It's no big deal

von humanoid
GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
Dewey Francis Hal Lois Malcolm Reese
04.03.2017
09.07.2017
18
48.934
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04.03.2017 2.366
 
It’s no big deal


Disclaimer: Mir gehört nichts, außer der Idee für diese Fanfiction. Ich stehe in keinerlei Verbindung zu den genannten Personen. Alle Handlungen sind von mir frei erfunden.

Anmerkung: In dieser FF ist Jamie noch nicht geboren.

WARNUNG: Inzest


* * *



Kapitel 1



Malcolm knallte die Haustür schwungvoll zu, schmiss seinen Rucksack in die nächstbeste Ecke und rauschte in die Küche, um sich ein Glas Wasser zu holen. Dewey und Reese, die auf dem Sofa saßen und sich gerade eine Zeichentrickserie ansahen, schauten ihm etwas verdutzt hinterher.

„Mach nicht so'n Lärm“, rief Reese ihm gelangweilt zu, ohne sich von der Couch zu bewegen.

Malcolm trank einen Schluck und verließ die Küche anschließend wortlos wieder. Auch seine Zimmertür knallte er laut zu, sodass sich Reese zum zweiten Mal verwirrt umsah. Dass Malcolm einem Streit mit Reese aus dem Weg ging, war vollkommen untypisch. Regelrecht absurd. Normalerweise ließen die Brüder keine Gelegenheit aus, um sich zu beleidigen, zu prügeln oder einfach nur zu stressen.

Auch Dewey sah Reese nun etwas verstört an. „Was hat er denn?“, fragte er überflüssigerweise.

Reese zuckte mit den Schultern. „Ich frag ihn mal“, sagte er, stand auf und schlenderte in Richtung des gemeinsamen Zimmers der drei Brüder.

„Reese?“, rief Dewey ihm hinterher.

Reese drehte sich um. „Was?“

Dewey sah ihn mit großen Augen an. „Sei nett.“

Der Teenager grinste breit. „Ich bin doch immer nett.“

Ohne an die Tür zu klopfen, platzte er ins Zimmer herein, schloss die Tür wieder hinter sich und fand Malcolm auf dem Bett liegend vor.

„Heute keine Diskussion?“, fragte Reese und es klang beinahe enttäuscht.

„Nein.“

Reese ging auf Malcolm's Bett zu, doch dieser drehte sich rasch auf die andere Seite; weg von seinem Bruder.

„Was‘n los?“

„Was soll los sein?“

„Sag schon.“

Malcolm seufzte. „Lass mich einfach in Ruhe, Reese...“

Der Ältere schluckte hörbar. Es schien Malcolm wirklich nicht gut zu gehen und damit kam er nicht ganz klar. Es war immer leicht, zu reagieren, wenn jemand wütend war, oder aber fröhlich. Ein trauriger Malcolm überforderte ihn fast immer, denn Reese konnte nicht gut trösten. Meistens war dann aber Lois da, die sich kümmerte. Aber jetzt... war er auf sich alleine gestellt.

Er stupste Malcolm etwas unsanft am Arm an. „Sag doch mal“, forderte er erneut.

„Reese, bitte.“ Malcolm drehte sich noch ein bisschen mehr von seinem Bruder weg. Dieser jedoch dachte noch nicht einmal daran, seinen jüngeren Bruder in Ruhe zu lassen. Stattdessen griff er nochmals an seinen Arm und zog grob daran, sodass er Malcolm nun zu sich drehte. Dieser wehrte sich nur kurz, war Reese ihm körperlich ja so oder so überlegen.

Kaum hatte Reese Malcolm zu sich gedreht, riss er die Augen auf und blickte seinen Bruder etwas erschrocken an. Malcolm rollte mit den Augen und seufzte leise.

„Was ist denn mit dir passiert?“, fragte Reese und deutete auf sein Gesicht. Er nahm ganz langsam auf dessen Bett platz.

Malcolm's Wange war geschwollen, leicht bläulich verfärbt und an einer kleinen Stelle war die Haut gerissen und blutete. Auch unter seiner Nase klebten blutige Überreste.

„Ich bin verprügelt worden.“

„Das sehe ich. Von wem?“

„Ist doch egal...“ Malcolm wollte sich wieder auf die Seite drehen, aber Reese hielt ihn fest, bedachte ihn mit einem ernsten Blick.

„Von wem?“, fragte er wieder, dieses Mal etwas lauter.

Wieder seufzte der Jüngere. „Frank.“

„Frank Cooper?“

„Ja.“ Malcolm verzog kurz das Gesicht. Er fühlte sich elendig; seine Wange und seine Nase schmerzte und ihm war nach heulen zumute, wäre sein Bruder nicht da.

„Okay.“ Reese tippte sich an die Stirn. „Ist abgespeichert.“ Er ließ seine Fingerknöchel kurz knacken.

Nun lächelte Malcolm sogar ein wenig. „Lass gut sein, Reese. Bringt doch eh nix.“

Der Ältere zögerte einen Moment lang, stand dann vom Bett auf und murmelte: „Warte mal kurz.“

Als er wieder zurückkam, hatte er einen feuchten Waschlappen bei sich. Erneut setzte er sich zu Malcolm aufs Bett. Dieser musterte ihn skeptisch und setzte sich ein klein wenig auf, sodass sein Rücken gegen das Kopfende des Bettes lehnte. „Was hast du vor?“

„Na was wohl?“

Reese hob den nassen Waschlappen an die Wange seines Bruders und tupfte vorsichtig das Blut weg. Malcolm zuckte zusammen und sog scharf die Luft ein. Das war doch ein wenig schmerzhafter, als er gedacht hätte.

„Halt still“, bat Reese und seine Stimme klang seltsam sanft. Malcolm's Herz stolperte kurz und er blickte seinen Bruder eine Zeit lang an. Dieser war jedoch komplett auf Malcolm's Wunden fixiert. Als er an seiner Nase angekommen war und auch dort vorsichtig das klebrige Blut wegtupfte, zuckte der Jüngere erneut zurück und verzog kurz das Gesicht.

„Stillhalten.“ Reese's Stimme war ganz leise; er klang konzentriert. Mit einem Mal ließ er seine Hand in Malcolm's Nacken wandern, um seinen Kopf festzuhalten.

Malcolm hielt den Atem an, vor Aufregung. Diese Geste seines Bruders machte ihn so perplex, dass er nicht einmal reagieren konnte. Er konnte nichts sagen; nichts machen; war einfach nur wie gelähmt. Er konnte ihn bloß mit großen Augen ansehen, nervös schlucken und hoffen, dass Reese seinen rasenden Puls nicht bemerken würde.

Der Ältere störte sich kein bisschen daran; er schien sich gar nichts dabei gedacht zu haben. Mit ruhiger Hand tupfte er weiter. Dass sich seine Fingerspitzen dabei fast schon zärtlich in Malcolm's Haaransatz wühlten, trug nicht unbedingt dazu bei, ihn ruhiger werden zu lassen. Sein Herz polterte gegen seinen Brustkorb.

Atemlos ließ Malcolm die Prozedur über sich ergehen, bis Reese schließlich fertig war, seine Hand wieder zurückzog und den Waschlappen wortlos zurück ins Badezimmer brachte, wo er ihn gründlich auswusch. Malcolm fasste sich selbst ins Gesicht und sah sich kurz um, als müsste er sich davon überzeugen, dass das gerade wirklich passiert war.

Hatte sein Bruder ihn gerade wirklich „verarztet“? Hatte er sich wirklich um ihn gekümmert?

Malcolm zog die Augenbrauen zusammen, während er angestrengt nachdachte.

Warum sollte Reese ihm helfen wollen? Das alles machte absolut keinen Sinn. Malcolm schluckte, stieß auf Widerstand, schluckte erneut. Er ließ seine rechte Hand in seinen Nacken gleiten, fasste an genau die Stelle, die sein Bruder zuvor berührt hatte. Wenn ihn nicht alles täuschte, dann kribbelte die Haut dort noch immer. Er presste die Lippen fest aufeinander, ließ seine Hand wieder sinken und zuckte beinahe zusammen, als Reese wieder ins Zimmer kam.

Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, setzte er sich wieder auf Malcolm's Bett.

„Tut's noch weh?“ Er bemühte sich um einen fürsorglichen Tonfall, auch wenn Malcolm ihn lange genug kannte, um zu wissen, wie schwer ihm das fiel. Es war einfach nicht seine Art – und das war auch völlig in Ordnung so.

„Nein, es geht schon.“ Malcolm setzte sich noch ein Stückchen mehr auf und keuchte leise, als ihn ein stechender Schmerz durchfuhr. Er fasste sich an seine linke Seite, von der der Schmerz ausging. Verwirrt blickte er auf sein T–Shirt.

„Hast du noch mehr abbekommen?“, fragte Reese und deutete auf die Stelle.

„Ich... ich glaube nicht... Ich weiß nicht...“

„Zeig mal“, murmelte Reese – und als wäre nichts dabei, schob er Malcolm's Shirt ein kleines Stück nach oben, um die schmerzende Stelle genauer zu inspizieren. Malcolm zuckte leicht zusammen, als sein Bruder seine nackte Haut mit seinen Fingern streifte. Wieder hielt er die Luft an; sein Herz raste.

Der Übeltäter war schnell gefunden: Seine Rippen verfärbten sich grün und blau. Malcolm verzog das Gesicht. Jetzt, wo er es sah, tat es doch glatt noch ein bisschen mehr weh. Er ließ seinen Kopf gegen das hölzerne Bettgestell sinken und seufzte leise. „Na super...“

Reese blickte Malcolm's Verletzungen mit offenem Mund an.

„Warum wurdest du verprügelt?“, fragte er, ohne ihn anzusehen.

„Keine Ahnung...“, murmelte Malcolm bloß und es klang erschöpft.

Reese sah ihn nun kurz an, dann heftete sich sein Blick wieder auf Malcolm's verfärbte Rippen. Sein Körper wirkte mager. Der Ältere schluckte.

„Es ist vorhin erst passiert... auf dem Heimweg“, begann Malcolm schließlich mit leiser Stimme. „Frank ist mir gefolgt, hat mir in den Rücken getreten und mich ohne Grund als Schwuchtel bezeichnet.“ Malcolm lachte kurz und es klang etwas heiser. Er schüttelte den Kopf. „So ein Affe, echt. Ich hab' dem überhaupt nichts getan!“ Er zuckte die Schultern. „Aber ich glaube, es hat ihm einfach nicht gepasst, dass ich momentan „Sense & Sensibility“ lese.“

Reese sah ihn etwas fragend an, also erklärte Malcolm: „Das ist... naja... vielleicht eher ein Buch für Frauen.“ Er rümpfte die Nase. „Ist ja auch egal... Jetzt ist es eh weg.“

„Wo ist es denn?“

„Er hat's mir weggenommen.“

Der Ältere atmete tief durch, sein Kiefer mahlte unruhig. Er würde es natürlich nie im Leben zugeben, aber es trieb ihn zur Weißglut, wenn jemand einen seiner Brüder verprügelte – außer er selbst, versteht sich. Er hasste jeden, der ihnen auch nur ein Haar krümmte. Und dass dieser Gorilla auch noch Malcolm's Buch geklaut hatte, tat seinem Bruder mehr weh, als jede Verletzung – das wusste Reese.

„Das kriegst du schon noch wieder“, murmelte er. „Verlass dich drauf.“ Zornig blickte er auf den noch immer entblößten Rippenbogen seines Bruders, hob plötzlich seine Hand und strich federleicht über Malcolm's warme Haut. Dieser bekam augenblicklich eine Gänsehaut, schnappte erschrocken nach Luft und sah seinen Bruder mit großen Augen an.

„Was machst du da?“, fragte er hastig und wäre beinahe dem Impuls gefolgt, von ihm wegzurücken, oder seine Hand wegzuschlagen – doch er konnte sich einfach nicht bewegen. Wie versteinert saß er auf seinem Bett; sein Bruder gleich neben ihm.

„Ich taste nach der Schwellung.“ Wieder hatte Reese's Stimme diesen konzentrierten Unterton – als wüsste er genau, was er da tat.. Er drückte nun etwas fester auf die weiche Haut. Malcolm zuckte sofort zusammen, gab einen zischenden Laut von sich und packte nun doch reflexartig nach Reese's Hand, um sie festzuhalten. Reese sah ihn überrascht an.

„Das... das tut ziemlich weh...“, stammelte Malcolm nervös, um seine Handlung zu erklären.

Reese lächelte ein wenig und löste seine Hand sanft aus Malcolm's Griff. „Klar tut das weh.“ Erneut ließ er seine Finger über Malcolm's Seite fahren, streichelte nunmehr zärtlich über dessen Haut und löste wieder eine Gänsehaut bei dem Jüngeren aus.

Malcolm biss sich auf die Lippe. Er zitterte ein wenig vor Aufregung, seine Atmung stockte leicht und er schluckte nervös.

Warum tat Reese das? Hatte er tatsächlich zum ersten Mal in seinem Leben Mitgefühl für Malcolm? Aber warum jetzt auf einmal? Warum nicht schon Jahre zuvor? Was hatte sich jetzt plötzlich zwischen ihnen verändert, dass Reese sich wirklich Zeit für ihn nahm und sich um ihn kümmerte?

Malcolm's Gedanken rasten; doch gleichzeitig konnte er sich kaum konzentrieren.

Reese streichelte Malcolm's Seite so vorsichtig, so sanft, dass sein Bruder nach einiger Zeit die Augen schloss und sich wieder etwas mehr zurücklehnte. Wirklich entspannt wirkte er nicht, denn Reese konnte deutlich erkennen, dass er schneller atmete, als sonst. Er überlegte, was er tun konnte, damit Malcolm sich wieder ein bisschen besser fühlte.

Seine Mutter hatte ihm früher, als er noch klein war, immer über's Haar gestreichelt, daran konnte er sich noch genau erinnern. Das hatte ihm immer sehr gefallen, weil es so beruhigend auf ihn gewirkt hatte. Es wäre jetzt genau das Richtige für Malcolm.

Reese zögerte kurz.

Unter Brüdern machte man sowas ja eher nicht, aber... – Was sollte er sonst tun? Er fühlte sich hilflos.

Kurzerhand beugte er sich näher zu Malcolm und legte seine Arme etwas unbeholfen um dessen Körper; bedacht darauf, seine schmerzenden Rippen nicht zu berühren. Sein Gesicht streifte Malcolm’s. Das alles passierte innerhalb von Sekunden und Malcolm konnte wieder kaum reagieren. Sein Herz raste, als er Reese’s Wange an seiner spürte. Seine linke Hand an seinem Rücken, die ihn sanft näher zu sich zog. Die rechte Hand in seinen Haaren, in die er sich zärtlich hineinwühlte.

„Reese.“ Malcolm schluckte; er klang ein wenig ängstlich. „Was machst du denn da?“ Seine Stimme zitterte, so nervös war er.

„Ich beruhige dich.“

Malcolm blinzelte. Sein Bruder wollte ihn... beruhigen? Dass er in Wahrheit die exakt gegenteilige Wirkung hervorrief, verschwieg er ihm natürlich. Stattdessen versuchte er den Impuls, seinen Bruder sofort von sich zu schieben, zu unterdrücken. Wenn Reese das gerade wirklich ernst meinte, dann wollte er diesen absolut einzigartigen Moment nicht kaputt machen. Obgleich er eher fürchtete, dass Reese ihm gleich spontan doch noch eine reinhauen würde. Weil er es so gewohnt war. Weil es bisher immer so gewesen war.

Er versuchte, an irgendetwas anderes zu denken. Irgendwas, was seinen rasenden Herzschlag wieder unter Kontrolle bringen würde. Er spürte sein Herz so stark pochen, dass er keinen Zweifel daran hatte, dass auch Reese es spüren konnte. Mit seiner Nervosität machte er sich verwundbar; er konnte sich nicht darauf fokussieren, was geschah. Erst recht nicht, als Reese's schlanke Finger begannen, seinen Haaransatz zu kraulen.

Malcolm erstarrte. Seine Muskeln waren angespannt. Reese hingegen ließ sich nicht beirren; zärtlich streichelte er seinem Bruder durch die Haare – und nach einiger Zeit wäre dem Jüngeren beinahe ein leiser Seufzer entglitten. Er konnte sich nicht dagegen wehren, dass sich diese ungewohnten Streicheleinheiten wirklich gut anfühlten... Unbemerkt lehnte er sich ein wenig mehr gegen Reese, von dem er gar nicht wusste, dass er so sanft sein konnte. Er erwischte sich bei dem Gedanken, dass sein Bruder gewiss ein großer Frauenheld sein könnte, wenn er sich nicht ständig so idiotisch verhalten würde.

Er lächelte, als Reese seinen Kopf etwas gegen Malcolm’s lehnte. Die Stirn des Jüngeren ruhte mittlerweile auf Reese’s leicht knochiger Schulter und er atmete tief durch. Das wertete Reese als gutes Zeichen. Immer, wenn man sich entspannte, atmete man automatisch tiefer.

„Geht’s besser?“, fragte er leise – und wieder hatte seine Stimme diesen sanften Unterton, bei dem sich Malcolm nicht erinnern konnte, ihn schon einmal zuvor gehört zu haben.

„Noch nicht“, flüsterte er deshalb mit belegter Stimme und schluckte nervös. Dass Reese lächelte, sah er nicht.

Der Ältere verstärkte den Griff um Malcolm’s Körper. Sie verharrten einige Zeit in dieser Position, während Reese ihn weiterhin vorsichtig streichelte.

„Reese?“ Malcolm flüsterte.

„Ja?“

„Er... er hat recht. Sie alle haben recht.“


* * *
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