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Auf Nimmerwiedersehen, Coco

KurzgeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
25.02.2017
25.02.2017
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Auf Nimmerwiedersehen, Coco

Rating: P12

Genre: Humor, Familie, Freundschaft

Wörter: 846

Geschrieben: Februar 2017

Inhalt: In der Pilotfolge hatten die Golden Girls einen schwulen Koch namens Coco als Mitbewohner. Den sah man danach nie mehr und ich frage mich, was mit ihm wohl passiert ist? Hier ein kleiner Erklärungsversuch.


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Mit einem Teller, voll beladen mit selbst gemachten Keksen, kam Sophia von der Küche in das Wohnzimmer und konnte beobachten, wie Blanche, Dorothy und Rose vor der Haustür standen und jemanden winkten. Es war zu hören, wie die drei Frauen ‚Auf Wiedersehen‘ und ‚Pass gut auf dich auf‘ riefen. Und man sah, dass Tränen vergossen wurden.

„Was macht ihr dort?“, rief die kleine Frau quer durchs Wohnzimmer, während sie es sich gemütlich machte auf dem Sofa und einen Keks vom Teller nahm. „Eure straffen Brüste und Oberschenkel haben euch vor Jahrzehnten verlassen. Die kommen niemals mehr zurück“, war ihre vernichtete Beobachtung, während sie herzhaft in den Keks biss und zu kauen anfing.

Durch Sophia auf Alterserscheinungen ihres Körpers aufmerksam gemacht, bekam diese sogleich die Aufmerksamkeit von Blanche und Dorothy für sich, während Rose immer noch in Richtung Strasse sah und winkte.

„Ma!“, erklang als erstes die resolute Stimme ihrer Tochter, als diese zurück ins Haus trat und anfing ihre Mutter böse anzufunkeln. „Wir winken Coco zum Abschied. Das hat mit Brüsten und Oberschenkel nichts zu schaffen.“

Spöttisch antwortete Sophia: „Wenn du meinst, mein Kätzchen. Dafür schlabberten eure Oberarme umso hübscher, als ihr sie durch die Luft wirbelten.“ Ein Anblick, den Sophia nicht hübsch fand. Sie zog ihre langärmeligen Blusen vor, die solche Schwachstellen gut kaschierten.

„Sophia!“, empörte sich Blanche und nahm Dorothy die Möglichkeit, schlagfertig zu antworten. „Meine Oberarme schlabbern nicht. Nur zur Information, ich habe noch meine Idealmasse, wie ich sie als siebzehnjähriges Mädchen hatte.“ Blanche zupfte bei diesen Worten an ihrem Oberteil herum, als wolle sie viel Stoff in Richtung Oberarme befördern. Was nichts zu sagen hatte, wie sich Blanche im Stillen sagte.

Ein ungläubiger Blick von Dorothy sagte ohne Worte das aus, was Sophia Blanche auf deren Bemerkung antwortete: „Wundert mich nicht, dass du als Siebzehnjährige Oberarme wie eine alte Frau hattest, Blanche. Liegt bestimmt am vielen Bumsen im Feld unter der prallen Sonne, wenn dir einer deiner Verehrer ein Kompliment gemacht hatte und du Flittchen dachtest, dass du ihm mit vollem Körpereinsatz danken musst. Das schlägt auf die Haut und das Fettgewebe. Aus diesem Grund hast du solch einen faltigen Hals, der wie von einem Truthahn gestohlen aussieht.“

„Ma!“, erklang die gepeinigte Stimme von Dorothy, die sich einmal mehr in ihrem Leben wegen ihrer Mutter genierte. „Es tut mir leid, Blanche“, sagte sie zu ihrer Mitbewohnerin, die momentan sprachlos war ob der Frechheit von Sophia. Als ob sie mit jedem jungen Mann ins Feld verschwunden wäre, der ihr ein Kompliment machte. Sie war eine Hollingsworth! Die zogen ein Bett immer dem nackten Boden vor.

Unbemerkt von den anderen Frauen, hatte Rose die Tür hinter sich geschlossen und war mit einem lauten Seufzer in den nächsten Sessel gesunken. „Ich werde ihn vermissen“, sagte Rose und sorgte auf diese Weise, dass Sophia und Dorothy ihren sich anbahnenden Mutter-Tochter-Streit nicht anfangen konnten.

„Wen wirst du vermissen, Rose?“, wollte Sophia wissen.

„Coco. Ich werde Coco schrecklich vermissen“, antwortete Rose und sah Sophia verdutzt an. Anscheinend war sie der Meinung, dass diese wissen müsste, von wem sie redete.

Sophia sah verdutzt zurück und vergass ihren Keks zu essen. „Den Affen?“ Zu Dorothy gewannt meinte Sophia: „Warum zum Teufel vermisst Rose einen Affen aus einem Kinderbuch? Ich dachte, die wäre auf einer Farm aufgewachsen und würde nur Kühe und Schweine kennen.“

„Ma!“, rief Dorothy genervt. „Rose meint unseren Koch und Mitbewohner, der heute ausgezogen ist.“

„Kenne ich nicht.“ Sophia nahm sich einen Keks und biss erneut herzhaft hinein.

„Sophia“, schaltete sich Blanche ein, die sich von ihrer Sprachlosigkeit erholt hatte. „Du kennst Coco. Du warst mit ihm unter anderem beim Hunderennen. Dort hat er seine grosse Liebe kennen gelernt, mit der er nach Texas ziehen will, um sich dort der wilden Leidenschaft hinzugeben, die man nur mit seiner grossen Liebe erleben kann.“

„Ach die Schwuchtel meint ihr!“, rief Sophia mit vollem Mund. „Sagt das von Anfang an, anstatt mich mit dem Affen zu verwirren. Ich bin achtzig. Ihr könntet ruhig Rücksicht nehmen auf mein Alter.“

Dorothy verbiss es sich zu sagen, dass Worte wie ‚Schwuchtel‘ ebenfalls alles andere als rücksichtsvoll war. Es würde bei ihrer Mutter nichts nützen, sie auf dieses Detail anzusprechen. Auch Coco reagierte zuletzt nicht mehr, wenn Sophia ihn Schwuchtel, Tunte und Homo nannte. Nicht zu reagieren bei solchen Schimpfwörtern, war das Beste, wenn es um Sophia ging.

Blanche verbiss sich jeden Kommentar, weil sie von Sophia nicht erneut hören wollte, dass ihr Körper nicht mehr straff wie früher war. Es war ärgerlich genug, dass sie sich das von alleine sagte, wenn sie nackt vor dem Spiegel stand.

Und Rose verbiss sich einen Kommentar, weil sie noch darüber nachdachte, wie Sophia von einem schwulen Koch zu einem Affen kommen konnte. Das erschien ihr nicht logisch.

Sophia biss unterdessen herzhaft in jeden einzelnen Keks, der noch auf ihren Teller war und genoss es, dass sie Dorothy, Blanche und Rose gezeigt hatte, dass mit ihr nicht zu spassen war. Auch wenn sie insgeheim Coco ebenso vermisste, wie es Rose, Blanche und Dorothy taten. Seine Kekse waren einfach die Besten! Auf diese würde sie nur schwer verzichten können.


ENDE
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