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Verbotene Liebe am Koselbruch

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Andrusch Kito Lyschko Merten Michal Tonda
20.03.2017
05.02.2019
45
23.190
3
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03.10.2018 691
 
Mit zeitweise getrockneten Tränen trat Staschko aus der Stube und verbarg mit gesenktem Kopf seine roten Augen vor Michal und Merten.
Im Vorbeigehen griff er seinen Mantel und Mütze und trat aus der Stube.
Sein Atem stieg in kleinen Wölkchen nach oben und doch war die Kälte nicht mehr so durchdringend wie an Morgen.
Bald hatte sich seine Nase an seine roten Augen angepasst und auch so zitterte Staschko ziemlich, doch er wollte nicht zurück in die Stube gehen. So sehr er seinem Freund sein Glück auch gönnte, er konnte den beiden nicht durchgehend zugucken.
Unschlüssig stapfte er durch den recht hohen Neuschnee in Richtung Scheune, und ließ sich Schließlich auf der kleinen Mauer gegenüber der Mahlstube nieder.
Er lehnte seinen Rücken gegen die Scheunenwand und legte seine Füße auf die Mauer.
Er stützte seinen Kopf auf seine angezogen Knie. Staschko war sicher niemand könne ihn sehen, waren doch alle irgendwo beschäftigt, wenn auch nur damit anderen das Leben zu zerstören.
So wie er dort saß, ließ er nun seinen Gefühlen freien Lauf. Alles was sich angestaut hatte, all das was er zurückgehalten hatte, fiel nun mit seinen Tränen in den Schnee.
"Ist alles in Ordnung?"
Staschko erschrak und wischte sich schnell mit dem Handrücken über die Augen, die jedoch noch immer verdächtig rot waren.
Er sah den anderen mit geöffnetem Mund an.

Stundenlang hatte er schon dem Schnee vor dem Tor weggeschippt und immer war neuer gefallen, bis es vor einer halben Stunde endlich aufgehört hatte zu schneien.
Nun war die Arbeit fast getan und der junge Müllerbursche atmete erschöpft auf, als er die letzte Schippe voll Schnee auf den Haufen warf, der sich am Rande des Weges auftürmte
Seine Arbeit war getan. Das nächste Mal könnte ja jemand anders mal diesen Part übernehmen.
Die Schaufel über die Schulter werfend, ging er zurück zur Scheune und lehnte sie drinnen an die Wand. Als er wieder hinaustrat atmete er erleichtert die kalte Luft ein und lauschte der Stille. Stille? Fehlanzeige, da schluchzte doch jemand.
Mit verwirrtem Gesichtsausdruck ging der Bursche um die Scheune herum und dann sah er die Quelle des Geräusches.
Wie ein Häufchen Elend das Staschko auf der Mauer, die Knie angezogen, das Gesicht in den Hände vergraben.
Er ging näher heran. "Ist alles in Ordnung?"
Staschko wischte sich die Tränen weg, doch seine Augen waren aufgequollen.
"A... Andrusch, ich... ähm... j... ja natürlich, ich meine wa... warum sollte denn nicht... alles...", er stoppte und ließ den Kopf hängen. Das würde ihm doch sowieso niemand abkaufen.
Andrusch hingegen setzte sich neben ihm auf die Mauer. "Willst du darüber reden?"
Staschko antwortete nicht, noch hob er den Blick.
"Hör zu, ich weiß du bist nicht der dem ich das sagen sollte, aber es tut mir leid. Ich... Ich wollte nicht, dass das passiert, was nunmal passiert ist. Die Sache mit Merten... Das hat mich fertig gemacht als ich das gehört habe und das nur, weil ich nh Wette gegen Hanzo verloren habe." Er seufzte. Er hatte noch niemanden davon erzählt, war es doch viel zu unglaubwürdig, als das ihm deswegen jemand verzeihen würde.
Endlich sah Staschko ihn an. "Woher weiß ich, dass du nicht lügst und das alles gerade erfunden hast", schniefte er.
"Ich gebe dir mein Wort, aber auch wenn du mir nicht glauben solltest, dir helfen möchte ich trotzdem. Hör mal, wir waren doch immer gute Freunde und wenn du traurig bist, möchte ich dir helfen."
Staschko machte einen nachdenklichen Gesichtsausdruck, dann gab er nach. Viel zu verlieren hatte er nicht und selbst wenn Andrusch log mit der Wette, so war es doch eine Möglichkeit auf andere Gedanken zu kommen. Er legte seinen Kopf auf die Schulter des anderen und sah nicht wie dieser leicht lächelte.
Andrusch seufzte. "Möchtest du vielleicht darüber reden?"
Der Andere schüttelte nur kaum merklich den Kopf.
"Na gut, dann nicht, dann halt so", meinte er, legte einen Arm um den Jüngeren und zog ihn näher zu sich.
Staschko ließ es geschehen und zum ersten Mal seit langem, hatte er wieder das Gefühl von Sicherheit.
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