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Die Prinzenbrüder

OneshotFamilie / P16 / Gen
15.03.2017
15.03.2017
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Ich hafte für nichts. Ein Gedanke, der mir beim Bossfight kam.
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Oh, mein Geliebter Bruder....
In was habe ich dich nur mit hineingezogen, mein lieber Bruder?
Welchen Fluch habe ich dir auferlegt?
Einen, der dich foltert, dich deiner schönen Stimme und deinem Willen beraubt.
Du bist mit mir gegangen, als ich die Bürde unserer Familie nicht nehmen wollte.
Du hast mich beschützt und als mein Schwert gedient während wir zusahen, wie die Flamme zerfiel. Die Flamme zerfiel schneller als wir es dachten, und keine vier dutzend Monde später gingen wir zurück. Nur nicht mehr als Prinzen. Sondern als ein Lord der Glut.
Zumindest nannte man diese Bürde so.
Mein schwacher Körper unter dem alten Stoff brach bei jedem Schritt weiter ein, und je länger ich lebte, desto mehr fand ich mich mit der Missgestalt meines Äußeren ab.
Lange, dürre Finger wie Klauen, die in die Nacht griffen, dünn und blass wie ein Gespenst und kränklich, so sehr, dass kein Mond verging ohne dass du mich nicht pflegen musstest.
Dabei hätte es genau anders herum sein müssen, ich konnte heilen, nur mich selbst nicht.
Selbst dich konnte ich von den Toten auferstehen lasen, obwohl du schon tot warst...
Dein Inneres, Lorian, der große Prinz von Lothric, war hohl...
Du wurdest so blass wie ich, je mehr dein Inneres in meiner Gegenwart verloren ging. Dein Haar, einst so glänzend, dass dich die Weiber darum beneideten und dich den 'Schönsten aller Prinzen' an ihren Waschkesseln naanten, wurde fahl.
Jedoch verstummten sie wenn wir zusammen vorbei gingen, ihre Blicke beobachteten mich genau, die ärmliche Robe die ich trug, die weite Kapuze, um mich zu verstecken, die wenigen goldenen Ornamente, die es zierten, um mich mehr wie ein Mitglied des Königshauses erscheinen zu lassen.
Doch keiner sah unter der Kapuze nach, wer oder was sich auf den Stock stützte oder von dem Ritter durch die Straßen getragen wurde. Ich mochte es die Menschen zu sehen, doch nicht gesehen zu werden. Aber das war unvermeidbar.
Sobald ich meine fast schon grellweißen Arme um dich legte und sie vor der Brustplatte deiner Rüstung verschränkte brachtest du mich überall hin wo ich hin wollte.
Deine Stimme war verschwunden, und doch hattest du noch ein wenig Wille. Und genau den benutztest du um mich zu schützen und als Schwert des 'Prinzen' Lothric zu dienen.
Ach, wie sehr vermisste ich die Tage, in denen wir als Kinder miteinander redeten und du mich zum lachen brachtest, in dem du dich hinter mich stelltest und mir halfst, zu gehen. Wie ich dich "großer Bruder" nannte und du lachtest und mich "Aschenfürstin" nanntest.
Diese Zeit war so lange verstrichen, und ich vermisste sie mit jedem Atemzug.
Nicht einmalals wir zum Ort unserer Kindheit zurückgingen änderte sich etwas.
Schloss Lothric war verseucht von Hüllen und "Dingen", die ich nicht sehen wollte, genau wie der Rest des gesamten Landes. Manche wagemutigen kamen und wollten ihren Lord anflehen, doch etwas zu unternehmen, doch entweder fanden sie den Tod noch bevor sie die Bibliothek erreichten, in der ich mich verschanzte, oder sie fanden den Tod unter deiner Klinge, die glühend wie eine Kohle war.
Und falls es einer schaffen sollte dir beinahe einen Hieb zuzufügen benutzte ich Magie um den Angreifer zu verwirren und dich an einer anderen Stelle wieder erscheinen zu lassen.
Doch je mehr Zeit verging, je mehr Morgen, an denen ich aufwachte und das Licht wieder sah, desto schwächer wurdest du.
Ein starker, mutiger und fähiger Ritter, der mit der Zeit die Kraft seiner Beine verlor. Du sahst mich an, mit der Hoffnung, ich würde dich vielleicht töten, doch meist strich ich dir nur über das einst so schöne Haar uns versprach, das wir bald sterben könnten, denn der Aschene würde kommen. Das Feuer schwand, und dieser Mann aus der Asche würde uns Fürsten der Glut besiegen und töten.
Und er kam. So, wie ich es dir versprochen hatte. Doch als deine Rüstung, fast so hohl klingend wie dein Inneres, krachend zu Boden sank, konnte ich nicht aufgeben. Nicht gegen so ein schwaches, menschliches Wesen.
Dass dies mein letzter Tag sein würde hatte ich schon sehr lange vorausgeahnt.
Trotzdem nutzte ich den selben Zauber, den ich lernte, um dich sicher zu bewahren, seitdem deine Beine versagten, um zu dir zu gelangen.
Oh Lorian, mein großer Bruder...
Es tut mir so unendlich leid, in was ich dich hineingezogen habe...
Doch erhebe dich, wie du es würdest, wenn du noch am Leben wärst....
...Denn das wird unser Fluch bleiben, der unsere Leben raubt.
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