Alaskan Huskys

von Anchorage
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
01.03.2017
03.12.2019
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Hallo liebe Leser. Ich bin noch ganz frisch dabei in der Community. Allerdings ist diese Story schon jahrelang in Arbeit. Weil ich sie nicht einfach umsonst schreiben wollte, habe ich sie jetzt angefangen stückweise hochzuladen. Ich hoffe ich kann euch damit eine Freude machen und würde mich natürlich auch gern über Rückmeldungen freuen. Lob sowie konstruktive Kritik.
Die Geschichte ist wahren Begebenheiten entsprungen. Kleinigkeiten wurden verändert oder weggelassen.
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und ich hoffe die Rechtschreibfehler überwiegen in dieser Geschichte nicht. Ich bin selbst noch nicht dazu gekommen Korrektur zu lesen. Ich schreibe immer nur fleißig drauf los und achte da nicht so auf Kleinigkeiten. Seht es mir nach...:D

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,,Alter, verfatz dich einfach in die Ecke und stirb. Aber leise bitte, ich muss hier arbeiten.“, genervt verdrehte sie die Augen und wandte ihm den Rücken und ihrer Freundin das Gesicht zu. Man sah ihrem Gesichtsausdruck an, dass sie diese Aussage auf alle Fälle ernst meinte. Und auch ihre Sitzachbarin konnte sie verstehen.

,, Kennst du Luna? Von der Realschule in Lüdinghausen?“, fragte Ian hinter ihrem Rücken. Sie presste nur ihre Kiefer aufeinander und das agressive Knirschen ihrer Zähne war nur gut deutlich zu hören. Jedem in diesem Raum, außer vielleicht dem Lehrer war bewusst: sollte Ian weiter machen und wieder einen dummen Kommentar reißen, würde die Zeitbombe in Vespers Körper platzen.

,, Rosie, kennt sie eine Luna?“, das Mädchen neben der tickenden Bombe war unscheinbarer. Sie hatte ein rosiges Gesicht welches sie hinter ihrem brünetten Haarschopf verstecken versuchte. Sie nickte einfach. Es war ungewöhnlich, dass sie jemand so wahr nahm. Eigentlich standen wirklich immer Vesper,  Scarlett und auch Jamie im Vordergrund. Die Antwort allerdings war wahrscheinlich falsch, denn schon erdolchte Vesper ihre Freundin mit ihren Blicken. ,, Du Miststück!“, schien noch harmlos zu sein. Die kleine braunhaarige wurde also ganz klein auf ihrem Stuhl und wandte sich wieder dem Lehrer zu.

,, Also kennst du Luna, Lyndt? Die ist nämlich auch lesbisch. Ihr solltet zusammen kommen.“

Nun schluckte das Mädchen. Nicht Vesper. Sie würde niemals ein schlechtes Gewissen bekommen. Sondern ihre Freundin. Denn Vesper tat ihr Leid. Doch ebenfalls wusste sie, dass das Mädchen sich davon sicher nicht unterkriegen lässt.

,, Ich wäre eher lesbisch als Interesse an solche Klatschweiber wie euch zu entwickeln.“, fauchte sie Ian hinter sich an und Rosie war gewillt sie tapfer zu unterstützen. ,, Ja, und außerdem hat sie Toby.“

Stille. Schon wieder was Falsches gesagt? Jedenfalls ließ Vesper ihren Kopf verzweifelt auf den Tisch fallen und rang nach Luft.

,, Ah Toby ist wieder im Spiel?“, fragte Ian interessiert und grinste bis über beide Ohren. ,, Der blonde Milchzocker eine Stufe unter uns?“

,, Ach fick dich doch einfach.“, zischte Vesper und steckte sich die Stöpsel in die Ohren. Das tat sie immer. Auch im Unterricht. Die Musik lief in Dauerschleife aus ihren Kopfhörern und wenn sie gerade  kein Bock mehr auf die Welt hatte, hörte sie einfach Musik, lehnte sich zurück und nahm auch nicht wahr wenn der Lehrer sie wegen diesem Regelbruch ins Sekreteriat schickte. Die Musik war ein Zufluchtsort für sie. Sie lehnte sich zurück, kreuzte die Arme vor der Brust und schloss die Augen. Niemand bemerkte etwas. Nicht mal der Lehrer. Niemand außer Ian welcher zweifelnd zu ihr rüber spähte. Er hob seine Hand um an ihrer Verkabelung zu reißen doch ließ sie wieder sinken. Hob sie wieder. ,, Lass es lieber, mein Freund.“, flüsterte Rosie ihm zu und er ließ die Hand sinken. Sie lächelte ihn warm an, doch er ignorierte das und versuchte sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Während sein Blick immer wieder auf Vesper stehen blieb welche entspannt zurückgelehnt saß und ihre Lippen leicht mit dem Takt der Musik mitbewegte. Rosie versuchte sich nun ebenfalls auf den Unterricht zu konzentrieren doch auch ihr gelang dies nicht. Schließlich war es Freitag, die letzte Stunde vor dem Wochenende und sie hatte sich vorgenommen mit ihren Freunden, auch Vesper, tanzen zu gehen. In Sappenberg fand das alljährliche Blumenfest statt. Eine Veranstaltung für die Jugend aus der Umgebung anlässlich des Jahrestages des riesigen Blumengartens. Und dieser Blumengarten war auch wirklich dass außergewöhnlichste was Sappenberg zu bieten hatte. Sowie das Blumenfest. Es würde ein ziemlicher Sauftrip werden. Sowie jedes Jahr. Rosie war nur froh, dass sie selbst nicht fahren musste.

Die Zeit verging nicht. Der Lehrer redete durchgehend und niemand schenkte ihm Aufmerksamkeit. Auch Vesper nicht die immer noch dasaß und nichts um sich herum mitbekam. Der Lehrer schien sie nicht zu bemerken. Oder einfach zu übersehen. Wäre nicht das erste Mal, dass man Vesper in solch einer Position erwischte. Doch niemand konnte ihr diese Sitzposition verübeln. Rosie auch nicht. Sie hasste Philosophie. Ihrer Meinung nach war dieses Fach nur unnötig und definitiv langweilig. Mit einem total ausgeflipptem Lehrer. Doch irgendwann schien der Zeiger der Uhr doch die letzte Minute anzuzeigen und schon waren alle aus dem Häuschen. Rosie packte ihre Sachen ein, erhob sich und stellte den Stuhl auf den Tisch. Vesper nahm nicht mal ihre Kopfhörer raus. Sie lehnte sich einfach an die Wand und vergrub die Hände in ihren Hosentaschen. ,, Rosie sind du und Vesper heute beim Blumenfest?“, erschrocken blickte die Angesprochene auf. In das Gesicht Ians. Sie nickte nur und blickte zu ihrer Freundin die starr angewidert zur anderen Ecke der Klasse blickte. War klar, dass ich niemand anderen dort ausmachen konnte als Joshua mit seiner Clique. Vesper hatte definitiv etwas gegen diese Leute und ließ sie das auch spüren. Auch Ian folgte ihrem Blick und grinste. Rosie war gerade am überlegen wie lange die beiden noch brauchen würden bis sie zueinander finden würden als sie auch schon vom Stundengong aufgeschreckt wurde und mit den anderen aus dem Klassenraum stürmte. In diesem Fall, wenn es Freitag war und der Bus erreicht werden musste war jeder noch ein Kind. Rosie blickte sich nicht noch einmal nach Vesper um.  Auf Sie brauchte sie nicht warten, sie würde nicht mit ihr im Bus fahren. Rosie lief an den Kunsträumen vorbei und sammelte Scarlett und Jamie ein. Diese fingen sofort aufgeregt an zu schwatzen. ,, Es ist offiziell“, schrie Jamie ihrer Freundin schon vom weitem entgegen. ,,Mika  und Anne sind schon zusammen!“

,, Das wird Vesper aber nicht gefallen.“, seufzte Rosie und dachte an ihre Freundin als wir durch das Schultor gingen.

,, Die wird damit klar kommen.“, Jamie zuckte die Schultern und alle wussten, dass sie Recht behielt. Der Bus stand schon an der Haltestelle und die drei Freundinnen mussten sich beeilen um ihn zu erwischen. Das hatte zur Folge, dass ein frecher Achtklässler Rosies Platz genau vor ihrer Nase wegschnappte und Jamie die Einzige war, die einen Platz erreichte. Rosie allerdings musste stehen, zwischen zwei kreischenden Achtklässlerinnen die die ganze Zeit mit ihren Kollegen von meinem Platz flirteten und einer genervt aussehenden Scarlett die gerade ihre Kopfhörer aus dem Rucksack fummelte. Rosie seufzte. Wie gerne würde sie jetzt ein eigenes Auto besitzen und mit ihren Freundinnen die Straße unsicher machen. So wie Vesper mit ihrer Cousine Ava. Die beiden kamen so gut wie jeden Morgen mit dem Motorrad zur Schule. Sie hatten auch schon oft angeboten die Mädchen hinten mit zu nehmen, aber keiner traute den riesigen Zweirädern und auch ganz sicher nicht den Fahrern. Sie beide waren Rebellen, wenn Ava auch nicht so schlimm wie ihre Cousine. Sie standen auf Hard Rock, Heavy Metal und Hardcore und trugen durchgehend Lederjacken. Vesper hatte sechs Lederjacken in ihrem Schrank. Plus zwei von ihren Motorradanzügen. Doch trotzdem gehörten beide zum engen Freundeskreis Rosies auch wenn Ava eine Stufe unter ihr war. Die Busfahrt verlief sogar relativ ereignislos. Irgendwann allerdings trennten sich die Wege der Mädchen und verabredeten ich um sechs um sich zusammen fertig für die Party zu machen. Denn einfach jede von ihnen wollte diesen perfekten Lidstrich Rosies an sich aufgetragen sehen. Diese erwarb auf dem Weg nach Hause neue Wegbegleiter und es war niemand anderes als Butch und Woyme. Zwei moppelige Typen aus ihrer Stufe, super nett wenn auch nicht sonderlich hübsch. Woyme allerdings hatte während der Ferien aber so extrem viel abgenommen, dass niemand ihn beinahe erkannt hatte. Auch wenn Butch sehr aufdringlich war konnte Rosie beide doch gut leiden. Obgleich sie sich sicher war, dass Woyme total in Scarlett verschossen war. Jedenfalls schrieb er sie andauernd an. Doch Scarlett hatte einen Freund und Rosie war sich sicher, dass,  dass sich dies so schnell nicht mehr ändern würde.

Butch und Woyme waren eine gute Unterhaltung. Besonders als Ian, Adam Sutcher mit Joshuas bestem Freund Tom Riff vor den Dreien auftauchten und sie großen Spaß daran hatten sich über Tom lustig zu machen. Schließlich lief er, so breitschultrig er auch nicht war, mit ausgestrecktem Rücken und fühlte sich unwiderstehlich. Adam, sein totales Gegenteil, er trainierte,  lief genauso was zwar nicht ganz so affig wirkte, aber trotzdem total dämlich aussah. Ian lief normal. Rosie betrachtete seine Kehrseite eingehend Sie wusste noch, da hatte sie mit ihm zusammen im Sandkasten gespielt und nun war er 18 Jahre alt, zwei Köpfe größer als sie und der totale Frauenheld. Zum Leidwesen aller weiblichen Wesen auf dieser Welt. Denn jede verfiel ihm. Früher oder später. Doch Rosie fand ihn trotzdem ganz in Ordnung. Er hatte nur eben schlechte Freunde. Sie beobachtete ihn eine Zeit lang. Wie kann er sich nur auf solche Leute einlassen, fragte sie sich und ließ ihren Blick dann zu Butch und Woyme schwanken. Wo konnte sie sich auf diese Freunde einlassen! Dieser Gedanke kam ihr, als Butch und Woyme gerade dabei waren sich gegenseitig auf die Straße zu schubsen. Sie schüttelte den Kopf und versuchte erst gar nicht die beiden zu trennen. Sie liefen hinter ihr. Falls jemand fragte, sie hatte nichts mit den beiden zu tun. Rosie wandte nur ihre Gedanken wieder Ian zu. Denn sie mochte ihn. Hatten ihre gesamte Kindheit miteinander verbracht. Doch mittlerweile war er ein totales Arschloch welches alles dafür tat den Leuten, die er nicht leiden kann das Leben zur Hölle zu machen. Rosie wusste nicht was sie von ihm halten sollte.

Doch schon bald wurde sie aus ihren Gedanken gerissen und wurde von Butch darauf aufmerksam gemacht, dass sie hier eigentlich in die Straße abbiegen musste.

,, Kein Problem, kannst auch gerne mit zu mir kommen.“, er zog lasziv eine Augenbraue hoch. Rosie prustete nur. ,, Grüß die Mama von mir!“, rief sie ihm noch zu als sie sich auch schon umdrehte und in ihre Straße einbog. Sie lief beschwingten Schrittes die Straße entlang bis zu ihrer Haustür, drehte den Schlüssel im Schloss um, lief die vielen Stufen des Mehrfamilienhauses hinauf und öffnete schließlich die Tür ihrer Wohnung.

,, Hallo, Süße. Bin wahrscheinlich noch Arbeiten wenn du das liest. Wir haben noch Tiefkühlpizza in der Truhe. Hab dich Lieb. Dad.“

Auf dem Gesicht des Mädchens schlich sich ein kleines Lächeln als sie den Zettel auf dem Kühlschrank vorfand,  ließ die Pizza allerdings eingefroren und nahm sich Müsli aus dem Schrank. Mit einem Knopfdruck startete sie den Fernseher und schaute sich mit hochgelegten Beinen ihre Lieblingsserie an. Doch war sie nicht ganz bei der Sache. Mental versuchte sie sich nun auf das bevorstehende Ereignis vorzubereiten. Alle würden da sein. Alle die sie leiden und nicht leiden konnte würden sie heute Abend antreffen, da war die junge Frau sich sicher. Und sie war aufgeregt. Irgendwann klingelte es schließlich an der Tür und pünktlich um sechs traten Jamie und Scarlett durch die Tür. Es dauerte keine fünf Sekunden und die beiden standen schließlich vor dem Kleiderschrank und verglichen ihre Kleidung.. Jamie hatte einen ganzen Koffer mit Outfits und Schminke dabei. ,, Es wird heute ein großer Abend werden.“, das war ihre Rechtfertigung. Scarlett war da unkomplizierter. Sie trug enge, dunkle Jeans ein schwarzes Top und ein schwarzes Hemd darüber. Es betonte hervorragend ihr muskulöses Dekolletee und ich war sehr neidisch auf die gut gebaute Frau.

,, Was meint ihr wie Vesper kommen wird?“, murmelte Jamie mit Spangen im Mund, da sie Rosie gerade eine wunderschöne Hochsteckfrisur zauberte. Scarlett zuckte die Schultern und drehte sich vor dem Spiegel.

,, In Lederjacke natürlich.“ Sie drehte sich weiter.

,, Sieht mein Arsch in dieser Hose nicht zu fett aus?“, fragte sie uns und wartete auf unsere Meinung. ,, Nein Scarlett, echt nicht. Was sollte ich dann sagen.“, murrte Jamie. Sie war eine wohlgenährte junge Frau, dass sah man ihr an. Und sie war nicht stolz darauf. Doch wusste sie ihren Speck geschickt zu kaschieren und wusste wie sie ihr, wirklich hübsches Gesicht gut in Szene setzten konnte.  Scarlett blieb still aber nun meldete  Rosie sich zu Wort.

,, Ich hab auch wieder zugenommen. Vesper meinte, dass man mir das auch ansieht.“

Ganz so hatte sie das nicht gesagt, Rosie übertrieb. Und das was sie gesagt hatte, hatte sie nicht ernst gemeint. Rosie war nur zu unironisch für diese Welt. Sie wusste nicht so genau wie ich Worte interpretieren sollte.

Wütend zog Jamie ihre Augenbrauen zusammen. ,, Vesper sollte vorsichtig sein was sie sagt!“, fauchte sie. ,, Die ist einfach zu ehrlich.“, versuchte Scarlett sie zu beschwichtigen.

,, Aber ist es nicht auch so? Ich kam mir vorher auch vor wie ein blass, rosiges Schweinchen.“, Rosie nahm sich eine ihrer braunen Haarsträhnen und zwirbelte sie um ihren Finger. Jamie und Scarlett tauschten einen vielsagenden Blick, denn ihre beste Freundin verfiel wieder in eine Mitleidsphase während sie sich vorm Spiegel drehte. Sie hatte einmal ganze zehn Kilogramm abgenommen, was leider dazu geführt hatte, dass sie ständig im Bus umkippte. Also nahm sie wieder zu und fühlte sich körperlich, aber physisch nicht besser.

,, Du siehst toll aus, Rose! Und das weiß Vesper auch!“

Die Angesprochene nickte. Sie war nicht böse auf ihre Freundin. Sie war sogar froh, dass sie nicht hinter ihrem Rücken über sie redete sondern sie geradeheraus darauf ansprach. Diese direkte Art mag zwar manchen blöd vorkommen, Rosie allerdings  nicht. Soe mochte das. Jamie nicht. Sie war immer noch sauer auf Vesper da diese ihr mal vor den Kopf warf, dass Jamie sich zu oft verliebte und die ganzen Jungs bei denen sie das tat sowieso nur Vollidioten waren. Insgeheim stimmte auch Rosie ihr zu. Jamie allerdings nicht.

,, Also was wollt ihr anziehen?“, wollte Scarlett das Thema wechseln.

Rosie spähte in ihren Schrank und zog ein rosa Kleidchen aus dem Schrank, nicht zu kurz damit es ihre Oberschenkel verdeckte.

,, Ich nehme das.“, Jamie nickte bei diesem Anblick zufrieden. ,, Meint ihr Vesper macht sich schick?“, fragte da Scarlett, was Jamie sofort bejahte. ,, Sie weiß noch nichts von Mika und Anne. Und irgendwann will jedes Mädchen mal anfangen zu kämpfen wenn es um die große Liebe geht. Aber ich frage mich wie sie mit einem schönem Rock oder Kleid aufs Motorrad steigen will.“

,, Sich schick machen heißt ja nicht ein Rock oder Kleid zu tragen.“, widersprach Scarlett, verwarf die Idee mit der Jeans, ihr Hintern war ihr immer noch zu fett, und schlüpfte in eine andere. Sie sah genauso gut aus wie dir vorherige. Jamie hatte sich für ein bordeaux rotes Kleid entschieden. Es stand ihr wirklich gut. Die Mädchen standen schließlich nebeneinander vor dem Spiegel und betrachteten sich stolz.

,, Ich würde sagen.“, Scarlett zwinkerte uns zu. ,, Wir sehen ziemlich heiß aus Mädels!“

Scarletts derzeitiger Freund Jona brachte uns zusammen zur Festhallte und schon ging die Party los. Mit einem Kuss verabschiedete sie sich von ihm und die drei Freundinnen schmissen sich rein ins Getümmel. Überall junge Leute in ihrem Alter, sie trafen viele bekannte Gesichter. Die, die die Mädchen über alles nicht leiden konnten lagen schon kotzend auf dem Boden. Aber sie fanden auch ihren Freundeskreis und gesellten sich, nachdem sie sich jeder ein Radler abgezapft hatten zu diesen. Woyme sah weiterhin sprachlos zu Scarlett. Ja sie sah toll aus aber musste man sie deswegen so anschmachten? Rosie verstimmte diese Tatsache ein wenig, also genoss sie den nächsten Shot der gerade mit einer Kellnerin durch die Reihe tanzte. Rosie fragte sich nur  warum man  Jamie oder ihr nicht solche Männchen machte? Sie war vollkommen eifersüchtig. Wollte schließlich auch  mal von Leuten so angeschmachtet werden. Als Jamie die Depriphase ihrer Freundin mitbekam weil diese einfach nur böse durch die Gegend starrte, zwickte sie dieser in die Seite. Rosie schrak auf, doch riss sich auch zusammen. Denn dieser Abend sollte legendär werden!

Viele gesellten sich noch zu den Freundn an den Stehtisch. Unter anderem Mika und Anne. Mika ließ seinen Blick allerdings immer suchend über die Menge streifen, solange bis Anne ihn zum Tanzen aufforderte. Und sie konnten das gut. Schließlich gesellte sich Ian mit einer , den anderen unbekannten Person zu ihren.

,, Wo sind deine Freunde Ian?“, fragte Rosie ihn ehrlich interessiert aber auch recht spöttisch, doch er zuckte nur gleichgültig die Schultern.

,, Die sind wieder auf totaler Sauftour und ich hab kein Bock eine kotzende Pia  nach Hause zu fahren.“ Rosie nickte und verstand. ,, Das ist übrigens…“, er wurde jäh von einer weiblichen Stimme unterbrochen.

,, Hey.“, sagte diese. Rosie drehte sich zu ihr um und erblickte fabelhaft aussehende Mädchen. Vesper und Ava. Vesper in einer engen, schwarzen Lederhose mit einer zarten, tiefgrünen Bluse, welche sie lässig in die Hose gesteckt hatte. Und dazu eine klobige braune Motorradjacke. ,, Nein!“, rief Jamie.

,, Wieso nur diese Jacke?“ Vesper blickte fragend an sich herunter und zuckte die Schultern.

,, Sie zerstört dein ganzes Outfit.“

Vesper grinste und zog sich die Jacke von den Schultern. ,, Dann kannst du sie ja für mich halten.“ Sie drückte Jamie die Jacke in die Hand, drehte sich um und verschwand. Wahrscheinlich um Ava und sich ein kühles Getränk zu besorgen. ,, Du siehst toll aus Ava.“, machte Scarlett ihr ein Kompliment und Ava lächelte Dankbar. ,,Ihr alle auch.“

Ava trug eine dunkle Jeans und ein hellblaues Oberteil, hatte sich ordentlich im Gesicht geschminkt und wirkte sehr erwachsen. ,, Ich hab gehört Mika hat was mit Anne?“

Ich nickte zerknirscht. ,, Geht es ihr gut?“ Ava grinste breit. ,, Ihr geht’s fabelhaft. Ich glaube gar nicht, dass sie so hart an Mika hing. Es kam uns nur so vor. Weil sie sich sonst nicht verliebt denken wir sofort es wäre eine Liebe fürs Leben.“

Nun mischte sich Ian ein. ,, Vesper steht auf Mika?“

,, Stand wenn ich bitten darf.“, zischte Ava leise da Vesper mit zwei Glas Bier in der Hand zurück kam. Sie grinste uns spöttisch an. ,, Ich weiß worüber ihr gerade geredet habt und ja es geht mir blendend. Das war nur der Anstoß dazu, dass ich wieder auf den Markt gehe.“, sie zwinkerte in die Runde.

,, Dann sollten wir jetzt mal beginnen!“, rief Jamie aus und hielt einen Kellner am Ärmel fest. ,, Hey Dingo, Schnaps uns!“, schrie sie ihm ins Ohr. Er lächelte nur ging weiter und kam bald darauf mit einem Stapel Schnapspinnchen jeweils einer Flasche roten, grünen und Korn. ,, Das wird der einzige für uns beide heute Abend.“, Ave hielt ihren roten in die Luft und deutete auf sich und Vesper. Diese nickte zustimmend. ,, Wir müssen noch fahren.“ Und nach diesen Worten hob die Gruppe unsere Gläschen und schrie sich einen Prost entgegen bevor sie die Flüssigkeiten in sich runter spülten. Rosie verzog das Gesicht vom grünen und blickte in die anderen verzogenen Gesichter. Außer Jamie und Scarlett, welche mit Leidenschaft feierten und Schnaps oder auch andere härtere Sachen tranken lief es allen heiß die Kehle runter. Rosie fand dieses Gefühl äußerst unbefriedigend auch wenn sie zugeben musste, dass das wohlige Gefühl in ihrem Bauch gut tat.

,, Wer will tanzen?“, fragte Butch in die Runde und sofort war Ava zur Stelle. ,, Komm Butchilein.“, rief sie lachend als er galant ihre Hand ergriff und sie zu einem flottem Diskofox auf die Fläche zog. Butch konnte wahnsinnig gut Führen und es machte immer großen Spaß mit ihm zu tanzen. Vesper lachte über ihre Freundin und nippte an ihrem Pils. Aber es dauerte nicht lange, dass sie in einem hitzigen Gespräch mit Woyme und Caroline vertieft war.

,, Willst du was trinken?“, fragte Rosie eine Stimme von der Seite. Erschrocken fuhr sie auf und wandte sich dem Jungen neben sich zu. Nein, nicht Junge. Ein dunkelhäutiger junger Mann stand vor dem Mädchen als sie ihm zulächelte. Doch sie verneinte und  deutete auf ihr Radler. Er nickte und prostete ihr zu. Rosie war verunsichert, drehte sich schließlich allerdings ganz zu dem Kollegen um.

,, Kenne ich dich irgendwo her?“, fragte Rosie ihn doch er schüttelte den Kopf.

,, Ich bin mit Ian hier. Er ist in meiner Mannschaft.“

Verstehend nickte das Mädchen. ,, Spielst du hier in Olfen Fußball?“

,, Ja. Ich werde aber wahrscheinlich aufhören. Ist nicht mehr dasselbe in Olfen.“

Rosie verdrehte nur die Augen. ,, Ich weiß was du meinst. Der SUS geht gar nicht!“

Übereifrig zwang er einen Schluck Bier seine Kehle hinunter.

,, Ian überlegt auch aufzuhören. Aber für ihn ist Fußball halt eigentlich das ganze Leben.“

,, Sind da nicht auch alle seine Freunde drin.“, Rosie spielte auf Tom Riff oder Adam Sutcher an und wieder stimmte der Junge ihr zu.

,, Sind aber Vollidioten. Ian nimmt das irgendwie noch nicht so wahr, er ist aber auf dem richtigen Weg.“

Er zuckte die Schultern. ,, Sein Problem ist einfach, dass er zwanghaft zu den coolen gehören will.“Das Mädchen nickte verstehend. ,, Und dann vergisst er selbst, wer die coolen sind.“

Der Junge vor ihr blickte sich um. ,, Ja, aber…“ Er sprach nicht zuende, denn Ava und Butch kamen von der Tanzfläche. Beide lachend und außer Atem.

,, Wir haben gerade ein höchst amüsantes Gespräch mit Frau Luxmann geführt.“

Butch lag vor Lachen schon beinahe auf dem Boden, Ava stützte ihn und geriet dabei gefährlich ins Wanken.

,, Die ist hier?“, schrie Rosie aufgebracht und stimmte in Butchs Lachen mit ein. Frau Luxmann war die schrecklichste Lehrerin auf ihrer Schule. Jeder hatte Angst vor ihr, außer sie kam nicht. Und das kam oft vor da die Frau Gerüchten zufolge schon mehr als einmal eingewiesen wurde. ,, Komm!“

Ava zerrte an Rosies Hand und ihr blieb nur Zeit, dem Jungen einen entschuldigenden Blick zuzuwerfen als Ava sie auch schon auf die Tanzfläche zerrte und sie sich unaufällig in die Richtung der Lehrerin tanzten. Und tatsächlich. Die dünne Frau stand mit gerümpfter Nase am Rand der Tanzfläche und beobachtete anscheinend ihre Tochter. ,, Die Arme.“

Fragend blickte ich Ava an. ,, Frau Luxmann?“ Kichernd verdrehte das brünette Mädchen die Augen.

,, Sicher nicht. Ihre Tochter. Erstens hat sie eine verrückte Mutter mit Haaren wie ein Streifenhörnchen und zweitens wird sie von dieser auch noch regelrecht verfolgt und bespannert.“

Rosie stimmte ihrer Freundin voll und ganz zu. Solange bis Woyme sie von hinten erschreckte.

,, Kommt schnell mit! Joshi hat gerade eine Prügelei gestartet!“

Er lachte sich schlapp, doch Rosies  Mundwinkel zogen sich Augenblicklich nach unten.

,, Wo?“

Wir folgten dem Jungen vor uns. Erschrocken schlug ich die Hände vor dem Mund zusammen. Woyme hatte uns nach draußen geführt, ein Stück weg vom Zelt. Joshis Nase seltsam gekrümmt, stand vor niemand geringerem als Tom Riff. Und da stand die beste Freundin der Beiden, Tutku, ein türkischstämmiges, wunderhübsches Mädchen. Und sie war den Tränen nahe.

,, Jungs hört auf!“, rief sie verzweifelt.

,, Er nimmt mir dich nicht weg!“, lallte Tom. ,, Tom!“

versuchte ich ihn zu beschwichtigen. Eine Menschenmenge hatte sich schon um uns gebildet. Gott sei Dank war der Sicherheitsdienst scheinbar woanders beschäftigt.

,, Du scheiß Arschloch!“, meldete sich nun auch Joshua zu Wort. War klar, dass der wieder persönlich werden musste. ,, Sie will nichts von dir! Sie es ein!“

Mit diesen Worten stürzte Tom sich auf seinen Freund wurde aber von niemand geringeres als Ian abgehalten. Dieser schmiss sich in die Mitte und versuchte Tom so gut es ging abzuhalten.

,, Jungs, beruhigt euch. Ich glaube der Alkohol spricht aus euch.“

Tom schnaubte nur empört blieb aber ruhig stehen. Dass er blutete bemerkte ich erst spät, besorgte aber sofort ein Taschentuch und hielt es ihm hin. Er schlug meine Hand allerdings nur lästig weg.

,, Verpiss dich!“, zischte er mich an. Erschrocken zuckte ich zurück und stoplerte zurück in die Reihe. Das hatte ich nicht erwartet. ,, Tom, übertreibe es nicht.“, diese Stimme kam mir nur zu bekannt vor.

,, Sag wenigstens Danke!“, der Unbekannte Freund von Ian kam auf mich zu. Er sah wohl meinen verschreckten Gesichtsausdruck, strich mir zärtlich mit dem Finger über die Wange. Diese Berührung ließ mich erschaudern und verlegen auf den Boden gucken.

,, Hast du Taschentücher?“, fragte er da. Nun fuhr mein Kopf erschrocken in die Höhe und fummelte sofort hastig die Packung Tempos aus meiner Tasche. Er lächelte mich an und bedankte sich. Dann ging er schnellen Schrittes auf Tom zu, welcher immer noch von Ian abgehalten wurde auf Joshua los zu gehen. Ich schaute die ganze Zeit verlegen auf den Boden, ich hatte das Gefühl jeder hier würde mich anstarren. Und dann fing mein Bauch an zu kribbeln und meine Handflächen wurden schwitzig. Mit Wucht warf der Junge Tom die Taschentücher an den Kopf, dieser bedankte sich nicht, sondern schien ihn anzufauchen, für diese grobe Behandlung. Doch schließlich nahm er die Tücher gerne an, stoppte den Blutfluss um sich später auf der Toilette. In Begleitung Ians verließ er schon bald den Schauplatz. Mein Weg führte mich Schnurstracks zu Tutku welche geschockt am Rand des Geschehens gestanden hatte und nahm sie in den Arm. Ich fragte nicht was passiert war.

,, Jungs sind Schweine.“, sagte ich nur und sie lachte auch sogleich, wischte sich die Tränen von der Wange. Ich hielt Ausschau nach dem Geheimnisvollen aber dieser schien mit Joshua verschwunden zu sein. Seufzend blickte ich zurück zu der kleineren.

,, Wo ist Ceren?“

Doch Tutku zuckte bei der Frage nach ihrer besten Freundin die Schultern.

,, Ich wollte sie heute eigentlich hier treffen. Wenn du sie siehst, kannst du ihr dann sagen, dass ich schon zuhause bin? Ich will nur noch ins Bett.“

Ich nickte verständnisvoll. ,, Ich lasse dich aber sicher nicht alleine gehen.“, murmelte ich.

Ich pfiff Woyme heran. ,, Woyme, bring mal Tutku nach Hause. Sonst wird die hier irgendwo aufgegabelt.“Woyme nickte nur willig und Tutku schien auch ganz froh über diese Unterstützung zu sein. Wir verabschiedeten uns. Ich verschwand wieder zurück ins Zelt und gesellte mich zu Caroline und Simon, welche von alldem gar nichts mitbekommen hatten. So schien es. Es dauerte nicht lange, da hatte ich mich wieder gefangen und beteiligte mich eifrig am Gespräch der beiden.

,, Hey.“, ich erschrak als ich die Stimme hinter mir vernahm und drehte mich blitzschnell um. Der Freund von Ian stand vor mir und lächelte mich breit an als er den riesigen Bierfleck auf meinem Kleid bemerkte. Kalt lief mir das Hopfengetränk das Dekolletee hinunter. Ich sollte in Zukunft aufpassen was die Umdrehungen anging. ,, Shit.“, entfuhr es mir und ich machte mich auf die Suche nach Servierten. Erfolglos, schließlich war das eine Party und kein Hundewaschsalon. Ich seufzte und machte mich auf den Weg zu Ausgang nur um von allen komisch angeschaut zu werden. Das rosige Kleid klebte am Körper und zeigte nur zu deutlich meinen BH. Mit gesenktem Kopf ging ich durch die Menge als ich plötzlich aufgehalten wurde und mir jemand eine Jacke überstreifte. Ich blickte an einem Männlichem Körper hoch in das besorgt aussehende Gesicht von Ians Mitbringsel. Ich kuschelte mich tief in die Jacke, schloss den Reisverschluss und hoffte, dass sie die Flecken am Kleid und auch die Durchsichtigkeit verdeckte. ,, Wo willst du hin?“, fragte er und wich mir nicht von der Seite. ,, Nach Hause, was anderes anziehen.“, seufzte ich. ,, Ich bringe dich eben, das geht schneller.“

Ich wusste nicht ob ich ihm vertrauen sollte oder nicht, aber ich tat es einfach. Und so setzte ich mich zu ihm in den Wagen und nannte ihm meine Adresse.

,, Was ist mit den Jungs geworden?“

Er zuckte die Schultern. ,, Ich habe Joshua ordentlich abgeduscht. Er wird das bereuen sich wegen einem Mädchen mit seinem Freund gestritten zu haben.“

,, Was, es ging um Tutku?“, fragte ich entsetzt nach. Er nickte. ,, Scheinen beide wohl ziemlich verknallt in sie zu sein.“ Ich nickte. ,, Kein Wunder.“ Ich dachte an das hübsche Mädchen. ,, Naja so toll sieht sie jetzt auch nicht aus.“ Erschrocken fuhr ich auf und starrte den Fahrer verwirrt an. Er warf mir nur einen Seitenblick zu. Ich schwieg und er fuhr mich sicher nach Hause, wartete bis ich mich umgezogen hatte und brachte mich wieder zurück. Nun wechselten wir kaum Worte, gelegentlich ein Danke oder Bitte. Oder immer wieder gerne. Ich war nachdenklich und auch irgendwie schlecht drauf, mein Kleid war versaut, und deswegen auch nicht sonderlich gesprächig. Und so wusste ich auch nicht wie er hieß als er mich vor dem Zelt ablud. Doch ich fragte auch nicht nach. Er meinte er müsse sowieso nach Hause und dass ich ruhig ohne ihn reingehen sollte und ich nickte einfach nur. Fragte nicht nach seinem Namen, seiner Telephonnummer, seiner E-Mail, seiner Adresse. Ich ließ ihn einfach wegfahren. Und dann erinnerte ich mich an seine Augen. Es waren warme braune Augen gewesen. Ich beschloss, dass ich diese Farbe mochte.
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