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Die Telefonnummer

KurzgeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
25.02.2017
25.02.2017
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25.02.2017 788
 
Die Telefonnummer

Rating: P12

Genre: Humor, Freundschaft

Wörter: 760

Geschrieben: Februar 2017

Inhalt: Wegen Blanches Vorliebe für Männer, findet Rose ihre gemeinsame Telefonnummer an einem ungewöhnlichen Ort.


* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *



Dorothy war gerade auf dem Weg in die Küche, als Rose aufgelöst durch die Eingangstür ins Wohnzimmer kam und sich sofort auf sie stürzte und zu reden anfing, als sie ihre Mitbewohnerin sah. „Dorothy! Dorothy!“, erklang es aus diesem Grund aus dem Mund von Rose, als sie vor dieser zu stehen kam.

„Anwesend“, erwiderte Dorothy und sah Rose irritiert und leicht skeptisch an. Wenn Rose in solch einer Gemütslage war, konnte man sich auf eine Kuriosität gefasst machen. Und das konnte Dorothy gerade nicht gebrauchen. Dennoch fragte Dorothy: „Was ist los, Rose?“

„Du glaubst nicht, wo ich unsere Telefonnummer gefunden habe.“

Dorothy seufzte und meinte: „Es ist nicht schlimm, wenn du in einer Telefonzelle ein Telefonbuch findest, in dem unsere Telefonnummer notiert ist, Rose. Das habe ich dir letzte Woche erklärt. Du kannst in jede Telefonzelle in Miami gehen und die Telefonbücher durchblättern, immer wirst du unsere Telefonnummer finden.“

Für einen Moment fiel das aufgeregte herumflattern von Rose ab und sie meinte ruhig zu ihrem Gegenüber: „Das weiss ich, Dorothy. Ich bin nicht blöd.“

„Was noch zu beweisen wäre“, flüsterte Dorothy mehr zu sich als zu Rose. Nur um sich auf die Entdeckung von Rose zu konzentrieren. Diese konnte nichts für den Umstand, dass sie naiv war. Immerhin war das die Grundvoraussetzung, wenn man in St. Olaf leben und aufwachsen musste. Anders ginge man dort zugrunde. „Okay, wo hast du unsere Telefonnummer gefunden, wenn nicht im Telefonbuch?“, fragte Dorothy mässig neugierig nach. Sie ahnte, dass ihr die Antwort nicht gefallen würde. Was als Antwort von Rose kam, überraschte jedoch selbst Dorothy.

„Ich habe unsere Telefonnummer auf der Männertoilette im Kaufhaus gefunden!“

„Was zum Teufel machst du auf der Männertoilette des Kaufhauses?“, wollte Dorothy wissen. Die sich keinen Reim darauf machen konnte, wie etwas Derartiges passieren konnte. Rose ging nicht auf Männertoilette. Nicht Rose. Blanche wäre ein anderes Thema, das wusste Dorothy, nur um diese ging es gerade nicht.

„Ich musste auf die Männertoilette“, setzte Rose zu einer Erklärung an, die sich zur gleichen Zeit wie eine Entschuldigung anhörte. Als hätte sie Verbotenes getan. Was sich Dorothy bei Rose nicht vorstellen konnte. „Die Frauentoilette wurde gerade gereinigt und aus diesem Grund mussten alle Frauen auf die Männertoilette ausweichen. Und weisst du was…“

„Was?!“ Dorothy war genervt darüber, dass sie es war, die in die Finger von Rose geraten war. Wo waren nur ihre Mutter und Blanche, wenn sie diese brauchte? Das Leben war wirklich unfair.

„Die Männertoilette sieht aus wie die Frauentoilette! Nur die Pissoirs, die gibt es nicht auf der Frauentoiletten.“ Verschämt kicherte Rose über diese Aussage, bevor ihr eine Frage in den Sinn kam. Die sie sogleich an Dorothy richten musste, da diese auf alles eine Antwort wusste. „Warum eigentlich nicht? Wenn die Männertoilette gereinigt wird, müssen die Männer bestimmt auf die Frauentoiletten. Was machen die dort ohne ihre Pissoirs?“

„Man gibt ihnen Becher mit, in die sie reinpinkeln können, Rose! Die sammelt man ein und schüttet den Inhalt in die Pissoirs, sobald diese gereinigt sind“, kam es genervt von Dorothy. „Und nun sag endlich, was das alles mit der Telefonnummer auf sich hat.“

Irritiert sah Rose Dorothy an, bis sie sich erinnerte, warum sie kurz zuvor ins Haus gestürzt war. „An der Wand über den Pissoirs, stand unsere Nummer, Dorothy. Jeder kann sie lesen, sobald man in die Männertoilette kommt. Und über unsere Nummer stand in Grossbuchstaben BED und alles war mit einem Herz umrahmt. Auffälliger geht es nicht.“

Bei Dorothy fiel der Groschen, als sie das mit BED von Rose hörte. „Blanche Elizabeth Devereaux“, meinte sie erklärend zu Rose, was diese nicht verstand.

„Nein, Dorothy, es stand BED an der Wand und nicht Blanche Elizabeth Devereaux.“

Dorothy musste sich zusammen reissen, um Rose nicht anzuschreien und zu schütteln. „Ich meine, das BED Blanche Elizabeth Deveraux bedeutet. Es sind die Anfangsbuchstaben ihres Namens, Rose. Dieses Kürzel mit unserer Telefonnummer, gepaart mit dem Männerverschleiss von Blanche und du kannst dir denken, warum unsere Telefonnummer an der Wand in der Männertoilette steht.“

„Kann ich?“ Man hörte die Zweifel in der Stimme von Rose.

„Ja, kannst du!“ Mit diesen Worten liess Dorothy Rose stehen und ging in die Küche, wie sie es die ganze Zeit tun wollte. Sollte Rose von alleine dahinter kommen, dass Blanche ein Flittchen war und aus diesem Grund ihre Telefonnummer die Runde machte, indem sie auf Männertoiletten gut sichtbar aufgeschrieben war. Die Männer und Blanche kamen auf diese Art schneller zu ihrem Ziel. Es konnte ja niemand wissen, dass Rose unvermutet auf eine Männertoilette geriet und dahinter kam, dass ihre gemeinsame Telefonnummer die Runde machte in Miami.


ENDE
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