Von guten Menschen und Todessern

von Yavannaa
GeschichteAbenteuer, Drama / P16
Andromeda Tonks Draco Malfoy Narzissa Malfoy Nymphadora Tonks Severus Snape
26.02.2017
12.05.2018
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Kapitel 18 – Weihnachtsball auf Malfoy Manor

Es war der 24. Dezember, Heiligabend. Der große Festsaal von Malfoy Manor war erfüllt mit Stimmengewirr. Die einflussreichsten Personen der Zaubererwelt, darunter der Zaubereiminister oder die Leiter der verschiedenen Abteilungen, wie Rufus Scrimgeour, Leiter der Aurorenabteilung, waren hier versammelt. Streng genommen konnte der Weihnachtsball auch als Reinblüterball bezeichnet werden – die wenigen Halbblüter konnten an einer Hand abgezählt werden und waren eher die Ausnahme auf der hochrangigen Gästeliste.

Sie waren mittlerweile beim Dessert angekommen, als Draco sich im Saal umschaute und die einzelnen Personen musterte. Er sah seinen Vater, der mit dem Minister und Blaises aktuellem Stiefvater sprach, während seine Mutter eine angeregte Unterhaltung mit Severus führte. Es musste einiges vorgefallen sein, während er in Hogwarts gewesen war. Als seine Mutter ihn am vorigen Abend vom Bahnhof King’s Cross abgeholt hatte, hatte sie ihm eingeschärft, dass er seinen kleinen Bruder nicht erwähnen sollte, wenn sein Vater anwesend war. Den Grund dafür hatte sie ihm allerdings nicht verraten und bevor er nachfragen konnte, waren sie auch schon im Manor angekommen und seitdem hatte er keine Gelegenheit mehr dazu gehabt. Er hatte deutlich gemerkt, dass seine Eltern seltsam distanziert miteinander umgingen. So kannte er sie gar nicht. Natürlich zeigten sie ihre Emotionen generell nie öffentlich, aber er kannte ihre Körpersprache in und auswendig und er konnte genau sagen, dass die Kälte und die Unnahbarkeit, die sie normalerweise nur außerhalb des Manors ausstrahlten, nun auch zwischen ihnen spürbar war.

Neben ihm am Tisch saß Pansy, die ihn schon seit Minuten vollquatschte. Allerdings war er so in Gedanken versunken, dass er kein einziges Wort davon mitbekam. Sein Blick huschte weiter zu Theo, der Daphne, die sich mit Blaise und ihrer Schwester Astoria unterhielt, anschmachtete. Draco konnte ihn verstehen, Daphne sah an diesem Abend bezaubernd aus. Sie hatte ihre Haare halb hochgesteckt und trug ein dunkelgrünes, kurzärmeliges und leicht ausgeschnittenes Kleid, welches ihr knapp über die Knie reichte. Auch ihre kleine Schwester sah ansehnlich aus, Draco musste zugeben, dass sie eigentlich ganz hübsch war. Im Gegensatz zu Daphne, hatte sie dunkelbraune Haare, genau wie ihre Mutter. Ihr Kleid war dem ihrer Schwester recht ähnlich, allerdings war ihres blassrosa und an manchen Stellen mit Spitze überzogen.

„Eines muss man euren Hauselfen lassen, Draco“, holte Daphne ihn aus seinen Gedanken, „sie wissen, wie man gutes Essen zubereitet. Diese Zitronentarte ist köstlich!“
Draco grinste und nickte zustimmend. Ja, ihre Hauselfen waren sogar besser als die in Hogwarts, was das Essen anbelangte. Das brachte seine Gedanken wieder auf die Veränderungen in seinem Zuhause. Der neue Hauself, Kreacher. Laut seinem Vater stand er eigentlich in den Diensten von Sirius Black, aber wie es aussah, bevorzugte der Elf seine Mutter, eine geborene Black, als Herrin, was hieß, dass er ihr, im Gegensatz zu seinem eigentlichen Herrn, einen gewissen Respekt entgegenbrachte. Dennoch fragte Draco sich, wie er es geschafft hatte, hierher zu kommen. Sicher war Black nicht so dumm und hatte ihm erlaubt das Haus zu verlassen. Sein Vater war der Ansicht, dass dieser kleine Hauself sich noch als sehr nützlich erweisen könnte. Aber dafür musste seine Mutter mitspielen, da sie die Einzige war, die ihm verbindliche Befehle erteilen konnte. Vielleicht konnte er ihnen ja etwas über Potter und ihren komischen Orden verraten. Auch wenn Severus ihr Spion im Orden war, bekam er sicher nicht alles mit, was dort vor sich ging.
Potter... seine Gedanken schienen sich an diesem Abend zu verselbstständigen. Sein Vater hatte ihn am Morgen nach Potter gefragt. Wie es aussah, hatten sie mit ihren ersten Überlegungen recht gehabt. Laut seinem Vater gab es jemanden, der Potter und seine Anhängsel dabei belauscht hatte, wie sie eine Verteidigungsgruppe gegründet hatten. Diese Information hatte er auch gleich dem Ministerium gesteckt, wodurch er sich anscheinend von einer Reise nach Askaban freigekauft hatte. Draco brannte förmlich darauf, das mit seinen Freunden zu besprechen, aber er wollte nicht, dass Pansy, Milli und Astoria etwas mitbekamen. Noch nicht. Vielleicht bekam er ja später noch Gelegenheit dazu.

Nach dem Dinner versammelten sich die Gäste allmählich im angrenzenden Festsaal, in dem Lucius und Narcissa den Ball mit einem englischen Walzer offiziell eröffneten.
„Deine Mutter sieht atemberaubend aus“, flüsterte Daphne neben ihm und Astoria, Pansy und Millicent stimmten ihr seufzend zu, wobei Draco nur dezent die Augen verdrehte. Mädchen! Theo und Blaise war anzusehen, dass sie anscheinend dasselbe dachten wie er.
Narcissa Malfoy trug ein bodenlanges, eng anliegendes Kleid in Nachtblau, mit langen Ärmeln und mit aufwendigen Spitzenapplikationen. Draco wusste, dass sein Vater ihr dieses Kleid zum letzten Hochzeitstag geschenkt hatte. So wie sie über das Parkett schwebten, könnte man glauben, dass im Hause Malfoy alles perfekt lief, dabei wussten die beiden einfach nur, wie man in der Öffentlichkeit den Schein bewahrte. Draco kannte dieses Spielchen und keiner war darin so gut wie seine Eltern.

Nach und nach schlossen sich einige der Gäste den Gastgebern an und auch Draco und Blaise wurden von den Mädchen zum Tanzen genötigt. Theo hatte sich erfolgreich gedrückt, weshalb nun Blaise mit Daphne tanzte, während Draco Pansy über das Parkett führte. Schon beim Weihnachtsball in Hogwarts waren die Jungs aus Slytherin begehrte Tanzpartner gewesen, denn im Gegensatz zu den meisten Jungs aus den anderen Häusern, konnten sie tanzen und obendrein sogar führen, was noch seltener war. Es hatte nicht wenige Mädchen gegeben, die vor Neid auf ihre Tanzpartnerinnen fast geplatzt sind.
Den nächsten Tanz schenkte er Daphne, die ihn ganz dezent darauf hinwies, dass ihre Schwester Astoria ihn die ganze Zeit anstarrte.
„Willst du mich etwa verkuppeln?“
„Warum nicht, ich glaube, ihr würdet gut zusammenpassen“, sagte Daphne mit einem Augenzwinkern.
„Vergiss es, ich habe keine Lust darauf. Es reicht schon, wenn meine Mutter mir mit dem Thema auf die Nerven geht.“
Daphne lachte nur. „Ja, das kenne ich. Unsere Mutter hat uns eben vor der Abreise extra eingeschärft, dass wir uns wie Damen zu benehmen haben. ‚Ihr sollt einen guten Eindruck auf die Gesellschaft machen, immerhin repräsentiert ihr unsere Familie’, hat sie gesagt.“
„Willkommen in unserer Welt“, erwiderte Draco. „Ich brauch `ne Pause. Soll ich dir was zu trinken mitbringen?“
„Ja, gern. Ich geselle mich zu Astoria.“

Während Draco zur Bar ging, hielt er nach Theo und Blaise Ausschau. Letzterer war noch mit Pansy auf der Tanzfläche und schien sich gut zu amüsieren. Theo entdeckte er neben dessen Vater, der auf ihn einzureden schien. Sein Freund machte dabei keinen sehr entspannten Eindruck. Worum es da wohl ging?
Draco ging zurück zu Daphne und reichte ihr ein Glas Elfenwein.
„Sicher, dass wir den trinken dürfen?“
„Das ist mein Haus, natürlich dürfen wir“, grinste Draco.
„Hey, mir hast du nichts mitgebracht?“, meldete sich Blaise, der soeben von der Tanzfläche zu ihnen stieß.
„Hol dir selber was, holde Maid“, sagte Draco immer noch grinsend.
„Ein wahrer Gentleman“, feixte Blaise.
„Wo hast du deine Tanzpartnerin gelassen?“, fragte Daphne mit leicht spöttischem Unterton, der dezent darauf hinwies, was sie von Pansy hielt.
„Sie tanzt mit McLaggen.“
„McLaggen? Ist das nicht dieser Schleimbolzen aus Gryffindor?“
„Ja“, sagte Draco, „sein Vater ist ein hohes Tier im Ministerium, deswegen ist der leider auch eingeladen.“
„Perfekte Partie für Pansy.“
„Wie nett du heute wieder bist. Bist du nicht sonst diejenige, die uns immer sagt, wir sollen uns bei Potter zurückhalten?“, feixte Blaise.
„Das ist etwas anderes“, sagte Daphne schnippisch und wurde unterbrochen, als ihre Mutter zu ihnen trat.

„Hallo Kinder, ich will euch nicht stören. Astoria, kommst du bitte mal mit, ich möchte dir jemanden vorstellen.“ Sie zog ihre jüngere Tochter mit sich und führte sie zu einem älteren Paar, in deren Mitte ein hochgewachsener, etwas stämmiger Junge, höchstwahrscheinlich ihr Sohn, stand.
„Wer ist das?“, fragte Blaise.
„Mr und Mrs Selwyn“, antwortete Draco. „Das in der Mitte ist ihr Sohn Peter. Er ist, glaube ich, so alt wie wir und geht nach Durmstrang.“
Daphne stöhnte auf. „Hoffentlich verschont sie mich heute Abend damit, irgendwelchen Familien vorgestellt zu werden.“
„Ich denke, das wird sie“, sagte Blaise mit einem vielsagenden Grinsen.
„Woher willst du das denn wissen?“
„So wie Narcissa euch begutachtet, ist eure Verbindung wohl längst beschlossene Sache. Meinen Segen habt ihr, aber mal sehen wie Pansy und Theo die Nachricht aufnehmen.“
Draco widerstand dem Drang, seinem besten Freund seinen Elfenwein ins Gesicht zu kippen. Wie kam er nur auf solchen Schwachsinn?
Daphne sah ungläubig zu Blaise. „Ist das dein Ernst? Das glaubst du ja wohl selber nicht.“
„Bevor Draco mich mit seinen Blicken tötet, hol ich mir lieber was zu trinken. Aber denkt mal darüber nach“, sagte Blaise und schenkte ihnen ein Augenzwinkern, bevor er sich schnell Richtung Bar verdrückte.
„Ich glaube, wir sollten darauf achten, was er trinkt. Es scheint ihm nicht besonders gut zu bekommen“, sagte Daphne nur, während Draco seinem Freund hinterher sah.
„Hey, schau mal, Greg tanzt mit Milli“, sagte sie und stieß Draco in die Seite, um ihn auf die beiden aufmerksam zu machen.
„Na, da haben sich ja zwei gefunden“, lachte Draco.
„Ihm scheint es jedenfalls zu gefallen, dass ihr Kleid zwei Nummern zu klein ist“, flüsterte sie ihm ins Ohr, da die beiden Tanzenden näher gekommen waren. Draco sah wieder zu dem Paar und grinste, da er genau sah, was Daphne meinte.

~~~~~~~~~


Lucius und Narcissa hatten sich in der Zwischenzeit eine Pause gegönnt und sich zu Severus gesellt, der die Tanzfläche bisher konsequent gemieden hatte.
„Sie würden ein schönes Paar abgeben, meinst du nicht, Lucius?“, fragte Narcissa und deutete auf ihren Sohn, dem gerade von Daphne etwas ins Ohr geflüstert wurde, woraufhin beide breit grinsen mussten.
„Ich muss zugeben, Miss Greengrass wäre eine geeignete Wahl für die zukünftige Mrs Malfoy. Ihr Stand und ihr Äußeres sind angemessen, allerdings scheint sie mir etwas kindisch zu sein“, erwiderte Lucius.
„Sie ist gerade sechzehn, das legt sich. Sieht so aus, als würden Draco und sie sich sehr amüsieren“, sagte Narcissa mit Begeisterung in der Stimme.
„In der Tat. Es wäre allerdings passender, wenn er sich daran erinnerte, dass man sich auf offiziellen Anlässen nicht wie ein alberner Teenager zu verhalten hat“, entgegnete Lucius wenig überzeugt, was seiner Frau deutlich missfiel.
„Er ist dein Sohn, wie wäre es, wenn du wieder anfängst, ihn auch so zu behandeln. Merlin, dir war es früher doch auch recht, dass Draco seine Kindheit ausleben konnte.“
„Er ist aber kein Kind mehr, sondern mein Erbe. Mein einziger Erbe noch dazu oder hast du vergessen, dass du versagt hast, als es darum ging unseren Jüngsten zu retten?“, zischte Lucius und Narcissa erbleichte.
„Was meinst du, Lucius. Du weißt, dass deine Frau nur das Beste für euer Kind wollte. Außerdem glaube ich nicht, dass das hier der passende Ort ist, um über diese Sache zu sprechen“, sagte Severus mit Unverständnis in der Stimme.
„Misch dich nicht in Angelegenheiten ein, die dich nichts angehen, Severus“, herrschte er ihn an. „Das Beste? Sicherlich, nur leider scheint ihre Ausbildung zur Heilerin absolute Zeitverschwendung gewesen zu sein“, fügte er mit einem falschen Lächeln auf den Lippen hinzu. Er gab seiner Frau einen flüchtigen Kuss auf die Wange, ein reines Schauspiel für die anwesenden Gäste natürlich und sagte: „Ihr entschuldigt mich, ich habe noch einige wichtige Gespräche zu führen.“ Damit ließ Lucius die beiden einfach stehen und gesellte sich zu Nott Sr. und Mulciber.

„Cissa, gibt es da vielleicht etwas, was du mir sagen willst?“, fragte Severus und sah die Hausherrin eindringlich an.
„Ich weiß nicht, was du meinst, Severus.“
„Wirklich nicht? Was meinte Lucius damit? Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, er glaubt, dass Cyrus wirklich gestorben ist.“
Narcissa sah bei diesen Worten ertappt drein, was Severus dazu veranlasste, sie mit sich zu einem der Tische zu ziehen. Nachdem sie sich gesetzt hatten, legte er einen Muffliato über sie, beugte sich leicht zu Narcissa vor und ließ sie dabei keine Sekunde aus den Augen.
„Was hast du getan, Cissa?“
Narcissa starrte auf ihre Hände, die sie auf ihrem Schoß ineinander verschränkt hatte. „Ich... er hat mir keine andere Wahl gelassen. Er wollte unseren Sohn wieder hierher holen. Ihm war es egal, dass es ihm bei meiner Schwester gut geht und er will nicht einsehen, dass diese „Gesellschaft“ in der er sich bewegt, alles andere als vorteilhaft für unsere Kinder ist. Ich hatte Angst, ich wusste, dass er mich übergehen und seinen Kopf durchsetzen würde. Das hätte ich mir nie verzeihen können“, sagte Narcissa leise, während sie weiter auf ihre Hände schaute und Severus konnte die Verzweiflung in ihren Augen sehen.
„Also hast du ihn verhext.“
„Mit dem Obliviate. Ich habe ihn glauben lassen, dass Cyrus wirklich gestorben sei. Er weiß nicht, dass er bei meiner Schwester lebt.“
Severus seufzte und lehnte sich leicht zurück. „Seinem Verhalten nach zu urteilen, gibt er dir die alleinige Schuld daran.“
Narcissa nickte.
„Was ist mit Draco?“
„Er weiß es noch nicht. Ich habe ihm nur gesagt, dass er das Thema nicht erwähnen darf.“
„Und da hat er nicht nachgefragt?“, fragte Severus skeptisch, denn er kannte die unerträgliche Neugier seines Patenkindes.
„Ich habe ihm keine Gelegenheit dazu gegeben. Ich werde ihm alles erzählen, wenn Lucius nicht in der Nähe ist.“
„Wenigstens brauchen wir uns jetzt keine Gedanken darüber machen, dass der dunkle Lord etwas in seinen Gedanken finden könnte“, sagte Severus, was Narcissa ungläubig aufsehen ließ. „Wie bitte?“
„Ich heiße es nicht gut, was du getan hast, aber wir beide wissen, dass Lucius nicht der talentierteste Okklumentiker ist.“ Draco war jetzt schon besser als sein Vater. „Vielleicht ist es so sicherer für uns alle.“
Narcissa schwieg. Auch wenn sie es jederzeit wieder tun würde, so hasste sie es doch, ihren Mann derartig hintergehen zu müssen.

„Sogar diesen Abend nutzt er, um weitere Pläne für den dunklen Lord zu besprechen“, sagte sie bitter und sah zu Lucius, zu dessen Gruppe sich mittlerweile auch Macnair und Avery gesellt hatten.
„Sie sehen ernst aus.“
„Ja, der dunkle Lord war wohl nicht sehr glücklich darüber, dass Lucius letzter Auftrag schief gelaufen ist. Jetzt suchen sie nach einer Möglichkeit das Problem aus der Welt zu schaffen.“
„Du weißt davon?“, fragte Severus, der sein Erstaunen nur schwer verbergen konnte. Er hatte angenommen Narcissa hielte sich aus sämtlichen Angelegenheiten der Todesser heraus.
„Natürlich weiß ich davon. Es ist besser, man weiß direkt über alles bescheid, wenn man dem schon nicht entgehen kann. Wie ich hörte, liegt Bode noch immer im St. Mungos und Gerüchten zufolge soll er sich auf dem Weg der Besserung befinden.“
„Fragt sich nur wie lange noch“, flüsterte Severus.
Narcissa sagte dazu nichts. Sie war noch immer auf der Seite ihres Mannes und auch wenn sie in groben Zügen wusste, was geplant war, so sagte sie nichts. Sie war sich nicht sicher, inwieweit Severus in die einzelnen Pläne eingeweiht war, immerhin war er ständig von Dumbledore umgeben. Auch wenn er ein Meister in Okklumentik war, so war das Risiko, dass der alte Kauz Wind von ihren Plänen bekam, zu hoch. Auch über Kreacher sagte sie nichts. Der Hauself stand mit den anderen in der Küche. Lucius und Narcissa hatten sich darauf geeinigt, nach Weihnachten eine Entscheidung zu treffen, was ihn anbelangte.

„Es gibt da etwas, bei dem ich deine Hilfe gebrauchten könnte“, sagte Severus nach einer kleinen Pause. Narcissa sah ihn nur abwartend an.
„Es geht um Arthur Weasley.“
„Er wurde im Ministerium angegriffen, Lucius hat es heute Morgen erzählt.“
„Ja, der dunkle Lord hat Nagini dort hingeschickt,...“
„Nagini?“
„Seine Schlange.“
„Dieses Ding hat einen Namen?“, fragte Narcissa angewidert und Severus musste sich ein Schmunzeln verkneifen.
„Ich dachte, du interessierst dich für das, was in deinem Bekanntenkreis vor sich geht“, sagte er.
„Das beinhaltet nicht die Namen von Monsterschlangen“, erwiderte Narcissa und erschauderte. „Also, worauf willst du hinaus?“
„DIe Ärzte im St. Mungos tun sicher was sie können, aber wir beide wissen, dass sie nicht in der Lage sein werden, die Vergiftung aufzuhalten.“
„Lernen die heutzutage nicht mehr was ein Bezoar ist?“
„Der würde helfen, wenn es sich um eine reine Vergiftung handeln würde. Gegen das Gift, gepaart mit den zahlreichen, sich nicht verschließenden Bisswunden ist er allerdings wirkungslos.“
„Das ergibt Sinn. Und was hat das Ganze mit uns zu tun?“
„Nun, als Tränkemeister und vermeintliches Ordensmitglied wird von mir erwartet, ein wirksames Gegengift zu finden.“
„Wofür du eine kleine Menge des Giftes von Nagini brauchst“, vollendete Narcissa seinen Satz.
„Ganz genau. Und du kannst mir helfen es zu bekommen.“
„Und wie soll ich das machen? Soll ich mich zu ihm begeben und ihn nett darum bitten? Der Einzige, den der dunkle Lord in die Nähe dieses Monsters lässt, ist Wurmschwanz. Soweit ich weiß, lässt er sie auch nur von ihm melken.“
„An Wurmschwanz kommt man leichter dran, als an Nagini. Lucius hat für morgen Abend eine kleine Versammlung einberufen und ich weiß, dass der dunkle Lord Wurmschwanz herschickt, um uns ein wenig... zu bewirten.“
„Es ist ja nicht so, dass wir dafür Hauselfen hätten“, spottete Narcissa.
„Ich glaube, es liegt eher daran, dass der dunkle Lord seiner Gesellschaft überdrüssig wird und ihn loswerden will. Als niederer Diener scheint er jedoch ganz nützlich zu sein.“
„Und da er sich nicht die ganze Zeit bei euch im Raum aufhalten wird, habe ich wohl genug Gelegenheit, um mich um diese kleine Angelegenheit zu kümmern“, führte Narcissa Severus Ausführungen zu Ende. „Ich werde mir etwas einfallen lassen. Ich hoffe, dabei springt auch etwas für mich raus.“
„Ein Gegenmittel für Naginis Gift ist eine mehr als nützliche Ausbeute, meinst du nicht?“
Da musste Narcissa ihm recht geben. Es schadete nie, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. „Ich gebe dir Bescheid, sobald ich es habe“, sagte sie daher nur.
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