Du bist nie allein

von Kiri0105
GeschichteAllgemein / P16
Dr. Martin Gruber Elisabeth Gruber Hans Gruber Lilli Gruber OC (Own Character) Susanne Dreiseitl
07.03.2017
07.03.2018
26
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Kapitel 1

"Nicht umschauen, nicht nachdenken...." sagt sich die junge Frau immer wieder und blick doch ängstlich in den Rückspiegel. Doch darin kann sie nichts außer dichtem Schneegestöber erkennen. Es ist mittlerweile später Abend und sie ist seit morgens, halb 6 unterwegs. Die einigen Pausen waren kurze Tankstops, bei denen sie sich sehr unwohl fühlte und schnell wieder ins Auto wollte um weiter zu fahren. Sie wollte möglichst schnell ganz weit weg!
Weg! Dieses Wort bereitet ihr einerseits große Angst, andererseits ist es ihre einzige Chance auf einen Neuanfang.  
Und immer wieder der Blick in den Rückspiegel.
"Mach dich nicht verrückt, wer ist bei diesem Wetter schon unterwegs?" ermahnt sie sich.
Aus der Autobahn wurde nach langer Zeit eine Schnellstraße, aus der Schnellstraße immer kleinere Straße, bis sie schließlich hier auf diesem Waldweg gelandet war. Sie verflucht sich mittlerweile selbst, weil sie die letzte Abzweigung anscheinend falsch gewählt hatte. So ist sie mitten im Niemalsland gelandet, im dunklen, im Schneesturm, kurz vor Weihnachten. Sie hatte keine Ahnung wo sie war, geschweige denn, wo eigentlich ihr Ziel liegt.
"Weit weg, weit weg,...." unablässig geistert ihr das durch den Kopf. Doch hier war sie gerade definitiv weit weg und zwar weit von einer Stadt, so kam es ihr vor. Sie hätte doch unten in diesem kleinen Dorf nach einem Zimmer suchen sollen, doch beim Parken kam die Angst wieder in ihr hoch und panikartig fuhr sie weiter. Das jedoch war ein Fehler gewesen.
Sie hatte seit Stunden, Tagen, Wochen??? nichts gegessen, von der langen Fahrt taten ihr die Augen und der Kopf weh und die Müdigkeit tat das Übrige. Sollte sie hier im Wald im Auto schlafen? Wenn sie hier nicht bald rauskam, würde ihr nichts anderes übrig bleiben, doch daran mochte sie gar nicht denken. Schon wieder erhöhte sich ihr Puls und die Panik kroch langsam auf sie zu.
Nein, das konnte sie nicht, vor allem würde das Benzin nicht reichen, um das Auto die nächsten Stunden zu heißen und ohne Heizung würde sie bei diesen Temperaturen erfrieren.
Sie musste durchhalten und weiterfahren. Irgendwann wird schon das nächste Dorf kommen.
Ihre Augen fangen schon an zu Tränen und als sie kurz mit dem Handrücken darüberfährt, passiert es. In einer engen Kurve verliert sie kurz die Kontrolle über das Fahrzeug und fährt frontal in einen Baum. Der Motor stirbt und es wird plötzlich still. Nur der Wind, der heftig durch den Wald fegt, heult.
Langsam öffnet die Frau die Augen und sieht eine kleine Dampfwolke aus der Kühlerhaube entweichen. Sie atmet einmal tief ein und aus, bewegt den Kopf und die Arme  und stellt dabei erleichtert fest, dass ihr nichts weh tut. Zumindest nicht vom Unfall....
Vorsichtig tastet sie nach dem Schlüssel und dreht ihn um, doch es passiert nichts. Das Auto springt nicht an. Sie probiert es wieder und wieder, doch das Auto bleibt stumm. Schon jetzt bemerkt sie, wie die Kälte von außen nach innen kriecht und die warme verblieben Luft im Auto vertreibt. Draußen bläßt der Wind die Schnellflocken in alle Richtungen und im inneren des Fahrzeugs weiß die dunkelhaarige Frau nicht, wie es jetzt weitergehen soll.
Von einer bleiernen Müdigkeit übermannt, zieht sie ihre Jacke bis oben hin zu und schließt die Augen. Nur kurz eine Pause machen.....
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