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Verbotene Liebe am Koselbruch

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Andrusch Kito Lyschko Merten Michal Tonda
20.03.2017
05.02.2019
45
23.190
3
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.02.2018 833
 
Heyyy,
hier ist, diesmal zum Glück pünktlich, ein neues Kapitel.
Ich hoffe ihr habt schöne Karnevalstage.
Jetzt erstmal viel Spaß und wenn ihr wollt könnt ihr gerne ein Review da lassen.
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Die Stimme des Meisters hallte durch die Dunkelheit: "Ich weiß, dass du ein Mädchen hast Krabat! Du kannst sie nicht ewig vor mir verstecken! Nenn mir ihren Namen!"
Krabat schwieg, wich jedoch ein Stück zurück.
Im schwachen Kerzenschein erschienen die Umrisse des Meisters. "Nun gut ich werde ihren Namen sowieso erfahren"
Krabat wich jegliche Farbe aus dem Gesicht und er stolperte weiter rückwärts. Er drückte seinen Rücken fest gegen die Wand und tastete nach der Türklinke.
Der Meister kam weiter auf ihn zu.
Er sah alt aus.
 Beinahe zerbrechlich...
Er konnte den kalten Atem des Meisters spüren....augenblicklich duckte er sich und suchte verzweifelt den Ausgang. "Du hast Angst, Krabat. Die Angst um sie wird dich verraten...schwach, so schwach....". Er fühlte etwas kaltes,hartes an seiner rechten Hand!  Mit einem erleichterten Seufzer riss er die Tür auf,  sodass das grelle Sonnenlicht dem Meister ins Gesicht strahlte. Mit einem Satz war er aus der Tür und rannte den Gang hinaus ins Freie. 'So schwach', hallte es durch seinen Kopf. Er ließ sich in das taunasse Gras fallen und hörte seinem Herzen beim Schlagen zu.
Er musste etwas unternehmen! Die ständige Angst verriet ihn. Nicht nur brachte er sich selbst in Gefahr, sondern auch noch sein Mädchen, das sowieso schon ihr Leben riskierte, um mit ihm zusammen zu sein. Sein Herz hatte sich kaum beruhigt, doch er stand auf und stahl sich unauffällig in den Wald. Sobald er sich sicher war, dass ihm niemand folgte, fing er an zu rennen. Immer schneller und schneller. Es dauerte nicht lange, da sah er schon die Dächer von Schwarzkollm hinter den Bäumen. Doch der Anblick erfüllte ihn nicht mit Ruhe oder Freude, so wie sonst. Dort war sein Mädchen, und wenn er zu ihr ging, würde er noch mehr über sie verraten...Doch er musste sie von ihrem Vorhaben abbringen! 
Über ihm in den Baumwipfeln schuhute ein Kauz. Erstaunt schaute Krabat nach oben. Noch nie hatte er einen Kauz bei Tag schreien hören....Der Vogel starrte hinunter, sein Auge auf den jungen Burschen fixiert...Das andere Auge fehlte. Krabats Herz pochte. Er wusste was das zu bedeuten hatte. Der Kauz, der Todesvogel. Der Meister hatte erneut eine Warnung ausgesprochen. Plötzlich erhob sich der riesige Vogel und flatterte lautlos davon, in Richtung Mühle. Er war also nicht gekommen, um ihn zu beobachten. Doch das hieß, dass er bereits alles wusste!
Zitternd rannte Krabat die staubige Straße entlang. Er durfte bloß keine Zeit verlieren!
Die Kantorka saß auf dem Hof und wusch Wäsche in einem kleinen, eisernen Trog. Normalerweise wäre er stehen geblieben, um zu bewundern, wie golden ihr Haar leuchtete, wie blau ihre Augen blitzten....Doch nun lief er sofort auf sie zu und nahm ihre, vom Waschen noch nasse Hand in seine.
"Krabat!", erfreut strich sie ihm über die Stirn. "Du bist gekommen!". Krabat lächelte gequält und zog sie näher zu sich heran. "Hör zu, ich hab nicht viel Zeit. Der Meister weiß Bescheid. Du kannst uns nicht helfen, er wird dich umbringen! Ich bitte dich, du darfst dich dieser Gefahr nicht aussetzen! Nicht für mich."
Ihr Blick war ernst. "Krabat," sagte sie mit leiser, fester Stimme "Ich kann dir alles versprechen, aber nicht das. Wie soll ich zulassen, dass er dir wehtut, wenn es auch anders geht. Selbst wenn es aussichtslos ist, wie soll ich mit dem Gewissen leben dass es eine Möglichkeit gegeben hätte? Wenn du tot bist, dann ist es zu spät. Ich liebe dich, Krabat. Ich liebe dich zu sehr, um dir zu versprechen, dass ich es nicht tun werde."
Ensetzt starrte Krabat sie an, der Blick, den sie erwiderte war Entschlossen. "Es ist entschieden, Krabat. Du kannst es nicht rückgängig machen."
"Aber-", doch er sprach nicht zu Ende. Auf dem Hof flitzte eine pechschwarze, einäugige Ratte. Auch die Kantorka hatte sie gesehen. Sie schob sich von ihm und flüsterte: "Ich will dich nicht verlieren Krabat."
"Das wirst du nicht,  noch nicht", versprach er und sah direkt in ihre Augen. Wie gerne hätte er sie geküsst, doch die Gefahr war zu groß.
"Ich werde auf dich hören, Krabat. Doch nur dieses eine Mal." Dann schnitt sie sich eine Locke ab und formte einen Ring. "Lass ihn mir bringen, solltest du deine Meinung ändern. Ich werde kommen und dich freibitten." Mit diesen Worten schob sie den Ring an Krabats linken Zeigefinger.
"Ich werde ihn gut verwahren", sagte nun Krabat und löste sich von ihr.
Auch der Rabe auf dem Dach des benachbarten Hauses breitete nun die Flügel aus und schwang sich krächzend in die Lüfte. Er hatte genug gehört und seine zwei Augen blitzen erfreut in der Sonne auf.
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