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Die Schattenseite der perfekten Welt

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character) Sophie Koch Sören Petersen
24.02.2017
24.01.2021
47
78.881
16
Alle Kapitel
169 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
17.12.2020 2.072
 
Hallöchen ihr Lieben,

Ich weiß gar nicht, wie ich mich bei Euch für meine lange Abwesenheit entschuldigen soll...  Irgendwie war ich ziemlich beschäftigt - trotz Corona habe ich ziemlich viel Uni Kram und um nicht zu vereinsamen mache ich dann meistens abends noch etwas mit meiner besten Freundin und irgendwie ging dann das Schreiben unter...
Es tut mir wirklich Leid und ich weiß ja auch aus Erfahrung wie es sich anfühlt monatelang auf neue Kapitel-Updates zu warten... Manchmal hat man als Autor einfach eine kleine Schreibblockade und keine Zeit diese irgendwie wieder loszuwerden und ich falle dann irgendwie in so einen Schuldkreislauf, dass ich am Liebsten gar nicht drüber nachdenke, weil ich mich sonst so schuldig fühle...

Na ja... egal ich bedanke mich herzlich bei:
@xGNEx (danke fürs Erinnern!! Alle anderen können dir auch danken :))
@Zimtstern (Danke!! Und dein Name passt perfekt zur Jahreszeit!)
@BerlinerBaerchen (treuste Seel überhaupt, hoffentlich hab ich Dich nicht verjagt)
@Lena2345 (ich freue mich über jede Review!)
@fleissigeLeserin (ich hoffe, du bist noch dabei?! Jedenfalls vielen Dank!)

Stella:

Als ich am Montag Morgen aufwachte, stahl sich sofort ein Lächeln auf meine Lippen. Erst wusste ich nicht, warum genau, aber dann fiel mir ein, dass Lily und ich heute unsere erste richtige Probe nur zu zweit hatten! Wenn mir nur Frau Schneider und Lily zuschauten, dann freute ich mich sogar schon darauf, wieder auf der Bühne zu stehen.

Meine gute Laune wurde ein wenig gedämpft, als ich, nachdem ich mich fertig gemacht hatte, zu Sophie in die Küche kam. Ich musste zwangsläufig an unsere Unterhaltung über die Müsliriegel unter meinem Bett gestern Abend denken und das Ganze war mir immer noch ein bisschen peinlich und unangenehm. Sophie hatte zwar super lieb reagiert, aber deshalb war es wahrscheinlich noch alberner. Hoffentlich war Sophie nicht doch sauer?

„Hallo, Süße“, begrüßte Sophie mich jedoch genau herzlich wie jeden anderen Morgen und beantwortete damit meine Frage.
„Guten Morgen“, antwortete ich ihr und meine Stimme war von der Nacht noch etwas belegt.
„Dein Müsli ist schon fertig. Warte“, sagte Sophie und reichte mir dann die Schüssel und einen Löffel.

Ich lächelte sie an und dankte ihr bevor ich mich auf einen der Barhocker an der Kücheninsel setzte. Sophie war einfach die Beste - sie machte mir jeden Morgen ein Müsli und dann noch ein Schulbrot!

„Heute hast du die erste Extra-Probe mit Lily, oder?“, fragt Sophie mich und ich nicke sofort. Dass sie sich daran noch erinnern konnte... Ich hatte es ihr nur Donnerstag Abend ganz beiläufig erzählt. „Ja“, bestätigte ich noch einmal als ich heruntergeschluckt hatte. „Ich freue mich schon richtig. Mal schauen was wir so machen. Hoffentlich eine Szene bei der ich den Text schon kenne!“

Sophie lachte kurz. „Mach dir keine Sorgen, Süße. Hast du nicht erzählt die anderen hätten noch gar keinen Text gelernt?“ Ich zuckte mit meinen Schultern. Ja, die anderen konnten den Text auch noch nicht, aber ich war eben gerne vorbereitet.
„Ich fühl mich sicherer, wenn ich wenigstens schon mal irgendetwas weiß. Die anderen haben bestimmt viel mehr Erfahrung als ich“, erklärte ich Sophie.

„Lily ist doch erst mit Dir dazu gekommen“, wendete Sophie ein und lächelte mich schelmisch an. Sie hatte ja Recht...
„Du hast ja Recht“, gab ich zu, „Ich habe eigentlich keinen Grund nervös zu sein. Und ich freue mich wirklich auch schon ein bisschen...“

****
In der letzten Stunde vor der Mittagspause hatte ich Chemie. Ich saß neben Veronika und Kim, die beide noch viel schüchterner und stiller waren als ich, und versuchte das Experiment mit ihnen auszuwerten. Gerade Veronika war nicht wirklich schlecht in Chemie (zumindest waren ihre Klausuren immer recht gut), aber trotzdem führte ich eher Selbstgespräche als dass eine der Beiden mir wirklich antwortete.
Ab und zu stimmte Veronika mir mit einem leisen „Ja“ zu, aber Kim nickte nur ab und an zu. Ich seufzte leise auf - gerade jetzt hätte ich ein bisschen Ablenkung durch einen der drei L‘s wirklich gebrauchen können, aber sie waren leider alle nicht in meinem Kurs.

Als es endlich zum Ende der Stunde klingelte, verabschiedete ich mich schnell von Veronika und Kim und verschwand dann in Richtung Aula. Ich wollte auf keinen Fall zu spät kommen!
„Stella! Wie war Chemie?“, fragte Lily als ich atemlos vor der Aulatüre zum Stehen kam. „War wie immer... Veronika und Kim haben nicht wirklich mit mir geredet“, antwortete ich und zuckte mit den Schultern.
„Ja, die beiden reden nur miteinander. Ich glaub, ich weiß nicht mal, wie Kims Stimme klingt“, sagte Lily und zog dann die Türe zur Aula auf.
„Ich wette, Frau Schneider wartet schon auf uns!“, fügte sie hinzu und ging voran auf die Bühne zu.

Frau Schmidt saß tatsächlich schon auf einen der Stühle in der vordersten Reihe und blätterte durch das Skript.
„Hallo, Frau Schneider!“, begrüßte Lily sie fröhlich als wir in Sichtweite waren.
„Hallo, ihr Beiden. Warum stellt ihr eure Taschen nicht einfach schon mal ab und geht dann schon einmal auf die Bühne?“
Lily und ich folgten Frau Schneiders Vorschlag und gingen über den Treppenaufgang links auf die Bühne herauf.

„Okay, ihr Beiden. Ich habe mir überlegt, dass wir heute einfach direkt mal starten, ein paar Szenen durchzugehen. Ich weiß, dass ihr ja schon etwas länger befreundet seid und ihr habt jetzt schon eine klasse Verbindung auf der Bühne, weshalb ich die Einleitungs- und Vertrauensübungen gerne überspringen würde. Die machen sowieso am Donnerstag noch mal in großer Gruppe.“
Lily und ich nickten beide zustimmend. Auch wenn wir noch nicht länger als ein paar Wochen befreundet waren, vertraute ich ihr vollkommen und fühlte mich immer sicher zusammen auf der Bühne mit ihr.  
Wir fingen mit der Szene an, die Lily und ich schon fürs Casting vorbereitet hatten - so konnten wir beiden den Text und Frau Schneider gab es viele hilfreiche Tipps.

Als es am Ende der Mittagspause klingelte, sprachen wir gerade über Anna und Elsas Gefühle in der Szene, während Lily und ich noch schnell unser mitgebrachten Mittagessen aßen. „Ich glaube, nächste Woche haben wir wieder eine Probe zu zweit - da würde ich gerne mit euch an dem Song „Do you want to build a snowman?“ arbeiten. Lernt also bitte den Text und schaut euch gerne verschiedene Versionen davon auf YouTube an.“, sagte Frau Schmidt und machte sich Notizen in ihrem kleinen Büchlein, das sie immer mit sich herumtrug.

„Wird gemacht“, stimmte Lily zu und ich nickte. „Ja, danke für die Probe Frau Schneider. Das war wirklich hilfreich“, verabschiedete ich mich und Frau Schneider lächelte mir zu. „Gerne. Und jetzt ab mit euch zur Sporthalle - wenn ihr zu spät kommt, wird Frau Paaß mich verantwortlich machen.“

Lily und ich lachten, nahmen unsere Taschen und eilten zu den Umkleidekabinen. „Das hat echt Spaß gemacht!“, sagte ich zu Lily und konnte mein Grinsen kaum abschalten. Lily nickte. „Es hat super viel Spaß gemacht - Ich hätte sogar Sport dafür geschwänzt und einfach weiter gemacht!“
Ich lachte - Lily liebte den Sportunterricht und dass sie lieber noch mehr geprobt hätte und den Sportunterricht dafür sogar geschwänzt hätte, sagte viel über ihre neue Liebe zum Theater aus. Mir persönlich wäre es auch lieber gewesen einfach in der Aula zu bleiben. Dort war es warm und man musste sich nicht viel bewegen. Auch wenn ich sportlich war, fühlte ich mich heute einfach etwas schlapp und mir war irgendwie kalt - da war die Kälte der Sporthalle bestimmt nicht hilfreich.

Sophie:
Stella verabschiedete sich mit einem Lächeln voller Vorfreude, als sie aus Sophies Auto ausstieg. Das Theaterspielen tat ihr wirklich gut, dachte Sophie während sie auf den Parkplatz des Personals fuhr und dort parkte. Meist ließ sie Stella an der Vordertüre heraus, fuhr dann zum Lehrerparkplatz  und ging selbst durch den Hintereingang in die Schule hinein.

Auf dem Weg traf sie Frau Gödde, die sie mit einem fröhlichen „Guten Morgen“ begrüßte. Sie war eine der wenigen LehrerInnen, mit denen Sophie bis jetzt in Kontakt gekommen war, und begegnete ihr immer freundlich. „Guten Morgen, Frau Gödde“, antwortete Sophie ihr und hob grüßend die Hand.

Frau Gödde lächelte sie an und trat dann etwas näher heran. „Ich weiß ja nicht, ob ich Ihnen das sagen darf, aber ich muss wirklich sagen, dass Stella sich in letzter Zeit total verändert hat - sie ist kaum wieder zuerkennen. Sie ist einfach so glücklich in letzter Zeit, hat immer ein Lächeln auf den Lippen und versteht sich plötzlich total gut mit Lena. Und ihre mündliche Mitarbeit und ihre Noten, sind - falls überhaupt möglich - noch besser geworden. Also was immer Sie gemacht haben, es wirkt.“

Sophie lächelte - sie freute sich, dass Stella langsam wohl auch in der Schule aufblühte. „Das ist wirklich schön zu hören. Da kann man mal sehen, was passiert, wenn man einem Kind ein verständnis- und liebevolles Zuhause gibt...“
Frau Gödde nickte und kurz gingen sie schweigend nebeneinander her - beide in ihre eigenen Gedanken verloren.  

„Ich glaube, ich komme heute übrigens in ihren Englischunterricht in der 7. Klasse vorbei. Ich möchte auf das neue Anti-Mobbing Programm der Schule aufmerksam machen. Ist das okay für Sie? Herr Martin hat das bestimmt auch schon erwähnt.“
Frau Gödde überlegte kurz und schüttelte dann den Kopf. „Hat er nicht erwähnt, aber natürlich ist das okay. Gerade in der Mittelstufe ist Mobbing ja schon ein Thema.“
Sophie nickte zustimmend und hielt Frau Gödde die Türe auf. „Danke, dann sehen wir uns in der dritten Stunde. Bis dahin einen schönen Morgen, Frau Gödde!“

Sophies Tag flog an ihr vorbei und viel schneller als gedacht, klopfte es nach der letzten Stunde zaghaft an ihrer Tür. „Herein“, rief Sophie und kurz darauf trat Stella ein, immer noch in ihrer Sportkleidung. Ihr Lächeln war nicht mehr ganz so breit wie heute Morgen und sie sah etwas müde aus - wahrscheinlich war der Sportunterricht anstrengend gewesen. „Hey, Süße. Gib mir noch eine Minute und ich bin fertig.“

Wie immer fuhr Sophie ihren Computer herunter, sammelte ihre Sachen und war sie in ihre Tasche. Dann warf sie nochmals einen prüfenden Blick auf ihren unaufgeräumten Schreibtisch und stand dann auf.
„So fertig. Wie war dein Tag, Liebes?“

Die beiden gingen zu Sophies Auto, während Stella Sophie von jeder Unterrichtsstunde erzählte. Sophie war schon vorher aufgefallen, dass Stella ihr immer jede Kleinigkeit aus den Unterrichtsstunden erzählte - jeder kleine Vokabeltest wurde erwähnt und Stella beteuerte immer wieder die Themen nochmals zu wiederholen und zu lernen. Wahrscheinlich war das eine Eigenart, die Stella von ihrer Mutter gelernt hatte, und Sophie schmerzte es, dass Frau Collins eher an der schulischen Leistung der Kleinen interessiert gewesen war, als daran, ob ihre Tochter glücklich war.

„In Chemie haben wir ein Experiment zu Alkoholen gemacht und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das richtig ausgewertet habe, aber ich werde das Gleich nochmal im Buch nachlesen und lernen. Heute war es irgendwie schwierig in Chemie“, erklärte Stella ihr gerade und Sophie wurde hellhörig.

„Warum denn schwierig?“, fragte sie Stella. „Ähm... Nicht schwierig in dem Sinne. Ich verspreche Dir, dass ich den Stoff eigentlich kann, wirklich Sophie!“ Stella wurde nervös und Sophie hätte sich am Liebsten auf die Zunge gebissen.
„Ich weiß, dass du den Stoff kannst, Liebes. Ich wollte nur wissen, ob irgendetwas vorgefallen ist, dass es schwierig war.“

Stella zuckte mit den Schultern. „Achso. Es ist nichts Schlimmes. Ich bin nur in einer Gruppe mit Veronika und Kim und die Beiden sprechen irgendwie kaum ein Wort mit mir. Die sind beide total schüchtern und reden nur miteinander. Das kann manchmal ein bisschen anstrengend sein, weil ich die ganzen Experimente und die Auswertungen dann fast ganz alleine mache.“

Sophie überlegte kurz, bevor sie antwortete: „Das klingt wirklich doof. Vielleicht kannst du ja mal ganz ruhig mit den Beiden reden? Oder Ihnen irgendwie zeigen, dass du keine Gefahr darstellst?“
Stella überlegte kurz und dann leuchtete ihr Gesicht auf. „Vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich sie erst mal etwas frage, was nichts mit Chemie zu tun hat? Ich weiß zum Beispiel, dass Kim total auf Mangas steht - vielleicht redet sie mehr, wenn ich sie dazu etwas frage?“

Sophie nickte und lächelte. Sie wusste, dass Stella ein gutes Gespür für Menschen hatte - manchmal stand ihr nur ihre eigene Unsicherheit im Weg. „Das ist eine gute Idee, Süße! Aber jetzt musst du mir unbedingt erzählen, wie deine erste Probe mit Lily war!“

****
Soo... das wars erst mal ihr Lieben. Ihr glaubt nicht, wie erleichtert ich bin, dass ich endlich geschafft habe! Ich versuche jetzt wieder alle 1-2 Wochen ein Kapitel hochzuladen, wenn ihr noch interessiert seid? Ich entschuldige mich nochmals für die lange Warterei!
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