Sunshine on Mars

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
OC (Own Character) Shannon Leto
19.02.2017
22.09.2019
22
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20.



So war das mit Plänen. Man musste sie nicht schmieden, denn das Schicksal trug sein Übriges dazu bei. Soviel wusste sie. Egal was sie getan hatte, sich gesträubt oder es gelassen angenommen hatte. Letztendlich war sie hier gelandet. Shannon hielt an seiner Meinung fest, dass es Schicksal war, welches sie nach L.A. gebracht hatte. Sie war da eher der Meinung, dass es Shannon mit seiner Anwesenheit in ihrem Auto gewesen war und nicht ein Wink des Schicksals, doch er ließ keinen Widerspruch diesbezüglich gelten.
Gleich am nächsten Tag hatte Emma einen Termin bei einem Rechtsanwalt vereinbart, der mit Amy die ganzen Formalien durchging. Gehalt, Urlaub, Rechte und Pflichten, insbesondere die Schweigepflicht und nicht zu vergessen Sanktionen, falls es zu einer Kündigung kommen sollte, waren in dem Vertrag festgehalten. Meine Güte war das ein Pamphlet von Paragraphen gewesen. Sie wollten sichergehen, dass nichts Unvorhergesehenes passieren würde, soviel stand fest. Selbstverständlich wurde auch überprüft, ob sie irgendwelche Vorstrafen hatte. Natürlich hatte sie das nicht, diesbezüglich hatte sie eine weiße Weste, das hätte sie ihnen auch so sagen können. Beim Anblick ihres zukünftigen Gehaltes stockte ihr jedoch der Atem. Um Himmels willen, was musste sie dafür alles tun, dass dieses Gehalt rechtfertigte? Selbst zu ihren besten Zeiten hatte sie nie im Leben so viel verdient. Sie konnte nur hoffen, dass sich alles im gesetzlichen Rahmen bewegte und sie eine weiße Weste behielt.
Das alles machte ihr auch wieder bewusst, dass sie sich irgendwann mit Shannon über das Ausmaß an Größe unterhalten musste. Ein paar kleine Gigs? 15.000 Leute waren nicht mal eben ein kleiner Gig. Letztendlich war sie Shannon nicht mal böse, dass er mit der einen oder anderen Information hinter dem Berg gehalten hatte. Sie konnte ihn verstehen, dass er nicht damit prahlte, berühmt zu sein. Er hätte ja auch genauso gut an ein verrücktes Groupie geraten können, anstelle von ihr.
Emma hatte ihr noch am ersten Abend in L.A. die Alben in die Hand gedrückt und ihr die Kommandostruktur, Aufbau und Geschichte der Band und allem was dahinter steckte erklärt. Vyrt, das Live- und Videoportal der Band. The Hive, Adventures in Wonderland, die Echelon, eigentlich alles was zu diesem Universum gehörte. Nicht zu vergessen die Klage von ihrem ehemaligen Plattenlabel, weil sie angeblich nicht den Vertrag eingehalten hatten und die letztendlich haltlos war. Das war einfach zu verrückt für Amy, um das alles in seinem gesamten Ausmaß auf einmal zu begreifen.
Als sie die Alben der Band das erste Mal gehört hatte, war sie fasziniert, wie unterschiedlich sich die Alben anhörten. Man konnte förmlich hören, wie sie mit der Musik spielten und sie sich zu eigen machten, um ihren besonderen Stil zu erschaffen.
Die ersten drei Nächte war sie in einem kleinen Hotel untergebracht, ehe sie relativ schnell mit Hilfe von Emma eine kleine, niedliche Wohnung beziehen durfte. Emma und auch ein paar andere der Crew hatten ihr angeboten, bei ihnen zu übernachten, solange sie ohne ein Dach über dem Kopf war, insbesondere Shannon, doch sie ließ sich nicht davon abbringen, in ein Hotel zu ziehen. Schließlich konnte sie schlecht bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber wohnen. Das war einfach nicht statthaft und außerdem wollte sie niemandem zur Last fallen.
Die ersten Tage und Wochen waren voller neuer Dinge. Emma prophezeite ihr, dass sie sich im Moment noch in einer ziemlich ruhigen Phase befanden. Sprich keine Tour, nur hier und da ein paar kleinere Auftritte.
Amy versuchte verzweifelt sich all die Dinge zu merken, die Emma ihr erzählte. Wer für was zuständig sei und an wen sie sich wenden müsse, wenn der Hauptverantwortliche nicht da sei. Zettel über Zettel, die sich Amy abends immer in ein Buch eintrug, damit sie nichts vergaß und das ihr ständiger Begleiter wurde. Ganz vorn hatte sie sich ein paar Tipps von Emma eingetragen. Insbesondere den von ihrem ersten Abend im Marslab.
„Mein erster Rat an dich: Schlaf, wann immer du kannst und nichts zu tun hast. Für Jared gibt es keine Tageszeiten. Es kann sein, dass er mitten in der Nacht vor deiner Tür steht und was von dir will. Wenn er das dritte Mal in der Nacht vor deiner Tür steht, hast du meine Erlaubnis ihn wegzuschicken, außer das Hotel brennt, dann natürlich nicht. Dann will er dich nur retten, weil du seinen Terminkalender hast.“ Emma lachte über ihren eigenen Witz und Amy stimmte mit ein. Amy mochte sie einfach.
„Also zweimal ja und beim dritten Mal heißt es nein!“
„Korrekt!
„Und er wird mich dann nicht feuern?“
Emma lachte auf.
„Da mach dir mal keine Sorgen, da habe ich auch noch ein Wörtchen mitzureden! Denn, wenn er das tut, kann er sich gleich nach zwei neuen Leuten umsehen! Dann streike ich auch!“
Bei Emmas Worten wurde ihr ganz warm ums Herz und auf einmal war da dieses Gefühl von Familie wieder da, was sie seit einiger Zeit vermisst hatte.
Sie sollte zu Emmas Schatten werden. Überall wo Emma hinging, sollte auch sie mitgehen. Wollte Emma mit den Jungs zu einem Interview, sollte sie dabei sein. Wollte Jared shoppen und Emma sollte als Beratung dienen, sollte sie danebenstehen. Sobald die Tour anfing, sollte sie beim Meet & Greet und auch beim eigentlichen Konzert immer an ihrer Seite stehen. So sah der Plan von Emma aus.
Amy versuchte so gut wie möglich alles in sich aufzusaugen, wie ein Schwamm. Emma wollte ihr sogar einen Zugang zu ihrem Email-Fach einrichten lassen, damit sie ein Auge auf den E-Mail-Verkehr hatte. Interviewanfragen, sowohl für die Band, als auch nur für Jared, Verträge für Konzerte, Anfragen für Veranstaltungen, zu denen Jared eingeladen wurde. Amy war froh, dass nicht die gesamte Verantwortung dafür auf ihren Schultern lag. Das war nichts im Vergleich zu dem, was sie früher gemacht hatte. Emma bestätigte ihr zwar, dass sie ihre Arbeit richtig gut machte, aber so wirklich wollte Amy ihr nicht glauben. Am besten gefielen ihr aber immer noch die Idee mit den Fotoshootings. Hier würde sie in ihrem Element sein. Ein erstes Fotoshooting konnte sie gleich an ihrem zweiten Tag miterleben. Jared sollte für ein paar Fotos einer Zeitschrift Modell stehen.
Amy suchte sich einen Platz hinter dem Fotografen und beobachtete seine Arbeit, ohne dabei jemandem im Weg zu stehen. Das war Entspannung für sie, trotz des Trubels, der um sie herrschte. Makeup, Licht, Dekorateure, viele helfende Hände. Überall Gewusel! Sie liebte es! Emma schob ihr sogar ein paar Fotos zu, damit sie eine erste Auswahl traf.
Einzig das Verhalten von Jared änderte sich nicht. Immer noch war er angespannt in ihrer Gegenwart und beobachtete sie, immer dann, wenn er glaubte, dass sie es nicht bemerkte. Doch es entging ihr nicht. Sie konnte fühlen, wie sein Blick auf ihrem Rücken lag, wenn sie sich umdrehte, sie teilweise geradezu durchbohrte. Es schien nicht so, als würde er ihre Arbeit nicht anerkennen, ganz im Gegenteil. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er mit ihrer Arbeit ebenso zufrieden war wie Emma und die anderen, nur brach er sich regelrecht einen Zacken aus der Krone dafür. Amy konnte es Recht sein, solange sie alle mit ihr zufrieden waren.
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