Von Kirchturm aufgespießt

OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Aramis Athos D'Artagnan Graf Rochefort Porthos
18.03.2017
18.03.2017
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Hallo :)
Dies ist mein erster vorsichtiger Versuch, etwas über die Musketiere zu schreiben. Vielleicht werden noch mehr folgen, wer weiß?
Die Vorlage ist der Film aus 2011 mit Matthew McFadyen, Logan Lerman, Luke Evans und Ray Stevenson (ich kann immer noch nicht fassen, dass dieser coole Kerl den scheiß Vater von Four in Divergent spielt!!).
Ich hoffe, es gefällt euch :)
Wie immer freue ich mich sehr über Rückmeldung.
PS: Ich habe neuerdings einen YouTube-Kanal, auf dem ich Harry-Potter-Fanvideos und -fanfictions hochlade - ihr könnt gerne vorbeischauen und falls ihr Vorschläge habt, immer her damit! :)
Name: Ron Weasley
(Bringt es viel, diese Nachricht im Musketiere-Fandom zu veröffentlichen?)
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Von Kirchturm aufgespießt


Von überallher waren Kanonenschüsse und Schreie der Besatzung zu hören. Athos war – von Constance abgesehen – als Einziger auf dem Schiff zurückgeblieben. Porthos und Aramis hatten sich ebenfalls auf das gegnerische Luftschiff begeben, um gemeinsam mit d´Artagnan zu kämpfen. Er würde sich ja Sorgen machen, doch er wusste, dass seine Freunde das ziemlich unbeschadet überstehen würden. Hoffte er zumindest. Das hatten sie bisher immer.
D´Artagnan war inzwischen wieder auf die Beine gekommen und hielt nun nach den Diamanten Ausschau. Da! Rocheford hatte sie. Er rannte los und stürzte sich von hinten auf den Gardehauptmann. Ächzend fiel Rocheford zu Boden und ließ dabei die Diamanten los. Sofort ließ d´Artagnan von ihm ab. Er griff nach den Diamanten und rannte. Auf die Tür zu, die zu seinem Unglück verschlossen war. „Du hast zu viele Bücher gelesen und alles geglaubt“, sagte Rocheford abfällig und richtete seine Pistole auf ihn, „aber soll ich dir etwas sagen? Geschichte wird nicht von Helden geschrieben. Sie wird von Siegern geschrieben.“ Damit drückte er ab.
Das wäre wohl d´Artagnans Ende gewesen, hätte nicht in ebendiesem Moment eine von Athos´ Kugeln das Luftschiff getroffen. Es gab einen mächtigen Ruck und Rocheford rutschte nach hinten, sodass sein Schuss die Holzdecke traf. D´Artagnan nutzte die Gelegenheit, um hinaus aufs Deck zu stürmen und mit einem gewagten Sprung auf Buckinghams Luftschiff zurückzuspringen.
Constance atmete erleichtert auf. D´Artagnan war in Sicherheit und er hatte die Diamanten. Doch wo blieben Porthos und Aramis?

Aramis drehte sich um 360 Grad und knockte eines von Rochefords Besatzungsmitgliedern aus. Porthos neben ihm schlug zwei Männer gleichzeitig k.o. und wollte gerade einen weiteren ausschalten, als etwas von unten durch den Boden brach. Es war riesig und spitz und ragte immer weiter in den Raum hinein. Porthos´ Gesicht war von Schmerz durchflutet und er stieß einen stummen Schrei aus. Aramis drehte sich um und ließ den Degen fallen, als er seinen Freund ansah. Aus Porthos´ Brust ragte eine Kirchturmspitze und von seinem Brustkorb abwärts war er blutverschmiert. Aramis versuchte, die Spitze zu entfernen und seinen Freund zu retten, doch es war zu spät. Porthos schaute ihn ein letztes Mal an und in seinen Augen waren Schmerz, Trauer und eine Entschuldigung dafür, dass er sie alleinließ, zu sehen, bevor sein Kopf nach hinten kippte und seine Augen reglos an die Decke starrten.
Aramis spürte rasende Wut in sich aufkeimen. Er erstach zwei Männer und nagelte einen dritten mit seinem Degen an der Wand fest, bevor er zum Deck hastete und auf sein eigenes Luftschiff sprang.
Als er dort landete, schwankte er kurz, wurde jedoch von d´Artagnan gestützt, der sofort fragte: „Wo ist Porthos?“ Aramis spürte etwas in seiner Nase und seinen Augenwinkeln kitzeln, und es dauerte eine Weile, bis er erkannte, dass es Tränen waren. Wütend wischte er sich über die Augen und seine Stimme zitterte minimal, als er leise sagte: „Tot.“
Athos ließ das Steuer los. Er war kreidebleich. „Was sagst du da?“, brachte er mit krächzender Stimme heraus. Jetzt konnte Aramis die Tränen nicht mehr zurückhalten und er schämte sich dafür. „Vom Kirchturm aufgespießt. Ein schrecklicher Anblick.“ Constance ging zögerlich auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Es ist nicht verwerflich, zu weinen“, sagte sie leise und nur für ihn hörbar. Aramis schaute sie überrascht, aber dankbar an. Sie schenkte ihm ein kaum wahrnehmbares Lächeln, in dem er jedoch Traurigkeit entdecken konnte.
Athos hielt die Reling fest umklammert und sein Blick war starr geradeaus auf das Schiff Rochefords gerichtet. Dann schloss er die Augen. Er konnte diesen Anblick nicht mehr ertragen. Die Nachricht, dass einer seiner besten Freunde tot war, war bei ihm noch gar nicht richtig angekommen. Er beneidete Aramis in keinster Weise darum, das mit angesehen haben zu müssen.
D´Artagnan ging auf dem Deck auf und ab und trat hier und da gegen die Reling. „Er ist nicht tot“, murmelte er vor sich hin, „er kann nicht tot sein. Porthos kommt wieder.“ Keiner der anderen war in der Stimmung, geschweige denn Lage, ihm zu sagen, dass Leugnen nichts brachte.
„Vielleicht... vielleicht sollten wir landen“, sagte Constance nach einer Weile zögerlich. Athos atmete einmal tief durch, dann nickte er. „Ja, du... du hast recht“, murmelte er und begab sich wieder ans Steuer.
Bis sie am Boden angekommen waren, sagte keiner von ihnen mehr etwas. Aramis sprach ein Gebet und Athos dachte bei sich, dass es dieses Abenteuer wirklich nicht wert gewesen war.

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Ahh, genau - weiß irgendjemand von euch, was für eine Kirchturmspitze das war? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Westminster Abbey oder St Paul´s Cathedral ist...
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