Number 6

von Yuno
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
18.03.2017
10.03.2018
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Dieses Kapitel
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Sie hörte Stimmen, wollte allerdings nicht die Augen öffnen. Zelda, Revali, Daruk und Urbosa… Alle waren da. Link vermutlich auch doch schwieg er wahrscheinlich wie immer.
„Ich sage doch nur, dass es verwunderlich ist!“ Das war eindeutig Zelda. Über was sie alle redeten, wusste sie nicht. „Ich kann es auch nicht erklären, auch wenn ich von uns wohl die meiste Zeit mit ihr verbracht habe“, antwortete Revali. Gut, es ging um sie, so viel war nun klar.
„Wenn ihr über jemanden redet, dann solltet ihr das tun, wenn dieser jemand nicht anwesend ist“, sagte sie fast schon ein wenig amüsant. Sie öffnete die Augen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. „Du bist wach, das ist gut.“ Zelda schien kein bisschen überrascht und trat auf Raisa zu.

„Sag Raisa, kannst du dich aufsetzen?“, wollte die Prinzessin wissen. „Gut möglich, dass ich es kann“, antwortete sie. Als die Prinzessin daraufhin nichts erwiderte und sie nur eindringlich anblickte, wurde sie stutzig. Ihren noch immer etwas verschlafenen Sinnen schien etwas Wichtiges entgangen zu sein. Als sie sich umsah und ihren Blick durch das Krankenzimmer schweifen ließ, wurde es ihr jedoch leider wieder bewusst. Sollte sie nicht mittlerweile halbtot in diesem Bett liegen? Sie fühlte sich relativ gut, wenn man bedachte, dass sie involviert war.
„Besteht die Möglichkeit, dass du mich angelogen hast?“, fragte Zelda eher weniger sanft.
„Hätte ich etwas davon?“, fragte Raisa genervt zurück und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Die anderen Recken, mit Ausnahme von Urbosa, hatten übrigens dieselbe Haltung. „Ich habe eine Vermutung. Möchtest du sie hören, Raisa?“ Bei Zelda’s Frage prustete sie. „Seit wann interessierst du dich für meine Meinung?“
Zelda seufzte nur. „Entweder du hast wahnsinniges Glück und immer die Gläser erwischt, die nicht vergiftet waren, durch Nachforschungen haben wir übrigens herausgefunden, dass es solche gab. Oder du hast diese Gläser bewusst nicht angerührt. Vielleicht mit einer Kraft, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat?“ Dachte Zelda wirklich, dass sie nun alle Karten offen auf den Tisch legen würde? Niemals. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst, Zelda.“ Sie wusste nicht, ob diese Worte nun glaubhaft rüber kamen oder nicht. Zelda jedenfalls ließ nicht locker.

„Ich verlange von dir zu wissen, was deine Fähigkeit als Recke ist, Raisa!“, befahl Zelda. „Wie kommst du darauf, dass ich eine besitze?“ Noch bevor sie ihren Satz zu Ende gesprochen hatte, fiel ihr Blick an Zelda vorbei auf Revali. Könnte es sein, dass er es verraten hatte? Revali war der einzige Recke, der von ihrer Fähigkeit wusste. Vielleicht hatte er Zelda erzählt, dass sie bereits eine hatte, nur nicht, was diese bewirkte. Revali kreuzte ihren Blick, allerdings war seiner kalt.
„Ganz einfach, wenn du keine hättest, hättest du dich schon längst erkundigt, weil du es hasst, anderen hinterher zu hängen.“ Zum ersten Mal hatte Zelda es geschafft, dass Raisa ein wenig sprachlos war. Auf die Antwort der Prinzessin fiel ihr so schnell kein Konter ein.
„Zelda, wenn sie eine Fähigkeit hätte, dann hätte sie diese doch schon längst präsentiert“, sagte Revali. Und zum zweiten Mal an diesem Tag wusste sie nicht, was sie sagen sollte. Zudem musste sie sich einen überraschenden Blick verkneifen und ihre kühle Fassade aufrechtzuerhalten.

„Dann…hattest du verdammtes Glück, Raisa“, sagte Zelda schließlich. Dass Zelda Revali’s Anmaßung einfach so hinnahm, verwunderte sie auch. Eigentlich war sie nicht eine solche Person, die mit ihren Erfolgen angab. Schließlich war sie nicht wie er. „Könnte ich jetzt eigentlich komplett aufgeklärt werden?“, fragte sie Zelda. „Ich glaube, dass du nicht vergiftet bist, Raisa. Es sind jetzt Stunden vergangen und bei dir sind keinerlei Anzeichen zu sehen. Und du siehst nicht angeschlagen aus.“ Wehe Zelda lag falsch, denn grade vielen ihr mehrere Steine vom Herzen. Augenblicklich ließ sie sich nach hinten fallen und legte ihren Handrücken über ihre Augen. „Du hast wahnsinniges Glück, jetzt freu dich doch“, sagte Daruk. Und auch, wenn sie grade nicht zu ihm sah, wusste sie, dass er am Grinsen war.

„Ich bin erleichtert, sieht man das nicht?“, fragte sie. „Nein, eigentlich siehst du so aus, als würdest du lieber vergiftet sein“, sagte Revali. „Da hast du nochmal Glück gehabt“, hörte sie nun auch Urbosa amüsiert sagen. Ja, im wahrsten Sinne mehr Glück als Verstand. „Nun“, fing Zelda an. „Dann gibt es für dich keinen Grund mehr hier herumzuliegen. Du kannst mithelfen und Materialien beschaffen. Raisa entfernte ihre Hand von ihren Augen und sah zu Zelda. „Materialien? Wofür?“ Nun erhellte sich Zelda’s Blick etwas. „Mipha hat tatsächlich etwas gefunden. Allerdings sind die benötigten Materialien schwer zu beschaffen. Alle Recken, die zur Verfügung stehen, werde ich wohl entsenden müssen.“

Was für ein Vergnügen, sie durfte schon wieder für Zelda arbeiten. Allerdings störte es sie dieses Mal nicht so sehr wie sonst. Immerhin dachte sie bis vor kurzem noch… Dachte bis eben noch, dass sie vergiftet war und sterben würde. „Wohin geht es?“, fragte sie. „Phirone steht noch frei“, antwortete Zelda ihr. Raisa stand unterdessen vom Bett auf. „Was soll ich da holen?“, fragte sie wieder etwas schroff. Zelda wollte ihr grade eine Liste reichen, stoppte aber in der Bewegung. „Kannst du es dir merken?“, fragte Zelda dann. „Ich bin nicht blöd“, erwiderte Raisa.

„Wir brauchen die Blätter einer Clematis-Pflanze. Diese wachsen in Phirone und sind wegen ihrer schönen Färbung recht einfach zu finden“, sagte Zelda. „Ich weiß, was das für eine Pflanze ist“, erwiderte sie auf Zelda’s besserwisserischen Ton. „Dann solltest du keine Zeit mehr verschwenden.“ Raisa schaute noch ein letztes Mal zu den Recken, ehe sie das Krankenzimmer verließ.
Clematis.. Das war die einzige wirkliche Pflanzenart, die sie kannte. Das nannte man wohl Glück im Unglück.

Sie verließ Schloss Hyrule, ließ es sich aber nicht entgehen, eines der Hof-Pferde mitzunehmen, damit die Reise schneller ging. Zelda hatte mich Sicherheit auch nichts dagegen.
Sie führte das Pferd zu den Stadtmauern von Hyrule Stadt und ritt von dort aus auf die weite Ebene zu. Wenn sie sich beeilte, war sie noch vor Sonnenuntergang wieder zurück. Dann hätten sie, also Mipha und ihre Helfer, noch genug Zeit, um das Heilmittel zu vollenden, bevor das Gift alle Vergifteten umbrachte.
Sie ritt mit nach vorne gerichtetem Blick über die von Schnee bedeckte Ebene, als sie plötzlich ein lautes Flattern neben sich wahrnahm. „Ich habe das Gefühl, dass du aus mir unbekannten Gründen, heute irgendwie an mir hängst. Ist es nicht so, Revali?“, fragte sie, ohne ihren Blick anzuwenden. „Hör auf dir Dinge zusammen zu sinnieren, die nicht der Wahrheit entsprechen. Wir müssen nur beide zufällig diese Route beschreiten“, antwortete er. ‘Zufällig‘… Da hatte doch der Teufel namens Zelda wieder seine Hände im Spiel. Zelda schickte immer sie und Revali ‘zufällig‘ auf dieselbe Reise.

Stumm ritt sie weiter den Weg entlang und stumm flog er neben ihr. Sie war sich sicher, dass er grade dieselben Gedanken über ihre ‘zufällig‘ gleiche Route hatte.

Tja, die Schicksale der beiden waren wahrlich miteinander verflochten.
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