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Von guten Menschen und Todessern

von Yavannaa
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Gen
Andromeda Tonks Draco Malfoy Narzissa Malfoy Nymphadora Tonks Severus Snape
26.02.2017
12.05.2018
24
67.770
10
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30.04.2017 2.710
 
Kapitel 7 - Große, glückliche Familie?

Einige Zeit später saßen Draco und Narcissa, mit Cyrus auf dem Schoß, im Wohnzimmer der Familie Tonks.
Severus war nicht mit hereingekommen. Er hatte sich bereits an der Straßenecke verabschiedet und war nach Hogwarts zu einem Treffen mit Dumbledore aufgebrochen. Diese Arbeit als Spion verlangte ihm einiges ab, von daher war Narcissa froh gewesen, dass er sie wenigstens bis zur Nachbarschaft begleitet hatte. Wer weiß, ob sie ansonsten nicht doch einen Rückzieher gemacht hätte.
Außerdem war er der Meinung gewesen, dass es nicht sehr klug wäre auf Nymphadora zu treffen und auch da musste Narcissa ihm zustimmen. Genau wie der Großteil des Ordens, misstraute sie ihm schon genug. Von seiner langjährigen Freundschaft zu den Malfoys brauchte sie daher nichts zu wissen. Vor allem, da sie bei Narcissas letztem Aufenthalt keinen Hehl daraus gemacht hatte, was sie von ihrer Tante hielt.

Um etwas genauer zu sein, Narcissa saß. Draco stand daneben, verzog leicht das Gesicht und versuchte nicht allzu viel zu berühren. Es war ihm deutlich anzusehen, dass das hier für ihn noch immer ein schlechter Scherz war.
Außer einer kurzen Begrüßung aller Personen war noch kein Wort gesprochen worden. Stattdessen beäugten sich die Anwesenden gegenseitig mit kritischen Blicken, während Cyrus sich an seine Mama kuschelte.

Andromeda saß zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter. Ted Tonks sah noch genauso aus, wie Narcissa ihn in Erinnerung hatte. Groß, kurze blonde Haare und ausdrucksstarke, braune Augen.
Nymphadoras Haare hatten an diesem Tag mal wieder einen angriffslustigen, feurigen Rotton angenommen und ihr Gesichtsausdruck sagte mehr als deutlich, dass die drei Malfoys nicht willkommen waren.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Andromeda musterte ihre Schwester mit wachsamen Augen. Wenn sie nervös war, und Andromeda vermutete, dass das der Fall war, so ließ sie es sich jedenfalls nicht anmerken. Narcissa hatte ihre Mimik, wie schon seit ihrer Jugend, absolut unter Kontrolle.

Ihrem Jungen dagegen war der Unmut über seine Anwesenheit in diesem Haus schon eher anzusehen. Die Ältere sah ihren Neffen an diesem Tag zum ersten Mal. Ein hübscher Bengel. So sehr er äußerlich seinem Vater glich, so war seine Ausstrahlung die seiner Mutter. Stolz und scheinbar unnahbar.
Andromedas Blick wandte sich nun dem Kleinen auf dem Schoß ihrer Schwester zu. Er war der Jüngsten der Blackschwestern wie aus dem Gesicht geschnitten. Mit großen Augen sah er sich im Wohnzimmer um, aber immer darauf bedacht die anderen Menschen im Raum nicht direkt anzuschauen. Dabei hielt er einen kleinen, grünen Stoffdrachen fest umklammert.

„Nun, Narcissa“, sagte Andromeda an ihre Schwester gewandt. „Ich hatte nicht so schnell mit einer Reaktion gerechnet.“
„Sagen wir einfach, einige unglückliche Umstände haben mich zum Handeln gezwungen.“
Dora schnaubte bei diesen Worten, was ihr einen bösen Blick ihrer Mutter einbrachte.
Narcissa aber ignorierte ihre Nichte und fuhr fort, „Wie ich dir bereits gesagt hatte, habe ich die Befürchtung, dass es für Cyrus in naher Zukunft nicht besonders sicher sein wird. Draco geht bald wieder nach Hogwarts und der Kleine ...“
„Was genau willst du das wir tun?“, wurde sie von Ted unterbrochen.
Narcissa sah ihm direkt in die durchdringenden Augen. „Ich möchte, dass ihr Cyrus bei euch aufnehmt. Hier wird ihn niemand suchen und er wäre in Sicherheit.“
„Vor Du-weißt-schon-wem, meinst du? Ist der Kleine euch im Weg, wenn ihr loszieht, um seine Befehle auszuführen?“, giftete Dora.
„Nymphadora!“, herrschte ihre Mutter sie an, während Draco seine Cousine böse anfunkelte.
Narcissa dagegen hatte bei dieser Anschuldigung keine Miene verzogen. „Ist schon gut, Andromeda. Sie hat allen Grund mir zu misstrauen.“

Sie wandte sich nun Dora zu. „Der Dunkle Lord schreckt nicht davor zurück selbst Kinder zu benutzen, um deren Eltern zu erpressen. Ich will nicht darauf warten, dass Cyrus dafür missbraucht wird. Deshalb ist es für ihn bei uns nicht sicher. Er sollte die Chance auf eine unbeschwerte Kindheit haben – ohne der Anwesenheit des Dunklen Lords ausgesetzt zu sein.“
„Also gibst du zu, dass ihr auf seiner Seite steht!“, sagte Dora und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Selbst wenn ich das gesagt hätte, das tut hier nichts zur Sache, meine Liebe“, antwortete Narcissa ruhig. „Sei mir nicht böse, aber es gibt Dinge, die du nicht verstehen kannst.“
Bevor Dora etwas erwidern konnte, redete Andromeda dazwischen. „Darum geht es hier auch gar nicht, oder? Es geht nur um das Kind“, sagte sie und blickte auf den Jüngsten im Raum, der sie aus großen silbernen Augen ansah. Dora blickte beleidigt zwischen den beiden Schwestern hin und her, Ted beobachtete stumm das Geschehen und Draco schaute sich mürrisch im Zimmer um.

„Sieh mal, Cyrus, das ist deine Tante Andromeda. Geh mal zu ihr, mein Schatz“, sagte Narcissa zu ihrem Sohn und stellte ihn auf seine kurzen Beinchen. Cyrus wusste wohl nicht so ganz was genau er machen sollte, also streckte Andromeda kurzerhand die Arme aus und lockte den Kleinen zu sich. Ein Strahlen breitete sich auf dem kleinen Gesichtchen aus und er lief, seinen Drachen noch immer fest umklammert, in Andromedas Arme.

„Hallo kleiner Mann“, sagte Andromeda mit einem Lächeln im Gesicht. Cyrus gluckste fröhlich und hielt ihr sein Stofftier entgegen.
„Daco“, quiekte er.
„Er hat seinen Drachen nach Draco benannt“, antwortete Narcissa auf die fragende Miene ihrer Schwester.
„Na das passt ja“, lachte Andromeda.

Das waren die ersten zwei Sätze, die sie wie ganz normale Schwestern miteinander sprachen und ein Gefühl der Sehnsucht machte sich in Andromeda breit. Vielleicht konnte diese Sache hier ja noch mehr bewirken als der Schutz des kleinen Cyrus. Vielleicht gab es doch Hoffnungen, auf eine ganz normale familiäre Beziehung.

Aber sie hatte sich wohl zu früh gefreut. Teds Miene war gelassen und er hatte sich sogar zu dem Kleinen herübergebeugt. Bei ihrer Tochter und Narcissas Ältestem sah es allerdings anders aus. Beiden war der Unmut über die Situation deutlich anzusehen. Draco hatte begonnen auf seine Mutter einzureden und nebenbei sah er mit wütend blitzenden Augen zu ihrem Mann, welcher Anstalten machte, Cyrus auf seinen Schoß zu setzen. Auch Nymphadoras Blick war alles andere als wohlwollend. Sie machte sich nicht einmal die Mühe ihre Ablehnung zu verbergen.

„Draco, es reicht!“ Narcissas Stimme kam schneidend. „Ich will nichts mehr hören!“ Der Angesprochene schnaubte, sagte aber nichts mehr. Auch ihre eigene Tochter blieb zum Glück stumm, aber Andromeda wusste, dass sie ihrem Ärger zu späterer Stunde Luft machen würde.

Cyrus hatte in der Zwischenzeit zugelassen, dass Ted ihn auf seinen Schoß hob und kicherte über die Grimassen, die sein Onkel machte. Wenigstens einer hatte seine Meinung schnell geändert. Seine Frau lächelte bei diesem Anblick. Ja, ihr Mann konnte schon immer gut mit Kindern.

Es war wieder Narcissa, die die Stille unterbrach. „Wir werden euch natürlich unterstützen. Vor allem was das Finanzielle angeht. Ihr sollt keinen Nachteil haben, wenn ihr eine weitere Person versorgen müsst. Sein Hauself steht euch ebenfalls zur Verfügung.“
„Er hat einen Hauselfen?“, funkte Dora angewidert dazwischen.
„Jedes Mitglied einer ehrenhaften, reinblütigen Familie hat einen Hauselfen“, giftete Draco sofort.
Dora Augen blitzten angriffslustig in seine Richtung, was Draco mit demselben Ausdruck erwiderte.
„Dora, das ist in Reinblüterfamilien nun mal nichts Ungewöhnliches, also beruhig dich, bitte“, sagte Andromeda schnell, um die beiden voneinander abzulenken. „Ich danke dir Narcissa, aber der Hauself wird wirklich nicht nötig sein. Wir werden ihn schon zu versorgen wissen. Wie ich dir bereits geschrieben hatte, bin ich bereit dir zu helfen.“
Dieser Satz brachte ihr einen dankbaren und erleichterten Blick ihrer Schwester ein.

Ted hatte Cyrus auf den Boden gelassen, damit dieser wieder zu Narcissa und Draco laufen konnte. Seine anfängliche Scheu schien er vollständig überwunden zu haben. Nur zu Dora traute er sich noch nicht. Das war bei der bösen Miene, die sie zur Schau stellte aber auch kein Wunder.

„Tse, du bist unglaublich Mum. Macht ihr mal weiter auf große, glückliche Familie, ich muss los.“ Damit stand Dora auf und ging eilig Richtung Haustür, bevor irgendjemand sie hätte aufhalten können.
Die übrigen Personen schauten ihr stumm und im Falle von Narcissa, sorgenvoll hinterher.
„Keine Sorge, sie wird nichts verraten. Das hier ist eine Sache zwischen uns“, sagte Andromeda und Narcissa nickte nur.

Inzwischen hatte Draco seinen kleinen Bruder auf den Arm genommen und er sah nicht so aus, als würde er ihn jemals wieder loslassen wollen. Sein Griff wurde noch etwas fester, als Narcissa sich langsam erhob und meinte, dass es Zeit wäre zu gehen. Dracos Blick war nun vorwurfsvoll auf seine Mutter gerichtet.
„Draco, bitte. Es ist das Beste für ihn“, sagte sie leise.
Ihr Sohn sträubte sich und schaute angewidert zu Ted und Andromeda, ehe Narcissa ihm den Kleinen schon beinahe aus den Armen riss.
„Du bleibst eine Weile bei Tante Andromeda, mein Kleiner“, flüsterte die ehemalige Black und gab ihrem Jüngsten einen Kuss auf den Haaransatz. Ihre Miene zeigte dabei keinerlei Regung, aber Andromeda konnte dennoch erkennen, dass ihre kühle Maske Risse bekommen hatte.
Ted nahm ihr Cyrus aus dem Arm und nickte ihr aufmunternd zu. Narcissa sah den beiden hinterher, als Ted mit ihrem Sohn den Raum verließ, um ihm den Garten zu zeigen. Andromeda war froh, dass ihr Mann mitdachte und den Kleinen ablenkte.

Ein Außenstehender hätte bei Narcissa Nichts als die kalte Fassade gesehen, auf der sich keinerlei Emotionen spiegelten, doch Andromeda konnte die Tränen erkennen, die ihre Schwester zurückhielt.
Sie sah noch einmal kurz zu Andromeda. „Er liebt es, wenn ich ihm etwas vorsinge und ... und wenn Draco ihm eine Geschichte vorliest“, flüsterte sie.
Dann drehte sich eilig um und hastete Richtung Haustür. Als sie diese öffnen wollte, ließ die Stimme ihrer Schwester sie kurz innehalten.
„Du kannst ihn jederzeit besuchen, Cissy!“, sprach Andromeda sanft. Narcissa drehte sich nicht um, sondern ging, gefolgt von Draco, hastig aus dem Haus.

Die Ältere hatte Mitleid mit ihr. Gleichzeitig bewunderte sie ihre kleine Schwester dafür, dass sie bereit war diesen Schritt zu gehen. Ebenso dafür, dass sie den Mut gefunden hatte, sich ausgerechnet an sie zu wenden.
‚Ich werde dich nicht enttäuschen, Kleines’, dachte sie.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Tonks war wütend. Am Liebsten würde sie direkt zu Mad-Eye gehen und die ganze Todesserfamilie hochnehmen. Aber erstens hatte sie keine Beweise, dass ihre liebe Tante da wirklich mit drinsteckte und zweitens würde ihre Mutter ihr das wahrscheinlich niemals verzeihen. Es war unglaublich, aber wie es aussah, war diese wirklich so naiv und glaubte dieser Todesserin jedes Wort. Es reichte ja noch nicht, dass die Familie aus Todessern bestand. Nein, man musste sie auch noch in das eigene Haus einladen und deren Brut aufziehen!

Tonks musste da einfach raus. Es war noch Zeit, bis der Orden sich traf, aber sie hatte dieses geheuchelte Familientreffen nicht mehr ausgehalten. Ihre Tante, die die Dreistigkeit besaß, aufzutauchen und ihre Mutter zu benutzen, um ihr Kind abzuschieben. Dann noch ihr lieber Cousin. Die anderen hatten Recht gehabt, er war genau so, wie Ron und die Zwillinge ihn beschrieben haben - ein arroganter, verzogener Schnösel. Allein die Miene, die er die ganze Zeit verzogen hat. Tonks wusste bereits jetzt, dass sie ihn nicht mochte und sie wusste, dass sich das in Zukunft auch nicht ändern würde.
Als sie noch klein war, hatte sie oft gefragt, warum ihre Mutter nie über ihre Schwestern sprach. Dann hatte sie irgendwann durch das Belauschen ihrer Eltern erfahren, dass sie einen kleinen Cousin bekommen hatte und hatte sich schon heimlich darauf gefreut mit ihm spielen zu können – umsonst natürlich.
Aber heute? Sie war froh darum, dass sie mit diesen Menschen nie etwas zu tun haben musste. Wenn es nach ihr ginge, könnten die Malfoys gerne ganz schnell wieder aus ihrem Leben verschwinden!

Inzwischen war Tonks am Grimmauldplatz angekommen. Glücklicherweise hatte sie sich mittlerweile wieder so weit im Griff, dass sie die Haustür leise hinter sich ins Schloss fallen ließ, anstatt sie wie gewohnt hinter sich zuzuschmeißen. Die Küchentür stand offen und ein roter, zu einem Pferdeschwanz gebundener Haarschopf war sichtbar.
„Hey Bill“, rief Tonks und lief auf ihn zu. Sie freute sich so sehr ihn zu sehen, dass sie den Schrimständer vergaß und über ihn stolperte, sodass dieser laut scheppernd zu Boden fiel.
„SCHLAMMBLÜTER, BLUTSVERRÄTER!“, hallte es sofort durch das Haus.
„Ups, Tschuldigung, Leute“, sagte Tonks schnell, als Bill, Remus und Sirius aus der Küche kamen und sie leicht vorwurfsvoll ansahen.
„Verdammt, halt den Mund, du alte Sabberhexe!“, fauchte Sirius in Richtung des Geschreis, ehe er mit einem Wink seines Zauberstabes die Vorhänge des Portraits zugezogen und seine geliebte Mutter wieder zum Schweigen gebracht hatte.

„Allmählich solltest du wissen, dass da der Schirmständer steht, Tonks“, grinste Bill.
„Jaaa, ist ja gut“, antwortete Tonks genervt, konnte sich aber ein Grinsen nicht verkneifen.
„Wo sind denn die anderen?“
„Meine Mutter hat sie mal wieder zum Putzen verdonnert. Sie hat sich echt vorgenommen, das Haus hier bewohnbar zu machen“, meinte Bill und verdrehte leicht die Augen.
„Na, dann hat sie ja noch einiges vor“, grinste Tonks, während sie einige dicke Spinnweben über der Küchentür begutachtete.

Ihre schlechte Laune war schon fast verflogen. Wie viel die Menschen um einen herum doch ausmachen konnten. Sie sah wieder zu Bill und musterte ihn. Seine Mutter hatte bei den letzten Treffen dauernd über seine Frisur und seinen Ohrring gemeckert.
„So kann man doch nicht rumlaufen“, hatte sie immer gesagt.
Tonks gefiel dieses rebellische Aussehen. Damals in Hogwarts war sie sogar heimlich in ihn verknallt gewesen. Aber während ihrer Schulzeit hatte sie nicht wirklich etwas mit den Weasleys zu tun gehabt. Charlie war zwar in ihrem Jahrgang, ging aber, wie sein Bruder nach Gryffindor, während sie selbst in Hufflepuff zu Hause gewesen war. Während der letzten Wochen hatte sie die meisten Mitglieder der Familie Weasley durch die Arbeit beim Orden näher kennengelernt und sie mochte sie wirklich gern. Besonders mit Bill verstand sie sich super.

„Du bist heute früh dran, Tonks“, holte Sirius sie aus ihren Gedanken.
„Na ja, ich musste zu Hause raus. Kleine Meinungsverschiedenheit mit meiner Mutter.“
„Ok, willst du ...?“, fragte Bill.
„Wie? Ach was, das war nichts Ernstes“, lachte Tonks und wechselte sofort das Thema.
„Weiß schon jemand was Mad-Eye für heute geplant hat?“
Es war Remus, der ihr antwortete. „Genaues hat er noch nicht gesagt. Er erzählte nur irgendetwas über ein altes Anwesen, das wir observieren sollten. Aber er kommt ja gleich, dann wissen wir mehr.“
„Ich liebe Observationen. Dann kann ich meine neue Tarnung ausprobieren“, grinste Tonks voller Vorfreude.
„Was hast du denn diesmal geplant, Tonks?“, fragte Bill neugierig.
„Lass dich überraschen“, grinste die Angesprochene und zwinkerte ihm zu, ehe sie sich an den dritten in ihrer Runde wandte „Gehen wir zusammen, Remus?“
„Ganz langsam. Wie gesagt, Alastor kommt gleich.“
Da war er wieder, dieser beinahe schüchterne Ausdruck, als wäre es ihm peinlich, wenn man ihm näher kam. Sie wusste nicht warum, aber sie musste zugeben, dass er etwas Interessantes an sich hatte. Leider war er nicht sehr gesprächig, aber aus Sirius konnte sie bestimmt etwas über ihn herausbekommen. Wie sie erfahren hatte, waren die Beiden ja beste Freunde.

„Tonks, schön dich zu sehen, mein Kind!“ Molly Weasley war in der Tür erschienen und hatte sie gleich in den Arm genommen.
„Hallo Molly!“
„Du kommst genau zur richtigen Zeit. Ich wollte gerade eine Kleinigkeit zu Essen machen. Jetzt, wo das Wohnzimmer endlich frei von Doxys ist. Bill, mein Schatz, erinnere mich daran, dass ich Alastor darum bitte, den Schreibtisch im Arbeitszimmer zu untersuchen. Ich schätze da hat sich ein Irrwicht eingenistet, vielleicht kann er das überprüfen.“
„Klar, Mum, mach ich.“
Ohne weiter auf die anderen Personen zu achten, hatte Molly bereits angefangen einige Brote zu belegen. Sie hatte es sich allerdings nicht nehmen lassen, Sirius vorher noch einen bösen Blick zuzuwerfen.
„Warte, Molly, ich helfe dir“, bot Tonks sofort an.

Ihr war der eisige Blick, den Molly Sirius zugeworfen hatte, nicht entgangen. Wie es aussah, war das Verhältnis der Beiden immer noch angespannt. Tonks seufzte. Sie konnte Sirius ja verstehen. Er saß hier fest und konnte nichts machen. Und Molly machte sich Sorgen um ihre Familie, das war ebenso verständlich. Allerdings übertrieb sie es, fand Tonks. Molly konnte kaum erwarten, dass es etwas bringen würde, den Kids alle Informationen bezüglich des Ordens vorzuenthalten. Sie nahm sich vor, zu späterer Zeit mit Bill darüber zu sprechen. Die angespannte Stimmung im Haus brachte niemanden weiter. Sie wünschte nur, sie könnte mit ihm über die Situation bei ihr zu Hause reden, aber das war leider unmöglich.
Wenigstens war sie durch den Orden für die nächsten paar Stunden etwas abgelenkt. Und danach würde sie sich ihre Mutter vornehmen!
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