An awkward Guide how to love if you're slightly German

von Riiru
GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
20.02.2017
05.09.2018
63
185693
19
Alle
42 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
 
Hallo und herzlich willkommen zum 'Awkward Guide'!

Freut mich, dass du dich entschieden hast in meine Geschichte hineinzuschnuppern. Ich würde mich freuen, wenn dich mein kleines alternatives Universum in den Bann zieht und du mich und die Hetalia-Charaktere auf ihrem Lebensweg begleitest.

Diese Geschichte ist die Hauptstory meines 'Awkward Guide' Universums, in das sich zukünftig noch andere Side-Storys einreihen werden. Es geht um das Leben und lieben verschiedener Personen aus Hetalia. Hauptsächlich um

Ludwig Beilschmidt x Feliciano Vargas - zu Beginn
Gilbert Beilschmidt x Elizabeta Héderváry - ab Kapitel 10
Antonio Carriedo x Romano Vargas - ab Kapitel 19
Arthur Kirkland x Alfred F. Jones - ab Kapitel 34

In dieser Geschichte sind die Side Storys mit dem Hauptplot verflochten und darum wird es keine klare Abtrennung geben. Es gibt auch nicht zwangsläufig für alle ein Happy End.

Sollte dir im Laufe der Geschichte auffallen, dass es Logikfehler gibt, kannst du dich jederzeit vertrauensvoll an mich wenden. Ob per PN oder Review, ganz wie du magst. Diese Geschichte liegt mir am Herzen und darum bin ich fortwährend daran interessiert, sie immer weiter zu verbessern.

Meine Betaleser für dieses Projekt sind:

Schelm,  BellaFellow (bis Kapitel 57) und Glastaenzerin

Ihnen gebührt die Ehre, dass nicht an jeder Ecke ein kleiner Rechtschreibfehler sitzt und wartet.

So, aber jetzt genug des Vorwortes:

Viel Spaß mit der Geschichte~

Eure Riiru

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An awkward Guide how to love if you're slightly German


Aller Anfang ist schwer


Freitag, 23.September

»Vorsicht!«

Noch ehe Ludwig das Wort ausgesprochen hatte, gab es auch schon ein Poltern, das von einem lauten Knall und einem schlitternden Geräusch begleitet wurde. Er spürte, wie er unsanft auf seinem Allerwertesten landete und der Boden unter ihm leicht vibrierte, als sein schemenhaftes Gegenüber ebenfalls Bekanntschaft mit dem Fußboden machte.

Ludwig hob den Blick, während er sich sammelte und den schmächtigen jungen Mann begutachtete, der ihm gegenüber leise in einer melodischen Sprache vor sich hin fluchte. »Accidenti!«

Um sie beide herum war der Kofferinhalt des Fremden verteilt. Es dauerte einen Augenblick, bis Ludwig bemerkte, dass er den kleineren Mann anstarrte, doch sobald ihm das bewusst wurde, kehrte das Leben in ihn zurück und er kniete vor dem anderen, die Hand hilfsbereit ausgestreckt.

»Entschuldigen Sie«, murmelte er vor sich hin und lächelte unbeholfen. Der Fremde ließ nicht lange auf sich warten und ergriff die Hand des Deutschen, um ebenfalls auf die Beine zu kommen.

»Nein, nein. Mir tut es leid. Ich war mit den Gedanken woanders, das passiert häufiger. Und außerdem harkte dieses verdammte Schloss schon eine ganze Weile… aber dass es so unzuverlässig ist…« Er kicherte lebhaft und Ludwig war überrascht, dass der Fremde so gut Deutsch sprechen konnte. Der kleinere Mann wirkte vom Typ eher südländisch, mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen, dem leicht gebräunten Teint und der schmalen Statur. »Vermutlich ist er Italiener«, dachte Ludwig kurz, »Accidenti« war italienisch, soweit er sich erinnern konnte und der Akzent sprach dafür. Es war nicht verwunderlich, auf einem Flughafen Menschen zu treffen, die nicht der deutschen Sprache mächtig waren. Umso schöner war es, dass sie einander zu verstehen schienen.

Wieder bemerkte der Deutsche, dass er den Fremden ein wenig zu genau betrachtete und auch er beobachtet wurde. Er musste sich dazu zwingen, etwas zu sagen, weil ihm die Situation sehr unangenehm war. »Ich…« Ludwig stockte. Dann fiel sein Blick auf den Kofferinhalt und seine Hand tastete voran, einen Stoff zwischen den Fingern haltend, den ihm der Fremde sogleich entriss. Schwungvoll landete dieser Fetzen im Koffer, jedoch ohne Sinn für Ästhetik und Ordnung. „… Lassen Sie mich Ihnen helfen.“

»Schon gut, ich werde das einfach selbst aufräumen. Lassen Sie sich von mir nicht ablenken, sonst verpassen Sie noch Ihren Flug.« Ein ansteckendes Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des Italieners aus, als Ludwig nach dem nächsten Stück Stoff griff, ihn aber diesmal ordentlich mit geschickten Fingern faltete.

»So passen sie garantiert besser in den Koffer«, murmelte Ludwig und vermied jeglichen Blickkontakt mit dem Fremden, aus lauter Angst, er könnte sich bei diesem Anblick verlieren. Um sie herum mochte es laut und hektisch sein, doch war das einzige Geräusch, das er in diesem Moment wahrnahm, das Blut, das in seinen Ohren rauschte. Brennende Hitze klomm sein Gesicht empor, sodass er die Kleidung schnell weiter faltete und der Stimme des Fremden lauschte.

»Kaum zu glauben, dass es nur drei Minuten gedauert hat, bis ich mich das nächste Mal blamiere. Dabei hatte ich gehofft, Deutschland würde eine Veränderung bringen. Vielleicht ist mir einfach nicht zu helfen, ve.« Der Fremde zuckte mit den Schultern, als wunderte ihn seine Tollpatschigkeit nicht.

Gerne wäre Ludwig näher darauf eingegangen, weil er eine lustige Geschichte dahinter vermutete, doch seine Stimme versagte ihm anstandslos.

»Zum Glück sind die Deutschen so verständnisvoll und nett.« Es war, als versuchte der Italiener ein wenig Smalltalk zu betreiben.

Während Ludwig die Kleidung faltete, legte der Italiener diese in seinem kleinen Koffer ab. Der Vorgang an sich dauerte vielleicht nur wenige Minuten, doch es kam dem Deutschen wie eine halbe Ewigkeit vor.

Schweigsam reichte er dem Kleineren die Stoffe, bis alles wieder verstaut war und dabei versuchte er, nicht aufdringlich zu wirken, indem er die Sachen nicht eingehend betrachtete, obwohl er neugierig war.

Ludwig erhob sich nach getaner Arbeit und klopfte sich den Staub von der schwarzen Stoffhose. Der Fremde lächelte ihn dankbar an und der Deutsche vergrub tölpelhaft seine Hände in den Hosentaschen. »Nun denn…«, wollte er sich schließlich verabschieden, als er die Hand des kleineren Mannes auf seinem Unterarm spürte und sich Erleichterung in ihm breitmachte. Die Wärme in den Fingern des Südländers wirkte wohltuend auf seine eigenen kalten Gliedmaßen.

»Warten Sie! Ich muss mich doch irgendwie erkenntlich zeigen können, für Ihre Hilfe.« Sein Deutsch war nahezu perfekt, aber der Akzent schmeichelte seiner melodischen Stimme.

»Das war doch nicht der Rede wert«, winkte Ludwig ab und kräuselte die Stirn. »Ich… ich… habe nur getan, was jeder anständige Bürger getan hätte.«

»Aber niemand sonst hat geholfen, also sehe ich es als eine außergewöhnliche Geste an, die einen Gefallen meinerseits verlangt.«

»Einen Gefallen…« Ludwig spürte, wie etwas in seinem Magen zu kribbeln begann, aber er versuchte es geflissentlich zu ignorieren. Jetzt war nicht der richtige Moment, die merkwürdigen und unrealistischen Momente im Kopf zu durchleben, die nur in seinen liebsten Romanen geschahen. Das reale Leben war keine romantische Komödie und Ludwig kein Idiot.

»A-aber dann würden Sie vermutlich Ihren Flug verpassen…«, dachte der Italiener laut und ließ seinen Blick schweifen. »Allerdings, Sie haben gar keinen Koffer bei sich… Ich brabble schon wieder vor mich hin. Wir könnten einen Kaffee trinken… Wenn Sie Zeit haben.« Die Augen des Italieners wurden größer und er strahlte vom einen Ohr zum anderen. »Oder wir könnten Pasta essen gehen!« Beim Wort ‚Pasta‘ überschlug sich seine Stimme beinahe. »Ich lade Sie ein!«

Er wirkte mit einem Mal so glücklich, zufrieden und unschuldig, dass Ludwig meinen konnte, Weihnachten, Ostern und Geburtstag waren auf einen Tag gefallen. »Essen gehen? Wir sind praktisch Fremde!«, fiel der Einwand seinerseits und er kräuselte erneut die Stirn.

»Mein Name ist Feliciano Vargas und wie heißt du?« Der Italiener bot Ludwig direkt die Hand an. »So macht man das hier in Deutschland, nicht wahr?«

Einen Augenblick zögerte Ludwig, weil es ihm merkwürdig vorkam, dass er unmittelbar geduzt wurde, aber er zögerte nicht bei der dargebotenen Hand. »Ludwig ist mein Name.« Er machte sich gar nicht die Mühe, einem Fremden seinen Nachnamen zu nennen, sondern lächelte schmal in der Hoffnung, dass er die Situation entschärfen konnte.

Bevor eine weitere Reaktion seines Gegenübers folgte, wurde er schon in eine Umarmung hineingezogen und Feliciano seufzte zufrieden, an Ludwigs Brust gelehnt, als wären sie jahrelang die besten Freunde gewesen. »Jetzt sind wir Freunde. Können wir also Pasta essen gehen?«

Die Einladung an sich verblüffte ihn zwar, aber noch mehr der Umstand, dass er dieser Verabredung spontan zusagte. Er war ohnehin nur hier, um seinen Bruder zum Flughafen zu bringen, das bedeutete, er hatte mehr als genug Zeit und keine anständige Ausrede parat. Aber die brauchte er auch nicht, da ein Teil von ihm diesen charmanten, aufgeschlossenen Feliciano näher kennenlernen wollte.

Das konnte vielleicht noch sehr interessant werden.
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