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Die Schattenseite der perfekten Welt

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Sophie Koch Sören Petersen
24.02.2017
24.01.2021
47
78.881
16
Alle Kapitel
169 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
10.01.2021 1.943
 
Hallöchen ihr Lieben,

Hier bin ich mal wieder mit einem neuen Kapitel - die Wartezeit war mal wieder länger, als ich gehofft hatte - hoffentlich war das okay für Euch! :) Ich habe mir jedenfalls Mühe gegeben so schnell wie möglich weiter zuschreiben. Ich bin immer noch überwältigt von all euren lieben Nachrichten - besonderes Danke an

@Finja-Shila (Shout-out to you - du bist richtig lieb!)
@Zimtstern18 (richtig cool, dass du gerade immer Reviewst!!DANKE!!)
@fleissigeLeserin (ich habe mich wie immer sehr gefreut <3)
@Berlinerbaerchen (mal wieder super lieb!!)
@Lena03 (deine Review war auch zuckersüß!)
@Gaenseblume (ich freue mich, dass du immer noch dabei bist :))

Ich hoffe, dass nächste Kapitel gefällt euch (ich bin irgendwie nicht ganz überzeugt...)
****
Stella:

Mein Kopf brummte, mehr noch als schon vor einer Stunde, und wenn ich ehrlich war, tat mir alles weh und ich konnte den Fragen der Ärztin kaum folgen. “Kann ich Sie bitten, einmal kurz den Raum zu verlassen?”, fragte die Ärztin an Sophie gewandt und ließ mich aufhorchen. Warum wollte Dr. Möller mich alleine untersuchen? Hatte ich irgendetwas falsch gemacht?

Mein Herz begann schneller zu klopfen und ich merkte, wie ich vor lauter Nervosität noch mehr zu schwitzen begann.
Sophie schloss sanft die Türe und ich blickte zu Dr. Möller, die wieder auf ihrem Hocker vor der Liege Platz genommen hatte.

“Das sind ziemlich schlimme Narben auf deinem Rücken, Stella”, sagte sie und überrascht blickte ich sie an. Hatte sie die gesehen, als sie mich angehört hatte? Wollte sie mich deshalb alleine sprechen? War sie besorgt oder verärgert?

Mein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich zerbarsten. Ich versuchte eine Antwort zu formulieren, aber stattdessen zuckte ich einfach nur mit meinen Schultern - was wollte sie denn auch von mir hören?

“Magst du mir erzählen, woher die kommen?”

Nein, mochte ich nicht. Ich wollte nur noch ins Bett, meine Augen schließen und nie wieder aufwachen. Mein Kopf und Hals taten so weh... Ich schüttelte also nur den Kopf und presste meine Hände gegeneinander, um mich von meinen Schmerzen abzulenken.

“War das deine Mutter?”, fragte die Ärztin und erstaunt hob ich meinen Kopf wieder. Woher wusste sie das? Sie hatte meine Mutter doch noch nie getroffen...

Ich wollte etwas sagen, aber die Worte blieben mir im Hals stecken. Meine Gedanken drehten sich im Kreis, ich konnte mich kaum auf etwas anderes fokussieren als auf den Schmerz.

“Das, was deine Mutter macht, ist falsch”, redete die Ärztin weiter und ich versuchte mich auf ihre Stimme zu konzentrieren. Sophie sagte mir auch andauernd, dass es falsch gewesen war, was meine Mama gemacht hatte. “Ich verspreche Dir, dass das, was du sagst, diesen Raum hier nicht verlassen wirst. Du brauchst keine Angst haben, ich kann Dir helfen.”

Warum half sie mir denn dann nicht, sondern fragte mich über meine Mutter aus? Warum ließ sie mich nicht einfach nach Hause gehen? “Tut weh...”, murmelte ich und wusste, dass ich keine richtigen Sätze formulieren konnte, “Kann... nach Hause..”?

Ich schaute Dr. Möller bittend an und diese seufzend. “Stella, wenn deine Mutter dir weh tut, dann musst du mir das sagen.”

Ich stöhnte auf - vielleicht wegen der Schmerzen oder aber auch weil die Dr. Möller gerade einfach nicht verstand. Was wollte sie von mir?

“Sophie...”, murmelte ich und sah zur Türe. Wann kam Sophie endlich wieder.

“Wer ist Sophie?”, fragte die Ärztin und ich zeigte auf die Türe. “Sophie!”, sagte ich noch einmal, dieses Mal lauter, nicht fähig etwas anderes zu sagen.

Sophie hatte gesagt, dass sie sofort vor der Türe warten würde, vielleicht würde sie mich ja hören.
“Sophie, bitte”, rief ich so laut, wie mein Hals es mir gerade erlaubte. Langsam sammelten sich Tränen in meinen Augen und ich versuchte den Klos in meinen Hals herunterzuschlucken, was nur noch mehr schmerzte.

“Ich weiß nicht wer Sophie ist, Liebes. Hast du eine Telefonnummer?”, fragte die Ärztin und verwirrte mich vollends. Sie hatte doch gerade eben noch mit Sophie gesprochen - sie war doch diejenige gewesen, die Sophie aus dem Raum gebeten hatte!

“Stella?”, hörte ich Sophies Stimme und sah sie dann durch die Türe stürmen, “Was ist los?”

Erleichtert atmete ich auf - Sophie hatte also wirklich wie versprochen direkt vor der Türe gewartet und mich gehört. “Sophie!”, rief ich erleichtert und streckte meine Arme nach ihr aus. Tränen liefen mir jetzt aus dem Gesicht und alles war egal. Ich wollte nur zu Sophie.

Sophie nahm ich sofort in die Arme und schaukelte mich sanft hin und her. “Ich bin hier”, flüsterte sie leise in mein Ohr und aus irgendeinem Grund weinte ich nur noch stärker.

Sophie hielt mich lange einfach in ihren Armen und strich mir zwischendurch sanft über die Haare.

“Was ist passiert?”, fragte Sophie die Ärztin in einem scharfen Ton, als ich mich etwas beruhigt hatte. Mein Kopf drehte sich und am Liebsten hätte ich Sophie von der komischen Fragerei der Ärztin erzählt, aber ich konnte immer noch keinen richtigen Gedanken fassen.

Ich schaute zu Dr. Möller, die immer wieder verwirrt von mir zu Sophie sah. “Sind sie Sophie?”, fragte sie schließlich und räusperte sich.

“Das bin ich. Sophie Koch”, antwortete Sophie, immer noch nicht wirklich freundlich und irgendwie verstand ich Sophie. Was sollte diese ganze blöde Fragerei?

“Sind sie überhaupt Stellas Mutter?”, fragte die Ärztin schließlich und Sophie antwortete sofort: “Nein, bin ich nicht. Ich denke, sie haben selbst bemerkt, dass Stellas Mutter nicht wirklich gut für ihre Tochter gesorgt hat” Sophies Umarmung wurde fester und ich wusste, dass sie mir Halt geben wollte.


****
Sophie:

Sophie wartete, wie sie Stella versprochen hatte, direkt vor der Türe des Untersuchungszimmer. Sie war kurz verwirrt gewesen, warum die Ärztin sie aus dem Zimmer geschickt hatte, aber so langsam ahnte sie den Grund. Sie wusste, dass sie nun vorsichtig sein musste - zur Not hatte sie alle Unterlagen dabei. Sie hatte die offizielle Bestätigung, dass sie Stellas Pflegemutter war und sogar den Bericht der Amtsärztin dabei.

Unruhig wartete Sophie, bis sie schließlich leise, aber dennoch vernehmbar, Stella ihren Namen rufen hörte. Stellas Stimme klang rau, und beinahe so, als würde das Mädchen weinen. Sofort sprang Sophie auf, stürmte in den Raum und rief “Stella?”

Das Mädchen saß immer noch auf der Liege, sichtbar aufgewühlt. Tränen liefen der Kleinen übers Gesicht und Sophies Herz brach, als sie sah, wie Stella verzweifelt ihre Arme nach ihr ausstreckte.

Sofort schlang Sophie ihre Arme um ihren Schützling und versuchte Stella murmelnd zu versichern, dass sie da war und alles gut werden würde. Sie wusste zwar nicht, was passiert war, aber sie war trotzdem unglaublich sauer auf Dr. Möller. Da verließ sie mal für zwei Minuten den Raum und schon brach Stella in Tränen aus?

“Was ist passiert?”, fragte sie schließlich und ihr Ton zeigte der Ärztin hoffentlich, dass sie alles Andere als begeistert war.

Die Ärztin schien verwirrt - immer wieder schaute die zwischen Stella und Sophie hin und her, als könnte sie nicht glauben, was gerade geschah.

“Sind sie Sophie?”, fragte Dr. Möller endlich und Sophie runzelte kurz ihre Stirn. Sie hatte doch bei der Anmeldung ihren Namen angeben müssen - die Ärztin müsste doch wissen, wer sie war.

“Das bin ich. Sophie Koch.”

Sophie beobachte wie Dr. Müller scheinbar ein Licht aufging und auch Sophie begann langsam zu verstehen, was gerade passiert sein musste.

“Sind Sie überhaupt Stellas Mutter?”, fragte die Ärztin und Sophie schüttelte energisch ihren Kopf.

“Nein, bin ich nicht. Ich denke, sie haben selbst bemerkt, dass Stellas Mutter nicht wirklich gut für ihre Tochter gesorgt hat“ Sophies Vermutung hatte sich bestätigt und langsam beruhigte sie sich auch wieder. So sehr es sie erschrocken hatte, Stella so aufgewühlt zu sehen, sie konnte die Ärztin irgendwie verstehen. Sie schloss ihre Arme fester um Stella, die immer noch nichts gesagt hatte.

“Ich hätte das sofort klarstellen sollen”, sagte Sophie schließlich, “aber ich dachte, es gäbe Wichtigeres”

Dr. Möller schüttelte den Kopf. “Es tut mir auch Leid, aber ich dachte wirklich...”

Sophie nickte - sie verstand schon, was Frau Dr. Möller sagen wollte. Die Ärztin hatte wahrscheinlich Stellas Narben auf ihrem Rücken gesehen, und all ihre Alarmglocken hatten sofort geklingelt. Vielleicht hatte sie Stella zu sehr gedrängt und war zu voreiligen Schlüssen gekommen, aber insgesamt war Sophie froh, dass sie überhaupt gehandelt hatte. Zu viele Ärzte sahen über solche Verletzungen hinweg und hinterfragten das Gesehen selten.

Dr. Möller richtete sich an Stella und berührte sanft ihren Arm. “Ich sollte mich auch bei Dir entschuldigen, Stella. Ich habe wahrscheinlich etwas überreagiert, aber ich dachte, dass die Narben auf deinem Rücken von Sophie verursacht sind.”

Stella, die die ganze Unterhaltung lang in Sophies Armen verborgen gewesen war, drehte sich jetzt zur Ärztin. “Was?”, fragte sie mit rauer Stimme, “Sophie würde so etwas nie machen! Ehrlich!”

Dr. Möller nickte. “Das kann ich jetzt auch sehen, Liebes.”

Sophie spürte, wie Stella einen Schauer unterdrückte und fragte Dr. Möller dann: “Was ist denn jetzt los mit Stella? Was kann ich tun, damit es ihr wieder besser geht?”

“Achso, ja genau”, begann Frau Möller, die sich kurz fangen musste, “So wie es aussieht, hat Stella eine Mandelentzündung und eine schlimme Erkältung. Noch würde ich kein Antibiotikum geben, aber wenn es in drei Tagen nicht besser wird, kommen Sie noch einmal vorbei und ich verschreibe ein Antibiotikum. Bis dahin reicht Paracetamol aus, um das Fieber zu senken und die Schmerzen zu lindern.”

Sophie nickte kurz - etwas erleichtert war sie schon. Eine Mandelentzündung war nichts Lebensbedrohliches, oder?

“Die Mandeln müssen nicht herausgenommen werden?”, fragte Sophie ängstlich nach.

“Nein, müssen sie nicht. Ich kann zwar sehen, dass Stellas Mandeln auf jeden Fall schon ein paar Entzündungen hinter sich haben, aber heutzutage nimmt man die Mandeln nicht mehr so schnell raus - normalerweise sagt man, dass die Mandeln erst raus müssen, wenn jemand mehr als fünf oder sechs schwere Mandelentzündungen pro Jahr hat. Also machen Sie sich da erst einmal keine Sorgen.”

Sophie nickte und war schon etwas beruhigter. “Wie lange darf Stella nicht in die Schule?”

Dr. Möller überlegte kurz, bevor sie antwortete: “Das kommt etwas darauf an, wie schnell Stella sich erholt. Aber ich würde auf jeden Fall sagen, dass sie diese Woche erst einmal zu Hause bleiben sollte.”

Sophie nickte und strich Stella beruhigt über den Arm, die bei der Vorstellung, die ganze restliche Woche zu Hause bleiben zu müssen, erschrocken aufgeblickt hatte.

Sophie fiel noch eine weitere wichtige Frage ein: “Stella macht bei einem Musical in der Schule mit - muss sie eine Zeit aufs Singen verzichten oder wie sieht das aus?”

Dr. Möller schüttelte den Kopf. “Singen ist wieder möglich, sobald die Mandeln abgeschwollen sind, aber sei schön vorsichtig, okay?” Die Ärztin schaute Stella an und diese nickte schnell.

Nachdem Dr. Möller alle Fragen geklärt hatte und der ganze Papierkram erledigt war, verabschiedete sich Frau Dr. Möller von den Beiden.

“Tschüss, Stella”, sagte die blonde Ärztin zu Stella, “Ich hoffe, ich sehe Dich nicht so schnell wieder, aber wenn etwas ist, bist du immer herzlich willkommen.”

Dann wandte sie sich Sophie: “Frau Koch, es tut mir Leid, dass ich sie verdächtigt habe. Es ist offensichtlich, wie sehr sie Stella lieben und wie sehr das Mädchen sie braucht. Wenn noch irgendetwas ist, dann können sie mich gerne anrufen.”

Sophie nickte und Stella krächzte ein “Wiedersehen”, bevor die Beiden sich wieder auf den Weg nach Hause machten.


****
Ich weiß - kurzes Kapitel... Ich bin nicht ganz zufrieden, insbesondere mit dem ersten Teil. Ich habe versucht, Stellas Teil ein wenig abgehackter als sonst zu schreiben - um zu zeigen, wie verwirrt Stella gerade ist und dass sie aufgrund ihres Fiebers und ihrer Schmerzen keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich hoffe, dass kam entsprechend an!

Und ich hoffe auch, es waren nicht zu viele medizinische Infos am Ende, aber die mussten mit rein :D Momentan finde ich Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde super spannend... :)
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