Unsteady

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Captain John "Soap" MacTavish Lieutenant Simon "Ghost" Riley
26.02.2017
05.03.2019
9
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Nach Monaten hab es dann doch endlich geschafft etwas zu schreiben (yei). Ich weiß noch nicht genau welchen Lauf diese ff nimmt aber ich habe da ein paar Ideen. Ich hoffe dir gefällt diese ff :). Über kleine Feedbacks würde ich mich sehr freuen, da sie mich jedes Mal in meiner Sache bestätigen und mir deine Meinung zu meiner Story wichtig ist. Ich wünsch dir viel Spaß beim Lesen :).

Call of Duty Modern Warfare und seine Charaktere gehören mir nicht. Die Idee und meine Charaktere schon.

Unsteady

Es war schon lange dunkle als ich meinen Blick von dem Ordner vor mir hob und mir die Augen rieb. Leise seufzend sank ich in meinen Sessel und schaute auf die Uhr über der Tür, 23:56 Uhr. Ich seufzte erneut. Seit fünf Stunden saß ich nun schon hier. Oder besser gesagt wir. Bei dem Gedanken sah ich zu dem anderen Mann in unserem gemeinsamen Büro. Für einen Moment beobachtete ich ihn, wie er konzentriert irgendein Dokument durchlas. Mit seinem Einsatzbericht war er wohl schon fertig. Meine Stirn legte sich in Falten, kein einziges Mal hatte ich ihn aufstehen gesehen. Er war weder zum Abendessen gekommen noch war er mal aufs Klo gegangen. Geschweige denn von dem zurücklehnen und entspannen wie ich es allein in der letzten Stunde mindestens ein Dutzend Mal getan habe. Alles war er den halben Tag zu sich genommen hatte war Kaffee, den ich im zwischendurch mitgebracht hatte. Ein weiteres Mal fuhr ich mir über die Augen. Für heute sollte es reichen, beschloss ich. Ich erhob mich aus meinem unfassbar unbequemen Sessel und knipste meine Tischlampe aus. Sofort lag der Raum im Dunklen abgesehen von dem Lichtkegel der auf den Tisch meines Vorgesetzten schien. Er blickte nicht einmal auf als ich langsam in seine Richtung ging:„ Es ist schon Mitternacht. Komm es reicht für heute.“ Keine Reaktion. Ich nährte mich ihm ein Stück mehr um sehen zu können an was er dort arbeitete. Es sah nach einem Einsatzbericht aus aber sicher war ich mir nicht. Mit einem Seufzen versuchte ich es ein weiteres Mal:„ Steh auf, Soap. Wir können morgen weitermachen.“ Diesmal bekam ich eine Rückmeldung, wenn auch nicht die, die ich mir erhofft hatte. „Geh schlafen, Ghost. Ich muss das noch fertig machen“, sagte er abwesend. Genervt rollte ich die Augen; warum musste er auch immer so verdammt stur sein. Ohne einen weiteren Kommentar drehte ich mich weg und lief zur Tür. Gerade als ich meine Hand auf der Klinke ablegte, hörte ich eine Stimme hinter mir. Erwartungsvoll drehte ich mich um aber alles war er sagte war `Danke für den Kaffee´. Ein schiefes Grinsen konnte ich mir dabei nicht verkneifen. Idiot.

Gähnend ging ich durch die spärlich beleuchteten Gänge unseres Hauptquartiers. Mein Ziel war mein Zimmer, welches glücklicherweise nah bei unserem Büro lag. Ich  lief an Soaps Zimmer vorbei und dachte das selbe wie nur wenige Minuten zuvor. Idiot. Müde öffnete ich die Tür zu meinem eigenen Zimmer, welches direkt nebenan war. Ich machte mir gar nicht erst die Mühe das Licht anzuschalten und zog mir mein schwarzes T-Shirt über den Kopf. Nachdem ich mich auf mein Bett habe fallen lassen schnürte ich mir umständlich die Kampfstiefel auf und strampelte mir die Hose von den Beinen. An jedem anderen Tag hätte ich den bloßen Gedanken an meine Kleidung über dem ganzen Boden verteilt kaum ausgehalten, ich schätzte Ordnung, aber in diesem Moment hätte es mir nicht egaler sein können. Geduscht hatte ich mich auch nicht aber, wie du es dir denken kannst, war auch mir auch das scheiß egal. Kaum hatte ich meine Augen geschlossen war ich auch schon eingeschlafen. Ich schlief unruhig und schreckte schließlich schweißgebadet und zitternd aus einem bösen Traum. Nein, kein Traum. Eine Erinnerung. Ich schüttelte den Kopf um die Bilder loszuwerden und versuchte nicht mehr daran zu denken. Ich schloss meine Augen wieder, wissend, dass ich nicht mehr so schnell einschlafen könnte. Nach einer gefühlten Stunde gab ich es dann doch auf und setzte mich auf meine Bettkante. Mein Blickt wanderte auf den Wecker auf meinem Nachttisch. 02:20 Uhr. Großartig. Ich hatte gerade einmal eine Stunde geschlafen. Genervt stand ich auf und ging zu meiner Kommode, welche neben meinem Schreibtisch stand, welchen ich jedoch kaum benutzte da ich lieber mit Gesellschaft (für die nur MacTavish in Frage kam da mir hier sonst jeder nach einer Weile auf die Nerven ging) Papierkram erledigte, schnappte mir frische Sachen und ein Handtuch und verließ mein Zimmer. Auch der Weg zu den Gemeinschaftsduschen war nicht lang, gerade einmal 5 Minuten brauchte ich. Trotzdem bevorzugte ich eigentlich die private Dusche in dem privaten Badezimmer unseres Captains. Es hatte ihn zwar nie gestört aber in Nächten wie diesen (oder auch generell nachts) wollte ich ihn nicht stören. In den Duschen wäre ich sowieso alleine also würde es keinen Unterschied machen. Als ich in dem Vorraum zu den Duschen ankam um mich auszuziehen merkte ich, dass ich nur in Boxerbriefs und einem Handtuch um den Schultern durch die Gegend gelaufen bin. Naja, auch egal. Durch die gegeben Umstände stand ich nach nur wenigen Sekunden unter lauwarmen Wasser und wusste nicht ob ich das Wasser nun kalt oder warm einstellen sollte. Oder es einfach so lassen sollte. Unentschlossen drehte ich an der Dusche herum bis ich mich irgendwann für kalt entschied. Kalt genug um den Kopf frei zu kriegen aber trotzdem nicht so kalt, dass es schmerzte. Ich legte den Kopf in den Nacken und entspannte mich. Ich ließ mir solange Zeit bis mir dann doch langsam kalt wurde und ich mich mit der erstbesten Seife, die ich auf die Schnelle finden konnte, einseifte. Als ich fertig war schaltete ich das Wasser ab und verließ den Duschraum. Trocken und in sauberen Klamotten (diesmal mehr als nur ein paar Boxer) machte ich mich auf meinen Rückweg. Ja, nun fühlte ich mich viel besser. Als ich vor meiner Tür stand hielt ich inne und sah zu der meines Nachbarn. Ich öffnete meine Tür und schmiss mein Handtuch und die berüchtigte Unterhose in mein Zimmer. Am nächsten Morgen würde ich mich für die Unordnung schämen. Als Lieutenant einer der besten Elite-Task-Forces der Welt und als grundsätzlich ordentlicher und sauberer Mensch hatte man nun mal gewisse Standards aber mir war immer noch alles egal. Also ging ich ohne weitere Zeit zu verschwenden zurück zu unserem Büro. Ich wusste er war nicht in seinem Zimmer.

Ich wurde in meiner Annahme bestätigt als ich Licht durch die spaltbreitoffene Tür scheinen sah. Kopfschüttelnd griff ich nach der Klinke hielt jedoch im letzten Moment inne. Was war das für ein Geräusch? Angestrengt hörte ich genauer hin. Verwundert blinzelte ich blieb aber still. Soap... weint? Wieder schüttelte ich den Kopf; das konnte nicht sein. Obwohl ich mir sicher war, ich würde mir das nur einbilden hörte ich ein weiteres Mal genau hin. Vielleicht er nur eingeschlafen? Sofort verwarf ich den Gedanken wieder. Ich hörte klar ein unterdrücktes Schluchzen. Etwas in meinem Inneren zog sich bei dem Gedanken zusammen. Was musste passiert sein, dass er mitten in der Nacht weinend in seinem Büro saß. Einige Minuten stand ich unentschlossen vor der Tür. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Nach einer weiteren Minute griff ich dann doch nach der Tür und öffnete sie langsam so weit, dass ich hineinschauen konnte und schluckte schwer. Das was sich vorhin in meinem Inneren zusammengezogen hatte brach in diesem Moment. Ich sah in an seinem Tisch sitzen mit den Ellbogen auf der Tischplatte. Mit einer Hand hielt er seinen Nasenrücken und die andere fiel auf die Platte. Er ballte seine Faust und seine Hand, welche er zuvor an seiner Nase hatte, krallte sich in seinen schwarzen Mohawk. Ich beobachtete wie seine Tränen auf die Papiere vor ihm landeten und sein sonst so starker und großer Körper sich noch etwas kleiner machte. Ich wusste, dass ich etwas hätte tun sollen aber ich war wie gelähmt. Ohne Vorwarnung lehnte sich Soap abrupt nach hinten und fuhr sich mit beiden Händen über sein Gesicht. Ich schreckte zurück und versteckte mich tiefer im Schatten des Ganges aus dem ich etwas mit ansah was ich nicht sehen sollte. Was niemand hätte sehen sollen. Mich überkam ein schlechtes Gewissen. Wenn ich schon gaffte, dann sollte ich versuchen ihm zu helfen oder etwa nicht? Ich sollte ihm ein Freund sein und herein gehen aber ich tat es nicht. Das letzte was ich sah bevor ich mich umdrehte und leise ging war das verheulte Gesicht meines Captains, die traurigen Augen meines Freundes, welche verloren einen fernen Punkt fixierten.
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