicht zu 100 % versprechen, da auf der Arbeit momentan die Hölle los ist. (Eine Kollegin fällt vermutlich für mehrere Monate aus, also wird das richtig schön stressig. Wohoo~ - Sarkasmus -)
Bis zum nächsten Kapitel, das ich vermutlich erst morgen oder am Mittwoch überarbeite. Je nachdem. Arrivederci

✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩

Wie immer bitte ich euch um eure Mithilfe. Solltet ihr einen Rechtschreib- oder Grammatik-Fehler finden wäre ich sehr, sehr dankbar, wenn ihr mir das sagen könntet. Ich würde es so schnell wie möglich verbessern, weil ich sowas nicht wirklich mag, allerdings keinen Beta-Leser für die Story's habe. Genau das Selbe gilbt für die Fremdsprachen. Bitte scheut euch nicht davor mich zu verbessern. Auch über Kritik (egal ob negativ oder positiv) und Verbesserungsvorschläge wäre ich sehr dankbar. (:
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