When Friends become Lovers

OneshotRomanze / P16
Nathaniel Taylor OC (Own Character)
18.03.2017
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Die Beiden waren Freunde, schon seit langem. Die junge Frau war ihm sympathisch gewesen, seit sie die ersten Worte gewechselt hatten. Er mochte einfach alles an ihr, ihre ganze Art, sogar ihr teilweise unkontrollierbares Mundwerk.
Immer und überall musste sie das letzte Wort haben, wirkte aber dennoch weder hochnäsig noch besserwisserisch. Sie war einfach manchmal etwas Vorlaut, sagte was sie dachte und trug ihr Herz auf der Zunge. Auch ihre Unnachgiebigkeit und diese kämpferische Ader, die immer dann zum Vorschein kam, wenn es Schwierigkeiten gab, hatten ihn fasziniert.
Sie war eben eine durch und durch taffe Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben stand, auch wenn sie jung war, naja, zumindest jünger als er.
Gerade mal Mitte Dreißig, hatte sie hier in Terra Nova schnell für Aufsehen gesorgt.
Dieses Energiebündel war kaum richtig auf dieser Seite des Portals angekommen, hatte sie schon damit angefangen, die landwirtschaftliche Abteilung aufzumischen. Zwar war sie am Anfang auf Gegenwehr gestoßen, da es dem Leiter der Abteilung nicht gefallen hatte von jemandem wie ihr belehrt zu werden.
Die junge Frau war nämlich durch die Lotterie hierher gelangt, hatte weder studiert, noch eine entsprechende Ausbildung absolviert. Aber trotz allem hatte sie so ein natürliches Verständnis für die Pflanzen und die Dinge, die sie zum guten Gedeihen benötigten, dass schon bald die anwesenden Doktoren und Akademiker dankbar für ihre Mithilfe und ihren, mittlerweile, hochgeschätzten Rat waren.
Genau so, mit ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit, ihrem Scharfsinn und diesem unvergleichlichen Mundwerk, war sie auch eines Tages dem Commanding Officer, dem C.O. dieser Kolonie aufgefallen, Commander Nathaniel Taylor.
Eines Tages waren sich die Beiden über den Weg gelaufen und hatten sich auf Anhieb gut verstanden, sogar ausnehmend gut. Immer wieder begegneten sie sich in den folgenden Monaten, wie durch Zufall, bevor sie anfingen sich immer mal wieder zum Reden oder Schachspielen zu treffen. Sie waren einfach auf der gleichen Wellenlänge und konnten sich ungezwungen über Gott und die Welt unterhalten. Dadurch war nach und nach eine tiefe und solide Freundschaft entstanden. Die beiden waren im Laufe der Zeit eben beste Freunde geworden.
Schon des Öfteren hatte er sie OTG mitgenommen, denn er wusste von ihrer Freiheitsliebe und Abenteuerlust, und konnte verstehen, dass sie sich manchmal hinter den hohen Zäunen von Tarra Nova ziemlich eingesperrt fühlte.
Aber diese Zäune waren mehr als nur wichtig, sie waren lebensnotwendig. Ursprünglich sollten sie die Kolonie von den wilden und teilweise blutrünstigen Geschöpfen schützen, die überall um sie herum im Dschungel lebten. Doch mittlerweile mussten sie auch den Sixern standhalten.
Seit dieser Geschichte mit Lucas und diesen Verrätern an der Kolonie, hatte Commander Taylor kaum noch jemandem hier vertraut. Doch mit ihr war das anders. Nathaniel und diese junge Frau waren Freunde, sehr gute Freunde. Vielleicht sogar die Besten, aber mehr eben nicht.
So dachte er zumindest.
Doch all das sollte sich an einem Mittwoch ändern. An diesem Tag musste Taylor feststellen, wie schnell sich Freundschaft in Liebe verwandeln konnte, ohne dass man es selbst bemerkte.
An diesem sonnigen Nachmittag war er gerade auf einem Kontrollgang durch die Kolonie gewesen, als er sie entdeckt hatte. Sie hatte nicht weit von ihm entfernt gestanden und sich gerade mit einem Mann unterhalten, der in der wissenschaftlichen Abteilung arbeitete. Taylor hatte sehr schnell erkannt, wie unverhohlen dieser Mensch mit der jungen Frau flirtete.
Zu seiner eigenen Überraschung gefiel ihm das ganz und gar nicht. Augenblicklich hatte sich sein Magen schmerzhaft zusammengekrampft und er hatte das Gefühl, als würde ihm jemand die Kehle zuschnüren. So etwas war ihm noch nie passiert.
Woher kam das nur?
Konnte es sein, dass er eifersüchtig war?
Er? Wegen ihr und diesem Schnösel?
Commander Nathaniel Taylor hatte eigentlich seit dem Tod seiner Frau Ayani mit dem Thema Liebe komplett abgeschlossen, und nie wieder einen Gedanken daran verschwendet.
Sie waren doch nur Freunde, sehr gute zwar, aber dennoch einfach nur Freunde!
Doch jetzt, war die Einsicht über das, was er für diese besondere junge Frau empfand, so, als hätte ihm jemand einen Kübel eiskaltes Wasser über den Kopf gegossen.
Erst jetzt bemerkte er, wie oft seine Gedanken in letzter Zeit zu ihr abgedriftet waren, und er darüber nachdachte, was sie wohl in diesem oder jenem Moment gerade tat. So lange hatte er es vor sich selbst verleugnet, doch nun konnte er es nicht mehr.
Er hatte sich in dieses junge Energiebündel verliebt, das nie ein Blatt vor den Mund nahm, bei allem was sie tat hundertzehn Prozent gab und jedem ihre hilfreiche Hand bot.
Immer wieder zog es ihn, bewusst oder auch unbewusst, in ihre Nähe, als wäre er eine Motte und sie die einzige Lichtquelle in einem Umkreis von tausend Meilen. Er genoss jede Sekunde, die er mir ihr verbringen konnte und es schmerzte ihn jedes Mal, wenn er mitansehen musste, wie sich andere Männer um sie bemühten. Die Eifersucht brachte dann das Blut in seinen Adern zum Kochen.
An diesem Tag war es nicht anders gewesen, und nun in den Abendstunden wollte er über all das, was er im tiefsten Inneren seines Herzens fühlte, nachdenken. Er streifte durch die Wege und Felder von Terra Nova, als die Sonne schon langsam hinter den Bergen, die diese Oase umgaben, verschwand, und ein wundervolles Farbenspiel an den Himmel malte.
Von Gelb, über Hellorange bis hin zu Magenta und Violett waren alle Farben der Palette vertreten, bevor die schwärze der Nacht sie nach und nach verschlingen würde.
Sein Weg hatte Nathaniel Taylor gerade an den Plantagen vorbeigeführt, als er jemanden entdeckte, den er nicht erwartet hatte. Augenblicklich stoppte er seinen Schritt und kam etwas näher. Die junge Frau, für die sein Herz schlug, hatte sich in den Apfelhain zurückgezogen und widmete sich ihrem Tai-Chi.
Schon in jungen Jahren hatte sie damit angefangen, da ihre Eltern gemeint hatten, es würde ihre Heißblütigkeit zügeln und ihr zu innerer Ruhe verhelfen. Immer noch war der Kampf gegen ihr wildes Temperament eine Herausforderung für sie.
Ganz in sich selbst und die Bewegungsabläufe vertieft, bemerkte sie den Mann nicht, der sich in fünf Metern Entfernung an einen der Bäume gelehnt hatte und sie nun beobachtete.
Sein Blick schweifte über den Körper der jungen Frau, der trotz ihrer weiblichen Kurven sehr gut proportioniert und trainiert war. Ihre schulterlangen braunen Haare folgten schwingend ihren Bewegungen, während sie sich langsam und bedächtig, in der Schrittfolge des vorgegebenen Verlaufs dieser Form, die sie gerade machte, zwischen den Bäumen hindurchbewegte.
Dies war ein innerer Kampf mit sich selbst, dass wusste er, denn manchmal stand sie mit ihrem teilweise doch recht aufbrausenden Temperament auf Kriegsfuß. Sie wirkte auf ihn wie eine Raubkatze kurz vor dem Sprung, und er konnte seinen Blick nicht von ihr lösen, selbst wenn er es gewollt hätte.
Sie hatte eine unglaubliche Körperspannung und in jeder ihrer Bewegungen konnte er die Kraft sehen, die in ihrem Inneren wohnte. Sie schien beinahe wie aus einer anderen Welt zu sein, und in diesem Moment war ihm wieder so unsagbar klar, wie sehr er diese Frau liebte.
Doch war sie jünger als er, zumindest fünfzehn Jahre. Im Vergleich mit denen, die sich um sie bemühten, war er ein alter Mann, und dennoch, hatte sie jeden einzelnen abgewiesen, der sich ihr nähern wollte.
Ob sie ihn auch abweisen würde?
Ohne über die Konsequenzen seines Handelns nachzudenken, löste er sich aus seiner Starre und ging zu ihr. In knapp zwei Metern Entfernung blieb er stehen.
Sie, noch immer den Rücken zu ihm gekehrt, hatte ihn noch nicht bemerkt. Er kannte den Bewegungsablauf dieser Form, die sie gerade machte, war es doch nicht das erste Mal, dass er sie dabei beobachtete. So wusste er, dass sie sich gleich umdrehen würde und, nach einem Handkantenblock mit einem Fauststoß auf ihn zukommen würde.
Keine zwei Sekunden später hatte sie sich schon zu ihm umgewandt und sah ihm direkt in die Augen.
Für einen kurzen Moment, der jedoch kaum mehr als eine Sekunde angedauert hatte, schien sie überrascht zu sein. Doch so schnell wie er es in ihren Augen aufflackern sah, war es auch schon wieder verschwunden und einem beinahe herausfordernden Blick gewichen.
Taylor verstand nur zu gut, auf was sie es anlegte, war doch dieses Schattenboxen nichts anderes, als Trockentraining für den Nahkampf. Er machte einen Schritt auf sie zu und wollte nach ihr greifen, doch sie blockte seinen Arm geschickt ab und entwich ihm mit einer flinken Drehbewegung, sodass sie nun hinter ihm stand.
Als er sich zu ihr umwandte, blickte sie ihm immer noch herausfordernd entgegen. Das ließ er sich nicht zweimal sagen, und versuchte ein weiteres Mal sein Glück. Doch sie war gut, sogar sehr gut.
Schon nach kurzer Zeit war das Ganze zu einer Art freundschaftlichem Gefecht ausgeartet, bei dem sie sich jedoch kein einziges Mal berühren, noch ein Wort miteinander wechselten. Erst als die Sonne schon ganz im Westen verschwunden war, beendeten die beiden ihre kämpferische, aber dennoch durch und durch freundschaftliche Konfrontation.
„Du bist wirklich gut geworden“, begann Commander Taylor anerkennend und betrachtete die junge Frau nicht ohne ein gewisses Maß an Stolz.
Mit einem kaum wahrzunehmenden Lächeln sah sie ihn an. Sie war nicht einmal einen halben Kopf kleiner als er.
„Es ist immer schön zu hören, dass man von anderen unterschätzt wird. Das kann einem einen unglaublichen Vorteil verschaffen, wenn es mal drauf ankommen sollte“, erwiderte sie.
Er sah sie an, schaute ihr direkt in diese wundervollen grünen Augen, die so einen wundervollen Kontrast zu ihren dunklen Haaren boten. Beinahe glichen sie in ihrer Farbgebung den Blättern der Bäume hier im Dschungel 85 Millionen Jahre vor Christus.
Wie gerne hätte er sie jetzt einfach in seine Arme genommen und sie geküsst, doch konnte und wollte er die Freundschaft, die zwischen ihnen war, nicht gefährden.
Es war nicht das erste Mal, dass er so dicht vor ihr stand und ihr in die Augen sah. Jedes Mal hatte sie seinem Blick standhalten können, ganz egal wie bohrend er gewesen war, doch nun, hier und jetzt, konnte sie es auf einmal nicht mehr.
Relativ abrupt hatte sie weggesehen, als hätte sie etwas zu verbergen, etwas, von dem sie nicht wollte, dass er davon wusste. Doch nicht nur das, sie wandte sich auch ohne ein weiteres Wort zu sagen ab, ging ein paar Meter weiter, zu einem der Bäume.
Kurz blieb sie stehen und es hatte den Anschein, als würde sie sich innerlich zur Ruhe rufen, bevor sie sich ihre Jacke überstreifte, die sie dort abgelegt hatte.
„Wozu“, dachte Taylor bei sich, als er sie beobachtete, „es ist doch so ein warmer Abend?“
Erst nach einigen Augenblicken drehte sie sich wieder zu ihm und sah ihn an.
Fast hatte er den Eindruck, als hätte sie sich erst sammeln müssen, bevor sie ihn wieder ansehen konnte.
Was war nur geschehen?
Warum hatte sie seinem Blick nicht standhalten können und gerade so offensichtlich die Flucht ergriffen?
Konnte es vielleicht sein, dass es ihr ähnlich ging wie ihm?
War das vielleicht der Grund, warum sie allen Offerten der anderen Männer widerstanden, sie sogar regelrecht abgelehnt hatte?
Sollte er sein Glück versuchen und sich ihr nähern?
Nein, das wäre nicht gut. Naja, zumindest nicht hier und jetzt.
Hier war er immer der Commander, der C.O. über Terra Nova. Eine unnahbare Respektsperson. Doch in diesem Augenblick war ihm klarer als jemals zuvor, dass er es einfach versuchen musste, wenn auch nicht hier.
Was hatte er schon zu verlieren im Vergleich zu dem was es zu gewinnen galt?
„Was hast du morgen vor“, begann er plötzlich aus dem Nichts heraus.
Etwas verblüfft sah sie ihn an, hatte sie diese Frage doch mehr als nur überrascht.
„Ähm … arbeiten? Warum?“
„Naja, ich hatte vor morgen zum Angeln an die Küste zu fahren und dachte du hättest vielleicht Lust mitzukommen.“
Bildete er sich das gerade nur ein, oder war bei diesen Worten gerade ein Lächeln über ihre Lippen gehuscht und kurz ein Glitzern in ihren Augen erschienen?
Er war sich nicht sicher, erstens konnte er in der nächtlichen Dunkelheit, die sich um die Beiden jetzt ausbreitete, nur noch wenig erkennen, und auf der anderen Seite, hatte sich die junge Frau immer sehr gut im Griff, wenn es darum ging, anderen ihre Gedanken zu verheimlichen.
„Und wie stellst du dir das vor?“
„Was spricht dagegen, wenn du dir mal zwei Tage frei nimmst“, meinte er und kam langsam auf die zu, „so wie ich dich kenne, hast du doch bestimmt die letzten Wochen durchgearbeitet. Hab ich Recht?“
Ihrem Blick nach zu schließen hatte er voll ins Schwarze getroffen. Sie war nun mal ein Arbeitstier, dass wusste nicht nur er. Jeder konnte sich auf sie verlassen, und sie nahm ihre Aufgabe in der landwirtschaftlichen Abteilung mehr als nur ernst.
Dennoch hoffte er inständig, sie würde mit ihm kommen. Gerne hätte er sie einfach mal ein paar Stunden nur für sich gehabt. Vor allem auch um zu ergründen, was da zwischen ihnen war oder vielleicht sogar sein könnte.
„Naja“, begann sie schließlich, „wie oft hat man schon die Gelegenheit OTG zu gehen.“
Bei diesen Worten machte sein Herz einen kleinen Satz, war es doch genau das, was er sich erhofft hatte.
„Wir treffen uns kurz nach Sonnenaufgang beim Tor. Und sei ja pünktlich“, meinte er noch mit gespielter Strenge, wusste er doch, dass man nach ihr die Uhr stellen konnte.
„Pass lieber auf, dass du nicht zu spät kommst, sonst geh ich ohne dich“, antwortete sie neckisch und beinahe war ihm so, als würde sie mit ihm flirten.
Konnte das wirklich sein? Oder bildete er sich das gerade nur ein, weil er so glücklich war, dass sie morgen mit ihm kam?
In dieser Nacht viel es ihm schwerer als sonst in den Schlaf zu finden, dennoch war er schon kurz vor Sonnenaufgang auf den Beinen um alles, was sie brauchen würden, zu organisieren.
Wie nicht anders zu erwarten, kam sie pünktlich. Schon kurz nach Sonnenaufgang trafen die Beiden beim großen Rolltor aufeinander, dem einzigen Ausgang von Terra Nova.
Es war nichts Ungewöhnliches, das Commander Taylor in Begleitung dieser jungen Frau die Kolonie verließ, schließlich wussten alle von der tiefen Freundschaft, die diese zwei Menschen schon seit langem verband. Niemals wäre jemand auf die Idee gekommen, dass es mehr sein konnte.
Doch das war es, zumindest von seiner Seite.
Zwar sehnte sich Nathaniel danach, mehr für sie zu sein, als nur ein guter Freund und eine Schulter zum Anlehnen, wenn ihr mal wieder alles zu viel wurde, dennoch war er dankbar dafür. Außerdem hatte er ja die Gelegenheit, in den nächsten sechsunddreißig Stunden herauszufinden, die er, verborgen von neugierigen Blicken, mit ihr verbringen würde, ob sie seine Gefühle vielleicht erwiderte.
Schon nach zwei Stunden Fahrt waren sie an der Steilküste angekommen und schlugen ihr Lager für die heutige Nacht auf, bevor sie sich daranmachten, Fisch fürs Abendessen zu fangen.
Den ganzen Tag über war es wie immer zwischen ihnen. Sie scherzten und redeten wie Freunde es nun mal taten. Konnte es sein, dass er gestern einfach in seiner Hoffnung zu viel in ihr Verhalten hineininterpretiert hatte?
Schnell hatte er all seine Träume und Wünsche wieder beiseitegeschoben und die Zwei verbrauchten den Tag, als wäre alles wie immer, als hätte sich Nathaniel nicht in seine beste Freundin verliebt.
Doch als es Abend wurde, und sie nach dem Essen noch am Feuer saßen und redeten, war da wieder dieses Sehnen in seiner Brust, dem er sich nun nur noch schwer erwehren konnte.
Er liebte sie, noch nie war ihm etwas so klar gewesen. Gedankenverloren nippte er an seinem Becher, und beobachtete sie, während sie gerade lebhaft von den Tragödien der letzten Woche erzählte.
Noch nie hatte er sich so sehr nach ihr verzehrt wie in diesem Augenblick und er musste ihr einfach gestehen, was er für sie empfand, auch wenn sie ihn zurückweisen sollte.
Er würde es ertragen. Immerhin besser, als diese Ungewissheit, die ihn so quälte.
„Wir haben dieses Jahr wieder zwei neue Terra Novana bekommen“, begann er das Gespräch unauffällig in eine ganz gewisse Richtung zu lenken.
„Ja, süß die zwei“, meinte sie mit einem Lächeln, das nicht nur Gletscher zum Schmelzen bringen konnte, sondern sogar eine ganze Eiszeit hätte beenden können, „es ist immer etwas tolles, wenn Kinder geboren werden. Vor allem hier.“
„Und?“
„Was und?“
„Wie sieht es bei dir mit der Familienplanung aus?“
„Ähm ….“, meinte sie leicht verwundert und blickte ihm fragend entgegen, „darüber habe ich mir ehrlichgesagt noch keine Gedanken gemacht. Warum auch?“
Sie nahm einen Schuck von dem Kaffee in ihrer Hand und beobachtete, wie die Flammen über den Holzscheiten tanzten, während das Feuer diese langsam in Asche verwandelte.
„Es liegt ja wohl nicht daran, dass es nicht genug Bewerber gäbe“, bohrte er nach, und hatte sie jetzt genau dort, wo er sie haben wollte.
„Ich hab keine Ahnung wovon du da sprichst, Commander“, versuchte sie, mit einem mehr als nur theatralischen Tonfall, abzublocken.
Fast hatte es den Anschein, als würde sie nicht darüber sprechen wollen, doch so leicht würde er sie nicht vom Haken lassen.
„Ach komm schon. Glaubst du mir ist nicht aufgefallen, dass du so ziemlich jedem in Terra Nova einen Korb gegeben hast?“
Leicht erstaunt über seinen Kommentar sah sie ihn an, bevor sie sich wieder dem Feuer zuwandte und etwas kleinlaut antwortete.
„Waren eben alles irgendwie Idioten.“
Der Commander lachte kurz auf, wusste er doch, dass dies bei manchen definitiv nicht der Fall war.
„Ach ja? Ist schwer zu glauben“, antwortete er mit ruhiger Stimme, „aber dann verrat mir doch mal, was die falsch gemacht haben. Was muss ein Mann tun, um dein Herz zu gewinnen?“
Jetzt sah sie ihn erst recht überrascht an, hatte sie doch niemals mit so einer Frage gerechnet. Aber sie waren Freunde, also wollte sie fair bleiben, und so versuchte sie seine Frage zu beantworten.
„Ähm … vielleicht einfach einen Kaffee trinken gehen“, antwortete sie immer noch perplex und zuckte dabei mit den Schultern, „Kaffeetrinken ist gar keine so schlechte Idee. Kaffee geht immer.“
„Und sonst“, harkte Taylor nach, erhob sich, warf noch ein weiteres Holzscheit ins Feuer und setzte sich wieder, doch diesmal direkt neben sie.
„Ja“, seufzte sie leicht verzweifelt, „keine Ahnung. Vielleicht gemeinsam einen Allosaurus jagen gehen, oder sowas in der Art. Was weiß ich.“
Die junge Frau fing an zu Lachen und es war nur allzu offensichtlich, dass sie mit seiner Frage überfordert war. Es dauerte jedoch nicht lange und sie war wieder verstummt. Schweigend starrte sie nun in die Flammen, die kaum zwei Meter von ihr entfernst loderten und nahm einen Schluck aus dem Becher in ihrer Hand. Sie macht den Eindruck, als würde sie ihren eigenen Gedanken nachhängen.
Er betrachtete sie kurz. Ihre wundervollen Augen, die gerade Nase, die sinnlich geschwungenen Lippen, sie war so wunderschön. Ihre Ausstrahlung wirkte im rötlichen Schein des Feuers noch anziehender auf ihn und Taylor nahm nun all seinen Mut zusammen, bevor er wieder seine Stimme erhob.
„Also, das mit dem Kaffeetrinken hätten wir ja dann erledigt“, meinte er mit einem leicht ironischen Lachen und stellte den Becher in seiner Hand zur Seite, „doch ich hab beim besten Willen keine Ahnung, wo ich jetzt einen Allosaurus herbekommen soll“.
Die junge Frau lachte kurz auf, verstummte jedoch relativ schnell und wandte sich ihm zu, als sie seine Worte begriffen hatte und was sie eigentlich bedeuteten.
Fragend, ja beinahe prüfend sah sie ihn an.
Hatte er jetzt wirklich das gesagt, was sie verstanden hatte?
Noch war sie skeptisch, doch konnte sie all das, was er in den letzten Wochen und Monaten vor ihr verheimlicht hatte, in seine Augen erkennen, die ihr mit dieser unendlichen Liebe, die er für sie empfand, entgegenblickten.
Er musste es jetzt einfach riskieren, und versuchen sie zu küssen. So lange hatte er sich schon danach verzehrt endlich ihre Lippen auf seinen zu spüren.
Würde sie es zulassen?
Konnte es sein, dass sie im tiefsten Inneren ihrer Seele vielleicht genauso für ihn empfand und es einfach nur nicht zugeben wollte, es weder sich noch ihm gegenüber eingestehen konnte?
Langsam näherte er sich der jungen Frau, die er so sehr liebte, und sah ihr dabei unentwegt in die Augen, die ihm mit diesem wundervollen Grün entgegenblickten. Sie wich nicht zurück, keinen Millimeter, sah ihn einfach nur weiter mit diesem fragenden Blick an, als konnte sie immer noch nicht verstehen, was er in diesem Augenblick vorhatte.
Er war nur noch wenige Zentimeter von ihr entfernt, konnte schon den Duft ihrer Haare wahrnehmen und die Wärme ihres Körpers, als er mit einem Lächeln bemerkte, dass sie die Augen schloss.
Sie wollte es also genau so wie er.
Als sich ihre Lippen endlich trafen, war es wie ein Feuerwerkt der Gefühle und für einen kurzen Moment schien die Zeit still zu stehen. Diese erste zaghafte, ja beinahe scheue Berührung, war so viel mehr, als er es sich jemals hätte erträumen können.
Als sie ihm dann auch noch ihre Hände in den Nacken legte und seinen Kuss voller Leidenschaft erwiderte war es um seine Zurückhaltung geschehen. Taylor umfing sie mit seinen starken Armen und zog sie ganz nah an sich, sodass er an seiner Brust fühlen konnte, wie schnell ihr Herz schlug.
Er konnte sein Glück kaum fassen, war er anscheinend der Grund gewesen, warum sie all den anderen immer einen Korb gegeben hatte.
Kurz löste er sich von ihr, sah ihr in die Augen, die ihm nun hintergründig entgegenfunkelten und streichelte ihr liebevoll über die Wange. Er liebte diese Frau, die nun in seinen Armen lag. Mehr als er es jemals erwartet hätte.
Seit Ayanis Tod hatte er eigentlich mit diesen Gefühlen abgeschlossen gehabt, hatte keine einzige Sekunde damit verschwendet, sich darüber Gedanken zu machen, wieder eine Frau an seiner Seite haben zu wollen. Sich um ihr Glück zu sorgen, geschweige denn, wieder eine Familie gründen zu wollen.
Doch nun hatte sich alles verändert. Mit ihr, konnte er sich all das vorstellen, und noch so viel mehr.
„Also reicht Kaffeetrinken doch“, fragte er und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Auch sie musste lächeln, und er merkte, wie ihre Wangen sich leicht röteten. Unsicher senkte sie den Blick, bevor sie weitersprach.
„Kaffeetrinken ist immer eine gute Idee.“
Sie gefiel ihm ungemein, wenn sie verlegen wurde, geschah das doch so gut wie nie. Zärtlich umfasste er ihr Kinn mit zwei Fingern und hob es leicht an, damit er ihr wieder in die Augen sehen konnte.
„Scheint so“, flüsterte er kaum wahrnehmbar, bevor er sie ein weiteres Mal küsste.


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