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Burning Soul

OneshotDrama, Familie / P6
14.03.2017
14.03.2017
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14.03.2017 1.138
 
Bevor es losgeht, hier zuerst einige Hinweise zum One-Shot:
► Diese Geschichte ist bereits steinalt (ungefähr aus dem Jahr 2007-2008) und daher nicht mehr mit meinem heutigen Schreibstil zu vergleichen. Ich möchte sie nur nachträglich in mein Archiv aufnehmen, wofür ich sie ein wenig aufgebessert habe.
► Der One-Shot bezieht sich auf meine damals erdachte Trilogie zu Breath of Fire 3, in der Teepo vollkommen im Fokus steht und die unter dem Titel "The Reminiscence" läuft. Also nicht wundern, wenn ein paar Punkte so nicht im Spiel vorkamen. Dieser One-Shot ist eine Art Einführung in die Reihe "The Reminiscence".
► Das hier ist einfach nur meine persönliche Vorstellung und Idee davon, was Teepo für eine Reise erlebt haben könnte und wie demnach seine letzten Gedanken kurz vor seinem Tod aussehen dürften.

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Viel Spaß beim Lesen~.




Heiß brennt mein Wille, diese Wut macht mich blind.

Wir konnten nicht gegen sie gewinnen …
Ihre Macht war viel zu gewaltig für uns gewesen, diese Tatsache gebe ich nur höchst ungern zu, aber sie zu leugnen ändert nichts daran. Gegen solch starke Gegner wie Balio und Sunder siegreich hervorzugehen, konnte für uns, ein paar Waisenkinder, nur unmöglich sein. Wir waren zu jung, zu unerfahren – vor allem ich.
Trotzdem haben wir es versucht, das mussten wir, konnten ihre Kräfte aber nicht mal ansatzweise erahnen und stürzten uns somit selbst ins Verderben. Ich war zu blind vor Wut, denn nur wegen ihnen hatten wir unsere einzige Heimat verloren, ohne einen ersichtlichen Grund. Es war einfach unfair, das wollte ich nicht tatenlos hinnehmen.
Vielleicht bin ich schuld, weil ich mich nicht unter Kontrolle hatte und ihr mir als meine Freunde natürlich beistehen wolltet, indem ihr euch mir angeschlossen habt. Ja, wahrscheinlich lag es allein an mir.

Heiß brennt mein Herz, weil es vor Sehnsucht schreit.

Nach dem Kampf wart ihr beide verschwunden, ohne jede Spur.
Manchmal keimt in mir immer noch die Frage auf, ob ich es hätte verhindern können, wenn ich nur nicht so schwach gewesen wäre. Bestimmt, dann wäre alles anders gekommen, doch es war zu spät. Ich konnte keinen von euch retten und musste lernen, mit dieser Schuld zu leben, auch wenn es mir unmöglich war, mir selbst zu verzeihen.
Niemand konnte und würde euch jemals ersetzen, das war mir klar. Das wollte ich auch gar nicht, eigentlich. Leider muss ich euch diesbezüglich etwas gestehen:
Hätte ich keinen anderen Halt gefunden, wäre es mir mit Sicherheit niemals gelungen, nicht in dieser endlosen Schwärze der Einsamkeit verlorenzugehen und für euch weiterzukämpfen. Richtig, irgendwie tauchten neue Personen in meinem Leben auf, die sich zu meinen Freunden entwickelten, egal wie nervig ich das Ganze anfangs fand.
Sie sind mir wichtig. Ich musste sie beschützen, damit ich sie nicht genauso verlor wie euch damals, also brauchte ich Kraft. Mehr Kraft. Immer mehr.

Heiß brennt mein Schwert, das mich zur Rache treibt.

Ich würde schamlos lügen, wenn ich behaupte, meine Kräfte nicht manchmal falsch eingesetzt zu haben …
Es machte mich süchtig. Ich liebte dieses Gefühl, stärker zu sein als alle anderen und habe deshalb oft dieser Lust nachgegeben. Dem ungezügelten Drang nach Zerstörung, der ein unumstrittener Teil von mir wurde und mich auf meinem Weg begleitete, mir dabei half, meinen Schmerz zu vergessen.
Wenigstens jedes Mal für einen kleinen Augenblick. Bis heute.

Heiß brennt mein Verstand, schreit vor Schmerz wie ein Kind.

Allerdings hatte ich auch Angst vor meinem wahren Ich, das in mir schlummerte und befreit werden wollte, weil ich nicht wusste, wie ich damit richtig umgehen sollte. Sogar meine neuen Freunde litten mehr und mehr unter meinen unkontrollierbaren Phasen, in denen ich nur noch ein Wesen des Krieges war, sonst nichts.
Und doch klammerte ich mich lange Zeit an dieses hässliche Gesicht fest, versuchte mein inneres Chaos zu ignorieren. Jetzt weiß ich, dass es ein Fehler war, aber trotz dieser Reue kann ich meine Taten nicht rückgängig machen, sondern mir blieb einzig, zu versuchen, sie durch ein selbstloses Opfer auszugleichen.
Was hatte ich schon zu verlieren? Bei meinen Freunden konnte ich nicht bleiben, ohne sie noch mehr zu gefährden, und ich durfte sonst niemandem vertrauen, denn das Ergebnis dieser Mühe wäre nichts anderes als Verrat und Enttäuschung gewesen – so sah das Schicksal der Brut leider aus.
Noch einmal, wollte ich nicht das Ende der Welt erleben.

Heiß brennt mein Dämon, wandelt jeden Feind zu Staub.

Verzeiht mir, ich habe trotz alldem gesündigt und jemandem vertraut, den ich durch meine eigene Hand enttäuschte. Durch ihn gelang es mir endlich, nicht mehr nur an mich zu denken und alles mir mögliche zu tun, damit es der Welt besser gehen könnte. Dafür musste ich hierher kommen und meine Macht bändigen lernen, sie unter Verschluss halten.
Mein Opfer bestand darin, von dieser Welt zu verschwinden.
Die einzige Möglichkeit war, mich ihr, der Göttin, hinzugeben, selbst wenn es bedeutete, in einem goldenen Käfig leben zu müssen. Freiheit konnte vielseitig definiert werden, oder? Immerhin hatte ich mir das selbst ausgesucht und mich dazu entschieden, eingesperrt zu bleiben. Mir blieb also ein gewisses Maß an Freiheit. So musste es sein, sonst hätte ich diese Einsamkeit nicht bis zu diesem Zeitpunkt ertragen können.

Heiß brennt mein Hass, der jedes Leben raubt.

Weißt du, ich hätte niemals so sein können wie du, Ryu, weil ich ganz anders bin.
Zwar habe ich in meinem Leben erkannt, dass es weitaus wichtigere, schönere Dinge gab, als nur Macht zu haben, musste jedoch einsehen, mich niemals ändern zu können. Dieser Einfluss, der in all den Jahren auf mich eingewirkt hatte, war dafür einfach viel zu groß und prägend gewesen. Du dagegen hast dich nicht davon beeinflussen lassen und bist du selbst geblieben.
Ehrlich, darüber bin ich sehr froh – und auch ein bisschen neidisch.
Nach dieser ganzen Zeit, obwohl ich dazugelernt habe, bleibe ich eine Bedrohung, genau wie Myria, und muss vernichtet werden. Es tut mir leid, dass ich euch dafür ausgewählt habe, ohne euch überhaupt vorher gefragt zu haben. Aber ich wollte nicht gehen, ohne euch wenigstens einmal sagen zu können, was ich mir wirklich immer von ganzem Herzen gewünscht habe.

“Ich wollte nur mit euch, Rei und Ryu, ein gemeinsames Leben führen. Ihr seid meine Brüder. Meine Familie ... Danke.“

Wie dumm wir, nein, ich doch damals war, nur wegen einem abgebrannten Baumhaus unser Glück zu zerstören. Eine Heimat zu haben bedeutete, dass man mit seinen Freunden und seiner Familie zusammen sein konnte, egal unter welchen Bedingungen, richtig? Ich weiß. Ich verstehe es.
Sollte ich eines Tages, durch ein Wunder, noch einmal die Möglichkeit dazu bekommen, richtig zu leben, komme ich euch besuchen. Dann mache ich keine Fehler mehr und brauche auch keinen Ruhm, sondern nur euch. Meine Familie.
In irgendeiner Zeit, in einer anderen Welt, kann das sicher Realität werden. Ganz bestimmt ...

Heiß brennt das Feuer meines Atems im Wind.
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