Lebenslust !?

OneshotAngst, Schmerz/Trost / P16
Anne Frank
05.03.2017
05.03.2017
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Hallo liebe Leser,
Seit einiger Zeit interessiere ich mich sehr für Anne Frank und dachte einfach einmal ich schreibe hier, wie ich mir ihre letzten Gedanken vorstelle. Ich hoffe ihr könnt MEINE Gedanken nachvollziehen. Ich würde mich sehr über ein Review freuen :D

Mein Fieber steigt stetig an. Ich spüre wie mein Körper gegen die Infektion kämpft, doch er ist zu geschwächt. Seit Wochen nur vertrocknetes Brot. Das ist alles was für Leute wie mich übrig bleibt. Als wären wir Ungeziefer. Wie oft schon habe ich diese Formulierung in den letzten Wochen durch meinen Kopf schweifen lassen ? Es ist nicht nur so als WÄREN wir Ungeziefer - für diese Leute SIND wir Ungeziefer. Warum ? Warum ? Früher habe ich oft in mein Tagebuch geschrieben, dass wir doch so selbstsüchtig waren und wir doch froh sein konnten, dass wir alle noch lebten. Doch jetzt weiß ich nicht einmal mehr ob ich Leben MÖCHTE. Meine Gedanken teilen sich auf, gehen zwei getrennte Wege und reden auf mich ein: die, die Weiterleben wollen : Was ist wenn der Krieg morgen vorbei ist ? Dann hast du aufgegeben - so kurz vor dem Ziel. Es wird jemand kommen für den es sich zu Leben lohnt ! - Und die, die schon längst aufgegeben haben : Es gibt keinen Grund noch hier zu bleiben. Du  leidest nur noch und was willst du noch ? Alle die dir lieb sind sind dort wo du hinkommen wirst ! Alle ? Mutter und Margot sind auf jeden Fall tot. Ich konnte sie riechen. Wie eklig sich das anhört - doch damit werden wir täglich konfrontiert. Was ist mit Peter ? Wo ist er ? Wie geht es ihm ? - Doch noch wichtiger. Wo ist Vater ? Ich atme rasselnd aus. Beide....tot.....höchstwahrscheinlich. Die zweite Gedankenhälfte gewinnt. Ich verspüre keine Lebenslust mehr. Noch einmal öffne ich meine Augen einen Spalt und sehe nichts außer leidenden Frauen. Noch einmal atme ich durch die Nase ein und rieche nichts außer Trauer. Ich kann das nicht mehr ertragen. Ich schließe meine Augen wieder und bete, dass es nicht wehtut.

Da spüre ich auch schon, wie der Tod seine kühlen Hände um meinen überhitzten Körper legt und mich mit seinem leblosen Blick umwindet. Da ist noch etwas. Ich rieche zum ersten mal seit Monaten einen Funken Hoffnung. Hoffnung auf das Ende der ewigen Qualen, Hoffnung auf ein Gerechtigkeit. Ich werde Federleicht und spüre wie ich weggetragen werde. Weg von dieser schrecklichen, grauen, ungerechten, trostlosen - und dennoch lebenswerten Welt...

Wenn euch die Geschichten gefällt, oder ihr einfach nur eure Meinung da lassen wollt, dann nehmt euch doch bitte, bitte die 2 Minuten. Danke :D
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