childhood memories

von Lilli
GeschichteAllgemein / P12
Erin Lindsay Henry "Hank" Voight Jay Halstead OC (Own Character)
25.02.2017
28.09.2017
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„Hattet ihr Streit? Komm schon. Eure Laune sieht alles andere als nach einem guten Wochenende aus“, brummte Hank Voight als er sich zu Erin in den schwarzen SUV setzte und auf die Stimmung seines Ziehkindes und dessen Freund anspielte.

Die Polizistin  seufzte, starrte dann mit ernster Miene nach draußen aus dem Wagen.
Eigentlich war ihr zum heulen zu mute. Der Gedanke an ihre Tochter verstärkte die aufkommenden Emotionen.

„Robyn“, murmelte sie und Voight wusste sofort worauf es hinaus lief.

„Beim Waschen ist ein Tütchen Gras aus ihrer Jeansjacke gefallen. Sie streitet natürlich alles vehement ab. Jay kommt auch nicht an sie heran.“
Hank sah die Jüngere mit ernstem Gesichtsausdruck an.

„Soll ich mit ihr reden?“
Erin verneinte.

„Ich weiß nicht, ob das effektiv ist. Wahrscheinlich würde sie das sofort merken.“

„Verpass den Absprung nicht. Denk an Justin. Mach nicht die gleichen Fehler wie ich“, spielte Voight auf seinen Sohn an, der vor wenigen Jahren mit weniger als  30 Jahren verstarb, weil er in Bandenkriminalität verwickelt war.
Nachdenklich starrte Erin vor sich hin, setzte ein sarkastisches Lächeln auf.

„Hank?“

„Ja?“

„Merkt man, wenn man als Mutter versagt hat?“

Voight sah mit einer Mischung aus Entsetzen und Sorge auf seine Ziehtochter.

„Warum glaubst du das?“

Erin kämpfte erneut mit den Tränen.

„Vor einem Jahr hat Robyn noch mit Barbies gespielt. Plötzlich entwickelt  sie Charakterzüge, die ich nicht kenne, die mir Angst machen. Sie ist mir manchmal völlig fremd.“

„Erin. Hey.“
Voight legte Lindsay beruhigend die Hand auf die Schulter.

„Ich wollte alles anders als meine eigene Mutter machen, damit Robyn nicht wie ich aufwachsen muss. Und jetzt wird sie genau wie ich mit 14 Jahren.“

Gerade als Hank etwas erwidern wollte schaltete sich der Funk an und der Operator verkündete einen bevor stehenden Einsatz. Verdammt.

„Wir reden nachher weiter“, versprach ihr Voight, ehe Erin den Motor startete und mit quietschenden Reifen zum Ort des Geschehens aufbrach.


________________


Die Tatsache, dass sich die beginnende  Woche fortsetzen würde, wie die letzte geendet hatte, erahnte Lindsay bereits, als sie mit dem Team den Tatort besichtigte.

Eine 15- jährige Schülerin war ermordet worden. Ihre Gesichtszüge wirkten infantil und vertraut, sodass die Polizistin schmerzlich an ihre eigene Tochter erinnert wurde.
Nachdem der Teenager entführt worden war, hatte der Täter die Leiche in einem abgelegenen Waldstück nahe Chicago am Straßenrand liegen lassen. Sie war nicht das einzige Mädchen. Seit Wochen zog sich eine Mordserie, von der vorwiegend Teenager betroffen waren durch halb Illinois.

„Deborah Simons. Sie wäre in 3 Tagen 16 Jahre alt geworden. Zuletzt gesehen an einer Bushaltestelle in der 6th Avenue“, kommentierte Ruzek leise die nötigen Informationen, während Erin emotionslos auf den leblosen Körper des Mädchens starrte.

Eigentlich galt es in diesen Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren, aber  als Mutter existierte eine andere Realität.

„Das ist am Stadtrand,  in Evaston. Der Täter ist ein hohes Risiko eingegangen. In der Vorstadt kennt jeder jeden“, flüsterte Lindsay und sicherte einige Utensilien, die um die Leiche verstreut waren. Mit zitternden Händen hob sie einen Schlüsselanhänger auf, der ihr sofort vertraut erschien. Unglücklicherweise hatte sie ihrer Tochter vor einigen Wochen den gleichen gekauft.

„Was ist mit ihrer Familie? Wissen es die Eltern schon?“
Hank nickte und sah die Polizistin vielsagend an.

„Ich habe Burgess mit einer Streife zu ihrem Haus geschickt. Es gibt nur eine Mutter. Sie war allein erziehend.“

Erin sah betreten auf den Boden.

„Bist du okay?“, vergewisserte sich Olinsky, weshalb Lindsay verwundert nach oben sah, dann aber nickte.

„Du fährst jetzt nach Hause zu Jay und Robyn. Du hattest diesen Monat genug schon Überstunden.“

„Aber Hank“, wollte sie diskutieren, doch ihr Chef duldete keine Widerworte.

„Kein aber. Los geht’s. Ich schaue später noch einmal bei euch vorbei“, entließ er Erin in die wohlverdiente Freizeit…

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Unterdessen kämpfte Jay Halstead mit ganz anderen Problemen.

Stieftochter Robyn weigerte sich vehement zu beichten, wie sie zu der Verletzung an Kinn und Auge gekommen war, die alles andere als nach einem Sturz auf den Asphalt aussah.

„Hingefallen? Willst du mich auf den Arm nehmen? Wenn du mich schon anlügst, dann gib dir wenigstens etwas mehr Mühe und gestalte die Geschichte etwas anspruchsvoller“, versperrte er der 14 Jährigen den Weg, die ihn mit vernichtender Miene taxierte.

„Ich hab mich wirklich hingelegt. Es war ein Unfall. Frag meine Mitschüler.“
Jay lächelte die Jüngere ironisch an.

„Nein, war es nicht und das weißt du.“
Sie rollte mit den Augen.

„Erzähl mir was passiert ist.“

„Nichts.“

„Robyn, ich kenne dich seitdem du so groß bist“, deutete er die Größe an und schaute ihr sorgenvoll entgegen.

„Außerdem arbeite ich als Cop. Ich merke wenn mich jemand anlügt und wenn dich jemand schlägt, dann ist das definitiv nicht okay.“

„Hat irgendjemand behauptet, dass es okay ist?“

„Also habe ich recht?“

„Das habe ich nicht gesagt.“

Jay seufzte.

„Komm schon. Das bringt uns doch kein Stück weiter.“

„Kann ich jetzt in mein Zimmer? Mir reichts.“
In diesem Augenblick wurde die Haustür geöffnet und eine müde aussehende Erin betrat den Wohnbereich.

Sie schaute den Rest ihrer Familie an. Binnen Sekunden traf ihr Blick auf Robyns Verletzungen.

„Was ist passiert?“

„Ich bin versehentlich ausgerutscht.“
Unsanft schnappte Erin nach dem Kinn ihrer Tochter und besah es sich näher.

„Aua, du tust mir weh.“
Man merkte sofort, dass Erin Jays Meinung teilte.

„Verkauf mich nicht für blöd. In was bist du hinein geraten?“

„In nichts.“
Robyn sah ihre Mutter mit weit aufgerissenen Augen an.

„Ach ja?“

„Ja, verdammt“, schrie sie zurück.

„Aber was interessiert es dich? Ich bin dir doch ohnehin egal und passe nicht in dein Leben“, machte der Teenager sich letztendlich den Weg frei und stapfte die Treppen hinauf.
Die Erwachsenen sahen einander überfordert an, ehe Erin wütend im Badezimmer verschwand…
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