There's no Business like Show Business

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
FC Bayern München
05.03.2017
04.10.2019
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Dieses Kapitel
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Hallo Ihr Lieben  

Dies ist mein erstes Werk, dass ich bereits seit ein paar Jahren schreibe. Meine Geschichte war bereits schon mal hier zu lesen, doch aufgrund von Zeitmangel und auch Unzufriedenheit, hatte ich sie wieder entfernt. Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden, aber wie es nun manchmal so ist, ließ mich der Gedanke nicht in Ruhe, das ganze zu Ende zu schreiben. Daher würde ich mich freuen, wenn es noch jemanden gibt, der sie gerne weiter bzw. nochmal lesen möchte.

Ich habe sie an manchen Stellen verändert bzw. verbessert. Wie schon geschrieben, ist dies mein erster Versuch eine Geschichte zu schreiben, also seid bitte nachsichtig mit mir. Ich kann jetzt noch nicht sagen, wann und wie oft ich es schaffe ein neues Kapitel rein zu stellen.  Eins weiß ich jedoch genau, ich möchte diese Geschichte vernünftig beenden. Ich hoffe sie gefällt euch. Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.  So und nun viel Spaß beim lesen...

LG,

Willow :-*






Villarreal, Spanien

14.09.2011  23.30h

„Hola Lilly! Wie geht es dir chica?“

„Maria!“, sagte die junge Frau freudig und presste ihr Telefon fester ans Ohr, weil die Verbindung etwas schwach war. „Warte einen Moment. Ich muss nur noch den Taxifahrer bezahlen“

„Pedro, was bin ich Ihnen schuldig?“, fragte Lilly auf spanisch und legte das Smartphone bei Seite um ihr Portmonee  aus ihrer Tasche hervor zu holen.

„Dreißig Euro Señora Lane“, antwortet der ältere Herr freundlich und schaute dabei in den Rückspiegel.

Lilly holte einen fünfzig Euro Schein hervor und reichte ihm diesen. Während Pedro diesen entgegen nahm schnappte Lilly ihr Smartphone und verließ das  Taxi.

„Der Rest ist für sie Pedro. Und grüßen Sie ihre Frau unbekannterweise“, sagte die dunkelhaarige lächelnd und schlug die Autotür des alten Mercedes Benz zu. Pedro, der erst jetzt das großzügige Trinkgeld bemerkte ließ augenblicklich das Beifahrerfenster runter.

„Aber Señora Lane, das ist viel zu viel“, versuchte der Spanier zu protestieren.

Lilly winkte ab. „Schon gut, danke für die schöne Unterhaltung“.

„Vielen Dank. Und noch eine schöne Zeit in Spanien“, rief der Taxifahrer Lilly zu.

Diese hatte inzwischen das Telefon wieder am Ohr und meldete sich bei Maria.

„So Maria, jetzt kann ich sprechen“. Pedro hupte noch zum Abschied und fuhr dann langsam los.

Lilly winkte ihm hinterher und ging anschließend langsam auf das Hotel, in das sie letzte Nacht eingecheckt hatte zu.

„Emily Lane“, hörte sie ihre beste Freundin sagen. „Dein spanisch wird immer besser“

„Kein Wunder, ich hatte ja auch eine ausgezeichnete Lehrerin“.

„Hör auf, du machst mich ja ganz verlegen“, sagte die Spanierin lachend.

„Trotzdem würde ich jetzt gerne wieder switchen“, stellte Lilly klar und fuhr auf amerikanisch fort. „Ich musste heute den ganzen Tag spanisch sprechen und habe dabei festgestellt, dass ich noch ein paar Stunden nötig habe“

„Aber wenigstens konntest du dich mit Ihnen verständigen. Wie war es den bei meiner Familie? Ich bin schon so neugierig auf deinen Bericht!“

Lilly war inzwischen vor dem Hoteleingang angekommen und blieb davor stehen.

„Es war richtig toll“, sagte sie schwärmend. „Deine Mama wollte mich ja gar nicht mehr gehen lassen. Und dann das leckere Essen. Ich bin so voll, ein Wunder das ich mich noch bewegen kann“

Maria musste lachen „Ich habe dich gewarnt, bei meiner Mama kommt man nur rollend weg“

Emily Lane, die von den meisten nur Lilly genannt wurde, hatte heute Nachmittag Marias Familie in einem kleinen Vorort von Villarreal besucht. Auf ihrer Geschäftsreise von Los Angeles nach Deutschland, hatte sie einen kurzen Zwischenstopp eingeplant, um den Wunsch von Maria nachzukommen, endlich ihre Familie kennen zu lernen.

Maria wäre gerne mitgekommen. Aber einer musste daheim vor Ort die Stellung halten. Schließlich hatten sich die beiden Freundinnen in den vergangen vier Jahren ein sehr gutes  Business aufgebaut. Eine eigene Firma, die sie sehr erfolgreich inzwischen Landesweit führten. Sie lernten sich damals im Studium kennen und schon nach kurzer Zeit stand der Entschluss fest, sich eines Tages selbstständig zu machen. Sie waren Art Buyer, eine Art Mittelsmann. Spezialisiert auf Werbung hauptsächlich. Wenn ein Kunde zu ihnen kam mit einem Produkt, war es ihre Aufgabe, diesen zu vermarkten. Sprich, sie kümmerten sich um fast alles; Fotograf, Casting, Location, Umsetzung, Planung, Ablauf etc. So wie es der Kunde wünschte. In den letzten Jahren hatten sie genug Kontakte gesammelt, aufgebaut und konnten somit auf ein riesiges Repertoire zurückgreifen.

Natürlich hatte das ganze auch seine Schattenseiten. Ihr Privatleben musste zum Teil darunter leiden. So etwas wie Freizeit gab es in letzter Zeit kaum, eine eigene Firma musste schließlich geführt werden. Urlaub, Wochenenden und Feiertage gab es nicht bzw. selten. Aufgrund dessen hatte Maria ihre Familie schon länger nicht mehr besuchen können. Trotzdem liebten sie ihren Job und wollten nichts anderes machen.

Lilly die ursprünglich aus Deutschland stammt, hatte dann zusammen mit ihrer Freundin Maria Sanchez die Idee entwickelt ihr Klientel auszubauen. Durch einen Zufall ergab sich die Chance in Deutschland damit an zu fangen.

„Was haben sie sonst noch erzählt?“

„Maria, ich hol mir nur eben die Schlüsselkarte beim Portier und dann kann ich dir alles erzählen“, Lilly hatte soeben das Hotel betreten.

„Alles klar. Oder sollen wir später noch einmal telefonieren?“

„Nein, wir können ruhig weiter reden“, Lilly stand inzwischen bei der Rezeption.

„Guten Abend Miss Lane“, sagte der Portier auf englisch.

„Guten Abend Sergio. Kann ich bitte meine Schlüsselkarte haben“ sagte Lilly erneut auf spanisch.

„Selbstverständlich“, lächelte Sergio und war anscheinend von Lillys Versuch in seiner Muttersprache mit ihm zu reden erfreut.

„Vielen Dank“

„Kann ich sonst noch etwas für sie tun Señora Lane?“

„Das wäre alles“

„Gerne.  Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend“

„Danke Ihnen auch“, Emily packte die Schlüsselkarte ein und ging Richtung Aufzug.

„Lilly chica du wirst immer besser“, hörte sie ihre Freundin sagen.

Diese musste über das Kompliment lächeln, sie betrat in diesem Augenblick den leeren Aufzug und sah ihr Spiegelbild in der Kabine, da dieser komplett verspiegelt war.

„Maria es kann sein, das ich gleich weg bin. Ich stehe im Aufzug“ informierte sie ihre Freundin und checkte dabei ihre Frisur.

Noch bevor die Aufzugtür schließen konnte, stiegen noch zwei weitere Leute ein.  Eine ältere Frau und ein junger Mann.  Diese stellten sich vor Lilly, der Mann links und die Frau rechts.

„Kein Problem chica. Hast du meiner Familie die Geschenke überreicht?“

„Klar!“, sagte Lilly etwas zu laut. Die ältere Frau drehte sich leicht um und warf Lilly einen verachteten Blick zu.

„Ich habe alles übergeben“, sagte sie nun deutlich leiser auf spanisch.

„Warum flüsterst du? Lass mich raten, du bist nicht allein. Ein Kerl?“, hörte Lilly ihre Freundin belustigt sagen.

„Nicht nur!“

„Sieht er den gut aus?“ wollte  Maria sofort wissen.

Erst jetzt schenkte Lilly dem jungen Mann ihre Aufmerksamkeit. Sie schaute zu ihm herüber und stellte dabei fest, dass er sehr groß war. Dunkelhaarig und erstaunlicherweise einen Jogginganzug trug. Schwarz und von Adidas.  In einem fünf Sterne Hotel war diese Art von Bekleidung eher ungewöhnlich. Um seinen Nacken baumelten rote Beats by Dr. Dre Kopfhörer. Lilly erkannte sie sofort. Erst vor kurzem hatte sie noch ein Shooting zu diesem Produkt.

Plötzlich bemerkte sie, dass der Mann sie ebenfalls anschaute. Lilly, die zu sehr auf die Kopfhörer fixiert war, schaute sofort verschämt weg. Sie fühlte sich beim „glotzen“ erwischt und bemerkte dabei nicht, dass der junge Mann lächelte.

„Hallo Emily?“ Maria riss sie aus der unangenehmen Situation. „Bist du noch da?“

„Ja, alles gut“

„Sieht er den gut aus?“, fragte Maria hartnäckig, immer noch auf spanisch.

Lilly riskierte erneut einen Blick. Dieses Mal galt der Mann ihrer Aufmerksamkeit und nicht die Kopfhörer. Ein kurzer Blick von oben bis zur Hüfte genügte ihr, um Maria einen Antwort zu geben.

„Mucho“ war ihre kurze Antwort. Dabei merkte sie nicht, dass der Mann sie ebenfalls anschaute. Zwar nicht direkt, aber in der verspiegelten Aufzugkabine war das kein Problem.

„Ja dann mal ran!“, forderte Maria sie auf.

„Maria!“ sagte Lilly entsetzt.

„Was den? Wen er dir gefällt, solltest du es wagen“

„Deswegen bin ich nicht hier. Lass uns jetzt über das Business reden“, sagte Lilly bestimmend und auf deutsch.

Der Mann grinste plötzlich, was Lilly nicht bemerkte, da sie nun runter zu ihren High Heels schaute.

Sie war der Auffassung, das restliche Gespräch lieber auf deutsch zu führen, damit nun keiner mehr mithören konnte. Schließlich war sie hier in Spanien und die Chancen, dass der Mann sowie die Frau aus Deutschland kamen, schätzte sie als sehr gering.

Beide hatten eher ein typisch südländisches Aussehen.

Maria verstand mittlerweile sehr gut, wenn Lilly mit ihr deutsch sprach. Nur das sprechen fiel Maria noch schwer. Seit nun mehr als einem halben Jahr übte die gebürtige Spanierin fleißig, wenn die Zeit es zu ließ mit Lilly.

„Spielverderberin“ hörte Lilly Maria enttäuscht sagen.

„Maria“, sagte Lilly nun etwas verärgert „Ich mach doch jetzt nicht einen Typen im Fahrstuhle an!“

Die ältere Frau zuckte etwas erschrocken zusammen und drehte sich dann erneut zu Lilly. „Señora, geht das auch leiser?“ fragte sie auf spanisch.

„Entschuldigen sie vielmals“, Lilly nickte ihr freundlich zu. Hab ich doch richtig getippt, sie ist eine Spanierin.

Der Mann grinste, dieses Mal konnte sie es im Spiegel sehen.  War ja auch zu komisch.

„Lilly, alles okay?“

Der Fahrstuhl stoppte, die Tür ging auf und die ältere Frau trat hinaus. Lilly blickte auf das Display und sah eine rote 2. Nicht meine Etage.

„Ja, bin nur etwas unangenehm aufgefallen“

Die Tür ging wieder zu und nun stand sie alleine mit dem Mann in der Kabine. Sie  schaute erneut zu ihm und sah, dass dieser  auch zu dem Display schaute. Ihre Blicke trafen sich erneut und Lilly lächelte leicht. Der dunkelhaarige Mann erwiderte ihr lächeln und schaute dann wieder zum Display.

„So und jetzt nochmal“ begann Lilly erneut. „Was macht das Pharrell Shooting?“

„Ich habe diesbezüglich alles soweit fertig. Die Einzelheiten habe ich die per Mail geschickt.“ Hörte sie ihre Freundin verkünden.

„Großartig“

Inzwischen leuchtete eine 5 im Display des Aufzugs. Lilly wand ihren Blick ab und betrachtete erneut ihre schwarzen Heels. Sie war froh, wenn sie diese gleich endlich aus ziehen könnte. Ihre Füße meldeten sich so langsam und baten um Erlösung.

„Da wäre noch etwas“ begann ihre Freundin langsam.

„Ja?“

„Es geht um Jensen. Besser gesagt um Supernatural“

Lilly zuckte bei dem Namen zusammen. Jensen, ihr Ex. Sie schluckte schwer und merkte dass sich ihr Herzschlag erhöhte.

„Was ist mit ihm?“, sagte sie mit zitternder Stimme. Sie merkte wie ihr plötzlich warm wurde.

„Naja“ Offenbar fiel es Maria auch nicht leicht davon zu erzählen. Zögernd fuhr sie fort „Es geht um die „Got Milk“ Kampagne. Eigentlich sollte ja nur Jared da mit machen. Doch dann fanden Cliff und Aaron, die uns engagiert haben, dass auch Jensen dabei sein soll.“

„Ich verstehe“ sagte Lilly leicht betrübt.

Jensen Ackles war noch bis vor kurzem mit Lilly liiert.  Er war Schauspieler und einer der Hauptcharaktere einer sehr erfolgreichen Serie, die Supernatural hieß. Vier Monate war die Trennung inzwischen her. Jensen hatte sie verlassen, nach über vier Jahren Beziehung. Wie sich rausgestellt hatte wegen einer anderen Frau.

Sie war immer noch nicht über ihn hinweg und es fiel ihr auch sichtlich schwer nur seinen Namen in den Mund zu nehmen. Die Trennung war auch einer der Gründe, warum Lilly auf den Weg nach Deutschland war. Sie brauchte Abstand.

Abstand zu ihren Leben in L.A. Maria war anfangs nicht begeistert, dass sie alleine fliegen wollte. Fand aber auch, dass es sie vielleicht endlich auf andere Gedanken bringen würde. Den sie konnte es nicht länger mit ansehen, wie betrübt ihre Freundin in letzter Zeit war. Die Trennung hatte ihr sichtlich zu schaffen gemacht. Auch wenn Maria Angst hatte ihre Freundin so bald nicht widerzusehen, sie konnte ihre Entscheidung verstehen.

„Pass auf“, sagte sie seufzend. „Wenn die es so haben wollen, dann soll es so sein. Ich würde ihnen Misha noch vorschlagen. Kannst du dich darum kümmern? Ich bin ja nicht da und außerdem...“ Lilly beendete den Satz nicht. Musste sie auch nicht, Maria wusste auch so, was sie sagen wollte.

„Natürlich. Ich wollte es dir nur sagen, nicht dass sie dich eventuell kontaktieren“, erklärte die Spanierin.

Misha war ebenso Schauspieler  und Teil der Serie.

Lilly lächelte. Maria war wie immer so fürsorglich. In letzter Zeit  besonders. Lilly war ihr sehr dankbar dafür.  

„Ist er noch da?“ fragte Maria plötzlich und riss Lilly aus ihren Gedanken.

„Wer?“

„Mensch chica!“, hörte sie ihre Freundin lachen. „Wer wohl!“

Erst jetzt bemerkte Lilly, dass sie sich alleine Im Aufzug befand.

„Er ist weg“, stellte sie verdutzt fest.

„Wie weg? Hast du nicht mitbekommen wie er ausgestiegen ist? Chica, wo bist du wieder bloß mit deinen Gedanken?“

Die Tür stand offen, der Mann war offensichtlich ausgestiegen. Die Tür wollte gerade wieder zu gehen. Lilly reagierte blitzartig  und hinderte diese daran  sich wieder zu schließen.

„Ist doch jetzt auch egal“, sagte sie und verließ ebenfalls den Aufzug.  „Ich bin froh, wenn ich endlich in meinem Zimmer bin“
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