Von guten Menschen und Todessern

von Yavannaa
GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Andromeda Tonks Draco Malfoy Narzissa Malfoy Nymphadora Tonks Severus Snape
26.02.2017
12.05.2018
24
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Kapitel 1 - Er ist zurück

Vierzehn Jahre lang hatte Narcissa das Leben, das sie immer haben wollte. Sie hatte ihre Familie und war in der Gesellschaft aufgrund ihrer Herkunft und ihres Wohlstandes hoch angesehen. Die Tatsache, dass die Schlammblüter sich nach dem Fall des Dunklen Lords immer weiter ausgebreitet hatten, war ihr noch immer ein Dorn im Auge. Aber sie musste sich eingestehen, dass die Wahl zwischen ein oder zwei Schlammblütern mehr oder der Knechtschaft unter dem Dunklen Lord – nicht anderes war es gewesen – zugunsten der Schlammblüter ausfiel. Das machte sie keinesfalls besser, aber sie ging ihnen eben einfach aus dem Weg und lebte in ihrer eigenen kleinen Welt, in der die, ihrer Meinung nach, richtige Ordnung herrschte.

Doch das letzte Jahr war anders gewesen. Eines Morgens hatte sie bemerkt, dass sich das Mal auf Lucius Unterarm veränderte. Als ob es erwachen würde. Die Gerüchte über eine Rückkehr des Dunklen Lords häuften sich. Seine ehemaligen Anhänger, zumindest die, die nicht in Askaban gelandet waren, trafen sich immer öfter. Die alte Angst war zurück. Die Angst um ihre Familie.

Nun stand sie hier. Im Zimmer ihres Sohnes. Sie schaute auf den schlafende Gestalt und musste an Dracos ersten Geburtstag zurückdenken. Nachdem der Dunkle Lord das Manor verlassen hatte, hatte sie vergeblich versucht den kleinen Jungen zu beruhigen. Den Rest des Tages hatte er bei seinen Eltern oder Severus auf dem Schoß gesessen und wollte partout nicht von ihrer Seite weichen. Auch mit seinen Freunden, die nachmittags zum feiern kamen, wollte er nicht spielen. Noch vier Wochen später hatte er jede Nacht bei ihnen im Bett geschlafen. Nachdem er die ersten drei Tage jede Nacht um dieselbe Zeit in ihrem Schlafzimmer gestanden hatte, hatten sie nachgegeben und ihn von vornherein bei sich untergebracht.

Sie dachte an ihre Erleichterung, als sie die Nachricht über das Verschwinden des Dunklen Lords erhalten hatte. Sie vertrat seine Ansichten, aber ihm selber hatte sie nie getraut. Er war selbst ihr zu radikal und das wollte schon etwas heißen. Immerhin war sie im Haus der Blacks aufgewachsen. Auf seiner Seite zu stehen hieß nicht automatisch vor ihm in Sicherheit zu sein, das hatte sie oft genug, wenn auch zum Glück nicht am eigenen Leib erfahren müssen.
Nachdem Lucius dann aufgrund seiner Behauptung, unter dem Imperius gestanden zu haben, freigesprochen worden war, wurde ihr Leben beinahe perfekt.
Beinahe zumindest, denn sie hatte sich immer noch ein zweites Kind gewünscht. Aufgrund der Komplikationen während ihrer Schwangerschaft mit Draco hatten ihr die Heiler dringend davon abgeraten und auch Lucius konnte ihren Wunsch nicht nachvollziehen. Er hatte seinen Erben, mehr brauchte er nicht.
Nach einigen Jahren hatte sie sich also damit abgefunden nur ein Kind zu haben – bis vor einem Jahr. Im Juli 1994 kam ihr zweiter Sohn Cyrus Regulus Malfoy zur Welt. In Anlehnung an ihren Vater und ihren lange verstorbenen Cousin. Die Schwangerschaft war auch aufgrund ihres Alters, sie war immerhin schon 38, fast 39 Jahre alt gewesen, nicht ohne Risiko. Aber das war ihr egal. Sie hatte immer nur an den Moment gedacht, in welchem sie ihren Neugeborenen im Arm halten würde.

Narcissa ging einen Schritt auf das Bettchen zu und strich ihrem Sohn eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Er hatte die gleichen weißblonden Haare und grauen Augen wie Lucius und Draco. Er war eben ein Malfoy. Diese Gene schienen sich irgendwie immer durchzusetzen. Aber von den Gesichtszügen her ähnelte er Narcissa. Er war einfach perfekt. Genau wie Draco war er aufgeweckt und wollte schon früh die ganze Welt erkunden. Bereits nach fünf Monaten hatten sich seine magischen Fähigkeiten gezeigt, als er Narcissas Spieluhr, die Lucius ihm genervt weggenommen hatte, einfach wieder zu sich herüber fliegen ließ. Und seit er mit zehn Monaten langsam angefangen hatte zu laufen, war überhaupt nichts mehr vor ihm sicher. Er machte seinem Namen alle Ehre, war er doch ihr kleiner Sonnenschein.
Während des ganzen Jahres hatte er sie ablenken können. Von den Gerüchten und den aufkommenden Ängsten. Durch ihn hatte sie eine Aufgabe, in der sie ganz und gar aufgehen konnte. Er hatte sie so davor bewahrt durchzudrehen. Von Lucius war in dieser Hinsicht kaum Hilfe zu erwarten. Er war ja selbst überfordert.

Seit Tagen hatten sie sich nur gestritten. Es ging sogar so weit, dass sie in den vergangen sechs Tagen kein Wort mehr mit Lucius geredet hatte. Sie hatte ihm bereits alles gesagt und sie waren beide zu stur, um in dieser Sache nachzugeben. Falls die Gerüchte stimmen sollten, so würde sie alles tun um ihre Kinder zu schützen. Sie war eine Black, ein Reinblut und mit den alten Traditionen aufgewachsen – aber ihre Prioritäten hatten sich geändert. Sie lebte nun mal für ihre Familie. Das wurde ihr jeden Tag, den sie Draco vermisste und Cyrus beim Spielen zusah aufs Neue bewusst.
Lucius dagegen wollte seine alte Macht zurück. Nicht, dass er nach seinem Freispruch etwas davon eingebüßt hätte, ganz im Gegenteil. Das Ministerium fraß ihm nach wie vor aus der Hand. Er meinte, dass die Welt am Ende doch endlich von denen befreit wird, die nach Meinung der alten Werte nicht in die Gesellschaft gehören. Dass er ein Teil von denen sein wolle, die die Zauberergemeinschaft zu neuer Stärke und Stolz führen wird.

Aber Narcissa wusste es besser. Es war die Angst, die ihn trieb. Vierzehn Jahre lang hatte er nicht den kleinsten Versuch unternommen, den Dunklen Lord zu finden. Stattdessen hatte er seinen eigenen Einfluss ausgebaut und im Ministerium aus dem Hintergrund die Fäden gezogen. Er hatte immer gewusst, dass der Dunkle Lord, sollte er zurückkommen, diesen Egoismus als Verrat bezeichnen würde, aber mit einer Rückkehr hatte er schließlich nie gerechnet.
Nach einem erbitterten und lauten Streit mit seiner Frau am heutigen Abend, war er schließlich gegangen und dem Ruf seines alten Meisters gefolgt. Narcissa konnte wieder nichts anderes tun als darauf zu warten, dass er zurückkam. Falls er zurückkam.
Sie betrachtete noch einmal Cyrus’ schlafende Gestalt, gab ihm einen sanften Kuss auf den Scheitel und machte sich langsam auf den Weg ins Kaminzimmer.

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Er kam zurück.
Es war mittlerweile weit nach Mitternacht und Narcissa war die ganze Zeit wachgeblieben. Ob vor Wut über Lucius’ Entscheidung oder aus Sorge um ihn, konnte sie nicht sagen. Wahrscheinlich beides. Er sah blass aus. Verstört. Was war nur passiert?
„Lucius, was ist geschehen? Ist er ... wirklich zurück?“
Er nickte nur schwach, während er sich, ohne sie dabei anzusehen, in den grünen Sessel, gegenüber des Kamins, fallen ließ.
„Aber ... wie? Es ist unmöglich.“ Ihr Knie zitterten so stark, dass sie sich setzen musste. Sie konnte und wollte es einfach nicht wahrhaben. Sie war nicht bereit für einen Krieg. Und auf den würde es hinauslaufen. Sie wusste, dass sich ihr perfektes Leben ändern würde und akzeptieren wollte sie das sicherlich nicht.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Lucius endlich seine Worte wiedergefunden. Er starrte in die Flammen während er sagte: „Die Gerüchte waren wahr. Wir wurden auf einen alten Friedhof gerufen. Es hat ... irgendein Ritual stattgefunden, durch welches der Lord zurückkehren konnte. Barty Crouch Jr. hat sich wohl in Hogwarts als Moody ausgegeben und alles in die Wege geleitet, damit Potter zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Und Wurmschwanz hat ...“
„Moment! Crouch? Ich dachte, er sitzt in Askaban. Und Wurmschwanz? Er ist tot! Sirius hat ihn zerfetzt!“, unterbrach ihn seine Frau.
„Du hast es in den letzten vierzehn Jahren doch schon keine Sekunde lang geglaubt“, schnaubte Lucius.
„Sirius ist ein elender Blutsverräter, aber kein Massenmörder“, stimmte sie ihm leise zu. Nun hatte sie die Gewissheit, dass sie all die Jahre richtig gelegen hatte.
„Jedenfalls hat Wurmschwanz Black die Morde angehängt und sich versteckt. Er war es, der den Dunklen Lord aufgespürt und dafür gesorgt hat, dass er zurückkehren konnte. Und Crouch wurde jahrelang durch Crouch Sr. unter einem Imperius gehalten. Er war es auch, der am Tag der Weltmeisterschaft das Mal heraufbeschworen hat.“
„Du meinst den Tag, an dem Du dich ihnen unbedingt anschließen musstest um Angst und Schrecken zu verbreiten. Wenn du erwischt worden wärst ... Du kannst froh sein, dass Draco davon nichts mitbekommen hat!“ Auch nach fast einem Jahr war Narcissa noch sauer über diese Gedankenlosigkeit.
„Wieso hab ich dir bloß davon erzählt?“, seufzte ihr Mann.
„Als ob ich es nicht selbst rausgefunden hätte“, konterte sie direkt.
„Schon klar, du weißt ja immer alles.“ Bevor Narcissa etwas erwidern konnte, fuhr er fort: „Jedenfalls hatte Severus die ganze Zeit Recht. Er hat mich seit Monaten davor gewarnt, was passieren wird.“
„War er ebenfalls da?“
„Nein ... war er nicht. Nur Crabbe, Nott, Goyle, Macnair, Rowle ... und Potter.“
„Was hat denn dieser Potter-Junge mit der ganzen Sache zu tun? Du hast ihn doch eben schon erwähnt, oder nicht?“, fragte Narcissa.
„Viel wurde uns nicht verraten, aber er war wohl der Schlüssel für das Ritual. Der Dunkle Lord hat geplant in zu töten und so seine Macht zurückzugewinnen.“
„Geplant?“, fragte Narcissa.
„Der Junge ist entkommen“, antwortete Lucius leise und massierte mit der Hand seine Schläfe.

Beide verfielen in Schweigen und Lucius starrte weiter in die Flammen. Narcissa wusste, dass er sich nicht traute, ihr in die Augen zu sehen. Es würde dauern, bis er die neuesten Ereignisse auch nur halbwegs würde verarbeiten können, ihr selbst ging es ganz genauso.
Narcissa riss ihn abermals aus seinen Gedanken: „Wenn du sagst Crouch war in Hogwarts ... dann meinst du doch wohl nicht, dass er das ganze Jahr da war und unseren Sohn unterrichtet, oder?“ Ihre Stimme war mittlerweile sehr leise. Sie hatte weder Lust noch die Kraft sich mit Lucius zu streiten.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß gar nichts mehr. Ich werde zu Bett gehen. Gute Nacht, Cissy!“
Ohne sie noch einmal anzusehen verließ er das Zimmer und Narcissa blieb wieder mal allein zurück.
Sie wusste nicht, was sie von alldem halten sollte. Einerseits gab es nach der langen Zeit endlich die Möglichkeit die Stellung der ehrwürdigen 28 wiederherzustellen. Damals hatten sie doch unter dem Dunklen Lord auch ein gutes Leben gehabt. Warum sollte sich das ändern? Lucius war immerhin hoch angesehen, hatte viele Kontakte und war dem Lord genauso nützlich wie damals. Zumindest hoffte sie, dass es noch immer so war, auch, wenn er nie nach ihm gesucht hatte. Nein, der Lord konnte sich glücklich schätzen die Familie Malfoy unter seinen Anhängern zu wissen.
Aber andererseits ...
Sie dachte an ihre Söhne. An das Versprechen des Lords ihren Ältesten in seinen Kreis aufzunehmen. Allein bei der Erinnerung an diesen Tag bekam sie Gänsehaut. Nein, das konnte sie nicht zulassen. Ihre Söhne musste sie da raus halten. Sie musste verhindern, dass der Dunkle Lord auf sie aufmerksam wurde. Aber wie sollte das gehen? Ihr kam auch schon ein Gedanke, der zumindest Cyrus schützen würde, aber den verwarf sie sogleich wieder. Sie schüttelte den Kopf. Dass sie nur an diese Möglichkeit dachte, ließ sie an ihrem Verstand zweifeln. Sie sollte es Lucius gleich tun und sich schlafen legen. In den nächsten paar Stunden, vielleicht auch Tagen, dürften sie noch sicher sein und Zeit haben irgendwelche Pläne zu schmieden.
Doch eines war bereits jetzt klar. Aussteigen war keine Option. Es hatte bereits im ersten Krieg einige gegeben, die kalte Füße bekommen und dafür mit ihrem Leben bezahlt hatten. Ihr Cousin Regulus war einer von ihnen gewesen. Man sagte nicht einfach ‚Nein’ zum Dunklen Lord.

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Als sie am nächsten Morgen aufwachte, war Lucius bereits aufgestanden. Sie zog ihren Morgenmantel an und machte sich auf den Weg in den Salon. Mit Sicherheit saß ihr Mann bereits über der dritten Tasse Kaffee. Ohne war er unausstehlich.
Natürlich hatte sie wieder mal Recht. Als sie eintrat, hob Lucius nicht einmal den Kopf, sondern starrte weiter geradeaus auf seine Kaffeetasse.
„Guten Morgen“, sagte Narcissa und bekam keine Antwort. „Ist Cyrus schon auf?“ fragte sie.
„Woher soll ich das wissen. Das ist die Aufgabe der Hauselfen. Ich musste ja schließlich extra eine Neue für ihn kaufen.“
„Lucius Abraxas Malfoy, das ist dein Sohn, von dem du da redest!“, fauchte sie.
Wirklich super. Sie war noch keine fünf Minuten mit ihm zusammen in einem Raum und schon regte er sie wieder auf. Das war ja nicht zu fassen. „Hast du dir wenigstens schon Gedanken darüber gemacht, was wir jetzt machen sollen?“, fragte sie leicht angesäuert, während sie sich auf dem Stuhl zur rechten ihres Gatten Platz nahm.
„Was wir machen sollen? Der Dunkle Lord ist zurück. Wir werden endlich unsere Rache für die Demütigungen der letzten Jahre bekommen.“
Narcissa sah ihren Mann verblüfft an. Am vorigen Abend hatte sich das noch ganz anders angehört. „Und unsere Söhne?“
„Was soll mit ihnen sein. Sie werden in einer besseren Welt aufwachsen.“
„Das glaubst du also wirklich?“

Lucius schien gemerkt zu haben, dass etwas nicht stimmte und schaute ihr zum ersten Mal seit dem gestrigen Abend in die Augen. „Was sollen wir denn deiner Meinung nach tun, Cissy, Liebling.“
„Von wegen Liebling. Du lieferst unsere Kinder aus und ich soll wieder die brave Ehefrau spielen, die nur ruhig danebensitzt?“ Ihre Stimme wurde immer lauter. „Das kannst du vergessen!“, schrie sie nun fast.
„Wer hat denn was von ausliefern gesagt? Sie sind zu jung ... es wird ihnen nichts passieren! Ich versteh dich nicht, Cissy. Soll das etwa heißen, dass du dich dem Lord entgegen stellen willst? Willst du aussteigen? Unsere Chance ist endlich gekommen. Wir werden endlich die Macht haben, die uns zusteht.“
„Du meinst wohl eher: wir buckeln vor, vor ... diesem Wesen! Und für einen Ausstieg ist es längst zu spät. Man kehrt dem Lord nicht einfach so den Rücken! Und das wissen wir beide! Erinnere dich an Regulus! Aber darum geht es hier jetzt überhaupt nicht. Hier geht es einzig und allein um unsere Kinder, was ist daran nicht zu verstehen, du Tölpel?“ Merlin, er war doch sonst nicht so schwer von Begriff.
Sie wollte ihm noch weitere Kommentare und Beleidigungen an den Kopf werfen, wurde aber durch das Eintreffen einer Eule unterbrochen. Sie nahm den Brief an sich, der ihr entgegengestreckt wurde und überflog die Zeilen.
„Draco kommt bereits heute Abend nach Hause. Nach den Ereignissen von gestern Abend wurden die Ferien eine Woche vorverlegt“, berichtete sie ihrem Mann von dem Briefinhalt.
„Soll mir recht sein“, gab er nur zurück und widmete sich wieder seinem Frühstück.
Dieser eine Satz reichte schon, um Narcissa wieder auf hundertachtzig zu bringen. Er war doch sonst so stolz auf seinen Sohn. Aber seit dieser in Hogwarts war, hatten sich die Ansprüche, die Lucius an ihn stellte, immer weiter gesteigert. Es war fast unmöglich, ihn zufrieden zu stellen. Er wolle seinen Sohn zu einem richtigen Mann und einem würdigen Erben der Malfoys erziehen, sagte er. Welch ein Irrsinn. Draco war ein hervorragender Quidditch-Spieler, nicht dass sie wirklich was davon verstand, aber das tat nichts zur Sache. Außerdem war er Jahrgangsbester – das Schlammblut zählte schließlich nicht. Den Mitleidsbonus, den sie aufgrund ihrer Herkunft bekam, brauchte ihr Sohn nicht! Sie wusste, dass Lucius seinen Sohn liebte. So langsam wurde es Zeit, dass er es ihm auch wieder zeigte.

„Ist das alles was du zu sagen hast?“, fragte sie nun.
„Cissy, beruhig dich. Es wird alles gut laufen, vertrau mir!“
Aber sie sagte gar nichts mehr. Was würde es bringen sich aufzuregen? Ihr Mann war heute Morgen ein vollkommener Idiot, die Energie konnte sie sich also sparen. Es wunderte sie nicht einmal mehr, dass er seine Ohnmacht von letzter Nacht so schnell überwunden hatte. Lucius war ein wahrer Slytherin und so gerissen, dass er in allen Situationen seine persönlichen Vorteile ziehen konnte. Anscheinend hatte er diese bereits beim Dunklen Lord gefunden.
Wenn er ihr nicht helfen wollte, musste sie selbst handeln. Und so fiel ihr der Gedanke von gestern Abend wieder ein. Den hatte sie eigentlich sofort wieder verworfen, aber sie war verzweifelt. So stand sie auf und ging hinaus.
Auf halbem Weg rief Lucius ihr hinterher: „Wo willst du denn jetzt schon wieder hin?“
„Ich habe noch was zu erledigen“, antwortete sie knapp ehe sie aus der Haustür trat und disapparierte.
Den perplexen Blick, mit dem Lucius ihr hinterher sah, hatte sie nicht bemerkt.

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Mit einem lauten ‚Plopp’ erschien Narcissa in einer Straße eines kleinen Vorortes von London. Zu beiden Seiten der Straße standen kleine Einfamilienhäuser mit ebenso kleinen Vorgärten; nicht sehr edel – es war ziemlich offensichtlich eine Muggelnachbarschaft. Narcissa rümpfte die Nase. Muggel ... Im nächsten Moment riss sie sich allerdings wieder zusammen.
„Es ist das Beste für mein Kind“, redete sie sich immer wieder ein, während sie sich langsam auf den Weg machte. Sie wusste nicht genau, ob sie hier richtig war. Die Person, die sie suchte, hatte sie schließlich seit Jahren nicht mehr gesehen – nicht, dass es nicht absichtlich gewesen wäre. Was für eine Demütigung, nun ausgerechnet diese Person um Hilfe bitten zu müssen.
Wie war das ... Ein Haus auf der rechten Seite der Straße? Ungerade Hausnummer? Das Haus hatte eine blaue Tür, das war das einzige, was sie noch mit Sicherheit wusste und so ging sie weiter. Nach ungefähr hundert Metern blieb sie stehen. Das da war es, Narcissa war sich sicher. Mit mulmigem Gefühl ging sie durch den kleinen Vorgarten auf die Haustür zu. Nachdem sie einige Minuten unschlüssig dagestanden hatte, überwand sie sich und klopfte an. Nichts passierte. Sie sah sich kurz um und entdeckte eine Türklingel, die sie, diesmal ohne zu zögern, betätigte.
Es dauerte nicht lang und sie hörte Schritte, die sich der Haustür näherten. Die Tür wurde aufgerissen und als ihr Gegenüber erkannte wer da auf der Schwelle stand, starrte er sie mit großen Augen und offenem Mund an.
„Hallo Andromeda“, sagte Narcissa leise.

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Tja, was Narcissa sich wohl dabei gedacht hat. Und was Andromeda erst denken muss..
Wie ihr seht setzt die Geschichte am Tag der dritten Aufgabe des trimagischen Turniers an.

Kleine Anmerkung am Rande: Cyrus kommt aus dem Persischen und bedeutet soviel wie "Sonne". Ist zwar kein Sternbild, aber passt dennoch irgendwie zu den Blacks ;-) Ich fand Cygnus für den Kleinen nicht so toll und irgendwie hatte ich dann von Anfang an den Namen 'Cyrus' im Kopf.
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