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Manchmal ist reden auch Gold.

von miririmi
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Karin Noske OC (Own Character) Stefan Vollmer
18.03.2017
03.10.2017
13
8.085
4
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18.03.2017 757
 
*ANALIE*
Wir laufen hinter dem Vollmer zum G-Kurs, der Kurs hat einen schlechten Ruf an unsrer Schule. Kein Wunder also das die anderen aus meiner Klasse nicht begeistert waren das wir ausgerechnet mit denen zusammengelegt wurden. Mir war es egal. Mir ist alles egal. Ich will nur meine Ruhe haben. Will möglichst unauffällig sein. Mein Motto? Reden ist Silber, schweigen ist Gold. Frau Müller beschwert sich immer darüber das ich faul bin. Mich nicht anstrengen würde. Mich nie am Unterricht beteilige. Aber im Gegenteil, ich bin nicht faul. Ich habe nur kein Verständnis für diesen ganzen Mist. In einer Klasse mit 21 Schülern sitzen, von denen die meiste andre Dinge im Kopf haben als lernen. Die gar keine Lust auf lernen haben. Ich gehe gerne zur Schule und das nicht nur weil ich in den  Stunden mal weg komme von meinem Zuhause. Nein, auch weil es ein schönes Gefühl ist neue Dinge zu lernen, zu merken das man was kann. Ich bin gut, habe nur zweien, okay von Sport mal abgesehen. Und ja die Müller hat Recht. Würde ich mündlich mehr tun und regelmäßiger Hausaufgaben machen, hätte ich bestimmt hier und da auch Einsen. Aber für die Hausaufgaben habe ich eben nicht immer die Kraft, nicht immer die Zeit. Das hat nichts aber auch rein Garnichts mit Faulheit zu tun. Ich fahre mit meinem System ziemlich gut, bin weder sonderlich beleibt noch werde ich ausgegrenzt oder fertig gemacht. Für die andren bin ich in der Schule eben Analie, nicht mehr und nicht weniger. Und sobald die letzte Stunde vorbei ist existiere ich für alle nichtmehr. Meine Eltern waren noch nie auf einer Veranstaltung, noch nie auf einem Elternabend und niemanden ist es je aufgefallen. Ihnen ist es egal ob ich da bin oder nicht. Sie würden es vermutlich nicht mal bemerken wenn ich weg wäre und ich werde alles dafür tun das sich das nicht ändert.                                                                            
Der Vollmer reißt mit Schwung die Tür zum Chemieraum, indem sich der G-kurs befindet, auf. Augenblicklich steigt ein intensiver Geruch von faulen Eiern in unsre Nasen. „Was ist denn hier passiert?“ Lars, der Streber unsrer Klasse starrt mit weit aufgerissenen Augen vom G-Kurs zum Vollmer und wieder zurück. „Der Günni und der Luis haben einen Furz Wettbewerb gemacht.“ erklärt Alina angeekelt, auch die andren 2 Mädchen protestieren lautstark. „Und ich habe gewonnen!“ Die Jungs des Kurses jubeln und Luis verbeugt sich. „Sei einfach froh dass die nicht auf die Idee gekommen sind, ihre Abgase auch noch anzuzünden.“ Meint Herr Vollmer an Lars gewandt und schließt die Tür hinter uns.

*VOLLMER*
„Also das hier ist die 8d, weil viele Lehrer krank sind müssen einige Klassen vorübergehend zusammengelegt werden und wir haben jetzt die ehre mit der Klasse von Frau Müller.“ „Wieso nicht Schulausfall?“ will Jens wissen. „Schon mal was von Schulpflicht gehört?“ entgegnet Lars. „Was das denn für einer!“  Günni sieht den blonden Achtklässler entrüstet an. „Scheinbar jemand der Ahnung von Gesetzen hat.“ Kontere ich. „So und nun sitzen machen. Sind ja genug Plätze frei.“ Denn auch vom G-Kurs sind nur 9 Schüler da. 17 Schüler, also. Das sollte doch zu schaffen sein. „Herr Vollmer?!“ genervt sehe ich zu Jens. „Was denn?“ „Der setzt sich einfach auf Mehmets Platz.“ „Aber der ist doch krank, Jens. Jetzt nimm deine Tasche vom Stuhl und lass den Jungen da hin. Meine Güte, wie im Kindergarten.“ Beleidigt zieht Jens die Tasche vom Stuhl. „Aber wenn Mehmet wieder kommt, dann…“ „Ja dann kann er von mir aus seinen Platz haben.“ Entgegen ich genervt. „So und damit wir auch nicht alle mit der oder die ansprechen müssen, stellen sich alle mal vor. Immerhin müssen wir mindestens eine Woche mit einander auskommen. Also…!“ Ich zeige auf Dunja. „Hä? Was sollen wir jetzt machen?“ fragt diese. Entgeistert starre ich sie an. „Deinen Namen sagen, wäre schön“  Erkläre ich ihr. „Achsoooo! Dunja.“ „Na geht doch.“ Kommt es schon wieder von dem blonden Junge. „Was für ein Penner, ey." Das was Günni.                                                                                                                                              
„3,2,1…“ zählen die Schüler vom G-Kurs, dann klingelt es. Alle stürmen aus der Klasse, naja fast alle. Eine Schülerin aus der achten liegt mit dem Kopf auf dem Tisch. Ist wohl eingeschlafen, wie hieß sie noch gleich. Anna? Nein… aber so ähnlich war es. Ich trete näher an sie ran und tippe auf ihre Schulter. Erschrocken fährt sie hoch. „Na ausgeschlafen? War mein Unterricht denn wirklich so langweilig?“ amüsiert betrachte ich ihr verwirrtes Gesicht. „Oh, ähm…nein. Ich, äh…“ stammelt sie. „Kein Grund rot zu werden, passiert doch jedem Mal.“
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