Half way there

von Aprocure
GeschichteDrama, Romanze / P16
15.03.2017
06.11.2017
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Half way there

+ Prolog: You say you don't wanna fall in, but you keep falling +


November 2017


‚Hi!‘ (Ich, 17:09)
‚Äh, Hi? Wer ist denn da?‘ (Mysterious, 17:10)


Verwirrt starrte ich mein Handy an und wusste wirklich nicht, wie ich jetzt reagieren sollte. Am liebsten hätte ich meinen Kopf genommen, ihn gegen die nächstbeste Wand, meine Handfläche oder die Tischplatte gehauen, aber da ich gerade dabei war, meine Uninotizen des heutigen Tages über meinen Schreibtisch zu verteilen, rollte ich nur die Augen. War ja klar.
‚Oh, sorry. Ich bin's, Victoria. Ich wollte dich nur fragen, wann wir uns wegen der Präsentation treffen wollten. Wir haben zwar noch zwei Wochen, aber je schneller wir fertig sind, desto besser ;)‘, schrieb ich dann eine Spur zu freundlich zurück und legte das Handy wieder oben drauf auf meinen Notizzettelhaufen, lehnte mich in meinem knarzenden Schreibtischstuhl zurück. Eigentlich hätte man davon ausgehen können, dass er gleich darauf kommen würde, dass ich das war, in Anbetracht der Tatsache, dass er mir den Zettel mit seiner Handynummer erst vor einer Stunde in die Hand gedrückt hatte, aber hey…
Ich hasste dieses Projekt jetzt schon. Ich mochte es eh nicht, Präsentationen zu zweit oder dritt oder sogar zu viert vorzubereiten, aber wenn man dann noch mit Personen zusammengewürfelt wurde, die man nicht kannte und die man einfach unsympathisch fand, dann war das echt… ich wollte einfach nicht. Aber es gab so viele Sachen, die ich nicht wollte – und die ich trotzdem machen musste…
‚Da muss ich dich leider enttäuschen, Victoria. Ich geh nicht mehr zur Schule und du hast ganz sicher die falsche Nummer erwischt ;)‘, bekam ich nach einigen Minuten dann eine Antwort und ich sah verwirrt auf meinen Handybildschirm, nahm mir nochmal den Notizzettel meines Kommilitonen in die Hand, um die Nummer zu vergleichen. Es war dieselbe Nummer, aber anscheinend nicht die Person, die ich erreichen wollte.
‚Ach, das tut mir dann wirklich leid. Ich hoffe, ich hab nicht zu sehr gestört. Danke fürs Antworten und Aufklären! Ich wünsche dir noch nen tollen Tag. (Es ist übrigens Uni, keine Schule ;P)‘, bedankte ich mich nochmal brav und musste mich dann morgen nochmal darum kümmern, dass mir dieser Idiot von Präsentations-Partner seine richtige Nummer gab. Heute brachte das eh nichts mehr.
Seufzend legte ich mein Handy zur Seite, drehte es um und betrachtete meine Notizen von heute, die eigentlich mal wieder viel zu spärlich ausgefallen waren. Ich war heute – mal wieder – irgendwie viel zu unkonzentriert gewesen.
„Hilft ja nichts“, murmelte ich und blickte auf die Uhr. 17.23 Uhr. Also hatte ich noch ein, zwei Stunden Zeit, irgendetwas zu reißen und ein wenig Wissen in meinen Kopf zu prügeln, bis ich verdient Feierabend machen konnte. Und wie sehr ich gerade Feierabend brauchte…

‚Also doch kein junges Schulmädchen mehr, hm?‘ (Mysterious, 19:43)


Vor mich hin summend und mit lauter Musik, die mich dabei unterstützte, hüpfte ich vor meiner Küchenzeile hin und her, während meine Nudeln leicht köchelten und ich immer mal wieder dabei war, meine dazugehörige Tomatensoße umzurühren.
Mein Handy, das ich an meine Anlage angeschlossen hatte, vibrierte, und ich lief interessiert darauf zu. Verwirrt stutzte ich. Zwei Nachrichten von meiner unbekannten Bekanntschaft.
‚Zur Uni geh ich selbst auch nicht, also bin ich wohl immer noch der Falsche für dich :D. Hat dir die Person die falsche Nummer gegeben oder hast du sie falsch eingetippt? ;P‘, stand dort noch und ich musste schmunzeln. Da hatte die mysteriöse Person wohl entweder zu viel Langeweile, zu viel Mitteilungsbedürfnis oder wollte einfach nur freundlich sein und doch noch antworten. Und irgendwie freute ich mich, dass Herr Unbekannt doch nochmal geschrieben hatte. Es war irgendwie … ich wusste gar nicht, wie ich das am besten beschreiben sollte. Amüsant? Unterhaltsam? Interessant? Es war auf jeden Fall schön. Ich hatte heute eh nichts weiter zu tun, keiner meiner Freunde oder Kommilitonen meldete sich, alle waren mit etwas anderem beschäftigt, und so war das eine super Aufmunterung, dass doch noch jemand an mich dachte, auch wenn ich die Person gar nicht kannte.
‚Also ein alter Knacker mit nem langweiligen 08/15-Job? Und er hat mir die falsche Nummer gegeben. Abtippen krieg ich wohl noch hin! ;)‘, antwortete ich schnell, bevor ich die Nudeln abgoss und dann meine Soße drüber kippte.
Den Topf plus einer Gabel trug ich dann rüber zu meinem Bett – Esstisch oder sonst irgendetwas Vergleichbares besaß ich nicht und mein Schreibtisch war noch voller Unikram – und ließ mich darauf fallen, fing an zu essen. So nett meine kleine 1-Zimmer-Wohnung war, so klein war sie eben auch.
‚Auch falsch. Ich bin Connor, 21 Jahre alt, und mit nem langweiligen Job kann ich auch nicht dienen.‘
Ich grinste breit. Connor, so hieß Mysterious also wirklich. Und ich hatte jetzt auch einen vernünftigen Namen, worunter ich ihn abspeichern konnte.
‚Dann freut es mich, Connor, 21 Jahre alt. Meinen Namen kennst du wohl schon. Victoria, 25 Jahre alt. Langweilige Studentin. Hi!‘, schrieb ich zurück und konzentrierte mich dann erstmal wieder auf mein Essen, das ich viel zu schnell in mich hinein stopfte. Wie ich es schaffte, mich danach noch dazu aufraffte, den Topf aufzuwaschen, wusste ich auch nicht. Und ich bekam es ebenfalls noch hin, meine Unisachen vom Schreibtisch in meine Tasche zu stopfen – jedenfalls die Sachen, die ich morgen brauchte – und mich dann in meinem Mini-Bad fertig zu machen.
‚Ich bezweifel irgendwie, dass du langweilig bist, aber hey‘, las ich die Nachricht, die eingetrudelt war, während ich meine Zähne geputzt hatte, und ich musste wieder lächeln.
‚Danke? Und ich muss jetzt auch schlafen gehen, muss früh raus‘, schrieb ich noch schnell und schaute auf die Uhr. 23.12 Uhr. War okay, aber dafür, dass ich um fünf Uhr aufstehen musste, eigentlich viel zu spät. Aber hey, was tat man nicht alles für seinen Unterhalt.
‚Was definierst du denn als früh?‘, bekam ich aber nur zurück, während ich mich unter meine Bettdecke kuschelte und das Licht löschte.
‚Muss 5 Uhr aufstehen, muss noch arbeiten, bevor ich in die Uni gehe‘, schrieb ich zurück und
‚Willst du mir verraten, was du arbeitest?‘, fragte er noch und ich seufzte.
‚Ehrlich gesagt nein.‘
‚Ich muss mir aber keine Sorgen machen, oder?‘
‚Sorgen?‘
‚Dass es etwas ist, was eine junge Frau nicht machen sollte…‘, schrieb er und ich schaute die Nachricht an, war echt kurz verwirrt, bevor ich verstand, WAS er damit alles meinen könnte.
‚Nein! Alles gut, mach dir keine Sorgen‘, antwortete ich dann schnell und irgendwie beschlich mich so ein merkwürdiges Gefühl. Ich wusste nicht, was es war, aber dass sich eine wildfremde Person um mich sorgte, erlebte ich auch nicht jeden Tag.
‚Dann bin ich beruhigt. Und ich wünsche dir morgen einen erfolgreichen Tag. Schlaf gut, Victoria, 25 Jahre alt. ;)‘
Lächelnd legte ich mein Handy zur Seite und zog die Bettdecke über meine Schultern.
Heute war ein guter Tag gewesen.



+ + +

Hallöchen, ihr Lieben, und Willkommen zu ‚Half way there‘!

Ich freue mich sehr, dass ihr zu diesem doch sehr kleinen Fandom und somit auch zu meiner Story gefunden habt!
Ich bin die Aprocure – und ich habe Spaß daran, mich in wenig besuchten Fandoms auszutoben. Hi!

Ähnlichkeiten zu anderen Storys sind nicht beabsichtigt. Ich arbeite hieran schon seit mehreren Monaten und diese Story – jedenfalls die erste Fassung davon – liegt schon komplett fertig vor.
Ungefähre Länge liegt derzeit bei 70.000 Wörtern. Sprich: Diese Story wird beendet, das kann ich euch hiermit versprechen!
Uploaden werde ich – so gut ich es hinkriege – immer sonntags. Wir sehen uns also in ein paar Tagen mit dem ersten richtigen Kapitel schon wieder!

Achja, ich würde mich über Rückmeldung jeglicher Art wirklich sehr freuen und es macht mich immer unendlich glücklich, zu sehen, was euch Lesern auffällt oder was euch besonders bewegt hat. Egal, ob ihr etwas zu jedem Kapitel zu sagen habt oder ob ihr euch nur alle vier Wochen mal melden wollt: Ich freu mich über wirklich jedes Feedback.

Bis dahin wünsche ich euch auf jeden Fall ganz viel Spaß mit dieser Story!
Liebste Grüße
Eure Aprocure

P.S.: Happy Birthday, Mysterious.