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Ein Spiel von Katz' und Maus

von Spamano
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
20.03.2017
04.06.2022
16
54.913
3
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.03.2022 2.789
 
13. Kapitel

Ludwigs Sicht


Trauer ist ein unberechenbares Gefühl. Jeder hat seine eigene Art und Weise, wie sie damit umgehen. Die Einen brauchen Abstand von allem und jeden, weshalb sie sich in ihrem Zimmer tage- oder auch wochenlang einsperren. Andere versuchen das Gefühl zu deckeln indem sie es im Alkohol ertränken oder zu anderen Suchtmitteln greifen. Wieder Andere möchten möglichst schnell zurück in die gewöhnliche Routine fallen, auch wenn diese plötzlich eine Lücke hatte.

Ludwigs Art zu trauern, war die letztere.

Er brauchte eine gewisse Art von Normalität in seinem Leben. Deshalb versuchte er auch schon am nächsten Morgen zurück in seine Routine zu fallen. Er verließ das Haus seiner Bekannten sehr früh am Morgen und machte sich auf den Weg ins Fitnessstudio. Es war sein üblicher Trainingstag und er musste nicht einmal in seine – kalte, leere, stille – Wohnung zurück, denn er hatte immer ein paar extra Klamotten in seinem Spint hinterlegt für Notfälle. Weder Roderich, noch Elizabeta konnten ihn davon abhalten, was hauptsächlich daran lag, dass sie um diese Uhrzeit noch nicht wach waren.

Wie immer begrüßte er die Trainer, die die Frühschicht übernehmen mussten, mit einem höflichen Nicken. Falls einem von ihnen etwas auffallen sollte an Ludwigs Verhalten, so behielten sie ihre Fragen für sich. Der Polizist war sehr dankbar dafür. Er hatte nicht unbedingt den Nerv oder die Motivation auf soziale Interaktionen. Doch das hatte er selten.
Lange konnte Ludwig jedoch auch nicht trainieren, denn er verlor immer wieder seinen Fokus, sodass er schon bald geduscht und frisch gekleidet auf den Weg zur Arbeit war.

Pünktlich um 7 Uhr tanzte er im Revier ein.

Er ignorierte die kuriosen Blicke seiner Arbeitskollegen, die zweifellos von dem Unglück am Vortag gehört hatten. Stattdessen begab er sich stoisch zu seinem und Antonios Büro. Er erwartete nicht den Spanier darin vorzufinden, denn dieser hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, seine Schicht stets mindestens eine halbe Stunde später anzufangen.
Noch bevor er überhaupt den Raum erreichen konnte, stellte sich ihm Kirkland jedoch in den Weg.
„Und was genau denkst du, tust du hier gerade?“, fragte der ältere Mann mit einer hochgezogenen Augenbraue.

Ludwig runzelte die Stirn. Das schien wie eine äußerst merkwürdige Frage.
„Ich begebe mich in mein Büro“, erwiderte er mit einem fragenden Unterton, „Um meiner Arbeit nachgehen zu können.“
Arthur betrachtete den blonden Polizisten einen momentlang. Schließlich seufzte er und kniff sich mit Daumen und Zeigefinger in den Nasenrücken.
„Die gesamte Familie besteht aus Workaholics“, murmelte er leise vor sich hin bevor er Ludwig erneut mit seinem Blick fixierte und lauter sprach: „Das wirst du garantiert nicht tun. Du drehst dich jetzt augenblicklich um und nimmst dir frei.“

„Wieso sollte ich das tun? Mir geht es gut.“

„Sicher tut es das. Hast du heute überhaupt ein Auge zugemacht? Du siehst furchtbar aus.“

Ludwigs Blick verfinsterte sich ein wenig. „Mir geht es gut“, beteuerte er erneut.

„Beilschmidt“, Kirkland sprach langsam und in einem strengen Ton. Ludwig fühlte sich wie ein kleines Kind, das von einem Erwachsenen belehrt wurde.
„Du weißt, ich widerhole mich nur ungerne. Ich mache heute eine Ausnahme, weil ich gut verstehe, dass diese Situation gefühlsaufreibend ist.“

Ludwig wollte etwas erwidern, doch sein Boss ließ ihm keine Chance.
„Ich will, dass du jetzt sofort nachhause gehst, oder wo auch immer du dich am Besten aufgehoben fühlst. Und ich will dich hier mindestens ein paar Tage lang nicht sehen. Wenn du schon dabei ist, begib dich in psychiatrische Hilfe. Ich sende dir einen Kontakt, der sich auf traumatische Erlebnisse im Dienst spezialisiert hat. Erst wenn der sein Okay gibt, kannst du zurück kommen. Haben wir uns verstanden?“

„Sir- Ich versichere ihnen, mir geht es gut.

„Verdammt nochmal, ich hätte niemals gedacht, dass ich das sagen werde, aber.. Nimm dir ein Beispiel an Fernandez. Das ist ein Befehl. Solltest du das missachten, werde ich dich ohne Rücksicht suspendieren. Haben wir uns verstanden?“

Ludwig wollte argumentieren, dass Arthur das nicht machen könne. Das war gegen das Gesetz. Er hatte keinen richtigen Grund um ihn von der Arbeit freizustellen, aber er wollte auch nicht unbedingt mit dem sturköpfigen Mann diskutieren.

„Verstanden.“

Mit diesem Worten drehte er sich um und stampfte davon. Damit war sein perfekter Rekord mit keinem einzigen Fehltag seitdem er im Revier angefangen hatte, gebrochen. Und das obwohl es ihm absolut fantastisch ging! Was sollte er denn jetzt machen? Es stand völlig außer Frage zurück in die Wohnung zu kehren, aber er wollte auch nicht die Gastfreundschaft von Elizabeta ausnutzen. Er dachte kurz darüber nach in einem Hotel zu bleiben, doch das wäre ebenfalls kein Dauerzustand.

Letztlich hatte er keine andere Wahl als zu Elizabeta und Roderich zurückzukehren. Er hatte keine Freunde, bei denen er hätte Trost suchen können, und er hatte keine lebende Familie mehr, zu denen er gehen hätte können. Erneut wurde ihm bewusst, wie abhängig er von Gilbert ist. Sein älterer Bruder ist die einzige Person mit der er über alles hatte sprechen können. Sicher, Gilbert ist normalerweise derjenige gewesen, der über Gefühle oder allerlei sprechen wollte, aber Ludwig hatte ihn nie zurückgewiesen. Ludwigs Brust fühlte sich merkwürdig an. Leer, trotz seines schlagenden Herzens.

Als er beim Haus seiner Bekannten ankam, öffnete sich die Haustür sofort und Elizabeta kam ihm rennend entgegen. „Ludwig!“
Sie schloss die Arme um ihn und drückte ihn so fest, wie sie nur konnte, an sich. „Ich hab mir solche Sorgen gemacht! Du warst plötzlich.. du warst plötzlich nicht mehr da als wir aufgewacht sind. Wo warst du? Geht es dir gut? Bist du verletzt?“

Ludwig blickte auf die Frau und tat sein Bestes, um seinen Gesichtsausdruck nicht zu verziehen. Ihre Sorge schmerzte ihn. Es erinnerte ihn an Gilbert und das hob ein Gefühl in ihm hoch, welches er nicht beschreiben konnte. Alles was er wusste, war, dass es schmerzhaft ist.
„Mir geht es gut“, widerholte er die Worte vom Revier. „Ich wollte euch nicht beunruhigen.“

--------------


Ludwig hatte sich noch nie zuvor um einen Verstorbenen kümmern müssen. Als seine Mutter ihren Kampf verloren hatte, waren sein Vater und Gilbert dafür verantwortlich gewesen. Er selbst war noch zu jung gewesen, um in irgendeiner Weise beisteuern zu können. Und als sein Vater starb, hatte sein Bruder alles auf sich genommen, obwohl Ludwig zu dem Zeitpunkt hätte Helfen können. Wenn er damals doch nur darauf bestanden hätte, dann wüsste er jetzt zumindest womit er anfangen sollte.

Glücklicherweise gab es das Internet mit all seinen Informationen.
Selbstverständlich hätte er die Sache vereinfachen können indem er Elizabeta fragte, aber das Ableben seines Bruders ging der Medizinerin sehr nahe. Er wusste nicht, wie er mit ihr darüber sprechen sollte, wenn sich ihre Augen jedes Mal mit Tränen füllten, sobald er auch nur seinen Namen erwähnte. Deshalb wollte er sie auch nicht noch mehr damit belasten. Und es gab zahlreiche Checklisten im Internet, die ihm gut dabei halfen seine ersten Schritte planen zu können.

Er begann mit den einfachen Dingen. Die Informationen an das Standesamt, Krankenkasse, Lebens- und Unfallversicherung melden. Anschließend hinterließ er beim Anwalt und Notar eine Nachricht, da er nicht wusste, ob Gilbert ein Testament hatte und hoffte, dass einer der Herren ihm weiterhelfen konnten. Außerdem musste er sich im Pfarramt melden, da die Brüder katholisch waren und Gilbert sicherlich eine kirchliche Beisetzung gewünscht hätte, auch wenn sein Glauben in den letzten Jahren stark nachgelassen hatte. Nicht das Ludwig ihn dafür kritisierte. Sein letzter Besuch in einer Kirche war bereits Jahre her.

Mit all diesen Aufgaben war es jedoch noch nicht getan. Entgegen seines Willens musste Ludwig zurück in die Wohnung kehren, um jegliche Verträge und Verfügungen durchzugehen, die Gilbert hatte. Es war schwer sich zu überwinden, denn alles in dieser Behausung, die Ludwig sein eigen nannte, erinnerte ihn an seinen großen Bruder. Das hatte sich Ludwig jedoch selbst zu verdanken. Er hatte nie eine solch große Wohnung benötigt, aber er hatte sich von Anfang an um ein weiteres Zimmer bemüht, da die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen ist, dass Gilbert bei ihm einzog. Die Brüder hatten es nie lange ohne einander ausgehalten.

Die Freistellung von der Arbeit erwies sich als sehr nützlich, denn er saß den gesamten Tag nur am Telefon, um die verschiedensten Dinge zu organisieren. Aber er war dankbar für die Ablenkung. Wenn er nichts zutun hätte, wäre er bereits verrückt geworden. Elizabeta und Roderich taten ihr Bestes, um ihn zu unterstützen, aber sie waren nun mal nicht sein Bruder und er konnte sich ihnen nicht auf die selbe Weise öffnen. Hin und wieder fragte er sich, wie es Antonio erging, aber er brachte es nicht über sich, den Spanier zu kontaktieren. Wenn er ehrlich war, wusste er nicht einmal mehr, wie Antonio nach dem Erhalt der Neuigkeiten reagiert hatte. Das alles war an ihm vorbei gegangen.

Wie erwartet war die Wohnung kalt und leer. Er hatte sich an die Präsenz seines Bruders und Felicianos gewöhnt, beide Personen mit einem lauten Organ. Es war beinahe ironisch, wie er sich nur eine Woche zuvor eine solche Stille gewünscht hatte und jetzt quälte sie ihn.
Er blickte in Richtung des „Gästezimmers“. Gilbert hatte einige Dinge in Ludwigs Zimmer verstaut nachdem Feliciano zu ihnen gekommen war, aber die wichtigsten Unterlagen waren höchstwahrscheinlich noch darin. Sein Ziel war es gewesen, den Raum aufzusuchen, die Dokumente zu holen und schnellstmöglich wieder zu Elizabeta zu gehen. Das stellte sich jedoch als schwieriger raus als geplant.

Vorsichtig begab er sich ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch. Seine Wohnung, erst gestern noch so belebt und heimisch, fühlte sich jetzt fremd an. Ludwig fühlte sich wie ein Einbrecher, aber die vielen Erinnerungsstücke bewiesen ihm, dass er keineswegs in der falschen Wohnung war.

Er sah das Modelflugzeug, das ihm Gilbert geschenkt hatte als er mit zehn Jahren seine Flugzeug-Phase hatte. Ihr Vater war immer sehr beschäftigt mit seiner Arbeit, weshalb manchmal Wochen vergingen ohne das sie ihn sahen. Nichtsdestotrotz hatte er ihnen immer eine Kreditkarte hinterlassen, damit sie sich selbst versorgen konnten. Gilbert hatte ihm damals das Flugzeug gekauft, wohl wissend das sie dadurch ihr monatliches Budget überschreiten würden. Es war nicht notwendig zu erwähnen, dass ihr Vater nicht erfreut war über die „kindliche Besorgung“, die sie getätigt hatten.

Ludwig blickte weiter zu dem Diplom an der Wand. Von Luftsprüngen konnte nicht die Rede sein, als Gilbert erfahren hatte, dass Ludwig plante in seine Fußstapfen zu treten. Er hatte ihm mehrfach erklärt, wie gefährlich die Arbeit in einem Polizeirevier war und dennoch hatte er stets sein Bestes gegeben, um seinen kleinen Bruder zu unterstützen. Bei Fragen hatte sich Ludwig immer an ihn wenden können. Hin und wieder hatten sie über Fälle ausgetauscht, obgleich sie immer darauf geachtet haben, keine Daten preiszugeben. Es hatte ihnen häufig geholfen, die Augen für weitere Spuren zu öffnen.

Nach einer Weile atmete der Blonde tief ein und aus. Er musste die Dokumente aus Gilberts Zimmer holen. Stattdessen fand er sich jedoch neben der Kommode wieder, die sich im Wohnzimmer befand. Im nächsten Augenblick hatte er bereits die alten Fotos in der Hand, die sie dort sorgfältig in Alben verstaut hatten. Ludwig hatte sie seit Jahren nicht mehr angeschaut und auch heute zögerte er.

Das erste Bild, das er vorfand, war ein Familienfoto. Vorsichtig streifte er mit seinem Daumen über das Gesicht seiner Mutter. Ludwig hatte beinahe keine Erinnerungen an sie. Sie war früh an einer Krankheit verstorben.
da er lediglich fünf Jahre alt gewesen ist, als sie an einer Krankheit verstarb. Woran er sich jedoch genau erinnern konnte, war die Reaktion seines Bruders als sie die Nachricht erhalten hatten.
Es war mitten in der Nacht gewesen und Ludwig war aus einem ruhelosen Schlaf erwacht. Sein erster Instinkt war es gewesen, seinen Bruder zu suchen. Gilbert hatte ihn immer beschützt, deshalb hatte er sich immer sicher an seiner Seite gefühlt. Er fand diesen hellwach in seinem Zimmer, Tränen in seinen Augen. Ludwig hatte ihn zuvor noch nie weinen sehen, weshalb ihn der Anblick beunruhigte. Aber als er näher kam, drückte Gilbert ihn nur fest an sich und erläuterte ihm, dass ihre Mutter nun an einen besseren Ort war, obwohl das gar nicht der Grund für Ludwigs Unruhe gewesen ist.

Das war das erste und letzte Mal, das er ihn hatte weinen gesehen.

Das zweite Bild zeigte Gilbert und ihn am Strand eine Sandburg bauend. Gilbert hatte sich immer darum bemüht, ihm die Welt zu zeigen. Natürlich waren sie nie besonders weit gekommen, denn ihr Budget reichte gerade aus, um sie vernünftig zu ernähren. Außerdem war ihr Vater nie sonderlich begeistert von diesen Unternehmungen und empfand, dass sie reine Zeit- und Geldverschwendung waren. Trotzdem hatte es sein Bruder irgendwie geschafft mindestens einmal im Jahr genug zu sparen, dass sie ein wenig weiter fahren konnten. Sei es ans Meer, in die Berge oder einfach Campen.
Gilbert hatte ihm auf diesen Reisen immer so viele Dinge beigebracht. Von simplen Sachen wie Sternenbilder, zu weitaus wichtigeren Dingen, wie das Überleben in der Natur.

Diese Unternehmungen hatten nie aufgehört. Selbst jetzt hatten sich die Brüder immer mindestens einmal im Jahr zur selben Zeit Urlaub genommen, sodass sie gemeinsam einen Ausflug machen konnten. Tatsächlich wäre es demnächst wieder soweit, aber Ludwig wusste nicht, ob er es über sich bringen konnte, diese Stadt jemals wieder zu verlassen.

Das dritte Bild zeigte Gilbert mit seinem Mentor, Friedrich. Sein Bruder hatte ihn irgendwann nur noch als „Alte Fritz“ bezeichnet, worüber der Mann stets nur gelacht hatte. Ludwig wusste, dass diese Person eine große und wichtige Rolle im Leben seines Bruders gespielt hatte. Da ihr Vater immer eine gewisse Distanz zu ihnen bewahrt hatte, musste sich Gilbert schließlich eine andere Vaterfigur suchen. Glücklicherweise fand er diese in einem guten Mann wie Friedrich. Ludwig hatte ihn ein paar Mal kennengelernt, aber er erinnerte sich kaum.

Er erinnerte sich daran, wie deprimiert Gilbert gewesen ist, als Friedrich gestorben ist. Es hatte ihn noch mehr zerstört als der Tod ihres eigentlichen Vaters.

Das nächste Bild war schon etwas aktueller. Es zeigte Gilbert und seine Freunde an der letzten Halloweenfeier auf dem Revier. Ludwig hatte nur den Kopf geschüttelt, als er die Gruppe gesehen hatte. Wie konnte er auch nicht? Auf die lächerliche Idee sich in traditioneller Kleidung zu kleiden, wäre sonst vermutlich niemand gekommen. Francis war in einem alten viktorianischen Kleid erschienen, während Antonio ein Flamenco Kleid trug. Gilbert hatte unterdessen ein Dirndl getragen.

Der Polizist schüttelte erneut nur den Kopf. Es war eine furchtbare Idee gewesen, aber die Männer hätten von nichts und niemanden umgestimmt werden können. Im nachhinein musste der Blonde jedoch zugeben, dass die Gesichtsausdrücke von mehreren Kollegen, unter anderem Arthur, lustig gewesen sind.

Ludwig schluckte schwer. Er könnte weiter hier verweilen und die Bilder anschauen, aber sein Herz fühlte sich schwer an und ihm fiel es schwerer zu atmen. All diese Erinnerungen erzeugten einen Konflikt in ihm.
Auf der einen Seite waren diese Ereignisse gute Erinnerungen, zu denen Ludwig gerne zurückkehrte.
Auf der anderen Seite verdeutlichten sie ihm jedoch noch mehr, dass diese Dinge nie wieder geschehen würden.

Er würde nie wieder die stürmische Art seines Bruders sehen.

Er würde ihn nie wieder umarmen können.

Er würde nie wieder einen ihrer lehrreichen Ausflüge mit ihm unternehmen können.

Er würde nie wieder Freunde oder wichtige Personen in Gilberts Leben kennenlernen.

Er würde nie wieder die Kreativität und Dreistigkeit seines Bruders bejammern können.

Gilbert war fort. Es gab ihn nicht mehr. Und damit musste Ludwig klar kommen. Er musste sich eingestehen, dass er nun wahrlich alleine auf dieser Erde war. Sein Bruder hatte ihn verlassen.

Er hatte ihn alleine gelassen.

In dieser kalten, viel zu großen Wohnung.

--- Fortsetzung folgt ---

Ich entschuldige mich direkt für sämtliche Fehler, die in diesem Kapitel vorkommen. Letzte Woche war die Hölle auf der Arbeit, da fünf Kollegen ausgefallen sind. Demnach, sollte euch etwas auffallen, einfach Bescheid geben. Ich werde das Kapitel vermutlich nochmal grammatikalisch überarbeiten, sobald der Stress vorbei ist. Sollte sich etwas massives Ändern, gebe ich natürlich nächstes Mal Bescheid!

Wie oben bereits erwähnt, ist Trauer ein schwieriges Thema. Jeder reagiert anders und braucht etwas anderes in solchen Situationen. Es ist vollkommen in Ordnung sich Hilfe zu suchen, wenn man alleine nicht damit umgehen kann oder möchte. In Ludwigs Fall fällt es ihm jedoch schwer, sich jemanden anderen zu öffnen und er möchte am liebsten das Erlebte verdrängen, was nicht besonders gesund ist. Ich bin ehrlich gesagt noch unentschlossen, ob ich im nächsten Kapitel weiter mit Antonio mache, oder ob ich nochmal einen deutlicheren Einblick in Ludwigs Gefühlswelt geben werde. Wir werden sehen, haha.

Und an dieser Stelle möchte ich noch Credits geben an die Künstler, die als Inspiration für die Erinnerungen gedient haben:
Flugzeug-Szene: https://www.zerochan.net/959050
Gilbert umarmt Ludwig: https://www.zerochan.net/1025925
Sandskulptur: https://www.zerochan.net/1194346
"Alter Fritz": https://www.zerochan.net/480668
Halloween: https://www.zerochan.net/1000683

Bis zum nächsten Kapitel, bleibt gesund, trinkt genügend und lasst euch nicht ärgern!!
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