Forever by your Side

GeschichteDrama, Romanze / P18
Mira Babicheva Otabek Altin Victor Nikiforov Yakov Feltsman Yuri Katsuki Yuri Plisetsky
28.02.2017
20.04.2020
37
107.424
21
Alle Kapitel
47 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
28.02.2017 3.352
 
Hallo meine Lieben!

Dies ist meine erste FF die ich auf FF.de poste! Ich hoffe, dass ihr Gefallen daran findet und mir fleißig Reviews schreibt!

Da ich im Moment total auf Yuri on Ice steh, ist meine erste Story natürlich diesem Thema gewidmet. Ich werde mich bemühen, so flott wie möglich die Kapitel rauszuhauen. Da ich aber gerne länger Kapitel schreibe, seid mir nicht böse, falls es doch manchmal etwas länger geht!

Ich wünsche euch viel Spaß!

Euro Onee-sama1989

Wie öde. Das war ja noch schlimmer als das Bankett letztes Jahr. Yuri Plisetsky lehnte gelangweilt in der hintersten Ecke des großen Saals, in dem das alljährliche Abschluss Bankett des Grand Prix stattfand. Solche Veranstaltungen mochte er überhaupt nicht. Zu viele nervige Leute, zu viele nervige Reden, einfach zu viele nervige Dinge auf einem Haufen. Das einzig Positive das er sich für heute abgewinnen konnte, war die Tatsache, dass er das Schweinchen geschlagen hatte und damit auch gleich den alten Mann. Bei diesem Gedanken lächelte er und sein Blick wanderte automatisch zu den beiden Gestalten, die nicht weit von ihm standen. Yuuri Katsuki und Viktor Nikiforov. Er musste zugeben, auch wenn ihm das nicht leicht viel, irgendwie musste er ihnen doch danken, dafür das sie ihn immer wieder auf die Palme brachten und ihn dadurch motivierten sie in die Pfanne zu hauen. Was ja auch ziemlich gut funktioniert hatte! Diese vergangene Saison war ganz schön viel passiert.

Sein Blick streifte durch den restlichen Raum. Alle Anwesenden schienen viel Spaß zu haben. Man unterhielt sich, trank und aß und zum Teil tanzten die Leute auch schon miteinander. JJ zum Beispiel mit seiner ach so bekloppten Verlobten. Gott wie er diesen Kerl hasste. Die ständigen Beleidigungen in Form von Spitznamen wie „Prinzesschen“  oder „Lady“ gingen ihm gehörig auf die Eier. Wie der Kerl sich so schmalzig gerade mit seiner Zukünftigen herum drehte und so wieder einmal die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog, kam Yuri fast das gerade genossene Essen wieder hoch! Ok, also lieber schnell weiter schauen, bevor noch ein Unglück geschah!

Eigentlich, dachte er bei sich, könnte er doch ganz einfach von hier verschwinden. Einfach zur Türe raus, auf die Straße, raus aus dem ganzen Getümmel und weit, weit weg. Ihm war irgendwie nicht mehr so nach feiern. Er war erschöpft. Müde. Erst jetzt, da der ganze Druck von ihm gewichen war und sein Körper sich langsam aber sicher etwas entspannen konnte, merkte er, wie ausgelaugt er doch eigentlich war. Yakov und Lilia hatten ihn mit all ihrem Können überreden müssen, das er überhaupt heute nochmal aus dem Bett aufgestanden war, damit er hier auftaucht. Völlig in Gedanken versunken, starrte er in das Glas Sekt, das er in der Hand hielt. Gleich nach der Preisverleihung, als sie schon im Auto auf dem Weg zurück ins Hotel waren, hatte er seinen Großvater angerufen. Sein Opa hatte am Hörer geweint, so Stolz war er auf seinen Enkel gewesen. Da hatte auch Yuri sich nicht nochmal zusammen nehmen können und hatte bitterlich mit geheult. Gott sei Dank hatte das niemand der anderen Eiskunstläufer gesehen. Sein kleiner Nervenzusammenbruch direkt nach seiner Freien Kür war ihm schon peinlich genug gewesen.

Während er so dastand, immer noch in sein Glas starrend, merkte er nicht, wie sich ihm jemand näherte. Erst als ein zweites Sektglas inklusive Inhalt vor seinem Blickfeld auftauchte, schaute er auf. Vor ihm stand niemand anderes als Otabek Altin. Der Kasache sah ihn mit seinem üblichen, ruhigen Blick an und stieß sein Glas leicht gegen Yuri`s. Yuri war so perplex, dass er erst nicht genau wusste, was diese Geste den jetzt bedeuten sollte. Der dunkelhaarige setzte ein leichtes Lächeln auf bevor der leise zu sprechen begann.

„Nochmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Goldmedaille, russischer Soldat!“, sagte er und hob sein Glas an. Stimmt. Das war das zweite positive an diesem Abend. Auch wenn sie bis jetzt noch nicht sehr viel Zeit gehabt hatten, miteinander zu reden. Yuri schmunzelte. Er hob ein Glas ebenfalls an und stieß noch einmal richtig mit seinem Freund an. Kaum zu glauben, das sie erst seit ein paar Tagen befreundet waren. Es kam ihm so vor, als würden sie sich schon sehr, sehr viel länger kennen.

„Danke!“, antwortete er Otabek. Yuri wusste, dass er nicht mehr zu sagen brauchte. Sie nahmen beide einen Schluck von ihrem Sekt. Anschließend beobachteten sie wieder die anderen Gäste. Phichit war schon wieder einmal als Selfie König unterwegs und wollte natürlich ohne jemanden auszulassen, mit jedem ein Foto machen. Noch bevor Yuri sich irgendwie wehren konnte, wurde er auch schon geblitzt! Der helle Blitz der Handykamera tat in den Augen weh! „Oh man, Phichit! Kannst du einen nicht wenigsten vorwarnen, bevor du sowas machst?!“, schimpfte er los, während Otabek sich neben ihm immer noch über die Augen rieb. Phichit lachte und ging schnell ein Schritt zurück, bevor Yuri`s Hand, die sich auf dessen Worte hin selbständig gemacht hatte um ihm eine zu verpassen, ihn erreichen konnte. „Aber Yurijka! Nur so werden die Fotos doch erst richtig gut! Je spontaner, desto besser!“ , gluggste er. Yuri schien bei diesen Worten regelrecht das Knurren anzufangen. Bevor er nochmals seine Hand nach dem jungen Thai ausstrecken konnte, war dieser schon wieder davon gesprungen, um sich bei den Nächsten ein Foto zu klauen. Was bildete sich dieser freche Typ eigentlich ein! Der Blonde fuhr sich genervt durch die Haare. Dieser Abend war ehrlich, eine reine Katastrophe.

Ein Gewicht  auf seiner Schulter ließ ihn sich umdrehen. Otabek  hatte seine Hand auf Yuri`s Schulter gelegt und sah ihn mit einem entspannten Gesichtsausdruck an. Hatte der Kasache immer schon so schöne Augen gehabt? Eine zarte Röte legte sich auf die Wangen des Russen. Was um Himmels Willen dachte er denn da?!

„Sollen wir von hier verschwinden?“. Otabek sah ihn mit einem vielsagenden Blick an. Konnte der Kerl etwa Gedanken lesen? Das war ja schon beinahe Unheimlich! Aber egal, er wollte so oder so nicht mehr hier bleiben. Scheiß auf die ganzen Sponsoren und die anderen Leute hier. Ohne noch etwas zu sagen nickte er seinem Freund zu. Dieser nahm in bei der Hand, so als wäre es das normalste auf der Welt, und bahnte sich mit ihm einen Weg durch die Leute. Keiner schien es zu bemerken. Bis auf Viktor. Aus dem Augenwinkel hatte er bemerkt, dass sich Yuri und Otabek gemeinsam aus dem Staub machten. Vorsichtig stupste er Yuuri, der sich gerade mit Sara und Michele unterhalten hatte, an und bedeutete ihm sich Richtung Ausgang des Saales zu drehen. „Was ist? Waren das etwa…?“, fragte der dunkelhaarige Japaner neugierig. „Ja!“, antwortete ihm sein Verlobter amüsiert. „Unser Wildkätzchen verabschiedet sich einfach so von der Party!“. Yuuri sah etwas besorgt in die Richtung, in die Yurio mit Otabek verschwunden war. „Sollten wir nicht lieber Yakov oder Lilia Bescheid geben?“. Mit fragendem Blick sah er hinter sich, hoch zu Viktor, der immer noch mit einem breiten Grinsen dastand und einen großen Schluck Sekt nahm. Der große Mann mit den wunderschönen, türkisen Augen und den seidigen, Silbernen Haar legte seinen freien Arm um seinen Geliebten und drücke ihn etwas näher an sich. „Nein, nein“, säuselte er Yuuri ins Ohr. „Lass die Beiden nur machen. Falls Yakov fragt, sagen wir es ihm. Du kennst Yurio doch! Es war ihm sicher Langweilig!“. Yuuri war sich nicht so sicher, ob das so eine gute Idee war. Der russische Trainer konnte ganz schön streng sein, und wenn er erst heraus finden würde, dass sein Schützling einfach so ohne ein Wort zu sagen verschwunden war, würde er toben! Viktor merkte die Anspannung seines Freundes sofort und tätschelte ihm beruhigend den Kopf. „Keine Angst, ich weiß wie ich den alten Mann beschwichtigen muss, wenn es hart auf hart kommt!“, versicherte er ihm und gab in einen Kuss auf die Stirn. Bei dieser Geste wurde der Japaner rot im Gesicht. Mit einem erschrockenen „Vi-Viktor!“ drehte er sich zu seinem ehemaligen Couch um. Der Russe musste herzhaft lachen, als er ihn so sah! Er war einfach zu süß, wenn er sich genierte!

Auf den Straßen der wunderschönen Stadt Barcelona war am Abend noch einiges los, selbst zu dieser späteren Stunde. Gekonnt steuerte Otabek sein Motorrad durch die Straßen und Gassen und die Unmengen an Leuten die noch unterwegs waren. Yuri klammerte sich fest an seinen Freund. Nachdem sie sich aus dem Festsaal geschlichen hatten, war er mit Otabek zu dessen Maschine gelaufen, sie hatten sich die Helme aufgesetzt und waren einfach, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, losgefahren. Während die Lichter der Stadt an ihnen vorüber zogen, überkam dem Teenie etwas die Müdigkeit. Kurz schloss er die Augen und drückte sich noch etwas näher an seinen Fahrer. Dieser merkte es natürlich und musste schmunzeln. Er musste an ein Kätzchen denken, das sich abends auf dessen Besitzer zusammenrollte um schnurrend einzuschlafen. So fuhren sie noch eine ganze Weile. Yuri träumte etwas vor sich hin, lauschte dem Motorengeschäusch und seinem Herzschlag, der sich seltsamer weise nicht so richtig beruhigen wollte. Lag das an der aufregenden fahrt oder doch an seinem Freund, dem er jetzt so nahe war? Ganz tief in ihm wünschte er sich, das er immer so mit Otabek weiterfahren könnte. Fest an den starken Rücken des Älteren gelehnt, die Wärme spürend. Das war es was er jetzt wirklich wollte.

Plötzlich merkte er, wie sie stehen geblieben waren. Schläfrig richtete er sich wieder etwas auf, wobei er es bereute, sich von dem angenehm warmen Gefühl  des Dahingleitens lösen zu müssen. Sie waren am Strand angekommen. Obwohl das wohl nicht das eigentliche Ziel gewesen war. Yuri zog den Helm aus und schüttelte den Kopf, um wieder etwas wach zu werden. Auch Otabek hatte sich bereits von seinem Helm befreit und sah auf die weite See hinaus. Man konnte kaum glauben wie schön das Meer auch bei Nacht sein konnte. Sie stiegen von der Maschine und liefen über den weichen Sand. Der Wind war kalt zu dieser Jahreszeit, es war ja schon bald Weihnachten, und so war es nicht verwunderlich, dass Yuri mit seiner viel zu dünnen Jacke zu zittern begann. Seltsam, vorhin war ihm noch nicht so kalt gewesen. Er versuchte sich etwas mehr in die Sportjacke zu kuscheln. Otabek war nicht entgangen, das sein bester Freund furchtbar zu frieren schien. Er machte sich jetzt doch etwas Vorwürfe. Vielleicht hätten sie doch nicht so fluchtartig das Hotel verlassen, und sich erstmals umziehen sollen. Entschlossen zog er seine Motoradjacke aus und legte sie um die schmalen Schultern des Jüngeren. Als dieser das Gewicht des Kleidungsstücks bemerkte, sah er zu Otabek auf. Es brauchte ein paar Sekunden, bevor der Blonde sich zu ihm drehte und ihn mit hochrotem Kopf an maulte. „He, was soll das?!“, schnaubte er auf. Otabek war jedoch die Ruhe selbst. Er sah seinen Freund wie immer gelassen an und antwortete:“ Dir ist doch kalt? Oder nicht?“. Das schien den jungen Russen etwas aus der Fassung zu bringen. Bevor er noch etwas Weiteres sagte, seufzte er und sah wieder Richtung Meer. So standen sie eine ganze Zeit lang da. Man konnte nur den Wind hören, sonst war niemand am Strand, sie waren für sich allein. Yuri war froh, die dicke Jacke von seinem Freund bekommen zu haben. Es war ihm schon viel wärmer.

Auf einmal wurde ihm Bewusst, dass das heute das letzte Treffen zwischen ihnen sein könnte, für eine sehr lange Zeit. Verlegen blinzelte er zu dem Kasachen neben sich. Sie hatten seit dem Tag an dem er ihn vor seiner wildgewordenen Fan Girl Gruppe gerettet hatte, nicht mehr wirklich miteinander gesprochen. Er war neugierig. Er wollte mehr über seinen stillen Freund wissen. Nicht dass es ihn störte, das er eher der ruhige Typ war! Im Gegenteil, es gefiel ihm. Bei Otabek wusste er, dass er nichts zu sagen brauchte. Er fühlte sich einfach wohl bei dem Älteren. Er fasste sich ein Herz und holte gerade Luft, um ihn etwas zu fragen, als der Ältere ihm jedoch zuvor kam.

„Was hast du denn jetzt geplant für die nächste Zeit?“, drang die dunkle Stimme an Yuri`s Ohr. Er war beinahe etwas überrumpelt von der Frage. Ja, was hatte er den vor? Er überlegt kurz bevor er eine Antwort gab. „Hmmm, so genau hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Aber ich denke mal das ich erst mal Urlaub mach! Vielleicht geh ich nochmal nach Hasetsu. Viktor will ja jetzt wieder selber laufen, da ich mir aber sicher bin, das er auch erst mal mit seinem bescheuerten Katsudon mitgehen will…“, fing er an. Otabek sah ihn etwas erstaunt an. „Ich dachte du könntest ihn und Katsuki nicht leiden?“. Yuri fühlte sich ertappt. Man, musste der Kasache ihn so einfach durchschauen?! Er räusperte sich kurz und versuchte mit ruhiger Stimme weiter zu reden. „Ich geh nur mit, weil Viktor mir immer noch ein paar Trainingseinheiten schuldig ist, dass ist alles!“ Otabek sah, wie sein kleiner Freund leicht rot wurde und sich empört zur Seite drehte. Das brachte ihn dazu, zu schmunzeln. Yuri entging das jedoch nicht. Forsch drehte er sich um und packte den etwas größeren am Ärmel. „He, was gibt es denn da zu Grinsen?!“, blaffte er. Das bewirkte aber genau das Gegenteil von dem, was Yuri damit bezwecken wollte. Otabek brach in ein herzliches Lachen aus. Der Blondschopf traute seinen Ohren nicht! Da lachte ihn dieser unverschämte Kerl doch einfach aus! Sein Gesicht wurde heiß und puterrot, und er begann in allen möglichen und unmöglichen russischen Flüchen die ihm auf die Schnelle einfielen, über Otabek zu schimpfen! Dieser war sich ganz sicher, gleich platzen zu müssen! So gelacht hatte er schon eine Ewigkeit nicht mehr! Bevor sein Freund sich noch mehr aufregen konnte als eh schon, ergriff er die einzige Möglichkeit ihn zu beruhigen, die ihm gerade einfiel. Mit einem Ruck zog er den immer noch wie ein Rohrspatz schimpfenden Yuri in den Arm, und drückte ihn fest an sich.

Der Teenager wusste gar nicht, wie ihm geschah! Sein Herz schien kurz aussetzen zu wollen. Zuerst dachte er daran, sich zu wehren, aber dann ließ er es doch lieber bleiben. Zu Otabek`s und auch Yuri`s Überraschung, erwiderte der jüngere die Umarmung und kam dem dunkelhaarigen noch etwas näher. Auf einmal war Yuri furchtbar traurig. Er vergrub sein Gesicht an der Brust seines Freundes und atmete seinen Duft ganz tief ein. Er roch nach einem ganz bestimmten After Shave! Er hatte ihn schon einmal fragen wollte, was für eines er da benutzte. Otabek war etwas erstaunt. Er fühlte, dass den zierlichen Jungen etwas beschäftigte. „Yura?“, fragte er ihn leise. Der schaute erstaunt, mit roten Wangen und glasigen Augen, zu ihm auf. Noch niemand, außer seinem Opa, hatten ihn so genannt. Es war sein Kosename, dem sein Großvater immer benutzt hatte, wenn er weinend als Kind aus einem Alptraum erwacht war. Diesen Namen jetzt von dem starken jungen Mann vor ihm zu hören, ließ sein Herz wieder etwas schneller schlagen. Wie von selbst und ganz selbstverständlich, hob Otabek seine Hand und strich Yuri über die Wange. Seine Augen waren nur auf dieses schöne, unschuldig wirkende Gesicht mit den wunderschönen, Katzenartigen Augen gerichtet. Er versuchte in ihnen zu lesen, herauszufinden, was ihm fehlte. „Was hast du denn?“, fragte er ihn nochmal ganz sanft. Yuri konnte sich nicht überwinden, sich von seinem Freund zu lösen. Was war das nur für ein seltsames Gefühl? Im war heiß und kalt zugleich, und in seinem Bauch schien ein Haufen Schmetterlinge Rumba zu tanzen. Und gleichzeitig zog sich sein Herz schmerzhaft zusammen, bei dem Gedanken, dass er Otabek vielleicht eine ganze Weile nicht sehen würde können. Er wollte doch noch so viel mit ihm unternehmen! Über so viele Dinge mit ihm reden! Ihn besser Kennen lernen. Doch dafür war nun leider nicht mehr so viel Zeit. Und der Kasache hatte sicherlich andere Sachen zu tun, als sich immer nur Zeit für ihn zu nehmen. Er ließ den Kopf wieder sinken und drückte seine Stirn gegen die muskulöse Brust seines Freundes. Und ehe er sich zusammenreißen konnte, fing er auch schon an zu reden.

„Ich weiß nicht… ich meine! Ach scheiße! Ich bin irgendwie traurig, das wir bald von hier verschwinden. Und dann bist du so weit weg! Ich hatte noch nie einen richtigen Freund! Ich wollte noch so viel von dir wissen und ich… ich wollte doch noch etwas Zeit mit dir verbringen. Bei dem ganzen Stress mit dem GP Finale hatten wir aber nicht die Zeit dafür. Ich hab Angst, dass wenn wir jetzt auseinander gehen, dass unsere Freundschaft dann darunter leidet…. Und die haben wir doch gerade erst geschlossen…“ Mit einem Mal wurde Otabek bewusst, wie viel das alles dem jungen Russen bedeutete. Er selbst wusste, wie es sich anfühlte, ohne Freunde zu sein. Natürlich hatte Yuri nie viel Wert auf solche Freundschaften gelegt. Aber seit dieser Saison, seit er zusammen mit Viktor in Hasetsu bei dem Katsudon gewesen war, hatte er angefangen, an so Dinge zu denken. Und jetzt, da er endlich jemanden hatte, der ihn so nahm wie er war, ohne sich über seine zugegenermaßen ziemlich kratzbürstigen Wutausbrüche aufzuregen und seine Macken zu akzeptieren, da hatte er furchtbare Angst, dass alles wieder zu verlieren.

„Keine Angst!“, antwortete Otabek, während er Yuri sanft von sich wegdrückte, damit der wieder hochsehen konnte. Dieser tat das schon fast automatisch. Mit feuchten Augen und einer Schnute ziehend sah er dem Älteren ins Gesicht. Der Größere lächelte ihn sanftmütig an, strich dem Blondschopf eine Strähne aus den Augen bevor er weiter sprach. „Ich verspreche dir, dass das nicht passieren wird! Ich werde dir jeden Tag schreiben, und wir können über WhatsApp auch telefonieren. Ich werde nicht zulassen, dass unsere Freundschaft verschwindet. Und sobald ich kann, werde ich dich besuchen kommen! Oder du mich! Glaub mir! Alles wird gut! So schnell wirst du mich so oder so nicht mehr los!“. Sein Lächeln wurde noch etwas breiter, als sich Yuri nochmal in eine Umarmung warf und heißer gegen seine Brust ein „Versprochen?“ hauchte. Otabek nickte und strick ihm über das lange blonde Haar. Wer hätte gedacht, dass sein vorlauter, russischer Soldat, der so verbissen und frech sein konnte, auch solche Seiten hatte.

Wie lange sie so dastanden, den anderen im Arm, wussten sie nicht so genau. Erst als Otabek die Stille mit einem lauten Niesen unterbrach, tauchte Yuri aus seinen Gedanken wieder auf. Erschrocken bemerkte er, das der Kasache ganz elendig zitterte. Ihm musste unglaublich kalt sein. Entschlossen zog er die Motoradjacke wieder aus, schmieß sie über die Schultern der verblüfft dreinschauenden Otabek und zog ihn mit den Worten: „Los wir gehen! Du bist ja schon ganz durchgefroren! Warum machst du aber auch nicht deinen Mund auf! Wenn du jetzt krank wirst, reiß ich dir den Kopf ab!“ mit sich mit! Ein warmes, wohliges Gefühl breitete sich in dem Dunkelhaarigen Eisläufer aus, während er so hinter seinem kleineren Freund herging. Ja, er würde alles dafür tun, um ihn besser kennen zu lernen und ihn wenn nötig zu beschützen.

Als sie wieder im Hotel ankamen, war das Bankett schon fast zu Ende. Es erwartete sie ein ziemlich schlecht gelaunten Yakov und eine überbesorge Lilia, die sofort beide furchtbar zu zettern begannen, kaum waren sie zur Eingangstüre herein gekommen. Yuri war das herzlich egal, noch bevor Yakov weiter schimpfen konnte, verabschiedete er sich nochmal bei Otabek, indem er ihn umarmte und Danke sagte, und war kurz darauf im Aufzug verschwunden. Die beiden Trainer sahen vollkommen aus der Fassung ihrem jungen Schützling nach. Na warte, das würde noch ärger geben. Auch Otabek`s Trainer schimpfte mit ihm, immerhin hatte er extra ein paar der Sponsoren angesprochen, und dann war sein Schüler einfach nicht anwesend. Doch Otabek hörte schon gar nicht mehr zu. Mit einer kurzen Entschuldigung und das er jetzt sehr müde wäre, machte er sich ebenfalls  auf den Weg in sein Zimmer. Die zurück gelassenen Trainer sahen sich an, schüttelten den Kopf und machten sich mit einem Gute Nacht auch auf den Weg in ihre Gemächer. Was für eine Saison! Noch seltsamer konnte es doch gar nicht mehr werden!

Soooooo das war es mal fürs erste! Ich hoffe es hat euch gefallen! Und wenn ihr mehr von Otayuri haben wollt, schreibt es in die Reviews!  Danke an alle die das lesen!

Lg eure Onee-sama1989
Review schreiben