Moonlight Shadow & Pretty Crimson

GeschichteRomanze, Horror / P18
24.02.2017
11.01.2019
82
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14
Dieses Kapitel
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So, Physik Schulaufgabe für Heute ist abgehakt, jetzt lad ich noch ein Kapi hoch und dann hab ich alles erledigt ^^
Bitte seht über den Fakt hinweg das schon wieder halb 9 ist XD

WARNUNG!
Am Angang dieses Kapis hab ich ein bisschen Prettys Vergangenheit aufgegriffen, also wie sie vom Zirkus Direktor vergewaltigt wird... ich habe nichts explizit beschrieben aber ich wollte euch nur gewarnt haben ;-)
Und nun...
Viel Spaß beim Lesen <3
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Pretty Crimsons Sicht:

Es war dunkel… und kalt… so unendlich kalt. Ich zitterte, aber nicht nur wegen der Kälte. Ich hatte auch Angst, so viel wie noch nie in meinem Leben. Ich wollte mich zusammenrollen um mich etwas sicherer zu fühlen… aber es ging nicht! Meine Arme waren über meinem Kopf zusammengebunden und an Etwas festgemacht. Ähnlich erging es meinen Beinen, aber die waren weit auseinander gespreizt! In mir stiegen Tränen auf. Ich wollte mich umschauen aber ich konnte in der absoluten Schwärze nichts erkennen! Ich lag auf einer mehr oder weniger weichen Matratze und drehte meinen Kopf wild in alle Richtungen. Dann bemerkte ich, dass ich keine Kleidung anhatte! Nicht mal eine Decke oder etwas Ähnliches lag über mir! In mir stieg die Verzweiflung höher. Ich war vollkommen Schutzlos und bloßgestellt. Jede Faser meines Körpers sträubte sich gegen diesen Zustand! Alles in mir schrie danach, dieser Situation zu entfliehen! Wo war Lighty-chan?! Warum war sie nicht hier?! Warum half sie mir nicht?! Plötzlich hörte ich etwas! Aus der Schwärze erklangen… Schritte… Jemand kam auf mich zu. Wer war das? War es ein Mann? Die Person kam näher und auf einmal wusste ich es! Wie hatte ich es vergessen können?! Es war der Zirkusdirektor! Warum?! Warum musste er sich von allen Mädchen des Zirkus ausgerechnet mich aussuchen? Was hatte ich getan? Warum waren Lighty-chan und ich ihm gegenüber so machtlos? Es stand jetzt neben dem Bett an das ich gefesselt war… ich wusste was kommen würde… er hatte es schon öfter getan. Ich hatte Angst davor, Angst, weil es wehtat, weil ich mich beschmutzt und gedemütigt fühlte, weil es falsch war! Aber ich konnte mich nicht wehren, er war so viel stärker als ich! Und Lighty-chan… lieber ertrug ich diesen Schmerz, als dass sie das glühende Eisen auf der Haut spüren musste! Tapfer biss ich die Zähne zusammen, aber als seine schwielige Hand über meinen Oberschenkel strich konnte ich ein Wimmern nicht aufhalten. Salzige Tränen liefen mir über die Wangen und tropften auf den Stoffbezug des Kissens.

Kleidung raschelte und mein Magen drehte sich um. Gleich! Gleich würde er es wieder tun, dass wusste ich sehr genau! Und es gab keinen Ausweg. Mein Wimmern wurde zu einem Schluchzen als ich seine Hände wieder auf meiner Haut spürte… an Orten an denen sie nicht sein durften! Dort wo ich sie nicht wollte! Mein Herz bettelte darum schreien zu dürfen, oder um Gnade zu flehen. Aber mir war noch sehr gut in Erinnerung war die Konsequenzen davon waren! Nur noch mehr Schmerzen! Dann senkte sich das Bett. Gleich… Ich fühlte die Hitze des fremden, fetten Körpers über mir… Gleich… Die Kälte kroch weiter durch meinen Körper und griff nach meinem Herzen. Ich wollte schreien. Aber ich durfte nicht. Ich hatte Angst und wollte nach Hilfe rufen. Aber ich durfte nicht. Gleich… Dann spürte ich es… Es tat so unglaublich weh! Mein Rücken bog sich durch und jeder einzelne meiner Muskeln verspannt sich. Warum?! Ich wollte es nicht! Unaufhaltsam stieg die Panik in mir hoch. Nein! Ich musste mich zusammenreisen! Ich musste… Zu spät…

Ohne es verhindern zu können fing ich laut und schrill an zu schreien! Ich erwachte und schlug wild um mich! Heiße Tränen kullerten über meine eiskalten Wangen. Ich konnte nicht aufhören zu schreien! Obwohl ich im Auto saß, im Hier und Jetzt. Obwohl der Zirkusdirektor schon längst tot war, ich spürte die Schmerzen immer noch! Jemand versuchte mich festzuhalten und redete auf mich ein. Nur einzelne Wortfetzten drangen zu mir durch… „Pretty?! … keine Angst… ich bin da…“ Diese Stimme, ich kannte sie. Sie war mir so vertraut, aber nicht im Schlechten. Mein Herz schlug immer noch viel zu schnell, meine Atmung ging unregelmäßig und meine Sicht war verschleiert von den vielen Tränen die in meinen Augen brannten. Irgendwie schaffte ich es dennoch meinen Blick zu fokussieren. In Tobys Augen stand Panik geschrieben. Hilflos hielt er mich an den Schultern fest und sah mich verzweifelt an: „Beruhige dich bitte. Es ist doch alles gut, ich bin bei dir. Ich pass auf dich auch, dir passiert nichts. Ok?“ Absurderweise viel mir als erstes auf, das er seine Maske nicht aufhatte. Seine warmen braunen Augen sahen direkt in meine und in diesem Moment war ich überglücklich sie zu sehen. Mein Gegenüber bemerkte, dass ich mich gefangen hatte und zog mich seufzend in eine Umarmung: „Was war denn los? Oh Mann Pretty, ich hab mir Sorgen gemacht. Du zitterst ja… Sh, sh, es ist alles gut.“ Schwach schüttelte ich den Kopf und flüsterte mit brüchiger Stimme: „Es… i-ist nicht a-alles… gut…“ Toby schob mich ein kleines Stück von sich und sah mir in die Augen: „Was…“ Er brach ab und öffnete die Autotür. Kalter Wind schlug mir entgegen als er ausstieg und die Tür wieder schloss. Schnell ging er einmal ums Auto und öffnete die Tür auf meine Seite, dann setzte er sich auf den Rand meines Sitzes und legte zärtlich die Arme um mich: „Keine Angst, ich bin da. Was ist passiert?“ Wollte… oder besser… KONNTE ich überhaupt davon erzählen? Würde ich es schaffen, das auszusprechen was mir von allen Dingen dieser Welt am meisten Angst machte, oder… würde meine Stimme brechen? Aber ich musste jemandem davon erzählen! Sonst würde ich noch restlos daran kaputt gehen. „Toby?“, fragte ich ganz leise. „Hm?“ „Versprich mir niemandem das zu erzählen was ich dir jetzt sage.“ „Ich schwöre es dir bei allem was mir wichtig ist.“ „Gut… also… als Lighty-chan und ich noch klein waren, also noch Kinder, da haben wir nicht immer auf der Straße gelebt weißt du? Eine Zeit lang… da waren wir in einem Zirkus. Wir waren Attraktionen fürs Publikum. Soweit ist ja nichts Schlimmes daran. Aber…“ meine Stimme zitterte und Tränen liefen mir erneut übers Gesicht. Bevor ich jedoch etwas tun konnte wurden die sanft weggewischt. Dankbar sah ich meine Begleitung an: „Danke… Also… Nun ja. Es war auch so das… d-der Zirkusdirektor… also, er hatte keine Frau… deshalb hat er… sich… Mädchen aus dem Zirkus ausgesucht, und… e-er…“ Meine Stimme riss ab und ich wimmerte kläglich. Unbewusst zog ich die Beine an und schlang die Arme darum. Diese kleine Bewegung schien auszureichen um Toby zu verraten, was der Zirkusdirektor getan hatte. Ganz vorsichtig und leise fragte er: „Hat er… ähm…“ Ich schüttelte den Kopf und schluchzte auf: „Ich wollte es nicht, ich hatte Angst davor.“ „Das kann ich gut verstehen…“ „Aber er hätte Lighty-chan wehgetan… Und er war so viel stärker…“ Der Braunhaarige sagte nichts und hielt mich einfach nur ganz fest im Arm. Erst nach mehreren Minuten flüsterte er mit todernster Stimme: „Ich wünschte dieses Arschloch wäre jetzt hier… ich würde ihn persönlich auseinandernehmen und zu den Toren der Hölle schleppen!“ „Er ist tot… wir haben ihn umgebracht… ihn und alle anderen… Lighty-chan und ich…“, obwohl meine Stimme bebte wurde mir gerade warm ums Herz. Tobys Worte machten mich so unendlich glücklich und gaben mir das Gefühl gewollt und angenommen zu werden. Zutiefst erschöpfte legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen. Es tat gut von jemandem gehalten zu werden, und in der warmen Umarmung des Jungen verblasste auch der schreckliche Albtraum aus der Erinnerung immer mehr. Ohne es bewusst wahr zu nehmen drehte ich leicht den Kopf und gab dem Proxy einen Kuss auf die Wange. Dann nuschelte ich ganz leise: „Danke, dass du da bist.“

Noch lange blieben wir so sitzen. Laut den Leuchtziffern der Uhr im Auto war es schon nach sechs Uhr. Seit etwas mehr als sechs Stunden hatte also 2017 angefangen… Ein toller Start ins neue Jahr!

Die Morgendämmerung streckte ihre Strahlenfingen schon von Osten her über den Himmel, da aber sowohl Toby als auch ich ausgeschlafen waren, fuhren wir einfach weiter. Ich hätte mich sowieso nicht getraut, allzu bald wieder zu schlafen. So brausten wir nun einfach weiter über eine Schnellstraße dahin. Es war erstaunlich wenig los… vielleicht weil Neujahr war… Mein Blick strich über den grauen Asphalt und über die großen Straßenschilder die ab und zu an und vorbeizogen. Keiner von uns sagte ein Wort. Toby nicht, weil er vermutlich nicht wusste, was er sagen sollte. Und ich nicht, weil ich Angst hatte, dass meine Stimme zittern würde und ich dann wieder anfing zu weinen. So herrschte Stille im Auto, die nur vom Rauschen des Fahrtwindes und vom Schnurren des Motors unterbrochen wurde. Es war aber nicht bedrückend, sondern… friedlich. Irgendwann schaltete ich das Radio an und durch das Knistern des schlechten Empfangs hindurch erklangen die Töne irgendeines Liedes.

Mit fortschreitender Helligkeit kamen nach und nach mehr Autos auf die Schnellstraße und ich hatte mich instinktiv geduckt, damit mich niemand durch Zufall erkannte und die Polizei verständigte. Auch Toby merkte dass, und bog bei der nächsten Gelegenheit auf eine normale Straße und gleich darauf auf einen Waldweg ab. Dort hielt er an und schaltete den Motor aus: „Ich glaube wir sollten bis zum Abend warten… Es sei denn wir wollen Stress…“ Ich grinste leicht: „Stimmt… hoffen wir, das Laika und Safira bis dahin auf sich selbst aufpassen können.“ Toby sah aufmunternd zu mir: „Wird schon. Außerdem ist es nicht mehr weit, wir dürften in etwas weniger als zwei Stunden da sein.“ Gedankenverloren nickte ich und schloss für einen Moment die Augen. Sanft legte mein Begleiter mir eine Hand auf den Arm: „Ist es wieder besser?“ Unsicher biss ich mir auf die Lippe, nickte aber als ich die Augen öffnete und zu ihm sah: „Besser als vorher immerhin.“ Sein blick verfinsterte sich: „Wäre ich damals da gewesen… ich hätte diesen… diesen… Bastard!...“ Ich grinste leicht: „Wie alt bist du? 19? Dann warst du damals zwischen 13 und 15.“ Er biss die Zähne zusammen: „Das hätte mich nicht aufgehalten!“ Mein Grinsen wurde etwas breiter und allmählich war mir auch wieder nach Lachen zumute: „Klar.“ Toby griff nach meiner Hand und drückte sie ganz fest, dann fragte er: „Soll ich mal schauen ob ich in der Stadt da hinten was zu essen auftreiben kann?“ Er deutete aus dem Fenster und tatsächlich, hinter einer Reihe Bäume konnte ich eine Stadt oder eher… die Ausläufer einer Stadt erspähen. Ich nickte, hielt ihn dann aber noch kurz auf: „Pass bitte auf dich auf, nicht das du in Schwierigkeiten kommst und ich weiß nicht mal was davon.“ Er zwinkerte nur verschmitzt: „Keine Sorge, zu dir komm ich immer zurück.“ Dann stieg er schnell aus dem Auto aus, schlug die Tür zu und rannte in einem lockeren Tempo in Richtung Stadt los. Kurz erwog ich, ob ich aussteigen und ihm folgen sollte. Aber… selbst mit meiner Kettensäge hätte ich mich nicht mitten am Tag in so belebte Gebiete gewagt, schon gar nicht wenn Lighty-chan nicht in der Nähe war, die mich im Notfall aus dem Schlamassel hätte ziehen können. Beim Gedanken an meine Schwester schloss ich wehmütig die Augen und lehnte den Kopf zurück. Bis jetzt war sie die einzige lebende Person gewesen, die wusste was der Zirkusdirektor mir angetan hatte… Wir waren damals 12 gewesen, und wir waren zwei Jahre lang in der Gefangenschaft dieses Tyrannen geblieben. Diese Zeit hatte uns wohl mit am allermeisten und am stärksten zusammengeschweißt. Ich musste bald zu meiner Schwester zurück, sonst würde am Ende noch das passieren wovor ich mich gefürchtet hatte seitdem wir mit LJ und den Proxies nach Amerika gereist waren. Dass meine Schwester und ich anfangen könnten, getrennte Wege zu gehen, bis zu dem Punkt an dem wir Fremde wurden… Das durfte niemals passieren!

Ich wusste nicht wie lang ich regungslos im Auto gewartet hatte, aber es war bestimmt mehr als eine halbe Stunde gewesen, bis ich Toby endlich von der Stadt her zurückkommen sah. Er rannte in vollem Tempo in meine Richtung, und ich glaubte sogar in seiner Hand eine Papiertüte zu erkennen in der sich wohlmöglich Essen befand. Mein Grinsen kippte mir allerdings in dem Moment aus dem Gesicht, in dem ich die drei großen Schatten am Himmel bemerkte… sie folgten dem Proxy von der Stadt her und waren viel zu groß um Vögel zu sein… und sie waren schnell… Ich zog die Augenbrauen zusammen und beugte mich näher an die Scheibe. Diese Schatten besaßen keine Flügel aus Federn. Sie waren ledern! Die Erkenntnis traf mich wie ein Blitzschlag! Drakoni, Halbdrachen, Safiras Artgenossen! Und sie näherten sich eindeutig von hinten dem braunhaarigen Jungen, ohne das er es merkte! Alarmiert packte ich meine Säge und sprang aus dem Auto. So tief wie möglich holte ich Luft und schrie dann so laut ich konnte: „Toby Vorsicht! Hinter dir!“ Er hatte mich gehört und drehte irritiert den Kopf. Doch es war zu spät. Einer der Halbdrachen stürzte sich auf ihn herab! Die anderen beiden hielten auf mich zu. Zu gleichen Teilen hasserfüllt und panisch sprintete ich los, auf Toby zu. Ich musste ihm helfen! Er hätte alleine keine Chance!

Meine Gegner näherten sich rasend schnell und als sie zum Sturzflug ansetzten holte ich mit meiner Waffe aus. Ich hatte aber die enorme Stärke dieser Wesen unterschätzt, und auch, dass das Exemplar das LJ vor einigen Tagen gefangen hatte wohl kein ausgebildeter Krieger gewesen war… Die beiden Halbdrachen die sich mir nun entgegenstellen trugen dagegen Rüstungen und lange scharfe Schwerter. Diese Vertreter ihrer Rasse waren zum Kampf erzogen. Ich landete keinen Einzige Treffer, als auch schon mein Handgelenkt gepackt wurde und ich mich nur Sekunden später auf dem Boden wieder fand. Der schwungvolle Fußtritt in meinen Magen wäre gar nicht nötig gewesen, denn die Faust die nur einen Moment später mein Gesicht traf und die Welt in Schwärze versinken ließ hätte mich so oder so getroffen. Das letzte was ich sah, waren funkelnde graue Augen und pinkes langes Haar, das vom Kopf der Drakoni hing, die mich niedergestreckt hatte. Dann kippte alles weg und ich verlor das Bewusstsein.

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Wer Bloodsisters kennt... weiß wer das am Schluss war ^^
Ich hoffe natürlich wie immer es hat euch gefallen, entschuldige mich nochmals für die späte Uhrzeit und so weiter und so fort XD
Lasst doch mal eure Meinung da ;-)
LG Mangakerin13 <3
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