NIMUKA MONOGATARI 1 : Das Leben der Yaku

von Nimuka
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P12
Balsa Nimuka Prinz Chagum Shuga Tanda Torogai
13.03.2017
17.03.2017
7
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13.03.2017 1.176
 
Vorwort zu 'Nimuka Monogatari'

Einige grundsätzliche Gedanken zu 'Guardian of the Spirit', sowie Werknotizen zur Entstehung des Entwicklungs-Roman 'Nimuka Monogatari', Stand 2017.

'Monogatari' bedeutet in Japanisch 'Erzählung' oder 'Geschichte' und dementsprechend ist die Figur des Yaku-Mädchens Nimuka ('Guardian of the Spirit' Episode 18-20), das Balsa und Chagum spontan im Bergdorf Tomi als traditionelle Geschichtenerzählerin dient, darin die Protagonistin ihrer eigenen Geschichte.

Schon die beiden voran in FF veröffentlichen Fragmente 'Die Fremden' und 'Aufstieg zum Pass' ergänzen die Episoden 18 und 19 der Serie – hauptsächlich aus der Sicht Nimukas. Der eigentliche Roman setzt hingegen im Winter nach dem unerwarteten Besuch aus dem Unterland an – während also Balsa, Chagum und Tanda bereits in der 'Höhle des Jägers' weilen.

Ich hatte 2009 meine helle Freude an der Serie und habe im WEB folgende Rezension hinterlassen:
'Guardian of the Spirit' besitzt so viele Vorzüge und so viel Charme, dass es richtig schwer fällt ein differenziertes Urteil zu fällen, ohne nicht in ausuferndes Lob zu verfallen. Produktion IG (Ghost in the Shell, The last Vampire, Kaidomaru) lassen hier ihre ganze Erfahrung spielen und präsentieren ein Werk, kunstvoller könnte es nicht sein. Vorallem das Drehbuch kann gar nicht genug gelobt werden, es ist einem Kurosawa gewiss ebenbürtig. Gleich einer Goldader zieht sich asiatische Weisheit durch die ganze Geschichte. Neben den ungemein stimmigen soziologischen Aspekten fällt insofern die weitgehende Absenz von Gewalt höchst positiv auf. Nicht wenige der Folgen kommen ganz ohne aus und sind trotzdem ungemein spannend, so etwa 'Der Schwertschmied'. Dabei werden auch die phantastischen Elemente äußerst sorgsam gesetzt, sie fügen sich nahtlos in die archaische Welt ein, die teilweise an 'Princess Mononoke' erinnert und sind ebenso glaubhaft wie die Charakteren, die im Verlauf der Geschichte eine Plastizität gewinnen, wie sie für ein Animé zwingend als Sensation gelten muss. Es sei hier wärmstens und uneingeschränkt empfohlen!

In dieser Anfangszeit haben wir uns 'Guardian of the Spirits' immer wieder angesehen. Stärker und stärker konnte ich mich mit der Figur Nimukas identifizieren, diesem hilfsbereiten, mutigen Mädchen das sich – für alle – überraschend als letzte Kataribe (Japanisch für traditionelle Geschichtenerzählerin) der Yaku erweist, ohne dass es von der Dorfgemeinschaft dazu bestimmt wurde. Es sah direkt danach aus, als dass der Volksgenius der Yaku Nimuka, mittels Ansinnen aus der geistigen Welt, 'berufen' hätte, diese Aufgabe zu übernehmen – nicht nur um die Geburt des Wassergeistes zu garantieren, sondern auch um dem drohenden Niedergang der Yaku-Tradition (den Torogai beklagt) abzuwenden. Diese Intervention ist Auslöser der weiteren speziellen Entwicklung Nimukas und versetzt sie nicht nur in eine exponierte Lage innerhalb der Gemeinschaft, sondern das Mädchen ist mit ihr auch weitgehend auf sich allein gestellt. Ich glaube, diese Gefühl, das ich aus meiner eigenen Biographie sehr gut kenne, bildete den Anreiz 2011 spontan einige Tomi-Sequenzen zu Papier zu bringen. Dann ist die Handlung überraschend ins Rollen gekommen: Figuren die sich verselbständigt haben, neue die hinzukamen und schließlich auch der (Wieder-)Einbezug der Hauptcharakteren des Animés.

Die zwei ins Englische übersetzten Guardian-Bücher von Nahoko Uehashi habe ich gelesen, von den anderen neun, kenne ich – da des Japanischen weitgehend unkundig – nur den Klappentext. So ist durch meinen Roman inzwischen ein Balsa-Paralleluniversum entstanden, das die Figuren – gemäß meinen hauptsächlich spirituellen Interessen – zu einer anderen Bestimmung führt. Die Vorzüge und Gewichtung der ursprünglichen Serie: Wenig Gewalt, spannende Soziologie, asiatische Kulturprägung und Interaktion mit feinstofflichen Welten (Nayugo), bleibt sich hingegen in etwa gleich.  Nicht nur handelt es sich um einen Entwicklungsroman, sondern auch – gemäß der Ausbildung Nimukas – um einen Lehrgang in spiritueller Metaphysik und Schamanentum, denn der Leser/die Leserin muss wissen, dass ich mir (zeitlebens) alle Mühe gebe, aus den phantastisch erscheinenden Elementen der Kulturen und im Abgleich mit dem 'esoterischen' Wissen der Menscheit den Kern der Wirklichkeit freizulegen. – Insofern werden zwar viele phantastische Elemente einbezogen, aber für mich sind sie nur bis zu einem gewissen Grad Fiktion.

Ebenso gehe ich, als Asienkenner (musikalisch, literarisch, filmisch, historisch) und als jemand der Indonesien und Japan für je einige Monate vom nördlichsten Norden bis in den südlichen Süden bereist hat, möglichst gewissenhaft mit den Kulturelementen, an die sich 'Guardian of the Spirit' anlehnt, um. Die Serie gibt sich zwar erklärtermaßen als Asianfantasy, handelt also nicht explizit in Japan, aber natürlich stammen Buch und Film von JapanerInnen und es gibt mehr Anleihen an die japanische Kultur, als an andere. Hingegen ist zweifellos ein Grossteil der japanischen Kultur ursprünglich von China übernommen worden, das zeigt sich im Balsa-Universum vielleicht am deutlichsten am Kaiserhof und dessen feudalistischer Struktur. Unverkennbar sind auch die kulturellen Anleihen von Tibet bei Kanbal. Historisch könnte das Animé ungefähr der späteren Edo-Zeit zugeordnet werden (dafür sprechen vor allem die Waffen). Aber sie trägt auch archaischere Züge, etwa der Heian Periode und man würde sich nicht wundern, wenn plötzlich Mononoke auf Torogais Okami daherkommen würde.

Der kulturelle Konflikt in 'Guardian of the Spirits' ist übrigens durchaus vergleichbar mit jenem in 'Mononoke Hine'. Was die japanischen Ureinwohner , die Emishi (Ashitaka) und frühen Einwanderer aus China (Lady Eboshi) hier, sind die Yaku und die Yogo dort. Ihre Überlegenheit verschaffen sich die Einwanderer hauptsächlich durch straffe Organisation und Metallurgie.

Auf religiöser Ebene entsprechen die Yaku in etwa dem Stande des Shintoismus, die Yogo ungefähr dem des (feudalistisch ausgelegten) Konfuzianismus und Kanbal (soweit erkenntlich) dem des Bön, der schamanistischen Urreligion Tibets. Sie alle erfahren in 'Nimuka Monogatari' ihre Erschütterungen und Umformungen – in deren Zentrum des Hurrikan meine kleine Heldin 'Nimuka' als Katalysator und Künderin steht.

Die Nimuka-Welt mit derzeit (2017) an die 250 Personen aus 6 Ländern und 360 Seiten stark, ist inzwischen gleichsam zu einem Paralelluniversum  meines Lebens geworden. Unmöglich, darin zwischendurch für ein nächstes Kapitel einzutauchen. Kreativ gearbeitet wird daher oft in den Ferien (meist in den Schweizer Bergen) und - althergebracht – nur von Hand. Dabei geht es ziemlich diszipliniert zu und her und mein Umfeld hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass ich an 'Nimuka-Tagen/Wochen' nur sehr reduziert ansprechbar bin und unterstützt mich kongenial mit viel Verständnis und Motivation. (Danke!)

Das Ende der Geschichte habe ich im Kopf, aber es kann noch viel Unvorhergesehenes geschehen. Ich habe fest vor den Roman zu beenden und schaffe jährlich an die ca. 50 Seiten (12p); ich nehme an, dass er zum Schluss an die 500 bis 600 Seiten stark sein wird. Ich werde nun also in regelmäßiger Folge Kapitel uploaden.

Dass es eine Gattung 'Fanfiktion' gibt habe ich übrigens (überrascht) erst kürzlich entdeckt! So konnte nun auf FF.de – zehn Jahre nach dem Erscheinen der Animé-Serie – die Kategorie 'Guardian of the Spirits' eröffnet werden, eine Ehrung, die diesem ausspruchsvollen und nahezu unerreichten Juwel der Animé-Kultur gewiss zusteht!

Ich freue mich auf Anregungen aller Art aus der largen Community und hoffe auf diesem Weg noch andere Balsa-Fans zu treffen (und zu inspirieren)! Gambaté!

Herzlich Eure

Nimuka